Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

Steinmeier hat zwar (ein paar) Fehler eingestanden, aber bislang nichts unternommen, um die auszubügeln. Ganz im Gegensatz zu den anderen drei Staatschefs, die sich aktiv um die Ukraine bemühen und die bei gemeinsamen Auftritten mit dem großen Deutschland oft in die zweite Reihe gestellt werden. Von daher kann ich das voll nachvollziehen, dass Selensky jemandem, der zwar immerhin nicht mehr Teil des Problems, aber noch lange nicht Teil der Lösung ist, anders behandelt als Staatschefs, die selbst und von sich aus genau diese Forderungen stellen.
naja, ich sehe das halt deutlich anders. wer etwas von deutschland erwartet, sollte sich meiner meinung nach nicht so verhalten.

und immerhin stehe ich mit meiner meinung nicht alleine da, klitschko sieht das ähnlich.

 
Ja im nachhinein muß ich auch sagen dass das sehr ungeschickt war.
Obwohl ich es im ersten Moment sogar fast witzig fand.
 
Ich formuliere es mal so, man sollte in der aktuellen Lage, in der sich die Ukraine befindet, nicht zwangsweise jene Länder vor den Kopf stossen, die welchen Beitrag auch immer leisten, dass sich das Land verteidigen kann.
Diplomatie geht anders...
Tut mir leid, ich sehe das etwas anders und vielleicht ist Steinmeier nur der Sündenbock, der es abbekommt.
Der Focus oder NTV hatte einen Artikel, dass sich die Rüstungsindustrie und Spitzen des Verteidigungsministeriums schon am 28 oder 29.02.2022 getroffen haben, bei diesem Treffen hat die Rüstungsindustrie dem Verteidigungsministerium schon mitgeteilt das sie 100 Marder und wohl 200 Leopard 1 A5, sowie 50-70 Gepard Flugabwehrpanzer "liefern" könnten nebst anderer Waffen. Die Liste der Ukraine trudelte am 1 oder 2. März ein, das Verteidigungsministerium hat die Mitteilung der Rüstungsindustrie dann für einen Monat in der Schublade verschwinden lassen, während so ziemlich alle europäischen Staaten und vor allen dingen die USA und GB, aber auch ein Haufen Osteuropäer wesentlich mehr liefern.
Herr Scholz betont ja immer die Abstimmung mit den Verbündeten, seine Orientierung liegt dabei wohl eher an Österreich und nicht bei GB oder den USA.
Dass das die Ukrainer ziemlich aufregt kann ich nachvollziehen und sie suchen wohl einen Sündenbock. In der aktuellen Lage ist da wohl Steinmeier nicht wirklich der Schuldige, sondern eher die gesamte SPD, die veranstaltet den Scheiss nämlich im Verteidigungsministerium und im Kanzleramt.
Wenn Herr Scholz so weiter macht, isoliert er Deutschland im vollen Bewusstsein gegenüber unsere Bündnispartnern und in Europa, mit dem aufkeimenden Verdacht, halt doch Putin das Händchen halten zu wollen.

 
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Unbedarft der zweifellosen Unfähigkeit unserer Verteidigungsoma, sehe ich eher Führungsschwäche und keine klare Ansage beim Bundeskanzler in dieser speziellen Causa.

Ebenso unbedarft der emotionalen Seite, die aus meiner Sicht zwingend mehr Hilfe für die Ukraine fordert, bedarf es aber bei allen Beteiligten einen klaren Kopf für die Konsequenzen zu bestimmten Handlungen.

Grundsätzlich (man erinnere sich an die Anfangsdiskussionen) muss allen klar sein, dass die Lieferung von schweren Waffen/Angriffswaffen (Panzer/Fluggerät o. dgl.) eine völlig andere Qualität ist, als das Liefern von Verteidigungswaffen (Panzer-/Flugabwehrraketen).

Am Ende läuft es darauf hinaus, dass Nato wie EU immer mehr aktiver in den Krieg involviert wird.
Zumindest wird das Russland genau so sehen.

Also stehen wir mit Lieferung von schwerem Gerät am Scheidepunkt, der diplomatische Kanäle wohl vollends schließen wird und ein Szenario sehr realistisch werden lässt, dass die NATO aktiv in den Krieg eingreift.
Die berühmte Messers Schneide...

Die weitere Konsequenz kann dann realistisch sein, dass es in einzelnen Städten in Deutschland durchaus ähnlich aussehen wird, wie aktuell im Mariupol.
Auch das Thema taktische Nuklearwaffen rückt dann wieder in Sehreichweite.
Und - wirtschaftlich wird es deutlich mehr Impact haben, als eine erhöhte Gasrechnung...

Wollen wir das alle so?

Wen wir uns wirklich der möglichen Konsequenzen bewußt sind - dann schwere Waffen bitte liefern...
 
@ compisucher

Ähm....

Zitat:

Außerdem dürfte Selenskyj nicht entgangen sein, dass Scholz den NATO-Beschluss, der Ukraine schwere Waffen zu liefern, ganz offensichtlich nicht mitträgt, obwohl eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung dafür ist. Dass Steinmeier in Kiew nicht willkommen ist, ist ein Signal an Scholz und die SPD, sich stärker zu bewegen.
 
Wen wir uns wirklich der möglichen Konsequenzen bewußt sind - dann schwere Waffen bitte liefern...
Kritiker meinen ja das die ukrainischen Kräfte ohne Ausbildung daran, wenig damit anfangen können.
Also z.B. wenn man deutsche Panzer liefern würde.
Aber sie brauchen auf jeden Fall auch noch mehr Flugabwehrwaffen.
Und vielleicht doch Mig Kampfflugzeuge? Nur wäre die rote Linie dann überschritten?
Sehr schwer das einzuschätzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ compisucher

Ähm....

Zitat:

Außerdem dürfte Selenskyj nicht entgangen sein, dass Scholz den NATO-Beschluss, der Ukraine schwere Waffen zu liefern, ganz offensichtlich nicht mitträgt, obwohl eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung dafür ist. Dass Steinmeier in Kiew nicht willkommen ist, ist ein Signal an Scholz und die SPD, sich stärker zu bewegen.
scholz blockiert das oder trägt es nicht mit.

steinmeier ist unerwünscht, aber scholz wird in die ukraine eingeladen. finde den fehler.
 
Kritiker meinen ja das die ukrainischen Kräfte ohne Ausbildung daran, wenig damit mit anfangen können.
Also z.B. wenn man deutsche Panzer liefern würde.
Ich kann nicht beurteilen, wie sehr sich ein LEO1 von einem T-72 in Steuerung, Waffenbedienung aber Wartung und Instandsetzung unterscheiden. Mit Sicherheit wird keiner der Ukrainer sofort reinsitzen und losfahren können.
Aber sie brauchen auf jeden Fall auch noch mehr Flugabwehrwaffen.
Und vielleicht doch Mig Kampfflugzeuge? Nur wäre die rote Linie dann überschritten?
Sehr schwer das einzuschätzen.
Gute Flugabwehrwaffen sind einfacher zu bedienen als ein komplexes Flugzeug.
Militärflughäfen sind "bessere" Ziele als eine im Wald versteckte SAM.
20-30 alte Mig-29 in Händen der Ukrainer werden den Krieg nicht entscheiden, hohe Verluste bei den angreifenden Russen schon eher.
Daher bin ich für massive Lieferung von FLAK/SAM.
Den Nutzen von veralteten Kampfflugzeugen vs. Risiko Kriegseintritt sehe ich nicht.
 
Man sollte sich halt immer auch die Konsequenzen vor Augen führen was passieren kann, falls die Ukraine "verliert".
Noch blöder, wenn man dann unterschwellig mit dem Finger auf Deutschland zeigt, wegen mangelndem Willen einer SPD geführten Regierung.
Dazu kommt das wohl im Sommer Schweden und Finnland der Nato beitreten, man sollte sich schon überlegen, wie man sich in Europa und der Nato positioniert, das Thema Putin und Russland ist abgefahren.
Überigens liefert Tschechien schon T72 Panzer und die Slowakei ein S300 System, ich sehe noch keine Raketen einschalgen.
Auf alle Fälle gibt es schon jetzt ziemlichen Streit, alleine in der Ampelkoalition, über diese Thematik.
 
Man sollte sich halt immer auch die Konsequenzen vor Augen führen was passiert, falls die Ukraine "verliert".
Noch blöder, wenn man dann unterschwellig mit dem Finger auf Deutschland zeigt, wegen mangelndem Willen einer SPD geführten Regierung.
Das wäre beschämend. Deutschland als eines der wirtschaftlich führenden Länder und auch einer der größten Waffenexporteure der Welt.
 
Rheinmetall bietet das Gerät inklusive dem Ausbildungspaket an und sagt, dass damit das Gerät binnen einen Monats in die Auslieferung gehen könnte.
Also man kann Ausbildung auch in Polen oder Deutschland stattfinden lassen, zumindestens die Basics.
dazu dürften sowohl der Marder als auch ein Leo 1 A5 nicht so weit technologisiert sein, das die Ukrainer damit nun gar nichts anfangen können, außerdem glauben auch viele "Experten" daran, das dieser Krieg noch Moante oder gar länger weitergehen kann, dann ist das alte (russische Gerät) der Osteuropäer eh irgendwann aufgebraucht, für das es sowieso nie wieder Ersatzteile geben wird, bei der momentanen politischen Lage, insoweit wären dann Nato Waffen, eine Vorbereitung auf diese Situation, wenn es denn noch wesentlich länger dauert.
Ich halte die Inst. inklusive Ersatzteile und Reperatur für ansruchsvoller, dazu kommt noch die Munition für den alten Leo 1 A5, die nicht mehr an Bäumen wächst.
 
Ich glaube wenn Putin es nicht schafft bis zum 09. Mai einen (Teil)sieg zu erzwingen, dann wird der Krieg sich noch lange hinziehen.
Aber es kann sein, dass er das Gewaltlevel noch deutlich erhöht und andere Städte extrem bombardieren lässt, ähnlich wie Mariupol. Deswegen braucht die Ukraine unbedingt Flugabwehrwaffen.
Und die ukrainische Armee darf sich im Osten nicht einkesseln lassen. Sonst werden sie hohe Verluste erleiden.
 
Hier noch ein sehr guter Artikel in Bezug auf den Marder.

Zitat:
Hans-Lothar Domröse ist als ehemaliger General des Heeres zweifellos ein Experte, mit Einsatzerfahrung im Bosnien-Herzegowina, im Kosovo und in Afghanistan. Er hat im Planungsstab des Verteidigungsministeriums gedient, auch im Kanzleramt. Er hat Erfahrung als Kommandeur einer Panzergrenadierbrigade. Domröse weiß, wovon er spricht.
Unterm Strich unterscheidet sich Domröses Botschaft von der Botschaft von Verteidigungsressort und Kanzleramt fundamental, sie lautet: Man kann Panzer liefern – wenn man denn will.

Nützlich wären die Marder allemal. Sie werden zwar in der Bundeswehr sukzessive durch ihr Nachfolgemodell, den Puma, ersetzt. Doch im Vergleich zu den BMP-Schützenpanzern aus sowjetischer Produktion, die die Ukraine bisher gegen die russische Übermacht einsetzt, besitzen sie viele Vorteile: Sie sind schneller, dank drei Rückwärtsgängen beweglicher, beschleunigen rascher, haben bessere Schutzvorrichtungen, sind mit einer Maschinenkanone und einer Nebelmittelwurfanlage ausgerüstet – und gehen nicht so leicht kaputt. In der Ukraine würden sie nun dringend gebraucht, da Putin nach Einschätzung zahlreicher Analysten am 9. Mai, dem Jahrestag des Triumphes im Großen Vaterländischen Krieg gegen Nazi-Deutschland, einen großen Sieg verkünden möchte.

Damit die Marder in der Ukraine tatsächlich zum Einsatz kommen können, fehlt eigentlich nur eins: der geschlossene politische Wille der Regierung.
 
Den Herr Domröse habe ich schon paarmal in (politischen) Talksendungen gesehen. Macht einen kompetenten Eindruck.
 
Den Herr Domröse habe ich schon paarmal in (politischen) Talksendungen gesehen. Macht einen kompetenten Eindruck.
Du kannst alleine schon die komplett verschiedenen Ansätze und auch Einschätzungen der aktuellen Lage oder besser gesagt den Streit und das Verhältnis/Einschätzung zu Russland sehen, wenn du dir auf der einen Seite Domröse und Egon Rams (ebenfalls ehemaliger General der Bundeswehr) und dem General Erich Vad, als ehemaliger Berater Merkels anschaust. Zwischen Domröse und Rams auf der einen Seite und Vad auf der anderen Seite liegen Welten und ich habe alle drei mehrmals in den letzten 5-6 Wochen im Fernsehen als Experten gesehen und auch Einschätzungen von allen in Zeitungen gelesen.
Das alle drei Herren fast gleichzeitig in der Bundeswehr dienten und Generäle dieser waren, kann man nur schwer glauben , wenn man sich ihre absolut diametralen Einschätzungen zur aktuellen militärischen Lage in der Ukraine, Entwicklung der Bundeswehr und Einschätzung von Russland/Putin anhört und sieht, plus natürlich die Einordnung von Waffenlieferungen.
Es spiegelt wahrscheinlich ganz gut auch den Riss in unserer deutschen Gesellschaft wieder, auch wenn im Moment nach Umfragen diese mehrheitlich, sich jetzt eher im Domröse/Rams Lager befinden, durch den Angriffskrieg in der Ukraine und das die Mehrheit schwere Waffenlieferungen an die Ukraine befürwortet, als auch die "Zeitenwende" bei der Bundeswehr und unserer Sicherheitspolitik.
 
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