okay, einen zum nachschieben hab ich noch. think about it:
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Kommt nur mir das inkompetent vor?
"Der Einsatz von Kamikaze-Drohnen wurde eingestellt, weil zu viele verloren gingen"?
Das hat wohl jemand seinen Morgenkaffee nicht getrunken, weil er Bedenken wegen Koffein hat.
Zum Beispiel zuerst einmal überhaupt einen Durchbruch der Front zu erzielen und diese nicht nur vor sich her zu verschieben, dann natürlich auch ausreichend mechanisierte Kräfte bereit zu haben, die halt schnell genug hinterherstoßen können und möglichst die Gewissheit, das nicht irgendwo im Hinterland noch größere russische Reserven vorhanden sind, die schnell genug herrangeführt werden können und so die Flanken des Vorstoßes bedrohen könnten, als auch in der Lage zu sein logistisch den Nachschub während der Vorwärtsbewegung ausreichend schnell nach vorne bringen zu können.
Entsprechend, logischerweise, mangels genauen Einblicken und Daten der ukrainischen Seite dahingehend, kann ich das auch nicht beantworten und wird man die kommenden Tage sehen müssen, ob, sowie wie schnell und weit die Ukraine das nehmen von Lyman weiter für weitere Vorstöße ausnutzen wird und kann.
Frage ist auch, welche Vorteile die Ukraine von einem schnellen Vormarsch haben sollte? Es gibt bis zu den Dnjepr-Brücken eigentlich keine über die Region hinaus bedeutende, strategisch wichtige Ziele und die können sie definitiv nicht mal eben so einnehmen. Wohl aber schon länger unter Feuer nehmen, um die Russen bei der Rettung von Material zu behindern. Also warum nicht langsam und vorsichtig vorrücken? Das hier ist kein Blitzkrieg und es gibt kein Oberkommando hinter dem nächsten Hügel, nach dessen Einnahme der Gegner unter Einsparung weiterer Kampfhandlungen kapituliert.
Solange die russischen Einheiten zur Bewegung gezwungen sind und sich nicht erneut eingraben können, spielt die Zeit eher für die Ukrainer. Man muss nicht mit aller Gewalt dahin vorpreschen, wo man näher an den östlichen russischen Batallionen und den besser aus Russand versorgten Gebieten ist. Die russische Armee vor der eigenen Haustür zu dezimieren ist viel bequemer und Landgewinne erst dann wirklich was wert, wenn sie auch ohne zusätzlichen Aufwand von Dauer sind.
Im Wunderpanzer mit 300km/h Spitzengeschwindigkeit.
Der ist so schnell, die fahren damit direkt bis nach Ungarn durch, springen raus und sagen: "Asyl"!
Die Taz hatte da diese Woche eine schöne Karikatur. General an Putin: "Melde: Mobilisierung übererfüllt! 300000 Rekruten sind direkt ins Feindesland!"
Ich bin mir da auch inzwischen nicht mehr völlig sicher, was wir zuerst sehen werden.
Also entweder Russland schafft es, mit absolut drakonischer Härte / Knüppeltaktik doch noch irgendwie soviel Kanonenfutter zusammengekratzt zu bekommen, um dieses dann über den Winter, für den "Endsieg", veheizen zu können und dann 2023 mit runtergelassenen Hosen in der Ukraine dazustehen, oder es meutern ihm vorher schon die Soldaten und an der Front bleibt, neben Putins runtergelassener Hose, nur noch zurückgelassenes Gerät, ohne Personal, zurück.
Organisierten Aufstand halte ich eher für unwahrscheinlich. Bislang gibt es noch einiges an Kriegsbegeisterung in Russland und einer mit Knüppel bzw. Pistole reicht, damit 10 andere vor ihm ihr Überleben an der Front suchen. Zudem hat Putin über die letzten 20 Jahre zivile Organisationen, die ihm nicht treu ergeben waren, weitestgehend ausgelöscht. Selbst wenn eine große Mehrheit der Soldaten bereit wäre, den Kampf einzustellen, ist es also noch ein langer Weg, bis die zu dem Thema untereinander vernetzt sind und von ihren gemeinsamen Interesse wissen. Einen Matrosenaufstand wird es so schnell nicht geben, eher hoffe ich auf politische Destabilisierung in Russland selbst.
Aber zwischen einer meuternden Armee und einer wirksam kämpfenden gibt es ja noch Zwischenschritte. Dem Klischee nach waren Arbeitsvermeidung, Schönfärberei und Selbstschutz im System Putin schon bisher weit verbreitet. Da kehrt der Aufklärungstrupp halt 1-2 km in sicherer Entfernung vom beauftragten Ziel ein paar Stunden ab, ehe er zurückkehrt und eine Meldung erstattet, mit der andere erst gar keinen Angriff planen/befehlen können. Und der Panzer tritt den Rückzug nicht erst an (wenn kein Graben im Weg ist), wenn er einer Übermacht gegenüber steht, sondern sobald er Feuer aus mehr als einer Richtung oder von zu großem Kaliber bemerkt. Und so ein Jagdbomber, der muss natürlich Angriffe anfliegen. Aber auch in einer riskanten Höhe, aus der er seine Ziele lange genug sehen und sauber anvisieren kann? In einem Szenario, in dem der Oberbefehlshaber den Bezug zur Realität verloren hat, ist es für tiefere Schichten möglich, nur 50-80% zu geben und das mit Situationen zu begründen, von denen die anderen 50-80%ler mangels Eigenaktivität gar nicht wissen, dass es hätte erfolgreicher laufen können.
Es hat sich im bisherigen Kriegsverlauf ja auch schon mehrfach gezeigt, dass die russische Armee lieber etwas länger Dauerfeuer gibt, als eine geschaffene Lücke schnell für dynamische und aus ukrainischer Sicht hochgefährliche Manöver zu nutzen, dass Großgerät gerne mal in eigentlich-noch-wehrfähigem Zustand zurückgelassen wird, etc.. Das kann man nicht nur mit schlechter Ausbildung erklären, sondern auch mit mangelnder Bereitschaft, dass (Bisschen) Gelernte überhaupt zu nutzen.