Gibt es wirklich nichts dringlicheres, als ein paar Halsnichtvollkriegern ihre Konsumsucht zu legalisieren; koste es was es wolle, und sei es der gesunde Menschenverstand?
Wen genau meinst du jetzt in dem thematischen Kontext, die Contentindustrie, die Gema oder die ill. Filesharer??
Filesharing zu legalisieren wäre gut für Künstler, niemand würde enteignet. Es ist erwiesen, dass Filesharer mehr Musik/Filme kaufen.
Das stimmt, hatte ich auch mal gelesen. Jedoch wurde auch schon belegt, dass kleine Labels durchaus unter den Folgen von illegalen Downloads zu leiden haben und bei denen wirkt sich das eben viel stärker aus, als bei großen Majorlabels.
Ist ja auch klar, dank Filesharing lernt man viele neue Musiker und Musikrichtungen kennen. Was die Leute mögen, das kaufen sie, auch wenn sie es gratis downloaden können. Probehören zu kriminalisieren ist Mist.
Dem stimme ich auch zu. Das ist ja auch der Hauptkritikpunkt der Filesharerszene, nämlich das nicht jeder Download ein entgangener Gewinn bedeutet. Dennoch sollte man vom Rechtsempfinden den "Künstlern" die Entscheidung überlassen ob ihre geistigen Werke kostenlos, zum Probehören, runtergeladen werden dürfen oder nicht.
Ich finde das Thema generell sehr schwierig. Meiner Meinung nach müsste folgendes passieren.:
Weniger Gebühren für legale Downloads( maximal 49 Cent pro Titel), weil die Gegenleistung fehlt(keine CD, schlechtere Quallität, kein Cover, keine weiteren Beilagen etc.). Es kann einfach nicht sein das in Summe MP3 Downloads genauso teuer sind wie CD Käufe aber dafür quallitativ wesentlich schlechter. Da steckt System hinter. Die Contentindustrie versucht damit ihre CD Abverkäufe einigermaßen konstant zu halten. ---> Daraus folgt, dass die illegalen Downloadraten abnehmen und zunehmend mehr User sich ihre Musik legal besorgen werden.
Illegale Downloads sollten bagatellisiert werden. Warum? Weil die meisten eben Downloaden, da es mittlerweile zu einer Kultur geworden ist. Es wurde ja schon nachgewiesen das interessante Inhalte auch gekauft werden, so wie man es eben auch beim CD Kauf macht. Erst 20 CD´s anhören und anschliessend 2-3 kaufen. Des Weiteren sollte man den User nicht dafür bestrafen, dass die Contentindustrie es versäumt hat, sich rechtzeitig auf den technischen Fortschritt und die neuen Gegebenheiten einzustellen und ihre Geschäftsmodelle dementsprechend anzupassen. Hätten man früher agiert, so würde man jetzt schon viel weiter in dem Thema sein und das Maß an illegalen Downloads auf eine normal, übliche, nicht zu verhindernde Menge, reduzieren können.
Des Weiteren muss es tunlichst unterbunden werden, dass das Internet zu einer Plattform wird wo an jeder Ecke bezahlt werden muss und das oftmals ungerechtfertigt. Beispiel: Die amerikanische Gema hat mit youtube für ihre Klienten eine monatliche Gebühr, für das Darstellen derer Musik verabschiedet. Nun treibt sie aber auch bei anderen Webseiten Geld ein, die lediglich auf die youtubevideos verlinken. Das wäre ja eine Doppelvergütung für ein bereits vergütetes Produkt. Solche Raffgiermentalität verurteile ich und dies sollte notfalls auch mit Gesetzesvorgaben unmöglich gemacht werden. Jedoch sehe ich diesbezüglich keine politische Unterstützung, da die Lobby der Contentindustrie im Allgemeinen sehr politisch Einflussreich ist, siehe auch Thema Sarkozy und Threestrikes-Gesetz.
Wenn die Geschäftsmodelle der Contentindustrie sich an die heutigen Gegenbenheiten anpasst, dann sehe ich eine deutliche Erhöhung der legalen Bezahldownloads und wesentliich weniger Raubkopieen. Sollte es allerdings, wie es bis jetzt aussieht, dabei bleiben, dass krampfhaft an einem alten unzeitgemäßen System festgehalten wird und das ganze auch noch mit politischer Untertsützung, dann sehe ich eher sinkende Umsätze und eine Verschlechterung der jetzigen Lage. Die User sind einfach nicht mehr Bereit der Contentindustrie so viel Geld in den Rachen zu stopfen und suchen sich günstigere(kostenlose ALternativen. Auch wenn das moralisch, in gewissem Sinne, verwerflich ist, so spiegelt es doch den Istzustand wieder und entweder man passt sich daran an oder leidet darunter. Jedenfalls wird man nicht dutzende Millionen Downloader dazu bewegen können, dies zukünftig zu unterbinden.
p.s.: Aßerdem sollte es endlich unterbunden werden, dass trotz Gesetzeslage es unterbunden wird(durch den Einsatz von Kopierschutzmechanismen) eine private Sicherungskopie angelegt werden kann. Es müsste der Passus das Kopierschutzmechanismen nicht umgangen werden dürfen in dem Zusammenhang mit Sicherungskopie als Ausnahmeregelung erweitert werden.
MfG