Es gibt auch keinen Zweifel daran, dass Russland unterstützt. Aber mit bloßer Duldung, das erscheint mir sehr diplomatisch ausgedrückt. Denn russische Soldaten, die in der Ostukraine fallen, sind mehr als bloße Duldung:
Ostukraine: Russische Soldaten kämpfen an der Seite der Separatisten - SPIEGEL ONLINE
Im Interesse einer objektiven Diskussion habe ich mal eine möglichst Spekulations-freie Formulierung gewählt (auch wenn ich mich mit diesem Interesse in einer Minderheit wähne

). Fakt ist nun einmal, dass es bislang keine gesicherten Quellen gibt, die ein Unterscheidung zwischen in die Ukraine abkommandierten russischen Soldaten und auf eigene Faust in der Ukraine opperierenden russischen Soldaten ermöglicht.
Aber man kann auch in letzterem Fall schon einmal die Duldung und indirekte Unterstützung festhalten, denn eigentlich müsste ein Soldat, der in seinem Urlaub für eine fremde Nation in den Krieg zieht, wegen Landesverrat vors Militärgericht. Das geschieht in Russland eindeutig nicht. Ebensowenig wie es Grenzkontrollen gegen die Einwanderung von Paramilitärs gibt (k.A., ob es in Russland auch illegal ist, mit Kriegswaffen durchs Land zu ziehen - hier müsste die Polizei direkt aktiv werden) und schon gar nicht gegen Waffen- und Munitionstransporte.
Aber als es zum Einsatz kam, will man so etwas noch nie gesehen haben. Und ich glaube den Separatisten auch ihre fehlende Kompetenz. Es war eine Ausbildung nötig, um dieses System zu bedienen. Wer hat die Einweisung gegeben? Die Ukrainer? Wohl kaum.
Die Separatisten sind Ukrainer und es sind auch Mitglieder der ukrainischen Armee darunter. Nicht so viele, dass man damit ihre derzeitige Kampfstärke erklären kann, aber mehr als genug, um einen einzelnen Raketenwerfer zu bemannen. In Anbetracht der ziemlich dilletantischen Nachverwertung (erst war mans selbst, dann doch nicht, selbst Russland hat mehrere Tage gebraucht, um sich etwas zurecht zu reimen - und dann passte das nur bedingt zu dem, was von ukrainischen Streitkräften bekannt war,...) halte ich persönlich die Theorie des fehl-identifizierten Zieles noch für am Wahrscheinlichsten, eine erfolgreiche Propaganda-Aktion sähe anders aus.
Auf der Krim befindet sich in Sevastopol der Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte und somit der Garant für den russischen hegemonialanspruch in der gesamten Sphäre.
Einen Satz, den man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte...
Jetzt wirds lustig, weil genau das Völkerrecht besagt doch eben das die Abspaltung in Ordnung ist. Die Bevölkerrung der Krim hat sich ja dafür entschieden, das wurde ja nicht gegen ihren Willen gemacht.
Die Bevölkerung der Krim wurde nicht einmal gefragt. Die Entscheidung wurde vom Krim-Parlament getroffen, dass dazu überhaupt nicht befugt war und bei den letzten regulären Wahlen gab es nicht einmal für eine Orientierung in Richtung Russland eine Mehrheit, geschweige denn für den sofortigen Anschluss. Eine Volksabstimmung im Sinne des Völkerrechts hat es nicht gegeben. Der erste und bislang einzige Wahlvorgang fand -wortwörtlich- mit vorgehaltener Pistole statt und beschränkte sich auf die Unabhängigkeit (zu der die Krim weder infrastrukturell noch wirtschaftlich fähig ist) oder den Anschluss an Russland. Letzterer ist damit in keiner Weise demokratisch legitimiert, sondern geht auf die Entscheidung eines kleinen Personenkreises und den anschließenden Einsatz der russischen Armee zurück.
Steht aber das Völkerrecht über dem staatlichen Recht?
Ja. Per Definition.
Was ist mit der Isis? Dürfen die also auch einfach so einen Staat gründen?
Was ist mit den Kurden?
Völkerrechtlich: Ja. Allerdings ist das Völkerrecht nicht alzu präzise ausformuliert, so dass Art und Weise nicht ganz klar sind.
Die meisten würden aber vermutlich eine saubere demokratische Abstimmung (also genau das, was es auf der Krim nicht gab) vorraussetzen, die mit einer hohen Mehrheit für die Selbstständigkeit stimmt. Zumindest der IS wird das wohl nicht hinbekommen und eignet sich für seinen Staat lieber fremdes Territorium ein...
Nein, es ist nicht korrekt das als Putsch zu bezeichnen, sondern einfach falsch. Eine verfassungsgemäße Absetzung des Präsidenten durch Staatsorgane, die durch die Ausschreitungen nicht ordnungsgemäß beendet werden konnte, entspricht nicht der Definition eines Putsches.
Die Absetzung wurde seitens des Parlamentes beendet und eben genau das ist einer der beiden fragwürdigen Punkte: Sie haben die eigentlich vorrangehenden Schritte übersprungen.
Einen "Putsch" ergibt das trotzdem nicht, aber einigen Leuten hier ist eher an martialischer Wortwahl gelegen, denn an sachlicher Ausdruckweise
Du hast dich mit dem Thema Southstream offensichtlich nicht beschäftigt, sondern das Thema wieder nur in deine ideologische Weltsicht gepresst.
Die einzigen die einen wirklichen Schaden vom Stopp haben sind die Russen, und die beteiligten Unternehmen. Außerdem scheint dir nicht bewusst zu sein, das die EU den Bauprozess in den letzten Jahren immer wieder verzögert hat, was u.a. mit dem Umgang der Russen mit dem Gashahn geschuldet sein dürfte. Zudem liegt das Projekt schon seit Monaten still, das Sofia die Erteilung von Baugenehmigungen (auf Druck der EU) verschleppt hat.
"verzögert" ist gut. Nabucco ist tot, nicht zuletzt aufgrund des Umganges Russlands mit der Ukraine. Und ohne Nabucco wäre Southstream eine schweine teure Pipeline für... ...die Belieferung Griechenlands?
Russland war solange ein zuverlässiger Partner, bis die USA meinten, die EU müsse Sanktionen gegen Russland verhängen.
Die Suche nach alternativen Gaslieferanten begann in der EU lange vor der aktuellen Krise, spätestens nach dem letzten Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine. Man kann sich einfach nicht von jemandem abhängig machen, der seine Rohstoffe als Druckmittel einsetzt und dabei nicht einmal Rücksicht auf Dritte nimmt.
Ich höre von dir keinen Kritik daran, dass der Westen samt USA den gewaltsamen Umsturz des gewählten Präsidenten gutheißt.
Nur noch mal zur Erinnerung:
Es gab keinen gewaltsamen Umsturz, den man hätte gut heißen können. Es gab eine Parlamentstabstimmung
Da die Absetzung Janukowitsch nachweislich illegal, weil Verfassungswidrig, war, wäre seine Wiedereinsetzung die einzige logische Konsequenz gewesen.
Stimmt wohl. Dummerweise befindet sich Janukowitsch auf der Flucht vor zahlreichen Korruptionsprozessen. Selbst wenn er sich der ukrainischen Rechtssprechung stellen dürfte, wäre davon auszugehen, dass er aufgrund seiner Verurteilungen unmittelbar nach der Wiedereinsetzung zurücktreten und das Parlament eine Übergangsregierung bis zu Neuwahlen einsetzen müsste.
Was, mit Verlaub, genau der Ablauf ist, den die Ukraine gerade schon vollzogen hat.
Du kannst es weiter drehen und wenden wie du willst, der Mann wurde nach der gültigen Verfassung seines Landes nicht rechtmäßig seines Amtes enthoben. Ergo war seine Amtsenthebung verfassungswidrig und illegal und die weiteren Vorkommnisse (Übergangsregierung, Neuwahl) waren es ebenso.
Bis auf weiteres liegt noch nicht einmal eine Klage gegen die angeblich verfassungswidrigen Aktionen vor, geschweige denn ein Urteil eines zuständigen Gerichtes. Und solange das sich nicht änderst, sind alle Schlussfolgerungen, die sich eine Verfassungsverletzung hindrehen, erst mal nichts anderes als Meinungen.
Und selbst wenn irgendwann ein derartiges Urteil ergehen sollte (bislang scheint niemand, zumindest kein Ukrainer, auch nur eine Klage erheben zu wollen), ist eine Wahl immer noch eine Wahl und nichts illegales. In aller Regel werden die Ergebnisse von unberechtigter Weise vorgezogenen Neuwahlen noch nicht einmal für ungültig erklärt. Wieso auch? Sie sind ein legitimer (und in diesem Fall der aktuellste) Nachweis des Volkswillens. Der einzige Schaden durch die ggf. mangelhaft begründete verfrühte Durchführung wäre der Wahlaufwand selbst.
moderative Angelgenheiten
Bei den hier anwesenden Stammgästen des Forums wird angenommen, dass sie sehr wohl wissen, dass Energiewende/-versorgung/-politik ein Thema für mindestens zwei weitere Threads ist, dass man erst gar nicht Offtopic-Anzusprechen braucht. Es sei denn, man will mutwillig eine Diskussion entgleisen lassen.
"Der Begriff Direct Downloads (DDL) kennzeichnet Links für das direkte Herunterladen (Download) von Dateien (im Gegensatz zum Filesharing) und wird häufig auf Warez-Seiten verwendet." Direct Downloads – Wikipedia
Eine PDF-Datei ist kein Direkt Download Link! Es wurde nichts auf deinem PC gedownloadet!
Ich hoffe, du kannst auf Unterstellungen solcher Art in Zukunft verzichten!
Zur Info: Eine PDF-Datei ist eine PDF-Datei!
http://de.wikipedia.org/wiki/Portable_Document_Format
In der Tat. Eine .pdf ist eine Datei. Und um eine Datei öffnen zu können, muss sie heruntergeladen werden. Wenn man einen Link auf eine .pdf setzt/nutzt, passiert genau das. Sein Hinweis war somit vollkommen berechtigt.
Unabhängig hiervon möchte ich noch festhalten, dass es etwas mit Respekt gegenüber seiner Diskussionspartner bzw. Diskussionskultur im allgemeinen zu tun hat, dass man eigene Argumente vorträgt und nur die zu grunde liegenden Fakten zielgenau verlinkt. Ein pauschaler Link zu einem größeren Dokument ist einfach nur unhöflich und zeugt von wenig Diskussionsinteresse, vollkommen unabhängig davon, ob es der Link auf eine .html-Seite oder ein deeplink auf ein .pdf ist.