Wie erkenne ich, ob ich Propaganda unterliege oder verbreite?

Nach Walter Lippmann sei es auch im dritten System wichtig, dass gewisse gesellschaftliche Gruppen die öffentliche Meinung der Bevölkerung bilden. Der Gedanke dahinter beruht auf einer Art Artbeitsdifferenzierung: man kann von ungebildeten Bevölkerungsgruppen, die sich kaum oder gar nicht politischen mit Geschehnissen beschäftigen (können), nicht erwarten, angemessene Entscheidungen zu politischen Fragen zu erzielen.

Wenn man das nicht verlangen kann, dann kann Demokratie nicht funktionieren. In einer solchen muss der Bürger zwar keine proaktiven politischen Entscheidungen treffen, aber er muss in der Lage sein, die gemachten retrospektiv zu beurteilen und anhand dessen die Fähigkeit und die Ehrlichkeit der politischen Entscheider zu beurteilen. Macht er das nicht oder fehlerhaft, dann ist Demokratie gescheitert.
Man kann zwar methodisch weitere Ebenen zwischenschalten, in dem der der "kleine Mann von der Straße" nur noch qualifiziert entscheidet, welche z.B. Presseorgane die Erfolge/das Versagen der Politiker sowie deren Programme für die Zukunft korrekt und ehrlich beurteilen, um sich dann danach zu richten. So in Richtung "wählen nach Wahl-O-Mat". Aber der Souverän muss souverän agieren. Wenn die Wähler so blöd (oder, eher, faul) sind, dass sie sich von Meinungsmachern in beliebige Richtung scheuchen lassen, dann hat man eine interessengelenkte Oligarchie.

Und ja, genau in diesem problematischen Zustand leben wir zunehmend. Die Mehrheit der Wähler scheint politisches, sowohl das Handeln der Politiker als auch das Handlungsumfeld, nur noch aus dritter, vierter oder entfernterer Hand zu beurteilen und dabei nicht nur wenig auf die Seriosität der vermittelnden Entitäten zu achten, sondern sogar explizit die maximale Verdummung zu bevorzugen.

Dennoch sei es für das Gemeinwohl wichtig, dass die Meinungen der Regierung und der Bevölkerung eine Annäherung erreichen.

Merkwürdige Formulierung. Der Bürger soll wählen, wer seine Meinung vertritt. Da gibt es nichts "anzunähern", sondern es gilt entweder Betrüger auszusieben (die letztlich eine andere Meinung vertreten, als sie bei der Wahl vorgegeben haben) oder ggfs. Bildungslücken zu schließen (wenn der Bürger nicht das nötige Wissen hatte, um sich selbst eine qualifizierte Meinung zu bilden, weswegen er nach der Wahl auf einmal eine andere hat als während) oder aber man hat ein Problem. Nämlich eine Demokratie-untaugliche Bevölkerung.

Dieser Gedanke sind zunächst nicht abwegig. Man fragt ja auch nicht demokratisch, welche Komponenten man sich für einen neuen 1500 €-PC kaufen soll, sondern wendet sich an die Experten im PCGHX-Forum, und übernimmt deren Listen nahezu komplett, weil man sich eingestehen muss, dass man selber keine Ahnung hat, nachdem die PCGHX-Experten ihre Meinungen zumeist fundiert und nachvollziehbar begründet haben ("Kauf den Freezer, weil P/L, siehe Link"). Wenn's um Politik geht, scheinen viele Menschen aber zu glauben, sie könnten sich eine Meinung erlauben, weil sie sogar zwei unterschiedlichen Telegramm-Gruppen folgen.

Die Ebenen in dem Vergleich sind imho falsch gezogen:
Für die Trennung zwischen Laien und Experten haben wir bereits die repräsentative Demokratie mit Ausschüssen. In letzteren würden die Empfehlungen der PCGHX-Experten angehört werden. Dann würde eine Runde vertrauensvoll auserwählter Mittelsmänner, sagen wir in diesem Fall: Ein Freund, dem man gebeten hat, eine gute PC-Konfiguration zu finden und dem man dafür ein Budget zur Verfügung stellt, diese Expertise prüfen und im Idealfall annehmen. Und am Ende hätte derjenige, der die Zeche bezahlt, einen neuen PC.
Deutsche Demokratie ist, wenn diese PC in weiten Teilen Schrott und bestenfalls die Hälfte wert ist, wenn man das auch anhand jeder zweiten vielleicht-nicht-gerade-Telegram-Gruppe-aber-zumindest-Tageszeitung und wenn der letztendliche PC-Käufer vier Jahre später wieder CSU wäh... äh... dem gleichen Freund Geld gibt, diesmal 2000 €.

Fraglich ist, wie stark die Eingriffe in die öffentliche Meinung legitim oder sogar wünschenswert erscheinen, und ab wann man von übergriffiger Proganda sprechen könnte. Ein Mangel an Lenkung der öffentlichen Meinung kann widerrum zu seltsamen, die Demokratie gefährdenden Phänomenen führen.

Es gibt keine "Lenkung". Es gibt nur Manipulation und die ist abzulehnen. Ein gesellschaftlicher Konsens kann bestimmte Möglichkeiten von vorneherein als inakzeptabel ablehnen und aus dem öffentlichen Diskurs aussperren. Z.B. die Haltung von Homo sapiens mit bestimmten genetischen Merkmalen als Arbeitssklaven auf dem Rechte- und Behandlungsniveau von Nutztieren gab es in früheren Zeiten mehrfach, die wird heute aber per gesellschaftlichen Grundkonsens so vehemend abgelehnt, dass unterstützende oder ausarbeitende Debatten darüber verboten werden. Desweiteren kann und sollte die Gesellschaft Regeln aufstellen, wie ein Diskurs zu führen ist. Z.B. dass keine Lügen verbreitet werden dürfen und dass alles, was keine neutrale Faktengegebenüberstellung ist, als gewichtete Meinung zu kennzeichnen ist.

Aber jenseits dieser Regulierung (die seit Jahren zunehmend schlechter gewährleistet ist), muss Meinungsbildung frei und unbeeinflusst erfolgen, sonst hat man ... keine frei und unbeeinflusst gebildete Meinung. Sondern Indoktrination.
 
Wenn man das nicht verlangen kann, dann kann Demokratie nicht funktionieren. In einer solchen muss der Bürger zwar keine proaktiven politischen Entscheidungen treffen, aber er muss in der Lage sein, die gemachten retrospektiv zu beurteilen und anhand dessen die Fähigkeit und die Ehrlichkeit der politischen Entscheider zu beurteilen. Macht er das nicht oder fehlerhaft, dann ist Demokratie gescheitert.
Das wäre die praktische Umsetzung der Kant'schen Forderung, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Meine mich zu erinnern, dass auch die Wutbürger diese Phrase dreschten. Dieser Mut führt erst dann zu Erfolgen, wenn auch unterschiedliche Kompetenzen die Bedienung des eigenen Verstandes erschließen. Eine Gesellschaft, die in Armut und Bildungsferne geborene Kinder hervorbringt, weil die Finanzierung von Kitas und Schulen als Belastung ausgewiesen wird, benötigt 18 Jahre später Methoden, um die Politik vor desinteressierten und schlecht informierten Menschen zu schützen. Diese verlangen nämlich nicht nur Gerechtigkeit und Bildung, sondern auch mal 'Ausländer raus!' und 'Putin rein!', weil sie gegenüber Propaganda nunmal eine schlechtere Resilienz aufbringen.
Die idealisitsche Position verlangt, dass alle mitentscheiden können, während die realistische Position ablehnend "Bloß nicht!" ruft, weil die Bedingungen leider suboptimal sind, nennen wir es vielleicht ...?
Demokratie-untaugliche Bevölkerung.
Die Idee dahinter würde ja nur die Tauglichkeit, nicht aber die juristische Berechtigung zur Demokratie betreffen, aber die ethische Bereichtigung (s.o.) gar nicht umfassen. Es ist nicht schön mitanzusehen, wenn Leute Sachen machen dürfen, die sie nicht können. Wenn man das Superuser-Password ("maga2025") kennt, kann man das System komplett zerballern.

Es gibt keine "Lenkung". Es gibt nur Manipulation und die ist abzulehnen.
Bereits die Erziehung sozialisiert uns Menschen. Sie lehrt uns, dass wir noch einen Löffel für Onkel Fritz schaffen, dass ein fremder Mann zum Jahreswechsel Geschenke vorbeibringt, und dass man "sowas" nicht sagt. Ich befürworte weder den einfallslosen Pragmatismus Lippmanns, noch will ich in Platons Staat leben. Wenn ich aber will, dass ein Mensch wächst und gedeiht, sollte ich was gescheites zum Essen hinstellen und der Demokratietauglichkeit wegen auch Lesen & Schreiben lehren. Es bleibt eine Frage der Argumentation, ob eine demokratiefördende Erziehung nun pädagogisch wertvoll, manipulativ oder verboten ist.
Eine Repräsentationslücke zwischen Regierung und Bevölkerung dürfte kaum im Interesse irgendeiner Regierung liegen, weil Revolutionen mitunter tödlich enden. Irgendeine Ausprägung der Einwirkung muss auch eine zutiefst demokratische Regierung ihrer Bevölkerung zumuten, wenn die Demokratietauglichkeit defizitär ist oder nicht werden soll. Das würde ich nicht als Propaganda oder Indoktrination, sondern eher als die branchenübliche Arbeit des Bildungsministeriums und anschließender Insitutionen ansehen.
 
Informationsaufnahme, -verarbeitung und -bewertung zu lehren, also die Grundwerkzeuge (nicht nur) für Demokratie, ist keine Lenkung. Informationsfluss selektiv einzuschränken, aus Angst, jemand könnte aufgrund eines Teils der Fakten "falsch" wählen, ist dagegen Manipulation. Und eine verdammt riskante. Bislang hat kein System, dass das versucht hat, lange überlebt und die "Lügenpresse"-Fraktion sowie Politiker, die "das Gefühl vermitteln wollen, gehört zu werden", sind starke Indizien dafür, dass auch wir das nicht schaffen.
 
Wenn ich mich nicht täusche, setzt du dabei voraus, es hätte jemals eine Regierung (oder vergleichbares) gegeben, welche die Bevölkerung nicht mittels Informationskontrolle manipuliert hat, und auch, dass diese Regierung 'lange' überlebt hätte. Diese Annahme erscheint mir aber kontraintuitiv, nicht belegbar (weil nicht verifizierbar) und irgendwie unglaubwürdig. Hast du ein Beispiel?
Ich traue kleinen Gruppen ziemlich direkte und offene Absprache zu, da wird es sicher einige gegeben haben. Menschen lügen aber sowohl im Dialog als auch im Monolog. Bei unüberschaubaren Massen aber wird das vermutlich immer mehr oder minder Standard sein. Auch wird es immer einen Bevölkerungsanteil geben, welcher mit der bestehenden Politik unzufrieden ist und der Regierung Lügen vorwirft.

Entscheidend kann aber sein, wie intensiv und wie fehlleitend sowie mit welcher Absicht und zu welchem Zweck die Manipulation stattfindet. Da kann man normativ einige Grenzen setzen, sodass mir wenigstens Abstufungen wie Lenkung, Manipulation und Propaganda annehmbar erscheinen. Sehr problematisch wird es, wenn fehlleitend gegen die Bevölkerung gearbeitet wird - klassisches Merkmal der Propaganda.
 
Ich sprach nicht von einzelnen Regierungen, sondern von ganzen Systemen. Ein weitestgehend freier Informationsfluss geht, soweit ich das anekdotisch aus dem Ärmel schütteln kann, auch mit regelmäßigen Regierungswechseln unter Einbeziehung einer relativ großen Spanne von Interessensgruppen einher (in welche Richtung die Kausalitäten laufen, bliebe zu klären) und diese dynamischen Systeme haben haben sich als recht stabil erwiesen. Je älter eine kontinuierlich entwickelte politische und Gesellschaftsordnung in einem heute existierenden Staat ist, desto wahrscheinlicher wirst du solche Muster finden. Umgekehrt weisen Staaten/Gemeinschaften mit abrupten Umbrüchen (i.d.R. Revolutionen) in der jüngeren Vergangenheit fast immer eine Phase davor auf, in der systematisch ein ganzes Spektrum von unliebsamen Informationen aus dem Diskurs ausgeschlossen wurde. (Ob durch Unterdrückung dieses Teils, durch Falschinformationen oder durch totale Medienkontrolle schwankt.) Deutschland selbst ist da, über weite Teile des 20. Jhd. hinweg, ein wortwörlich naheliegendes Beispiel, wie erfolglos der Versuch ist, einen großen Teil der Wahrheit dauerhaft unter den Tisch zu kehren mit dem Ziel, die allgemeine Meinung zu "lenken".
 
Dieser Gedanke sind zunächst nicht abwegig. Man fragt ja auch nicht demokratisch, welche Komponenten man sich für einen neuen 1500 €-PC kaufen soll, sondern wendet sich an die Experten im PCGHX-Forum, und übernimmt deren Listen nahezu komplett, weil man sich eingestehen muss, dass man selber keine Ahnung hat, nachdem die PCGHX-Experten ihre Meinungen zumeist fundiert und nachvollziehbar begründet haben ("Kauf den Freezer, weil P/L, siehe Link"). Wenn's um Politik geht, scheinen viele Menschen aber zu glauben, sie könnten sich eine Meinung erlauben, weil sie sogar zwei unterschiedlichen Telegramm-Gruppen folgen.
Dieser Vergleich ist meiner Meinung nach unpassend.
Der fordert im Umkehrschluss von jedem mündigen Bürger die Fähigkeit, dass dieser, für das gesamte Spektrum an poltischen Themen, selbst den gesamten Prozess anstoßen, durchwinken und absegnen können solle.
Wenn man jetzt sogar außer Acht lässt, dass bei dem von dir genannten Beispiel, nur der eine "Bittsteller" die Konsequenzen dafür trägt auf die Beratung zu hören, endet das ganze dann dennoch damit, dass er eben bei Nichtgefallen ad hoc und höchstwahrscheinlich ohne viel Mühe, einzelne Komponenten, wenn nicht sogar das ganze System, austauschen könnte.
Das wäre die praktische Umsetzung der Kant'schen Forderung, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Meine mich zu erinnern, dass auch die Wutbürger diese Phrase dreschten. Dieser Mut führt erst dann zu Erfolgen, wenn auch unterschiedliche Kompetenzen die Bedienung des eigenen Verstandes erschließen. Eine Gesellschaft, die in Armut und Bildungsferne geborene Kinder hervorbringt, weil die Finanzierung von Kitas und Schulen als Belastung ausgewiesen wird, benötigt 18 Jahre später Methoden, um die Politik vor desinteressierten und schlecht informierten Menschen zu schützen. Diese verlangen nämlich nicht nur Gerechtigkeit und Bildung, sondern auch mal 'Ausländer raus!' und 'Putin rein!', weil sie gegenüber Propaganda nunmal eine schlechtere Resilienz aufbringen.
Die idealisitsche Position verlangt, dass alle mitentscheiden können, während die realistische Position ablehnend "Bloß nicht!" ruft, weil die Bedingungen leider suboptimal sind, nennen wir es vielleicht ...?
Demokratie muss doch nicht hochintellektuell sein. Sie muss doch nur repräsentativ sein.
Provokativ gesagt: Ein Staat voller Hohlköpfe kann auch eine schöne Demokratie haben. Vielleicht sogar eine schönere als ein Staat aus lauter Akademikern.
Das Studium von philosophischen Lektüren kann sehr anregend sein, aber irgendwann sollte man sie auch einfach für das nehmen, was sie eigentlich sind.
Wenn man dieses Pferd zu sehr reitet, wird klar, dass dieser Knüppel zwei Enden hat.
Verstand unterliegt der eigenen Wahrnehmung, und diese kann eben unterschiedlich sein. Somit könnte jemand, der komplett anderer Meinung ist als du, mit der gleichen Argumentationslogik herumdreschen und hätte genauso Recht.
Wenn man nun als Backup "Ethik" nimmt, könnte man da nicht alle Ansätze mit einer Art "Ja aber die dürfen das dann aber, oder wie?" ersticken?
Apropos Ethik.
Wenn man Bildung und Erziehung für Meinung vorraussetzt, dürfte man doch auch annehmen, dass Ethik bildungsfähig ist.
So gesehen würde ich behaupten, über alle Bildungsgrade hinweg, wurde der Sache genüge getan, fächerübergreifend zu bilden, dass weder der Nationalismus, noch der Sozialimus irgendwas ist, was man gerne haben würde.
Aber dazu gehe am Ende meines Posts nochmal mit einer Frage, etwas anders und ausgeholter, an Euch ein.

(Ich markier die erwähnte Stelle mal mit mit einem *)

(Auch weil das jetzt viel Text, zu einer komischen Uhrzeit, spontan in einem Hardware Forum, aus der Hüfte und somit auch wirr genug, zusammengekritzelt wurde)

Propaganda gab es stets.
Was sich aber meiner Meinung nach heutztage geändert hat, ist dass nicht Staat und Staatsfeinde die Poweruser sind, sondern der Großteil der Leute die Informationen kommerziell verbreiten.
Sie ist nicht mehr Werkzeug um politisch zu steuern. Sie dient nur noch für Klicks.
Lässt sich das noch bändigen?
Zensur? Vorgaben über welche Kanäle politische Themen verbreitet werden? Disclaimer für alle in der Art von "Kann Spuren von Fakenews enthalten?"

Wir haben doch den perfekten Nährboden.
Früher musste man erstmal Interesse aufbringen. Dann musste man sich bemühen dieses Interesse zu befriedigen.
Heute kann jeder Wicht seine Kamera starten und ein zweistündiges Kommentar-Video zu irgendeinem Interview von irgendeinem Politiker posten. Und der Konsument muss nicht mal danach suchen.
Der bekommt es beiläufig zwischen zwei Katzen-Videos auf seiner "Kurz-Film-App".
Je nach Tagesform beider Parteien, bleibt da auch einmal ein Like oder Abo kleben. Katsching!
Klingt erstmal einseitig. Propaganda, politisch motiviert, um die dummen Massen zu steuern, wenn man dabei ignorieren würde, dass es das von allen Lagern, zu allen Themen in gleicher Mannstärke und Qualität gibt.

Wäre mir jetzt zu deep, um zu behaupten, dass dies alles schattenorganistationen- und staatsfeindagendagesteuerte Propaganda ist.
Ich würde nicht mal annähernd behaupten, dies sei alles ein Mastermind-Move, um einen Pegel von Verwirrung und Verdummung zu halten.
Sogar Spaltung, was ja auch unter den Top5 als Ergebnis der Schlüße durch viele Betrachter erwähnt wird, sehe ich nicht als Motiv dahinter.
Für mich ist es ganz simpel: Propaganda soll nicht mehr verkaufen, Propaganda wird verkauft.
Ist denen (den Erstellern und Verbreitern) doch egal, was du am Ende wählst. Oder denkst. Ob du dich darüber aufregst, oder Zustimmung findest. Plz subscribe...

*
Suchen wir vielleicht alle an der falschen Stelle nach dem Problem und sehen dabei den eigentlichen "Übeltäter" nicht?
Ist es zu gewohnt, zu bequem und zu einfach geworden uns als Gesellschaft und sogar einzelnen die Schuld zu geben?
Der dumme Wähler. Die Beinflusser. Unfähige Politiker.
Oder macht uns das selber irgendwie zu Staatsfeinden, wenn wir zu Ende denken, was ich jetzt an Fragen stelle:
Braucht es Parteien?
Nein. Ich will keinen totalitären Staat. Ich meine das anders:
Wäre doch unseriös, wenn Partei XYZ auf Stimmenfang, von Legislaturperiode zur Legislaturperiode, ständig von links bis rechts außen wechselt.
Wozu überhaupt diese Schubladen?
"Die hab ich schon immer gewählt", "Die würde ich niemals wählen", etc.pp.
Wie soll eine Partei, oder besser noch, eine Koaltion, oder eine Regierung, nach unserem heutigen Verständnis und Maßstab von Demokratie, uns alle zusammen gleichermaßen gleichgut behandeln? Vollumfänglich zu allen Themen?
Und falls nicht: Muss man das echt mindestens 4 Jahre plus Aftermath aushalten, außer die Demokratie entscheidet sich (in sich, um sich, über sich. lol?) mühevoll das umständlich zu ändern, nur um dann anders unbefriedigend zu sein?
Hat dieses System, welches bestimmt mal besser funktioniert hat, nicht einfach nur zuviel Speck angesammelt und lebt vom eigenen Erbrochenem?

Ach quo vadis, Demokratie? Oder vielleicht: Unde venis?

Oder wir warten einfach mal ab, bis AI für uns AI wählt.
(Ob es jetzt schon CoPilot verfasste Parteiprogramme gibt... hmm...)

Z.B. die Haltung von Homo sapiens mit bestimmten genetischen Merkmalen als Arbeitssklaven auf dem Rechte- und Behandlungsniveau von Nutztieren gab es in früheren Zeiten mehrfach, die wird heute aber per gesellschaftlichen Grundkonsens so vehemend abgelehnt, dass unterstützende oder ausarbeitende Debatten darüber verboten werden. Desweiteren kann und sollte die Gesellschaft Regeln aufstellen, wie ein Diskurs zu führen ist. Z.B. dass keine Lügen verbreitet werden dürfen und dass alles, was keine neutrale Faktengegebenüberstellung ist, als gewichtete Meinung zu kennzeichnen ist.
Ich meins ja nicht so Ernst, aber augenzwinkernd will ich dazu nur kurz was sagen, ohne diese positive Erkenntnis die du beschreibst lächerlich zu machen. Gut das solche Zeiten als überwunden anzusehen sind.

--> Im Endefekt hat man aber schon erkannt, dass es effizenter ist die genetischen Merkmale zu ignorieren, dafür dann aber das Prinzip auf alle anwendet und dabei nur die Haltungsstufe anpasst.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Demokratie muss doch nicht hochintellektuell sein. Sie muss doch nur repräsentativ sein.
Klar. Es macht keinen Sinn, eine Gesellschaft aus Philosophenkönig*innen zu entwickeln. Ein Mindestmaß an Bildung und Informationskompetenz ist jedoch nötig, um politische Prozesse nachvollziehen zu können.

Wäre mir jetzt zu deep, um zu behaupten, dass dies alles schattenorganistationen- und staatsfeindagendagesteuerte Propaganda ist.
An der Stelle wird später vielleicht @_Maxi_ noch etwas einbringen ...

Suchen wir vielleicht alle an der falschen Stelle nach dem Problem und sehen dabei den eigentlichen "Übeltäter" nicht?
Ist es zu gewohnt, zu bequem und zu einfach geworden uns als Gesellschaft und sogar einzelnen die Schuld zu geben?
Der dumme Wähler. Die Beinflusser. Unfähige Politiker.
Ja, ich denke auch, dass es zwei braucht: einen Politiker, der Propaganda verbreiten will, und einen Bürger, der die Propaganda schluckt.


@ruyven_macaran Ich glaube, wir meinen eigentlich das Gleiche. Demokratie verträgt sich nicht mit Propaganda. Stattdessen ist eine Bevölkerung dann in hohem Maß demokratietauglich, wenn sie in der Breite über eine gewisse Infromationskompetenz verfügt und Informationen möglichst frei verfügbar sind.

Ich würde auch gern wieder den Bogen zu den eingangs gestellten Fragen finden. Es gibt gute Beispiele für unterschiedliche Systeme. Propaganda kennen wir aus dem Nationalsozialismus, Einpartiensystemen (DDR, Volksrepublik China, usw.), aber auch aus formellen Demokratien (USA jetzt und im 19. Jahrhundert).

Hierzulande sehe ich gegenwärtig keine Anzeichen von Propaganda, die von unserer Regierung ausgeht - aber ich sehe deutliche Hinweise, dass wir Propaganda aus anderen Staaten ausgesetzt sind, insbesondere USA und Russland. Je nach dem, wie sich die Dinge entwickeln, könnte auch unsere Regierung dazu übergehen, die Verfügbarkeit von Informationen für die breite Masse zunehmenend zu regulieren, um unsere mentale Kriegstauglichkeit zu entwickeln.

Meine Fragen bezogen sich also auf die bereits bestehenden Propagandaeinflüsse aus Russland und den USA mit ihren eigenen Absichten, und diesen potenziellen dritten. Ein vierter Einfluss ("die KI") ist mMn noch nicht als eigenständiger Agent zu betrachten. Somit:
  • Werde ich selber Propaganda ausgesetzt?
  • Wie beeinflusst dies ggf. mein Fühlen, Denken und Handeln?
  • Wie kann ich Propaganda im Jahr 2025 ff. erkennen?
  • Wie kann ich mich davor schützen?
  • Wie kann ich es vermeiden, selber Propaganda zu verbreiten?
 
@szakal23 Meinte, dass ich dabei deiner Meinung bin. ;)
Will mich jetzt da jetzt dran aufhängen und es überstrapazieren. Ich denke, dass du das schon so sagen wolltest und ich das auch so verstanden habe, aber ich das gar nicht so ausgesagt habe wie du im Post schriebst:
Ja, ich denke auch, dass es zwei braucht: einen Politiker, der Propaganda verbreiten will, und einen Bürger, der die Propaganda schluckt.
 
Ich finde das ist ein sehr schwieriges aber leider aktuelles Thema. Begrifflichkeiten wie "Lügenpresse" entstehen nach meiner Beobachtung daraus, dass der Konsument feststellt wiederholt nicht wahre Informationen zu erhalten. Da sich die hiesige Presse leider nicht öffentlich zur Ursache dazu äußert oder auseinandersetzt verstärkt es den Eindruck des Konsumenten nachhaltig und er wandert von der ihm bisher vertrauten Informationsquelle ab und wende sich einer oder mehrere anderen zu. Hier wird nun kritisch betrachtet welche Güte die Informationen haben und evtl. wird dann für sich eine neue vertrauenswürde Quelle erkoren. Er folgt damit aber keiner Propaganda sondern nur der Wahrheit.
 
Wie meintest du es denn?
meine Aussage bezog sich nicht darauf, dass Politiker gesteuerte Propaganda gerade ein akutes Problem ist, sondern es eher in Frage zustellen ist, ob die bloße Meinung, Gründe für Misstände darin zu sehen, das eben diese Propaganda fruchtet, die Bürger zu ungebildet, falsch, oder gar nicht informiert sind, eher ein Problem ist.

Ich glaube wir könnten uns an dem Punkt treffen, bei dem wir uns wahrscheinlich einig werden, dass der Organismus "Demokratie" kränkelt. Du wärst dann vielleicht eher für die Ansicht, dass eine faule und giftige Lebensweise dazu geführt hat, ich wäre der Meinung, dass dieser schon nicht ganz gesund zur Welt kam und nun einen Lebensabschnitt erreicht hat bei dem es normal ist, wenn man schwächelt.
Ich würde dann behaupten, dass deine Sichtweise unterstellt, eine bessere und gesündere Lebensweise bei der man sich auch mehr Mühe gibt eine Verbesserung bringen kann.
Zeitgleich würde ich aber sagen, dies würde nur in eine Schleife von Wiederholungen führen, die nichts bringt, immer zum gleichen Ergebnis führen wird und man einfach dem Schicksal ins Auge sehen muss.
Mehr eine Zeit für eine Wiedergeburt in einer verbesserten, nicht ganz so anfälligen Version, als ein ständiges Herumdoktern an einem hoffnungslosen Fall.

Kommt jetzt kaltblütiger rüber als es soll, aber es geht ja nicht um den einen Menschen :)
 
Ich finde das ist ein sehr schwieriges aber leider aktuelles Thema. Begrifflichkeiten wie "Lügenpresse" entstehen nach meiner Beobachtung daraus, dass der Konsument feststellt wiederholt nicht wahre Informationen zu erhalten.
Der Begriff Lügenpresse ist deutlich älter als man vielleicht meinen würde. Bereits 1835 tauchte er in der Wiener Zeitung als Übersetzung aus dem Französischen auf. Mehrfach wurde 'Lügenpresse' zwischenzeitlich wieder ausgegraben, selten in sachlicher Absicht, gern von der politischen Rechten wie Pegida und den Nazis (ja, den echten Nationalsozialisten).
Da sich die hiesige Presse leider nicht öffentlich zur Ursache dazu äußert oder auseinandersetzt verstärkt es den Eindruck des Konsumenten nachhaltig und er wandert von der ihm bisher vertrauten Informationsquelle ab und wende sich einer oder mehrere anderen zu. Hier wird nun kritisch betrachtet welche Güte die Informationen haben und evtl. wird dann für sich eine neue vertrauenswürde Quelle erkoren. Er folgt damit aber keiner Propaganda sondern nur der Wahrheit.
Die Pegida-Bewegung hat 'Lügenpresse' ausgegraben, um die etablierten Medien zu diskreditieren und das Vertrauen in diese zu unterwandern. Es riecht bereits nach Propaganda, nicht wahr? Zwar gibt es keine klaren Belege für eine Anteilnahme des Kremls, aber RT und Sputnik hatten großen Gefallen an Pegida. Bei Pegida-Demos wehten sogar russische Flaggen, weiß der Teufel, warum. Es sieht bereits aus wie Propaganda, nicht wahr?
 
Der Begriff Lügenpresse ist deutlich älter als man vielleicht meinen würde. Bereits 1835 tauchte er in der Wiener Zeitung als Übersetzung aus dem Französischen auf. Mehrfach wurde 'Lügenpresse' zwischenzeitlich wieder ausgegraben, selten in sachlicher Absicht, gern von der politischen Rechten wie Pegida und den Nazis (ja, den echten Nationalsozialisten).

Die Pegida-Bewegung hat 'Lügenpresse' ausgegraben, um die etablierten Medien zu diskreditieren und das Vertrauen in diese zu unterwandern. Es riecht bereits nach Propaganda, nicht wahr? Zwar gibt es keine klaren Belege für eine Anteilnahme des Kremls, aber RT und Sputnik hatten großen Gefallen an Pegida. Bei Pegida-Demos wehten sogar russische Flaggen, weiß der Teufel, warum. Es sieht bereits aus wie Propaganda, nicht wahr?
Verstehe ich es richtig, dass du den Begriff der "Lügenpresse" als Propaganda betitelst und der Meinung bist, dass die jenigen Nutzer diese bewertende Begrifflichkeit nicht aus dem Grund nutzen wie ich sie versucht habe herzuleiten?
 
Verstehe ich es richtig, dass du den Begriff der "Lügenpresse" als Propaganda betitelst und der Meinung bist, dass die jenigen Nutzer diese bewertende Begrifflichkeit nicht aus dem Grund nutzen wie ich sie versucht habe herzuleiten?
Jein. 'Lügenpresse' wurde je nach historischem Kontext sehr unterschiedlich genutzt, aber eigentlich immer, um jemanden oder etwas zu diffamieren, und zumeist in politisch (sehr) aufgeheizten Situationen (1. Weltkrieg, NSDAP, Pegida).

Im Falle der Pegida-Situation wurde 'Lügenpresse' zur Anprangerung der 'Mainstream'-Medien als manipulativ und propagandistisch verwendet. Die Vorwürfe (kriminelle Migranten, Selektion/Auslassung, Bildfälschung, Falsche Zahlen) sind teilweise(!) zutreffend, wurden aber - und da wird es manipulativ - zur Darstellung einer systematisch-verlogenen Presse transformiert, was nunmal nicht haltbar war.
Ich würde also eher behaupten, die Pegida-Bewegung ist nicht hinreichend beschrieben, wenn nicht auch propagandistische Elemente genannt werden.

Zu behaupten, das Volk habe sich mit dem dem Begriff 'Lügenpresse' von den verlogenen etablierten Medien abgewandt und zur Wahrheit geblickt, ist meiner Ansicht nach falsch. Den Beteiligten war es jedoch zumeist nicht bewusst, dass man teils auch Propaganda unterlag.
 
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Zu behaupten, das Volk habe sich mit dem dem Begriff 'Lügenpresse' von den verlogenen etablierten Medien abgewandt und zur Wahrheit geblickt, ist meiner Ansicht nach falsch. Den Beteiligten war es jedoch zumeist nicht bewusst, dass man teils auch Propaganda unterlag.
Zur Einordnung, dass behaupte ich auch nicht. Die Begrifflichkeit steht im Raum zur freien Verfügung und wer meint das sie zutreffend ist nutzt diese. Wie gesagt, es ist meine Beobachtung. Was zu Pegidazeiten gelaufen ist lann ich nicht beurteilen. Ich war nicht dabei und habe auch keine Einsicht.
Ob Russland- Polen- oder DDR-Fahnen die Urheberschaft definieren können ist vermutlich spekulativ und könnte ohne nachhaltige Beweise/Nachweise als Propaganda gegen die Pegida-Bewegung definiert werden. Oder habe ich die Definition falsch verstanden?
 
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