Die Vermutung ist ja schon lange da. Wozu sonst sollte man sich die Truppen an der Grenze bereithalten?
Vielleicht ... weil da Krieg ist?
Ich glaube zwar auch, dass Lukaschenkos Truppen schon längst aktiv eingebunden sind, aber wenn die bloße Positionierung an Grenzen dafür ein Beleg wäre, was machen dann Polen und Litauen

?
Am Ende ist es bei Sanktionen genauso wie mit Nordkorea oder dem Irak unter Saddam, Machthaber und Elite finden immer irgend einen weg an die Luxusgüter zu kommen die ihnen irgendwelche Sanktionen eigentlich verwehren sollen, treffen tun selbige im Endeffekt i.d.R. vor allen das gemeine Volk und solange man das auf irgend eine Art unter Kontrolle halten kann, wenn interessieren da im autokratischen System die Sanktionen...
Die Beispiele kannst du nicht so einfach in einen Topf tun. Saddam wurde durch die Sanktionen massiv eingeschränkt und auch wenn es ihm als Privatmann immer noch relativ gut ging, war das ein heftiges politisches, militärisches und wirtschaftliches Problem. Die Kims dagegen dürften sich, ähnlich Castro & Nachfolger, ins Fäustchen lachen: Wieso sollte man sein isoliertes Volk selbst davon abhalten, wirtschaftlich mit dem Rest der Welt zu interagieren und sich damit auch noch Ärger einhandeln, wenn der Rest der Welt einem die Arbeit abnimmt und damit sogar die eigenen Märchen belegt? Lukaschenko wiederum sind weitere Sanktionen des Westens praktisch egal, weil er ohnehin schon so stark isoliert ist, dass auf dieser Basis keinen Fortschritt mehr aufbauen kann und umgekehrt in um so größerem Maße an Putins Tropf hängt. Den zu verlieren wiederum wäre katastrophal für ihn.
(Nicht dass es diesen Zwangsmechanismus überhaupt bräuchte. Lukaschenko ist absoluter Fan und hat schon mehrfach öffentlich einen Anschluss ans Reich angestrebt, es ist Putin der ihn nicht reinlässt)
So schwer es auch sein mag das Leid der Zivilisten in Mariupol sehen zu müssen, aber je länger man von ukrainischer Seite die Stadt gehalten / verteidigt bekommt umso besser und aktuell um so belastender für die russische Armee.
Angeboten wurden nur die militärische Kapitulation, nicht der Abzug der Zivilsten. Da auch Russland in der zerstörten Stadt keine Versorgung mehr gewährleisten kann, hätte denen also die Deportation gedroht. Bilanz somit:
- Waffen zurückgelassen
- strategische Schlüsselposition aufgegeben
- Putin Geiseln übergeben
- die eigenen Angehörige möglicherweise auf Jahrzehnte nicht wiedergesehen
Mit einem vertrauenswürdigen Gegenüber wäre eine Kapitulation zur Vermeidung ziviler Opfer überhaupt keine Frage gewesen. Aber es gibt eben kein vertrauenswürdiges Gegenüber, sonst hätten man den Zivilisten ja auch schon längst die Flucht ermöglicht.
Ich verstehe vom Prinzip her nicht, warum die Ukrainer denn nicht die Zivilbevölkerung rechtzeitig evakuieren,
bevor die Hauptkampfhandlungen um eine Stadt beginnen.
Gut, man bekommt nie alle raus, aber z. b. Mariupol war ja schon 1 Woche nach Beginn der Kampfhandlungen klar, dass die Stadt ein Ziel der Russen sein wird.
Da hätte ich doch zumindest einen größeren Teil schon vorab herausgeholt.
Ging doch nicht. Nach einer Woche war die Region Mariupol schon auf weniger als zwei Artilleriereichweiten eingekreist, von Hubschraubern ganz zu schweigen. Man hat die ganze Zeit über versucht, Evakuierungskorridore mit den Russen auszuhandeln, aber die haben das verweigert und die Versuche, innerhalb der russischen Reichweite trotzdem klar als solche gekennzeichnte Zivilisten aus der Stadt zu schaffen, wären beinahe in einem Massaker geändert (es nicht zu versuchen jetzt auch

)
Wenn dann hätte man es innerhalb der ersten Woche schaffen müssen, aber ganz ehrlich: Eine Halbmillionenstadt würden wir nicht einmal mit einem Monat Vorlauf über die Entfernung bis in die Westukraine evakuiert bekommen. Und die Ukrainer hatten noch einiges anderes in der Zeit zu tun. Die beschränkten Kapazitäten wurden zu Anfang eher auf Kiev konzentriert - näher am Westen und näher an der russischen Armee. Also dringender und lohnender. Als man Mariupol denken konnte, war es schon zu spät, denn Putin hatte von Anfang an dran gedacht.
Berechtigter wäre die Frage bei Odessa. Aber da ist auch viel Hoffnung und Trotz ins Spiel - solange die Leute noch nicht glauben, gehen zu müssen oder schlicht nicht wollen, solange ist eine Evakuierung ziemlich aufwendig. Da gilt dann auch wieder "wir sind im Krieg, wir machen erstmal das, was schnell und mit Wirkung gemacht werden kann"
Man könnte jetzt auch zynisch sein und vermuten, dass die ukrainische Regierung extra die Zivilbevölkerung in den Städten gelassen hat. Und ihre Soldaten bewußt in die Nähe von Zivilgebäuden in Stellung bringt um sie als Schutzschilde zu mißbrauchen. Ähnlich wie es im Irak und Gaza praktiziert wurde. Die Russen behaupten das ja die ganze Zeit schon. Aber ich glaube nicht das die ukrainische Regierung so unmenschlich ist.
Bei Guerilliataktiken in Städten hast du nie eine klare Trennung. Wie auch? Da war alles zivil, jetzt kommt Militär und Miliz rein. Da steht die natürlich in der Nähe von "zivil".
Aber sie steht halt DA und das größenteils mit Handwaffen, maximal einem Panzer. Die Russen stehen im Moment mehrere Kilometer vor den Orten, weit außer Reich- und teils sogar außer Sichtweite und Bolzen einfach mit Artillerie drauf. Das kann gar kein direkter Kampf sein und schon gar nicht in dem Umfang, weil soviel Militär hat die Ukraine gar nicht. Das ist einfach nur systematsische Zerstörung von Infrastruktur. Putin hat eingesehen, dass er nicht bekommt, was er will - jetzt sorgt er dafür, dass es auch niemand anders kriegt.
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Wenn die ganzen Reservisten mobilisiert würden, dann wären sie doch in der Überzahl und müssten auch Land zurückgewinnen können.
Um Land gegen Russland zu gewinnen, muss russisches Großgerät ausgeschaltet werden. Das klappt mit leichten Infanteriewaffen nur da, wo der Gegner sich blöd anstellt und auch wenn die Russen das erstaunlich oft machen: Noch sind Panzer, Artillerie und vor allem Luftwaffe in viel zu großer Zahl im Einsatz. Der Vormarsch wurde zwar stark verlangsamt, aber nie gestoppt.
Da ist ein unguter ethnischer Konfliktherd, der augenscheinlich selbst zur Sowjetzeit schon geschwelt hat.
Der Grundkonflikt geht auf zaristische Seiten zurück, massiv angeheizt und verstetigt wurde er von Stalin. Völkermord vergeben Völker halt nicht so schnell. Zu späteren Sowjetzeiten wurde dann in gewohnt-autokratischer Manier mit Ansiedlungsprogrammen gegensteuert, mit dem ebenso gewohnten Ergebnis...
Ich habe auch nicht in Abrede gestellt das er bei anderen Dingen evt. sinnvolle Sachen gesagt und geschrieben hat, aber das, tut mir ja leid, das ist einfach nur richtg saublöd.
Der "gute Idee"-Teil ist blöd, ja. Aber das "man weiß es nicht" würde ich unterschreiben - wohlgemerkt in beide Richtungen. NATO-Truppen ohne UN-Beschluss ins Kriegsgeschehen zu verwickeln wäre ein Risiko mit ungewissem, nicht mit garantiert schlechtem Ausgang. Deswegen sollte das meiner Meinung auch nicht tun, aber was imho ein Fehler war:
Genau das mehrfach und mit absoluter Sicherheit bekannt zu geben. Genau das Gegenteil hätte der Ukraine sehr helfen können: Massiv NATO-Truppen an der Grenze von Russland "zur eigenen Sicherheit" und zu "Manövern" aufziehen lassen und auf etwaige Bedenken Russland mit den gleichen Sätze antworten, die solange gegenüber der Ukraine gebraucht wurden.
Ich hab das irc schon Mitte Februar gesagt: Putin hat (nach eigenem Bekunden) tierisch Schiss vor der NATO und das muss man ausnutzen. Man muss zwar tierisch aufpassen, dass während der offensichtlichen Vorbereitung eines Eingriffs nie eine Situation entsteht, die mit dem Start desselbigen verwechselt werden kann und das zu jedem Zeitpunkt das Kräfteverhältnis zuungunsten Russlands ausfällt. Jede russische Einheit, die mit Verteidigungsvorbereitungen beschäftigt ist, ist eine Einheit, die nicht in der Ukraine kämpfen kann. Und das Putin gegen eine Übermacht angreift, ist extrem unwahrscheinlich - er würde nur auf einen Angriff mit aller Härte reagieren, aber wenn der nie kommt, hat man eine 1A Armee in being.
Mariupol ist '"normal" für einen konventionellen Krieg.
Nö. Mariupol ist ein Kriegsverbrechen.
Und hier wird gleich daraus gemacht, dass er ja gleich danach Polen, dann Berlin und dann die ganze Welt erobert...das entbehrt jeglicher Logik.
Zur Erinnerung: Putins Forderung/Ziel war ausdrücklich den Rückzug der NATO auf Stützpunkte vor 1997, also vor dem Beitritt Polens. Und es braucht nun wirklich keine "Logik" um zu schlussfolgern, was Polen und dem Baltikum droht, wenn sie sich dieser Fremredierung nicht unterwerfen, denn das wird in der Ukraine gerade vorgeführt, die ebenfalls die Frechheit hatte, nicht die Forderungen des Zaren umzusetzen.
Er wird durch so einen brandgefährlichen Schwachsinn aus Brüssel noch mehr provoziert. Für alle die es noch nicht verstanden haben: Der ist aktuell außer Kontrolle und steht vor der Wand. Den noch mehr in die Ecke zu drängen macht es nur noch schlimmer. Umso weniger der zu verlieren hat, umso eher kommen die Atombomben.
Das Risiko ist nicht gleich null, aber was ist denn die Alternative? Man hat ihm ein Jahrzehnt lang die Hand hingehalten und das Ergebnis davon muss die Ukraine ausbaden. Putin kennt keine Grenzen, keinen Anstand, keine Regeln. Er weiß nur, was er will. (bislang ganz Osteuropa) und entweder er kriegt was er will, oder jemand stoppt ihn. Das wars, weitere Optionen existieren nicht.
Die für uns günstigste Möglichkeit, ihn zu stoppen, ist die Ukrainer die Drecksarbeit machen zu lassen.