Die Atombombenabwürfe waren schlicht eine kühl kalkulierte und geplanete Machtdemonstration und nichts anderes!
Denke, es war eine Mischung aus den schon zuvor genannten Gründen:
-Vermeidung von Verlusten bei den eigenen Bodentruppen.
-Immense Kosten eines konventionellen Bodenkrieges auf den Hauptinseln Japans.
(Ich hatte an einer Stelle gelesen, dass die USA ca. 2x so hohe Kosten erwarteten, wie bei der Befreiung Europas)
und
-Mit Gen. D. McArthur als Chief of the Army im Pazifikraum ein Befürworter der Atombombe.
und
-die von Dir genannte Machtdemostration gegenüber der UdSSR.
Man wusste dabei auch von US-Seite nur zu gut und genau was diese Bomben für vergleichsweise verherrende Todeszahlen verursachen würden, vor allen wenn man sie ohne jegliche Vorwarnung über dicht bevölkerten Großstädten abwerfen würde, schließlich hatte man sie vorher ja durchaus getestet und war die Zerstörungskraft im Equivalent zu TNT, bzw. konventionellen Bomben, durchaus klar, von denen es auch schon zuvor heftige Explosionen / Zerstörungen gab, die in die Nähe der ersten Atombomben gekommen sind (z.B. die Halifax-Explosion 1917).
Da bin ich mir nicht so sicher.
Man wusste um die direkte Zerstörungskraft.
Soweit ich gelesen habe, wurde über Hiroshima bewußt eine etwas schwächere Waffe (13 kT) als die von Los Alamos (21 kT) eingesetzt. Nachdem die erwartete sofortige Kapitulation ausblieb, warf man die etwas stärkere (20 kT) über Nagasaki ab.
Die atomaren Spätfolgen wurden mit Sicherheit unterschätzt, stellte man ja erst im Laufe der 1950gern diese Spätfolgen fest.
Man erinnere sich an die Bilder oberirischer Tests in Nevada, bei denen nach nur wenige Stunden nach der Detonation ganze Kompanien an US-Infanterie zur Stelle geführt wurden.
de.wikipedia.org
1. November 1951 beachten (!)
Wäre es anders gewesen hätte man nicht vorher bereits von US-Seite erwogen '45 die Bomben noch über Deutschen Städten abzuwerfen, obwohl dort noch viel mehr klar war das Deutschland geschlagen war, dieser Krieg da nicht mehr lange gehen würde und die Opferzahlen unter den Soldaten nicht mehr so signifikant steigen würden.
Hätte Nazideutschland noch ein paar Monate länger ausgehalten, wären die ersten Bomben über Deutschland gezündet worden, dafür gibt es historische Belege.
Mit den Erkenntnissen aus heutiger Perspektive wäre es m. M. wohl kaum zum Einsatz gekommen.
Die Zeiten waren aber andere und der Zugang zur Atomkraft im weitesten Sinne auch.
War es gerechtfertigt?
Schwierig zu beantworten.
Tote gegenseitig aufzurechnen ist immer so eine Sache.
Immerhin haben auch die Japaner in ganz Ostasien und speziell China als Massenmörder ganze Landstriche entvölkert.
Ob darauf dann die "korrekte" Antwort ist, hundertausendfach japanische Zivilisten zu töten?
Ich bezweifle es...
Egal, wie man es nennt, Tragödie, schnelles Kriegsende, Massenmord, Kriegsverbrechen...
Die Menschheit hat an diesen zwei Tagen sehr bitter lernen müssen, dass es die Büchse der Pandora tatsächlich gibt.