Wie erkenne ich, ob ich Propaganda unterliege oder verbreite?

meine Aussage bezog sich nicht darauf, dass Politiker gesteuerte Propaganda gerade ein akutes Problem ist, sondern es eher in Frage zustellen ist, ob die bloße Meinung, Gründe für Misstände darin zu sehen, das eben diese Propaganda fruchtet, die Bürger zu ungebildet, falsch, oder gar nicht informiert sind, eher ein Problem ist.
Okay.

Ich glaube wir könnten uns an dem Punkt treffen, bei dem wir uns wahrscheinlich einig werden, dass der Organismus "Demokratie" kränkelt.
Nö. Demokratie und Kapitalismus bilden keine gute Synergie, weil Demokratie Gleichheit & Gerechtigkeit fordert und bietet, Kapitalismus jedoch Gleichheit & Gerechtigkeit kaum zu ermöglichen scheint. Demokratie ist eine feine Sache, wenn man's richtig macht.

Du wärst dann vielleicht eher für die Ansicht, dass eine faule und giftige Lebensweise dazu geführt hat, ich wäre der Meinung, dass dieser schon nicht ganz gesund zur Welt kam und nun einen Lebensabschnitt erreicht hat bei dem es normal ist, wenn man schwächelt.
Ich würde dann behaupten, dass deine Sichtweise unterstellt, eine bessere und gesündere Lebensweise bei der man sich auch mehr Mühe gibt eine Verbesserung bringen kann.
Zeitgleich würde ich aber sagen, dies würde nur in eine Schleife von Wiederholungen führen, die nichts bringt, immer zum gleichen Ergebnis führen wird und man einfach dem Schicksal ins Auge sehen muss.
Mehr eine Zeit für eine Wiedergeburt in einer verbesserten, nicht ganz so anfälligen Version, als ein ständiges Herumdoktern an einem hoffnungslosen Fall.
Ob Demokratie nun toll ist oder nicht, könnte man ja in einem eigenen Thema diskutieren. Mit Propaganda assoziiierte Probleme als Probleme der Demokratie zu benennen, halte ich für schwierig. Seltbstverständlich ist der Demokratie eigen, dass man sie mit allen teilen muss, und dass nicht alle fundierte Meinungen einbringen, teils sogar sehr beeinflussbar sind. Dennoch ist wichtig, dass nicht jede demokratische Gesellschaft auch Propaganda aufweist. Demokratie kommt auch gut und besser ohne Propaganda zurecht.
 
Die Vorwürfe (kriminelle Migranten, Selektion/Auslassung, Bildfälschung, Falsche Zahlen) sind teilweise(!) zutreffend, wurden aber - und da wird es manipulativ - zur Darstellung einer systematisch-verlogenen Presse transformiert, was nunmal nicht haltbar war.
Ich würde also eher behaupten, die Pegida-Bewegung ist nicht hinreichend beschrieben, wenn nicht auch propagandistische Elemente genannt werden.
Wo wurden denn in den ÖR Medien falsche Zahlen und Bildfälschungen verwendet?
Den Beteiligten war es jedoch zumeist nicht bewusst, dass man teils auch Propaganda unterlag.
Den meisten Beteiligten ist das schon bewusst. Und sie verbreiten solche Propaganda auch bewusst weiter!
 
Nö. Demokratie und Kapitalismus bilden keine gute Synergie, weil Demokratie Gleichheit & Gerechtigkeit fordert und bietet, Kapitalismus jedoch Gleichheit & Gerechtigkeit kaum zu ermöglichen scheint. Demokratie ist eine feine Sache, wenn man's richtig macht.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich fragen soll, dass du das mal weiter erörtertern und ausführen könntest.
 
Kapitalismus bevorzugt ein hierarchises System, wo eben einer das Sagen hat, der nicht gewählt wurde.
Man müsste den Kapitalismus demokratisieren, damit er zur Demokratie passt.
 
Kapitalismus bevorzugt ein hierarchises System, wo eben einer das Sagen hat, der nicht gewählt wurde.
Man müsste den Kapitalismus demokratisieren, damit er zur Demokratie passt.
Bevorzugung bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass sich andere Kombinationen nicht vereinbaren lassen.
 
Begrifflichkeiten wie "Lügenpresse" entstehen nach meiner Beobachtung daraus, dass der Konsument feststellt wiederholt nicht wahre Informationen zu erhalten.
Nein, der Konsument hat eine andere Meinung welche mit den Fakten über die berichtet wird nicht übereinstimmt. Und schwups wird der Begriff Lügenpresse genutzt.
Da Du aber die Beobachtung gemacht hast, dass wiederholt unwahre Informationen verbreitet wurden kannst Du das sicher auch an zwei drei Beispielen hier erläutern. Danke schon einmal dafür.
Da sich die hiesige Presse leider nicht öffentlich zur Ursache dazu äußert oder auseinandersetzt verstärkt es den Eindruck des Konsumenten nachhaltig und er wandert von der ihm bisher vertrauten Informationsquelle ab und wende sich einer oder mehrere anderen zu.
Da haben wir beiden aber eine völlig unterschiedliche Wahrnehmung. Gerade der ÖRR setzt sich mit diesem Phänomen sehr intensiv auseinander. Es gibt Reportagen zu dem Themen rund um die alternativen Fakten, Hintermänner der "neuen Medien", ausländische Propaganda in Deutschland. Und es gibt sogar einen Faktencheck. Das der Verbraucher den etablierten weniger Vertraut zeigt wie die nicht hiesige Presse erfolgreich das vertrauen der Verbraucher untergraben hat.
Hier wird nun kritisch betrachtet welche Güte die Informationen haben und evtl. wird dann für sich eine neue vertrauenswürde Quelle erkoren. Er folgt damit aber keiner Propaganda sondern nur der Wahrheit.
Es wird gerade nicht kritisch die Güte der angebotenen Information betrachtet.
Das was folgt ist nicht die Wahrheit sondern die Unwahrheit welche allerdings ins Meinungsbild passt.
 
Nö. Demokratie und Kapitalismus bilden keine gute Synergie, weil Demokratie Gleichheit & Gerechtigkeit fordert und bietet, Kapitalismus jedoch Gleichheit & Gerechtigkeit kaum zu ermöglichen scheint. Demokratie ist eine feine Sache, wenn man's richtig macht.
Hmmm...
Demokratie ist eine Regierungsform des Kompromisses.
Sprich, der kleinste gemeinsame Nenner unterschiedlicher Auffassungen innerhalb eine Mehrheit wird Gesetz ect..
Das hat viel mit Gerechtigkeit für die Mehrheit zu tun, aber rein gar nix mit der Gleichheit für alle.
Das muss man beim Sozialismus (ideell) suchen.

Additiv bekommt man (in der Regel) in demokratischen Gesellschaften die größtmögliche, nicht staatlich gelenkte Möglichkeit, Geld zu verdienen = Kapitalismus
Je freier das demokratische System, desto "raubtierhafter" der Kapitalismus.

Den Kapitalismus gibt es auch woanders.
Dann nur für ausgesuchte Leute = Oligarchentum weiter östlich
Oder für jene, die sich garantiert nicht in die staatliche Politik einmischen = China
 
Hmmm...
Demokratie ist eine Regierungsform des Kompromisses.
Sprich, der kleinste gemeinsame Nenner unterschiedlicher Auffassungen innerhalb eine Mehrheit wird Gesetz ect..
Das hat viel mit Gerechtigkeit für die Mehrheit zu tun, aber rein gar nix mit der Gleichheit für alle.
Das muss man beim Sozialismus (ideell) suchen.
Gleichheit im Sinne von Wahlrecht, Menschenrecht und der Gleichheit vor dem Gesetz, usw.

Die folgenden Absätze kann man eigentlich so stehen lassen. Für die kürze ist das schon ok so.



Zum Thread selbst jedoch…
Sollte wohl eher wieder ein Circlejerk werden. Naja…
 
Wo wurden denn in den ÖR Medien falsche Zahlen und Bildfälschungen verwendet?
Da ging es wohl bspw. um ein Lutz Bachmann-Foto mit Hitlerbart und meiner Erinnerung nach auch einige Bild, die Migranten zeigten - da weiß ich aber nicht mehr, welche Bilder genau.
Bezüglich der falschen Zahlen insbesondere die Zählungen der Demonstrierenden auf Pegida-Demos (laut Pegida zu gering dargestellt) oder voneinader abweichende Angaben (bspw. Silvesternacht Köln 2015/16, teils vorläufige Angaben durch Polizei und Behörden), wobei das gute Gründe hatte, weil die Zahlen im Verlauf aktualisiert und somit korrigiert worden sind.
Letztlich nichts, was den generellen Vorwurf der methodisch-zielgerichteten Lügenpresse rechtfertigen würde.

Den meisten Beteiligten ist das schon bewusst. Und sie verbreiten solche Propaganda auch bewusst weiter!
Warum glaubst du das? Hast du dazu Belege?
Die meisten Menschen, welche Propaganda verbeiten, dürften wohl eher als Multiplikatoren wirken, ohne den Wahrheitsgehalt einer Information kritisch zu hinterfragen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich fragen soll, dass du das mal weiter erörtertern und ausführen könntest.
Ich bin mir nicht sicher, ob du dir sicher bist. :-P Ich mach's möglichst kurz, weil es offtopic ist, glaube ich.
Wir kennen unterschiedliche Umsetzungen der Demokratie. Auch Kapitalismus ist seinen praktizierten Formen nicht alternativlos und historisch nicht linear entwickelt. Was sich bis dato aber duchgesetzt hat, ist eine länderübergreifende Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Deutlich sichtbar bei statistischen Assoziationen: Bildungsstand und Vermögen wird 'geerbt'. Das bedeutet meiner Meinung nach weder, dass alle Menschen aus Familien mit niedrigem Bildungsabschluss und/oder geringem Einkommen demokratieuntauglich sind, weil sie Politik nicht verstünden, oder dass man ihnen gar das Recht zu wählen aberkennen sollte. Herrjee, keinesfalls. Dennoch ist Bildung und Partizipation an demokratischen Prozessen kausal verknüpft bzw. sie wirken zueinander koregulativ.

Hier mal die Übersetzung eines Abstracts dazu:
Zwischen Ländern sind Bildung und Demokratie stark korreliert. Wir begründen dies empirisch und modellieren anschließend einen kausalen Mechanismus, der diese Korrelation erklärt. In unserem Modell lehrt Schulbildung die Menschen, mit anderen zu interagieren, und erhöht den Nutzen bürgerschaftlichen Engagements, etwa des Wählens und des Organisierens. Im Kampf zwischen Demokratie und Diktatur verfügt die Demokratie über eine breite potenzielle Unterstützungsbasis, bietet ihren Verteidigerinnen und Verteidigern jedoch nur schwache Anreize. Die Diktatur gewährt stärkere Anreize, aber nur einer engeren Basis. Indem Bildung den Nutzen bürgerschaftlicher Teilhabe erhöht, stärkt sie die Unterstützung für demokratischere Regime im Vergleich zu Diktaturen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit demokratischer Revolutionen gegen Diktaturen und verringert die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher anti-demokratischer Staatsstreiche.
Direktlink: https://www.nber.org/system/files/working_papers/w12128/w12128.pdf

Wenn die Ungerechtigkeit dann derart eskaliert, dass ein paar wenige so schwerwiegende Entscheidungen treffen oder beeinflußen können, wodurch die Stimmen vieler nicht mehr gehört oder manipuliert werden (Entwicklungsländer vs. G7, X ehemals Twitter, Telegram), wirken sich kapitalistische Elemente negativ auf demokratische Elemente aus.


Würde mich allerdings lieber über Propaganda als über Demokratie austauschen.
 
Warum glaubst du das? Hast du dazu Belege?
Die meisten Menschen, welche Propaganda verbeiten, dürften wohl eher als Multiplikatoren wirken, ohne den Wahrheitsgehalt einer Information kritisch zu hinterfragen.
Ich kenne persönlich auch solche Leute. Hier im Forum habe ich das auch schon öfter miterlebt ohne jetzt einen Namen zu nennen. Die wissen ganz genau was sie da erzählen und wollen provozieren.
 
Ich kenne persönlich auch solche Leute. Hier im Forum habe ich das auch schon öfter miterlebt ohne jetzt einen Namen zu nennen. Die wissen ganz genau was sie da erzählen und wollen provozieren.
Aber warum glaubst du, die meisten Leute, die Propaganda verbreiten, tun dies bewusst? Das erklärt man ja nicht mit: ich kenne jemanden und hier machen das auch welche, sondern mit Darstellungen, die auch größere Fallmengen beachten.
 
Aber warum glaubst du, die meisten Leute, die Propaganda verbreiten, tun dies bewusst? Das erklärt man ja nicht mit: ich kenne jemanden und hier machen das auch welche, sondern mit Darstellungen, die auch größere Fallmengen beachten.
Darüber kenne ich jetzt keine Statistik. Aber es sind nicht so wenige wie du denkst.
Man braucht sich auch nur mal angucken warum AfD gewählt wird.
Die wissen ganz genau wofür die stehen. Und was von denen Propaganda ist.
 
@RyzA & Andere, und was denkst du, woran man diese Leute (mehr oder minder zweifelsfrei) erkennt?
Zunächst müsstest du doch feststellen, dass es sich um Propaganda handelt, und dann bleibt die Frage, ob es nur 'nützliche Idioten' sind oder ob sie selber ein politisches Interesse daran haben, Propaganda zu verbreiten.
 
Reden wir jetzt von Propaganda AfD Style oder ganz allgemein, wie ich zunächst annahm?

Propaganda ist zunächst ein Begriff für versuchte Einflussnahme zu Gunsten irgendwas.
Das kann positiv sein (treibe mehr Sport), neutral (die Erde dreht sich um die Sonne) oder spaltend (die Flüchtlinge sind an allem Schuld, sogar am Wetter).

Die meisten Menschen unterliegen immer wieder der Propaganda im weitesten Sinne.
Irgendwer stellt eine beeinflussende Behauptung auf und viel rennen hinterher.
Deswegen ist doch jener, der einer Propaganda unterliegt, doch nicht automatisch mit dem Propagandisten über einen Kamm zu scheren, oder?
 
Reden wir jetzt von Propaganda AfD Style oder ganz allgemein, wie ich zunächst annahm?
Radiowerbung für die lokale Pizzeria brauchen wir hier nicht besprechen; das ist im engeren Sinn keine Propaganda. Also nur der ganz üble Mist: politische Propaganda, Kriegspropaganda, meinetwegen auch Scientology-Werbung.
 
... "Lügenpresse" ...
In der Presse stehen also Lügen oder Halbwahrheiten.
Die wichtige Frage sollte dann aber erstmal lauten: Wissentlich oder unwissentlich? Der Artikel ist eben nur so informativ wie der Journalist und eben dieser kann sich irren.
Für den einen Journalisten ist beispielsweise Linksextremismus gleichzusetzen mit Kommunismus, für den anderen ist erzkonservativ gleichzusetzen mit rechtsextrem. Objektiv zu sein ist eben schwierig und bei bestimmten Themen, für gewisse Personen, gänzlich unmöglich.
Heutzutage ist es aber schon viel einfacher geworden an die jeweiligen Informationen ran zu kommen auf die sich die Journalisten beziehen. Vor 40 Jahren war das noch nicht der Fall, aber die unwissentlichen zum Teil falschen Meldungen gab es trotzdem.

Es hilft eben nur selber kritischer zu sein und eben nicht alles zu glauben, auch wenn es von renomierten Zeitungen/ Nachrichtensendern kommt.
(Zumindest will ich mir vornehmen, das künftig so zu handhaben, im vollen Bewusstsein, dass es mir nicht immer gelingen kann.)
 
Zuletzt bearbeitet:
@Govego

Was ein Unsinn! Qualitätsjournalismus gab es vor 40 Jahren und gibt es teilweise noch Heute und hat etwas mit Recherche und Valdierung/Prüfung zu tun.
Wer persönlich glaubt er kann das gleiche leisten wie z:B. eine FAZ Redaktion oder die der Tagesthemen, leidet an grenzenloser Selbstüberschätzung und das ist diplomatisch ausgedrückt!
 
Wer persönlich glaubt er kann das gleiche leisten wie z:B. eine FAZ Redaktion oder die der Tagesthemen, leidet an grenzenloser Selbstüberschätzung und das ist diplomatisch ausgedrückt!
Da liest du Dinge heraus, die gar nicht da stehen und ich schon gar nicht so gemeint habe. Schon mal daran gedacht den Beruf zu wechseln?;)
"Heutzutage ist es einfacher an die jeweiligen Quellen zu kommen als früher" hat nichts damit zu tun, dass man selber Journalist werden kann. "Einfacher als früher" bedeutet genau das und eben nicht, dass es an für sich einfach wäre.

Witzig: Erinnert mich an die Lehrer und Ärzte in den Dörfern vor 100+ Jahren. Die durfte man auch nicht anzweifeln. Soviel nochmal zu dem kritischen Hinterfragen.
 
"Heutzutage ist es einfacher an die jeweiligen Quellen zu kommen als früher" hat nichts damit zu tun, dass man selber Journalist werden kann. "Einfacher als früher" bedeutet genau das und eben nicht, dass es an für sich einfach wäre.
Das ist eben Einbildung, an verifizierte objektive Informationen zu kommen, ist nach wie vor ein Profigeschäft.
Amateuere bilden sich nur ein, über das Internet an "unvorgekaute Informationen" zu kommen.
Eine Tragik unserer Zeit!
 
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