da muss ich dir (leider) zustimmen. ich werde jetzt am sonntag 15 und ich kann, im gegensatz zu vielen in meiner klasse, hausarbeit erledigen, mit geld umgehen und kenn mich recht passabel mit politik aus. ich habe mal ein paar leute in meiner klasse gefragt, was demokratie ist. da kamen wahlweise antworten wie: " ja das was wir jetz hier haben" oder auch ganz net aus dem geschichtsbuch zitiert: "herrschaft des volkes". nachfragen, was das denn im groben heißt, wollte ich dann doch nicht mehr...
Herrschaft des Volkes. Ja, ja, ein schöner Begriff. Und man muß auch sagen, daß wir das haben!
Es ist allerdings so, daß niemand Gebrauch macht von seinen Rechten.
Hat jemand in der Politik eine gute Idee, sind alle anderen dagegen, allein schon, weil es nicht ihre Idee war. Ich nenne das jetzt einfach mal die "Selbstaufhebung der Demokratie".
Es gibt Ehrgeizige und es gibt weniger Ehrgeizige. Die Rechtsmittel in der Demokratie sind nicht selbsterfüllend, sie bedingen der Inanspruchnahme durch den oder die Bürger. So erreichen 10 ehrgeizige Leute doch weitaus mehr als 100, die nichts tun.
Fällt also ein unangenehmer Entschluß, müssen sich eigentlich nur genug Bürger zusammentun und mit einem Volksbegehren dagegen vorgehen.
Das funktioniert in der Realität allerdings nie. Die Leute sind viel zu beschäftigt, sich gegenseitig runterzumachen, als daß sie sich auch nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner finden könnten. Das liegt meist daran, daß sie nichts haben, um sich hervorzutun. Darum müssen sie die anderen noch kleiner machen, als sie es selbst sind, um in der Relation groß zu wirken.
Damit haben die Deutschen meiner Meinung ihren Anspruch auf Demokratie verwirkt.
Wer die Werkzeuge einer Demokratie nicht nutzt, hat nichts verloren, wenn Schäuble Kameras in den Hirnen installieren läßt oder die Wahlen abschafft...
Das einzige Werkzeug, von dem die Deutschen intensiv Gebrauch machen, ist das Demonstrationsrecht. Doch die Zwecke sind meist sehr fraglich und lassen erahnen, daß es doch eigentlich an nichts fehlt.
Nehmen wir den Christopher Street Day. Die Leute dort demonstrieren dafür, schwul sein zu dürfen oder was auch immer. Dabei gibt es seit 1994 gar kein Gesetz mehr, welches das "Schwulsein" in irgenteiner Form verbietet. Es handelt sich also vielmehr um eine Provokation. Männer in Frauenkleidern, die lachen, als gäbe es nichts Schöneres, so sieht man es Jahr für Jahr bei WDR und Co.
In einer Mehrheitsbasierten Demokratie sollte sich aber eigentlich die Frage stellen, ob nicht mehr Leute durch diesen "Demonstrationszug" belästigt werden, als daß welche davon profitiren, gerade, weil die Demonstranten nichts haben, was sie noch durchsetzten könnten.
Oder die Love Parade. Stundenlange Hammerschläge auf den Amboß, erträglich gemacht durch jede Menge Alkohol und XTC, sollen den Willen zur Liebe demonstrieren. Es handelt sich aber eher um eine "Jede machts mit Jedem"-Demo.
Etwa so logisch, wie das SED-Motto "Freiheit durch Selbstschußanlagen"
Oder in den unteren Bereichen der Politik. Nazis skandieren ihre hirnverbrannten Parolen und ziehen dazu provokativ meist durch Viertel, die von vielen Linken bewohnt werden, so als könne man sie mit Glatze und "Ausländer Raus!" umstimmen. Auch gibt es meist sehr wenige Ausländer dort, wo die Ausländerfeindlichkeit am größten ist.
Wie man sieht, ist keine dieser Demonstrationszwecke umzusetzen, ohne Andere dadurch deutlich in ihrer Freiheit einzuschränken. Das muß bedacht werden, daß die Freiheit des Einen da aufhört, wo die des Anderen anfängt.
Wem also kann man Kompetenz zumuten, in einem Land, in dem jeder "Furz" lauthals für seinen Schwachsinn durch die Straßen zieht, ungeachtet wahrer Probleme, die sich vermehren.
Aus einem Lied der Toten Hosen, welches aus der Sicht von Ex-Kanzler Schröder gesungen wird: "Hätt' ich was Richtiges gelernt, ich wär' schon lang' nicht mehr dabei."
Nun, Schröder verdient jetzt dank Putin 300.000 Flocken im Jahr, dafür, daß er sich um die zukünftige Sicherstellung der Versorgung mit Gas in Deutschland bemüht. Und die Deutschen haben nichts zu tun als zu meckern... Sie scheinen keinen Wert auf Gas zu legen. Mal sehen, sollte es mal ausfallen, kommen sie durch die Pipeline nach Rußland gekrochen...
Schade, ich könnte so einen Putin auch ganz gut gebrauchen.
