Wir werden nie "stimmige" Informationen bekommen, man bekommt immer nur rudimentäre Aussagen, mal umfassender, mal nichtssagend mal komplett gelogen. Man muss sich davon frei machen. Man muss nicht jede kleine Aktion bewerten. Relevanter, als was an den Stellungen ist ist doch die Frage, wie läuft die Produktion, wie laufen dier Versorgungswege zur Produktion, wie läuft die verteilung der Waffen. Das sind tausende Fragen, zu denen wir keine Antworten bekommen. Und selbst wenn, sind die unerheblich, weil ein Nadelstich ganze Produktionszweige für Wochen lahm legen kann.
Es ist also alles Kaffeesatz und niemand weiß, was morgen ist. Wann beginnen den die Herbstregen mit Schlammperiode? Morgen, nächsten Monat oider dieses Jahr erst im Dezember?
Wir können hier sitzen, die Daumen drücken, dass möglichst wenig Menschen sterben, und wir können je mach Meinung für oder gegen weitere Waffenlieferungen stimmen. Wir werden da nie Einigkeit unter uns bekommen. Darum auch in einer pluralistischen Gesellschaft, die davon lebt, dass es Widersprüche und gegensätzliche Ansätze gibt.
Ich nehme es keinem übel, der keine Waffen mehr liefern würde und die Ukraine auffordert, sofort zu kapiutulieren genauso wie ich es keinem persönlich übel nehmen, wenn er mit mehr Waffen den Kreig beschleunigt beenden will. Wir alles wissen nicht, für wen welcher Weg der beste ist.
Ich möchte einfach nur in Frieden mit allem Menschen leben. Leider klappt das mit vielen nicht. Und dann muss man im Einzelfall entscheiden, welche Optionen man hat und welche Weg Sinn machen.
Hier kann ich Dir aber nicht zustimmen.
Es braucht in pluralistischen Gesellschaften mMn keine (absolute) Einigkeit.
Der Mehrheitswille bzw. die grundsätzliche gemeinsame Kursbestimmung reicht hier regelmäßig aus.
Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass in
gewissen Fachfragen (!), zu denen die Bevölkerung in ihrer Breite und Tiefe keine Ahnung hat / haben kann, auch keine Abstimmung erfolgen sollte, denn Unwissenheit und vor allem kurzfristige Meinungsumschwünge gefährden strategisch/langfristig angelegte Konzepte.
Und nur weil man unsichere Quellen hat und niemals "alles" wissen kann, akzeptiere ich noch nicht "jede Meinung".
Dann sollte man ggf. erst versuchen sich Wissen anzueignen, um sich eine begründete Meinung zu bilden.
Meinungen beispielsweise, die gravierend gegen Menschlichkeit, Völkerrecht und Fairness verstossen, möchte ich nicht akzeptieren.
Daher lehne ich die Forderungen nach Einstellung der Waffenlieferungen oder gar Kapitulationsfrieden kategorisch ab.
Denn dass hieße im Ergebnis, dass wir zugunsten unseres "Friedens" und
möglicherweise günstiger Rohstoffe aus dem Mafiastaat Russland, die Ukraine und die Freiheit der ukrainischen Bevölkerung ans Messer liefern.
Darüber hinaus wäre das dann auch eine Blaupause für weitere aggressive Bemühungen, territoriale Anpassungen zuungunsten anderer Staaten vorzunehmen. Passende Konflikte dafür gibt es ja leider genug.
Alles in allem, da muss ich Dir widersprechen, wissen wir durchaus sehr gut, für wen welcher Weg der beste ist.
Nur ist dieser Weg unbequem und fordert Geduld, Beständigkeit und Einsatz!
Genau darauf baut das Unrechtsregime in Moskau: Das der Westen zu weich, zu verwöhnt und zu kompromissbereit ist, um einen harten, längeren Konflikt zu bewältigen.
Nur die Ukraine selber sollte entscheiden, wann es Zeit für Friedensverhandlungen oder Kompromisse ist.