Dann allerdings hinzugehen und auszurechnen wieviel die geblockte Werbung wert wäre und dies dann als Verlust oder gar Schaden zu verkaufen ist dreist und ökonomisch falsch.
Wobei dreist und ökonomisch falsch noch sehr wohlwollend formuliert ist, meiner Meinung nach.
Die Werbung wird ja von uns, den Kunden, durch den Konsum finanziert. Wir zahlen also von unserem Geld für ein "Produkt", welches der Großteil von uns offensichtlich nicht in der Form konsumieren möchte, wie er es in der Regel serviert bekommt. Das alleine (Zwangskonsum) ist ja schon mal ziemlich kurios. Sich dann aber noch darüber zu beschweren, dass das was wir "zwangs-bezahlt" haben von uns nicht genug konsumiert wird, das schlägt ja schon dem Fass den Boden aus.

Das Problem ist dabei nicht mal die Werbung an sich. Werbung kann mich genau so auch zum Nachdenken bringen wie ein Film, eine Doku. Werbung kann unterhalten, kann lustig sein, einen zum lachen bringen. Werbung ist also nichts was jeder pauschal absolut nicht sehen möchte. Das Problem ist die Art wie man Werbung präsentiert.
Man sitzt am PC, suft im Netz, hört nebenbei etwas Musik (oder auch nicht), findet auf einer Webseite ein paar interessante Themen und öffnet einfach mal 5 Tabs (oder 3, oder 8...) im Hintergrund. Und dann gibt es den Moment, man ist gerade vielleicht noch etwas in Gedanken versunken, da BRÜÜÜÜÜÜÜLLT einen die Werbung zweier (oder mehr) gerade eben im Hintergrund geöffneter Tabs dermaßen an, das einem der Kopfhörer fast vom Schädel fliegt, und man sich so erschrocken hat, dass das Unterbewusstsein für eine Femtosekunde dachte man müsse jetzt sterben.
Das passiert einem 1-2 mal, spätestens dann kommt der Adblocker, Scriptblocker usw. zum Einsatz, alles was man zu fassen bekommt. Und dann blockt der verärgerte Konsument erstmal alles weg was er kann. Jetzt kommt das nächste Problem; Der Surfer hat wieder Spaß. Ohne Werbung kann er das Internetz tlw. gar nicht mehr wiedererkennen. So schön "sauber", schön leise. Hin und wieder wird versucht die Werbung an diesen Mechanismen vorbei zu schleusen, dann muß man eben mal kurz von Hand blocken. Das macht der Surfer eine Weile, und dann wird er sicher nicht mehr so schnell "zurück" kommen.
Werbung muß so verpackt sein das der Konsument sie gerade noch so als solche erkennt, aber dann eher sekundär auch als Werbung wahrnimmt. Ähnlich einem bezahlen (vom Pub finanzierten) LP eines Youtubers, der am Anfang kurz erwähnt das es quasi Werbung ist, man als Zuschauer aber anschließend (99,9% des Videos) nichts mehr davon merkt. Solche "Werbung" bekommt nicht mehr Dislikes, und wird nicht von weniger Zuschauern konsumiert, bloß weil es Werbung ist. Embedded-Advertising eben.
Und genau das mit dem "Einbetten" scheinen manche Werber noch nicht so verstanden zu haben. Man kann Werbung nicht einfach "nur" so präsentieren wie man es für richtig hält, und der Konsument soll sie dann gefälligst konsumieren. Im TV mag das ein Stück weit noch funktionieren, aber nur weil der Zuschauer hier nichts blocken kann. Tlw. wird hier ja sogar verhindert, das der Zuschauer bei den Aufnahmen auf seinem HD-Rekorder spulen kann, damit der Drecksack ja nicht die Werbung überspringt. Ganz sicher ein Umstand der dem Zuschauer und Konsumenten Freude bereitet...
Wer auch immer diese ganzen Menschen sind, die über zu wenig konsumierte Werbung im Netz jammern, beschwert euch doch mal bei denen die es verbockt haben - und täglich aufs Neue verbocken. Also bei euch selbst.

*duck_und_renn*