Die AfD behandelt zwar hauptsächlich nur ein Thema, hat aber noch weiter.
Hat sie? Wo setzen sich AfD-Sprecher denn mit diesen auseinander?
Ich weiß zwar, dass das Parteiprogramm noch weiter geht, aber etwas in ein Programm zu schreiben und ein Thema haben sind zwei paar Schuhe. Wie wir bereits weiter oben geklärt haben, werden Teile des AfD Wahlprogramms nicht nur nicht öffentlich thematisiert, sondern widersprechen sich zum Teil vollständig. Sprüche mit maximaler Protestwähler-Reichweite zusammenzuwürfeln ergibt kein mehrdimensionales Konzept.
Jaein, wenn man z.B. gegen eine Schule für alle ist, setzt man sich für den Erhalt von Gymnasien ein. Es ist teilweise auch eine Sache der Formulierung. Wenn man gegen Merkels Flüchtling Politik ist, dann ist man z.B. für die Einhaltung von Verträgen wie Dublin.
Es ist bei weitem nicht nur eine Sache der Formulierung. Es gibt z.B. eine Vielzahl von Strömungen, die gegen Merkels Flüchtlingspolitik sind (man erinnere sich z.B. an die Beschwerden über eine Ausweitung der sichere Drittstaatenregel und der Einschränkung des Nachzugsrechtes), mitnichten nur die Dublin-Verträge. Und wenn man für diese sein sollte, dann muss man auch ein Konzept vorlegen, wie diese denn umgesetzt werden sollen? Ganz offensichtlich und höchstrichterlich sind die Staaten, die laut Dublin II für die Aufnahme von Flüchtlingen zuständig wären, dazu nicht in der Lage. Wer "für" ein neues Dublin-Abkommen ist, der soll doch mal sagen, wie das aussieht. Welche einvernehmliche Vereinbarung möchte die AfD denn mit Griechenland treffen?
Ich sehe da nichts. Ich sehe nur ein "gegen so, wie es jetzt ist". Das ist aber keine Lösung, das ist billiger Populismus. Man will damit Anschlussfähig sein für alle möglichen Richtungen, angefangen von Personen die härtere Abschieberegeln und eine bessere Unterstützung von Syriens Nachbarländern fordern bis hin zu Leuten, die Selbstschussanlagen bzw. Marine-Patrouillien an den deutschen oder EU-Außengrenzen wollen. Auf diese Art sammelt die AfD 3% hier, 1%, 2% woanders - lauter unterschiedliche Meinungsrichtungen, die alle "gegen Merkel" sind, von denen eine Partei später aber nur einzige überhaupt vertreten kann. Alle anderen Wähler wurden mit billigem Populismus getäuscht und de facto ihrer Stimme beraubt.
Dann gibt es einen Kompromiss. Partei A ist dagegen und Partei B dafür. Entweder man findet dann einen Mittelweg oder eine Partei A gibt ihre Forderung bei Punkt 1 auf und bekommt dafür Punkt 2, wogegen sich Partei B im Wahlkampf ausgesprochen hat.
Ja, so läuft das bei Parteien mit Inhalten. Aber wenn Partei B keinen Punkt 2 hat, was macht man dann?
Nehmen wir das extremste Beispiel:
Welchen Kuhhandel muss ein Koalitionspartner mit der AfD machen, damit die Grenzen offen bleiben und Flüchtlinge in unbegrenztem Umfange aufgenommen werden?
In Anbetracht des guten halben Dutzend Krisen, die wir aktuell haben, und der locker zwei dutzend Streitthemen, über die sich Bürger und Wirtschaft aufregen, sollte es für eine Partei mit vollständigem Themenspektrum zwar ärgerlich, aber prinzipiell möglich sein, 180° von ihren Ansichten zur Flüchtlingspolitik abzuweichen, wenn sie dafür im Rahmen einer Koalition genug andere Forderungen umgesetzt bekommt. Also welche AfD-Forderungen müssten z.B. die Koalitionspartner Grüne und Linke (ich liebe Extrembeispiele

) erfüllen, damit Frauke Petry eine syrische Familie in Deutschland willkommen heißt?
Natürlich kann Griechenland das Problem nicht alleine lösen. Aber warum kommen denn so viele? Weil Merkel sie gerufen hat! Wenn es kein Weiterkommen für die Flüchtlinge gibt und Deutschland sagen würde es möchte keine Flüchtlinge mehr aufnehmen würden auch keine mehr kommen.
Nicht einmal 42 hatte Deutschland solche Macht
Mein Vorschlag aus dem Bauch. Wir unterstützten Griechenland finanziell bei dem Bau großer Flüchtlingslager in Griechenland.
Wird schwierig. Griechenland hat gerade einmal 1/8 der Größe und Bevölkerungszahl von Deutschland. Eine Aufnahme aller Flüchtlinge über die nächsten Jahre hinweg dürfte die Bevölkerung um 20-40% steigern. Da ist es mit ein paar Lagern nicht getan, da müsste man die Infrastruktur von Verkehr über Energie bis hin zu Wasser und Abwasser anpassen (vorletztes würde ggf. auf sehr teure Meerwasserentsalzung hinauslaufen). Des weiteren dürfte es ein halbes Jahrhundert oder länger dauern, bis die griechische Wirtschaft (die wir ja gerade erst zerschmettert haben) auch nur eine Chance hat, diese zusätzlichen Arbeitskräfte zu verdauen. Bis dahin müsste dieser gesamte zusätzliche Aufwand vom Ausland bezahlt werden.
Das wäre zwar prinzipiell möglich (wenn auch soziologisch fragwürdig, denn bei einer so hohen Flüchtlingskonzentration wäre Integration de facto unmöglich, man hätte ganze Großstädte mit homogen syrischer Bevölkerung ohne Kontakt zu Griechen), aber in anbetracht dessen, dass die Flüchtlingsgegner immer wieder auf hohe Kosten als wichtiges Gegenargument pochen, sehe ich da keinerlei Mehrheiten für. Eine derart tiefgreifende Umgestaltung eines Landes wäre pro Flüchtling teurer, als die bisherige Unterbringungsform, und das dort investierte Geld käme nicht einmal der deutschen Wirtschaft zugute. Dein Vorschlag läuft also auf erhebliche volkswirtschaftliche Mehrkosten im Vergleich zu einer direkten Aufnahme hinaus.
Die Griechische Regierung hat provisorische Lager eingerichtet, unter anderem in stillgelegten Flughäfen, genauso stehen Busse in Idomeni bereit die die Menschen von dort in diese provisorischen Lager bringen würden, genutzt werden diese aber von den Menschen weitestgehend nicht,
Vier Mal habe er angestanden, um die Schreibweise ändern zu lassen. „Und jetzt sitze ich da im Schlamm.“ Er möchte in ein anderes Lager transportiert werden. „Doch die Busfahrer verlangen für die Fahrt Geld, 25 Euro pro Person, um uns nach Athen zu bringen,
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Der Staat habe keine Anstalten gemacht, den Transport zu übernehmen. „Denn dann müsste die griechische Regierung ja die Verantwortung dafür übernehmen, die Leute in ein neues und besseres Lager zu bringen.“ Die anderen Lager seien aber voll.