Erst wenn alle Fanboys mit Tennisarmen vor ihrem 24" Touchscreen sitzen, werden sie einsehen, dass Touch nicht für den Desktop geeignet ist. Vom produktiven Arbeiten ganz zu schweigen. Touchgeräte sind reine Contentvernichter, denn allein schon längere Texte schreiben ist mit Touch keine Freude.
Den Touchscreen für die groben Sachen, die Maus für's präzise Arbeiten. Passt ganz wunderbar zusammen. Niemand will die Maus durch einen Touchbildschirm ersetzen, ich will ihn einfach nur zusätzlich. Der Desktop PC ist da auch nicht direkt meine erste Adresse, aber zumindest einen Laptop werde ich nicht mehr ohne kaufen.
Und ich verstehe auch nicht warum ich mich darüber ärgern soll meine CAD Zeichnung per Touchgesten zu drehen und zu zoomen. Zusammenbauen werde sie auch weiterhin mit Maus und Tastatur. Warum soll ich mich ärgern ein Grafiktablet einmotten zu können, weil ich jetzt direkt auf dem Bild rumkritzeln kann, statt irgendwo seitlich zu raten, wo mein Pinselstrich landet. Ich verstehe auch nicht warum die paar Sachen, die ich am Tag mit dem Startmenü erledige, solche Glaubenskriege entfachen.
Ich brauche den Startbildschirm vor allem um Programme zu starten und Dinge zu suchen. Ersteres hat zwar größere Mauswege, dafür muss ich aber auch nicht mehr so genau zielen wie früher. Und mit Touchscreen stellt sich sicher recht fix dieses "Ich will das da" Gefühl ein, das man auch hat wenn man an der Wursttheke mit den Händen arbeitet aufgrund des nicht gemerkten Wurstnamens

Und die Suche gefällt mir nun erheblich besser als unter Win7. Programme per Suche zu starten ist so einfach wie bisher, Dateien und Einstellungen kann ich nun jedoch direkt per Tastenkürzen im Vollbild suchen, bei Win7 war da noch extra Klickarbeit von Nöten.
Ich denke, es gibt im Moment zu jeder Metro App ein Desktop oder Web Gegenstück, so dass ich die Apps nicht nutzen muss, wenn mir deren Bedienung mit Maus und Tastatur nicht schmeckt. Ich habe dadurch nichts verloren, sondern nur nichts gegenüber früher gewonnen. So what?
Nochmal: Wer sein gut laufendes Win7 nicht gegen 8 tauschen will, weil ihm der Mehrwert nicht reicht oder er in den neuen Funktionen keinen Mehrwert sieht, ok, vollkommen in Ordnung, sag ich kein Wort gegen. Wer jedoch 8 aus welchen Gründen auch immer vorgesetzt bekommt muss nicht schreiend nach einen downgrade verlangen. Hasstiraden darüber, wie furchtbar doch alles in Windows 8 ist, sind genauso fehl am Platz. Das System ist benutzbar und zu fast allen Programmen kompatibel. Alleine das sorgt schon dafür, dass 8 kein Vista2 ist.