Naja, erstmal muß noch genug Manpower da sein die das Material bedient. Zweitens wird vielleicht die Instandhaltung irgendwann nicht mehr finanziert werden können, wenn Russland der Geldhahn immer weiter zugedreht wird.
Die Instandhaltung wird in Rubeln bezahlt. Wie willst du den Hahn zudrehen?
Ist auch so.
In modernen Armeen kannst du von den reinen Zahlen problemlos 40% bis 75% der Truppe abziehen, die überwiegend bis hauptsächlich für Logistik und Unterstützungsaufgaben draufgehen (Transport / Nachschub, Wartung & Instandsetzung, elektronische Kriegsführung & Fernaufklärung, usw. usf.) nur etwa 1/4 bis eben 60% sind eigentlich wirklich regulär kämpfende Einheiten / Verbände.
Die gängige Angabe von 500000-600000 berücksichtigt das bereits. Aktives personal insgesamt hat die russische Armee über eine Million. Da der Schwerpunkt dabei auf dem Heer liegt, wo für gewöhnlich nicht 20 zu Hause werkeln, damit einer in den Einsatz fliegen kann, dürfte die Quote aus Kämpfern und Unterstützern auch näher an den 60:40 denn 25:75 liegen.
Was aber eben nichts über Fähigkeiten und Grad der Ausbildung aussagt, sondern nur über die Einordnung.
Sehe ich genau so.
DAS ist echt schwierig, in diesem Fall vorauszusehen.
Die Russen schießen ja nicht umsonst die Städte zusammen, weil sie in urbaner Umgebung ihre Masse an Großkampfgeräten gar nicht effektiv einsetzen können.
"Alles zu klump schießen" mag nicht sonderlich effizient sein und es ist garantiert mit keinem Menschenrechtsparagraphen der Welt vereinbar. Aber es ist effektiv.
Scheint so als wenn man nun auf russischer Seite verstärkt die eingelagerten, eben nicht modernisierten, Bestände aus den Garagen holen muss und das was man so über die Jahre bei der russischen Armee an Material modernisiert hatte zunehmend knapper wird.
"Muss" passt nicht zu den bislang insgesamt vermeldeten Zahlen (nicht mal, wenn man die der Ukraine 1:1 übernimmt). Aber sehr gut zu der Beobachtung, dass Putin die schlechteren Einheiten verheizt: Unerfahrene Soldaten in zweitklassigem Equipment, die "ins Manöver" geschickt wurden, um was zu lernen.
Stellt sich noch die Frage, ob es von Anfang an geplant war, sie als Kanonenfutter zu verheizen oder ob es nur eine weitere Folge der grundlegenden Fehler ist. Wenn man annimmt, im Norden mit offenen Armen von der Bevölkerung empfangen zu werden, macht es durchaus Sinn, viele schwächere Truppen zu schicken. Die würden nämlich nach kurzer Zeit nur noch Wachdienst schieben, um Untergrundaktivitäten zu begrenzen - da braucht man keine Frontlinienerfahrung und die Panzer müssen auch nur als kugelsicherer Rückzugsraum ausreichen.
Stattdessen kämpft man jetzt an vorderster Front gegen eine hochmotivierte Armee mit frischen, westlichen Waffen, die eigentlich in viel kleinerer Zahl hätte existieren und schon am ersten Tag von den wenigen guten Einheiten in der ersten Welle hätte vernichtet werden sollen.
Das mit dem Gas hat sich am Mittwoch denke ich sowieso erledigt - dann wird der EU die Entscheidung abgenommen.
Putin will Rubel, die G7 wollen das nicht und beharren auf "Vertragsbruch" (woher auch immer die Auffassung kommen möge dass im Krieg irgendwer sich um Verträge oder juristischen Kram scheren würde).
Putin ist nicht im Krieg mit der EU und hat tierische Angst davor, dass ihn selbige angreifen könnte. Von daher rechne ich damit, dass am Mittwoch gar nichts passiert:
Nur weil Rechnungen nicht bezahlt werden, hört das Gas nicht von alleine auf zu fließen. Da liegen noch andere Entscheidungen dazwischen. Und Putin weiß genau, dass eine Ende der Gaslieferungen ihm kurzfristig genauso wenig bringt, wie ein Ende der Gasbezahlungen kurzfristig der Ukraine helfen würde. Unsere Speicher sind voll genug, um bis weiter über das Ende der Heizperiode hinaus durchzuhalten, andere Lieferanten fahren hoch, die Kohlekraftwerke sind noch einsatzbereit. Es ist alles andere als prall, ohne russisches Gas dazustehen, aber bis zum Herbst ist es ohne größere Probleme machbar.
Und wenn noch weitere 6 Monate Eskaltion folgen, dann ist nicht fließendes Gas sowie beiden Seiten ziemlich egal.
Ich denke das trifft auch noch auf eine Menge andere industrieller Halbprodukte und vor alen dingen digitaler (Halbleiter) Güter zu, deshalb sind die Russen auch so wild auf chinesische Hilfe, ohne die Chinesen wird ihr militärisch industrieller Komplex wirklich bald gänzlich still stehen.
Die Produktion der neuesten Technik wäre stellenweise nicht mehr möglich, was nicht zu den bisherigen Rüstungsplänen passt. Aber das heißt nicht, dass man die gesamte Industrie längere Zeit anhält. Gegen die Ukraine braucht es nur bedingt Klasse, da kann man notfalls auch gemäß alter Baupläne auf Masse setzen.