ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
dafür ist der Bus durch seine Flexibilität kaum störanfällig.
Antwort BVG: Challenge accepted.

Einzig halt durch Staus - das Problem hat die Straßenbahn ohne eigene Trasse aus (und viele geplante Neubaustrecken werden ohne eigene Trasse auskommen müssen...).
Neubau von Straßenbahnen befürworte ich auch nur in wenigen Fällen. Aber rückblickend auf die Verkehrsplanung in Ostberlin war sie in meinen Augen eine gute Wahl, weil man recht viele Linien mit eigenen Spuren versehen konnte.
Ich glaube kaum, dass Opal-Netze völlig sinnlos gewesen wären. Der Klingeldraht war damals ja auch nicht so das Wahre, mit entsprechenden Techniken geht bekanntlich durchaus was.
Die Techniken gibt es für Opal halt nicht. Das liegt nicht ausschließlich an der Leitungsqualität, sondern eher an der internationalen Marktlage, aber das Resultat ist das gleiche: Hätte man in den 80ern viel Geld in "Glasfaser" gesteckt, hätte man die in den 90ern wieder rausreißen müssen. Selbst Papierleitungen aus Kaisers Zeiten liefern heute flotteres Internet als die in den 80ern ins Auge gefassten optischen Systeme.
Koaxialkabel war aber mMn. die beste Wahl, die man treffen konnte. Fernsehen, Internet, Radio (auch wenn ich keinen kenne, der jemals Kabelradios genutzt hat...) und das sogar in relativ leistungsfähig. Zwar zu großen Teilen Glasfaser-basiert, aber da das Kabel an sich ne hohe Reichweite hat, muss das Glasfasernetz nicht so weitläufig und fein ausgeführt werden.
Reine Kabel-Radiosender hat es afaik in Deutschland nirgendwo gegeben, aber afaik hat man bis heute in vielen Kabelnetzen das lokale FM-Programm mit drin - störungsfrei und in höherer Qualität, als in den meisten Wohnungen über die terrestrische Antenne möglich ist. Kann man an jeder Anlage/Radio mit Antennenstecker nutzen.
Bezüglich Glasfaser habe ich zwar keine Ahnung, aber ich denke mal, dass dort kein Kram verbaut wird der nicht zukunftsfähig ist. Was für Fasern werden denn bei GPON genutzt?
Die Fasern als solche wären okay, aber es liegt halt nicht eine Faser vom Endanschluss bis in den Hauptverteiler, sondern dazwischen reihenweise passive Splitter, die mit vergraben werden. Und wenn die Splitter irgendwann mal zu engstelle werden, rückt bei FTTH wieder der Tiebau an, während du bei Vectoring und GFast vollwertiges GF-Ethernet, wie man es aus Rechenzentren und von den großen Hauptleitungen kennt, bis in den Unterverteiler/in allen neu gebauten Abschnitten liegen hast. Ich rechne in 20 Jahren mit dem großen Gejammere, wenn Deutsche Glasfaser & Co große Teile ihrer bisherigen Ausbautätigen (DG hat anfangs Ethernet/GAOP bis ins Haus verlegt, das ist natürlich das Optimum) abschreiben und alle Straßen noch einmal aufhacken müssen, während die Telekom einfach Fiber-Karten in ihre Ex-Vectoring-Verteiler steckt und "nur" noch die letzten 100 m Leitung bis zum Anschluss austauschen muss - Leitung, in die aber eben ohnehin schon lag und nicht mit viel Brimborium in den 10er Jahren teuer neuverlegt wurde.
Die DSL-Geschichte ist zwar ganz gut, hat aber halt den Nachteil, dass immer weniger Leute in den Genuss höherer Geschwindigkeiten kommen. Ansonsten wäre Vectoring tatsächlich keine schlechte Übergangslösung, wird die Glasfaser dadurch doch schon näher an den Kunden gebracht, der teure Gebäudeausbau aber erstmal vermieden und schon heute eine höhere Geschwindigkeit geboten.
Wo du viele Leute hast, lohnt sich Vectoring immer und wo man wenige Leute über große Entfernungen hat, baut die Telekom (wenn sie denn was macht) schon heute aktive Glasfaser. Das von der FTTH-Fraktion geforderte GPON ist halt ein Mittelweg zwischen beidem, sowohl bei den Fähigkeiten als auch bei den Kosten und damit für Neuerschließungen durchaus attraktiv. Nur für Ausbauten ist es imho bescheuert, weil man zwar deutlich mehr als mit Vectoring/Gfast erreicht, aber eben auch ein vielfaches an Ausbaukosten hat und im Vergleich zu AON trotzdem keine "bis ans Ende aller Tage" Infrastruktur schafft, sondern möglicherweise schon in ein paar Jahren am Ende ist. Afaik schafft GPON heute maximal 50 GBit pro Knoten, also ähnlich viel wie aktive Faser pro Link, die aber unter allen Teilnehemern aufgeteilt werden müssen. Und nach anfänglich 32er habe ich mittlerweile Gerüchte von 64er und sogar 128er Segmenten gehört. Das heißt die Leute träumen von einer Leitung mit Skalierung 100 GBit, wie in den Rechenzentren, gelegt werden aber 800 Mbit pro FTTH-Anshcluss. (Mit heutiger Technik. Weiterentwicklung ist natürlich möglich, aber ist halt trotzdem ein ganz anderes Niveau als FTTB mit 8-16 Fasern a 100 GBit Potenzial mit heutiger Technik, vermutlich >20 TBit aggregiert in Zukunft, die halt heute noch im Keller oder im GFast-Verteiler auf der Straße enden, weil man sich heute die aufwendige Haus-Neuverkabelung spart, die bei FTTH fällig wird)
Ich bin ja noch immer ein Fan von Hochbahnen die einfach über der Stadt fahren können wie in Wuppertal.
Vielleicht aber doch eher mit modernerer Technik, da kann man sich mal das "Transport System Bögl" (Maglev) ansehen. Es kommt auch ohne Fahrer aus was mMn. sehr wichtig ist in einer Zeit in der schon Fahrten ausfallen, weil es keine Fahrer gibt.
"ohne Fahrer" hat nichts mit der Bauweise zu tun. Gibt genug (naja - genug um die Machbarkeit zu beweisen) konventionelle Ubahnen, die Fahrerlos fahren. In Berlin hatte man iirc schon in den 80ern entsprechende Versuchstechnik. Alles keine Kunst, nur eine Frage der Rechnung weil 1 Ubahnfahrer pro 700 Fahrgäste halt doch nicht der größte Kostenfaktor ist. Womit dann tatsächlich gefahren wird, steht auf einem anderen Blatt - und eine Hängebahn wie in Wuppertal dürfte von der Trassenkonzeption das mit Abstand teuerste Modell überhaupt sein, bringt aber wenige Vorteile mit sich. Maglev hat hat ein paar technische Vorteile, die bei niedrigen Geschwindigkeiten aber eigentlich nicht der Rede wert sind und die Kosten sind enorm. Entweder konventionelle Rad/Schiene oder ggf. noch Reifen/Schiene. Alles andere ist Geldverschwendung.
Das war eher ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Arbeit muss sich lohnen. Und zwar auch Niedriglohnarbeit in Vergleich zu Hartz IV bzw. Sozialhilfe. Ich erachte es einzig als grundlegend unfair, dass sich unter gewissen Umständen Vollzeit-Arbeit halt so garnicht gegenüber Hartz IV lohnt.
Das Problem ist einfach das harte Auslaufen der Aufstockung. 80-90% Anrechnung sind extrem, würde man mit 40/70% rechnen, sodass deutlich weiter in den Niedriglohnsektor hinein bezuschusst würde, würde auch einfache Arbeit gegenüber "zu Hause sitzen" einen deutlichen Mehrwert bringen. So, wie es jetzt ist, arbeitet man die ersten 20 Wochenstunden eines einfachen Jobs ja nur fürs (nicht mehr zahlende) Amt.
Aber Deutschland hat sich ja in den Kopf gesetzt, dass Niedriglohnarbeit schlecht und böse ist und keinesfalls weiter staatlich bezuschusst werden darf und dass staatliche organisierte Arbeit mit vorgeschriebenen Löhnen noch viel, viel Böser ist/freier Markt sein muss. Aber gleichzeitig will man eine moderne Dienstleistungsgesellschaft mit einer begrenzten Anzahl teurer Spezialjobs und einer breiten Masse von nimm-mir-den-Alltag-ab-Unterstützungstellen sein, nur bitte mit einheitlichem Sozialniveau.

Jeder kennt die Beispiele, wo ein Niedrigverdiener in einem gewissen Bereich über der Schwelle zum Aufstocken mit Vollzeitstelle am Ende weniger raus hat wie ein (aus welchen Grünen auch immer) Hartz IV-Empfänger. Es ist nunmal so, aufgrund der geringeren finanziellen Mittel auch zurecht, dass Hartz IV- bzw. Sozialhilfeempfänger hier und dort Vergünstigungen erhalten (besonders eklatant z.B. beim Monatsticket), bspw. von GEZ-Gebühren oder Klassenfahrtsgebühren freigestellt werden oder bestimmte Ausgaben übernommen werden.
Von der GEZ kannst du dich iirc auch als Geringverdiener freistellen lassen, genauso sind Sozialtickets -wo es sie denn überhaupt gibt- selten auf Hartz IV beschränkt und die Zahlungen selbst laufen fließend aus, sodass du erst dann keine Stütze mehr bekommst, wenn du mehr als Stütze verdienst und somit definitiv besser dastehst. Dazu hast du als Geringverdiener dicht oberhalb der HartzIV-Schwelle in der Regel anspruch auf Wohngeld. Wer sich den zunehmenden Papierkram antut, steht am Ende also definitiv mit mehr Geld da, als wenn er unter der HartzIV-Schwelle geblieben wäre, und hat außerdem weniger Druck vom Jobcenter.
Was ein Problem ist: "mehr Geld" bedeutet nicht selten wenige Euro und das gilt im Prinzip schon für Aufstocker ab 400 €. Was man für mehr Arbeit am Ende mehr in die eigene Tasche stecken kann, ist einfach ein Witz. Wer ein Bisschen handwerklich begabt ist oder gerne auf Schnäppchenjagd geht, hat am Ende einen besseren Lebensstandard, wenn sich mit einem 450-€-20h-Job zufrieden gibt und 20 h die Woche in die Senkung seiner Lebenskosten investiert, anstatt für 40 h 900 € zu kassieren und 400 € weniger Stütze zu erhalten. (Zahlen gewürfelt, müsste für die aktuellen Regeln nachrechnen)



