Im Komunismus war die Ukraine geschluckt als Teil der Sowietunion und galt als kleiner Bruder, ob sie wollte fragte vermutlich aber nie einer..
Die Ukraine geschluckt hat nicht erst der Kommunismus, sondern schon Iange zuvor das russische Zarenreich.
Noch etwas genauer genommen kann man die Geschichte der Ukraine, was deren Selbstständigkeit angeht, zu einem guten Stück mit der von Polen vergleichen, da beide Länder im Mittelalter lange große prosperrierende Reiche waren, die irgendwann durch ihre Nachbarn aufgeteilt wurden (Polen, Litauen, Russland, Mongolen, später dann nur noch Russland) und dann lange Fremdherrschaft erdulden mussten, bis sie ihre eigene Unabhängigkeit zurückerlangen konnten.
Die Ukrainer mussten Fremdherrschaft dabei sogar noch länger erdulden als die Polen und haben ihre Unabhängigkeit auch mit mehr Blut bezahlen dürfen (erste Republik 1918, zwischen 1932 und 1933, die Hungersnot unter Stalin, Zweiter Weltkrieg von 1941 und 1945 und 2014 bis dato, Putins Invasion), selbst wenn man den hohen polnischen Zoll an Menschenleben im Zweiten Weltkrieg berücksichtigt.
Es sollte also für einen auch nur minimal empathischen Menschen völlig nachvollziehbar sein, warum die Ukrainer absolut keinerlei Lust verspüren sich vom Kreml / Russland nun wieder unter die Knute zwingen zu lassen und lieber diesen Krieg führen, so schwer er ihnen auch fallen mag und so sehr er die Menschen in der Ukraine auch natürlich ermüdet.
Man muss aber halt politisch u kulturell trennen. Kulturell sind das zwei verschmolzene Nationen gewesen aber politisch praktisch seit Angebinn der Geschichte verfeindet.
Sorry, aber nein, da bist du massiv auf einem Holzweg.
Kulturell mag es durch die lange Fremdherrschaft und die Zurechnung zur selben "Volksgruppe" (Slawen), zwischen Russen und Ukrainern einige zwangsläufige Überschneidungen / Einflüsse geben, aber zu meinen die Ukrainer wären daher "Quasi-Russen" und die Russen "Quasi-Ukrainer", ist genauso falsch wie zu meinen die Polen wären Östereicher, Russen und Deutsche, weil die drei Länder lange Zeit Polen unter sich aufgeteilt hatten.
Bzw. auch die Litauer wären Polen, weil beide Staaten lange in einer PU waren.
Kulturell dürften Ukrainer und Polen sogar noch einige Gemeinsamkeiten mehr teilen, als die Russen und Ukrainer.
Das Gequatsche vom "Brudervolk" in / (im zarristischen) Russland / bei den Kommunisten ist im Grunde auch nur ein propagandistischer Kniff gewesen, um die Akzeptanz und die Legitimität, bzgl. Anspruch und Einfluss auf das Staatsgebiet der Ukraine, zu rechtfertigen und man sieht ja auch wie gut das lange funktioniert hat (besonders im Ausland).
Generell sind die Ukrainer kulturell ein genauso eigenständiges Volk wie es die Polen sind, wie es die Russen sind, wie es die Ungarn sind, wie es die Rumänen sind, wie es die Niederländer sind, oder wie es die Östereicher sind.
Und nein, Ukrainer und Russen sind nicht seit Anbeginn der Geschichte "politisch" verfeindet.
Zum einen weil Politik im Mittelalter so nicht funktionierte (wie sie heute funktioniert), weil es im Mittealter keine Nationalstaaten gab und daher noch kein bindendes Nationalgefühl an eine staatliche Identität, sowie auch weil Russland nicht seit Anbeginn die Ukraine kontrollierte. Auch Polen, Litauen, Mongolen, oder die Ungarn, haben geraume Zeit nennenswerte Teile der Ukraine kontrolliert, bevor sich später das russische Zarenreich und die UDSSR alles einverleibt hat.
Zudem haben die Ukrainer lange auch geglaubt (bis 2014) das zumindest auf Russlands Wort und Unterschriften verlass ist und man daher auch kein altes Gräul gegen Dinge aus der Vergangenheit gehegt hat, schließlich hatte man seit 1990 endlich seinen eigenen (unabhängigen) Staat und war damit weitestgehend völlig zurfrieden, so wenig "perfekt" dieser Staat auch in diversen Aspekten sein mag.
In dem Falle machte erst die Saat den Boden fruchtbar...
Nein, alleine Putins Politik (vor allen seit 2014) machte im Grunde erst den Boden fruchtbar, für den Hass der Ukrainer, auf die Russen.
Alles davor mögen Kerben im Holz der geschichtlichen Beziehungen zwischen Ukraine und Russland gewesen sein, aber die findet man in den Beziehungen aller zueinander beanachbarten Nationen auf der Welt, führen aber üblicherweise nicht automatisch dazu das ein Volk das andere auch zwingend intensiv zu hassen lernt.
Das hat, wie schon eingangs geschrieben, erst Putin in jüngster Zeit so richtig bei den Ukrainern geschafft, indem er die Ukraine nicht nur überfallen hat und ihr das Land raubt, sondern man von russischer Seite den Ukrainern auch jede eigene, belegbare, Identität abspricht und sie damit noch im besten Fall zu Russen Zweiter Klasse degradiert, oder wie ja häufig seit Februar 2022 auch aus Russlands Propagandmaschine zu hören, sogar zu unerwünschten Leben erklärt, das man einfach umbringen und ausrotten sollte (u.a. indem man den Nachwuchs stielt und russifiziert), wenn man kein Russe sein will.
Das, gepart mit der im wohlwollensten Fall Passivität und unter der schlechtesten Annahme sogar Unterstützung in der russischen Bevölkerung, für das was ihr Staatsoberhaupt da in der Ukraine veranstaltet, hat dazu geführt dass man in der Ukraine heute, stand 2024, ehr dazu neigt Russland zu hassen.