Wir haben jetzt schon mehr als 80 Milliarden Ausgaben für die Bundeswehr. Frankreich hat etwas über 50 Milliarden Euro jährlich an Militärausgaben, und ist eine Atommacht.
Das deutsche Verteidigungsbudget 2024 betrug ca. 52 Mrd € zzgl. 20 Mrd € Sondervermögen.
Damit auf dem Niveau Frankreichs (ca. 47 Mrd € 2024).
Die Ungleichheit liegt aber in anderen Punkten:
Der Geldeinsatz für die BW erscheint aus diversen Gründen (u.a. nachteilige privatwirtschaftliche Lenkung in D) ggü. z.B. den französischen Ausgaben als eher ineffektiv.
Weiterhin hat die Armee in F einen ganz anderen Stellenwert in der Gesellschaft / im nationalen Selbstverständnis als in D, aber auch deutlich mehr Einsatzerfahrungen. Alles weitere führt hier aber zu weit.
Niemand in Frankreich behauptet, dass die eigene Armee nicht mehr einsatzfähig ist.
Ebenso wie die BW , wurde auch die franz. Armee in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten verkleinert und besitzt hinsichtlich Ausstattung und Reserven auch wenig "Tiefe" und damit wenig Durchhaltevermögen für einen größeren Konflikt. Wenig besser als D zu sein, ist eben auch noch schlecht!
Und mit viel mehr Geld geht bei uns gar nichts, merkwürdig.....
"Geht gar nichts" ist nicht richtig, aber wir könnten -bei beispielsweise gleichem Kapitaleinsatz- deutlich besser aufgestellt sein, das ist wahr und dringend anzugehen.
Aber immer weniger eigenen Kindern fällt in der Schule der Putz auf den Kopf, Brücken stürzen ein, oder werden gesperrt, Richter sind seit Jahren überlastet, Krankenhäuser, Krankenwagen, Polizisten, alte Menschen sammeln zunehmend Pfandflaschen, die Warteschlangen an den Tafeln werden immer länger, u.s.w.
Hauptsache, wir ballern mehr Geld in Rüstung und Bomben.....
Eigenes Thema, aber ich sehe hier kein entweder oder.
Mit anderen Worten: Sowohl die dir angesprochenen Probleme als auch die dringend notwendige Ertüchtigung der BW können gestemmt werden, wenn man denn will.
Man sollte sich mMn vielmehr davor hüten, soziale Problemstellung gegen Themen der nationalen Sicherheit auszuspielen.
Das ist nichts weiter als pure Polemik und bringt niemanden weiter.
Auch wenn es scheinbar nicht deine Meinung ist, aber: Eine starke (möglichst kollektive) und glaubwürdige Verteidigung ist immer noch die beste Investition in Sicherheit.
Nicht verteidigungsfähig und vor allem -willens zu sein kann keine Option sein, wenn man potentiellen Bedrohungen ausgesetzt ist.
Merke: Ein heißer Konflikt ist immer teurer!
Leider sind wir vor dem Ukrainekrieg zu naiv gewesen, seit dem Ukrainekrieg allerdings zu unentschlossen und inkonsequent.
Ich sehe nirgends eine Zeitenwende. Ganz im Gegenteil, während wir nur reden und nichts angehen, verschlafen wir unterm Strich weiter wichtige Zeit, BW und Rüstung auf das erforderliche Niveau zu bringen, um der Rolle gerecht zu werden, die D in Europa haben sollte, bzw. haben muss.
Das ärgerliche ist dabei auch, dass wir unheimlich gute Waffensysteme "Made in Germany" haben, wir aber nicht in gebotenem Unfang darauf zurückgreifen und die BW ordentlich ausstatten.
Beispiel: 18 bestellte Leo 2A8 ... da muss eine '0' dahinter!
Der "Deutsche" kann scheinbar nicht (mehr?) strategisch und insbesondere nicht legislaturübergreifend denken und handeln.
Vorläufiges "Ende vom Lied": USA versucht genau deshalb nun ohne das bräsige und schwache Europa einen "Deal" mit Russland zu machen.
Hier gäbe es, wenn überhaupt, nun nur noch ein kleines Fenster, zusammen mit der Ukraine, die Eier wiederzufinden und sich aktiv mit einzubringen. z.B. indem man der Ukraine glaubhaft und konkret erforderliche Militärhilfe angedeihen lässt, um die Wichtigkeit der USA in diesem Thema nachhaltig zurückzufahren.
Sicherlich werden wir nicht jede spezifische militärische Fähigkeit der USA adäquat ersetzen können, aber die Möglichkeiten, dies innerhalb der kommenden 2-3 Jahre aufzubauen sind definitv vorhanden.
Wirtschaftlich und technologisch kann Europa das (F, D, PL, GB, I, SE).
Wenn Trump jetzt tatsächlich gemeinsame Sache mit Putin macht, es würde zu seiner Vergangenheit passen, dann war es das. Wenn er "nur" die Unterstützung für die Ukraine auf 0 senkt, in der Praxis ebenfalls. Europa hätte zwar imho noch genug Kraft, um Putin die nächsten 2-3 Jahre zu besiegen, aber dafür müsste man full-in gehen. Die Option ist also genauso Therorie-only wie "wir können den Klimawandel noch stoppen": Wer eine Ewigkeit nichts tut, in der kleine Anstrengungen ausgereicht hätten, der wird die kurz vor dem letzten Poeng nötigen Mühen erst recht nicht stimmen. Die Sache wurde verscholzt.
This !!
Europa hat in München in den Abgrund der eigenen Machtlosigkeit geschaut:
Auf der Sicherheitskonferenz ergibt sich der Eindruck, als werde das Schicksal Europas allein zwischen zwei Großmächten ausgehandelt. Der Kontinent bekommt vorgeführt, was es heißt, bedeutungslos zu sein. Dabei hat Washington offenbar noch keinen Plan, wie der Krieg nachhaltig gestoppt werden kann.
www.welt.de
Der Kontinent bekommt vorgeführt, was es heißt, bedeutungslos zu sein.
Besser könnte ich es auch nicht beschreiben.......
Vielleicht hilft dieser mehr als klare Schuss vor den Bug?!
Allerdings bin ich sehr sehr skeptisch, ob man jetzt mal begreift, was gerade passiert!