Volksentscheid in Berlin: Umwandlung von Wohnungen in Sozialwohnungen

dafür ist der Bus durch seine Flexibilität kaum störanfällig.

Antwort BVG: Challenge accepted. :lol:

Einzig halt durch Staus - das Problem hat die Straßenbahn ohne eigene Trasse aus (und viele geplante Neubaustrecken werden ohne eigene Trasse auskommen müssen...).

Neubau von Straßenbahnen befürworte ich auch nur in wenigen Fällen. Aber rückblickend auf die Verkehrsplanung in Ostberlin war sie in meinen Augen eine gute Wahl, weil man recht viele Linien mit eigenen Spuren versehen konnte.

Ich glaube kaum, dass Opal-Netze völlig sinnlos gewesen wären. Der Klingeldraht war damals ja auch nicht so das Wahre, mit entsprechenden Techniken geht bekanntlich durchaus was.

Die Techniken gibt es für Opal halt nicht. Das liegt nicht ausschließlich an der Leitungsqualität, sondern eher an der internationalen Marktlage, aber das Resultat ist das gleiche: Hätte man in den 80ern viel Geld in "Glasfaser" gesteckt, hätte man die in den 90ern wieder rausreißen müssen. Selbst Papierleitungen aus Kaisers Zeiten liefern heute flotteres Internet als die in den 80ern ins Auge gefassten optischen Systeme.

Koaxialkabel war aber mMn. die beste Wahl, die man treffen konnte. Fernsehen, Internet, Radio (auch wenn ich keinen kenne, der jemals Kabelradios genutzt hat...) und das sogar in relativ leistungsfähig. Zwar zu großen Teilen Glasfaser-basiert, aber da das Kabel an sich ne hohe Reichweite hat, muss das Glasfasernetz nicht so weitläufig und fein ausgeführt werden.

Reine Kabel-Radiosender hat es afaik in Deutschland nirgendwo gegeben, aber afaik hat man bis heute in vielen Kabelnetzen das lokale FM-Programm mit drin - störungsfrei und in höherer Qualität, als in den meisten Wohnungen über die terrestrische Antenne möglich ist. Kann man an jeder Anlage/Radio mit Antennenstecker nutzen.

Bezüglich Glasfaser habe ich zwar keine Ahnung, aber ich denke mal, dass dort kein Kram verbaut wird der nicht zukunftsfähig ist. Was für Fasern werden denn bei GPON genutzt?

Die Fasern als solche wären okay, aber es liegt halt nicht eine Faser vom Endanschluss bis in den Hauptverteiler, sondern dazwischen reihenweise passive Splitter, die mit vergraben werden. Und wenn die Splitter irgendwann mal zu engstelle werden, rückt bei FTTH wieder der Tiebau an, während du bei Vectoring und GFast vollwertiges GF-Ethernet, wie man es aus Rechenzentren und von den großen Hauptleitungen kennt, bis in den Unterverteiler/in allen neu gebauten Abschnitten liegen hast. Ich rechne in 20 Jahren mit dem großen Gejammere, wenn Deutsche Glasfaser & Co große Teile ihrer bisherigen Ausbautätigen (DG hat anfangs Ethernet/GAOP bis ins Haus verlegt, das ist natürlich das Optimum) abschreiben und alle Straßen noch einmal aufhacken müssen, während die Telekom einfach Fiber-Karten in ihre Ex-Vectoring-Verteiler steckt und "nur" noch die letzten 100 m Leitung bis zum Anschluss austauschen muss - Leitung, in die aber eben ohnehin schon lag und nicht mit viel Brimborium in den 10er Jahren teuer neuverlegt wurde.

Die DSL-Geschichte ist zwar ganz gut, hat aber halt den Nachteil, dass immer weniger Leute in den Genuss höherer Geschwindigkeiten kommen. Ansonsten wäre Vectoring tatsächlich keine schlechte Übergangslösung, wird die Glasfaser dadurch doch schon näher an den Kunden gebracht, der teure Gebäudeausbau aber erstmal vermieden und schon heute eine höhere Geschwindigkeit geboten.

Wo du viele Leute hast, lohnt sich Vectoring immer und wo man wenige Leute über große Entfernungen hat, baut die Telekom (wenn sie denn was macht) schon heute aktive Glasfaser. Das von der FTTH-Fraktion geforderte GPON ist halt ein Mittelweg zwischen beidem, sowohl bei den Fähigkeiten als auch bei den Kosten und damit für Neuerschließungen durchaus attraktiv. Nur für Ausbauten ist es imho bescheuert, weil man zwar deutlich mehr als mit Vectoring/Gfast erreicht, aber eben auch ein vielfaches an Ausbaukosten hat und im Vergleich zu AON trotzdem keine "bis ans Ende aller Tage" Infrastruktur schafft, sondern möglicherweise schon in ein paar Jahren am Ende ist. Afaik schafft GPON heute maximal 50 GBit pro Knoten, also ähnlich viel wie aktive Faser pro Link, die aber unter allen Teilnehemern aufgeteilt werden müssen. Und nach anfänglich 32er habe ich mittlerweile Gerüchte von 64er und sogar 128er Segmenten gehört. Das heißt die Leute träumen von einer Leitung mit Skalierung 100 GBit, wie in den Rechenzentren, gelegt werden aber 800 Mbit pro FTTH-Anshcluss. (Mit heutiger Technik. Weiterentwicklung ist natürlich möglich, aber ist halt trotzdem ein ganz anderes Niveau als FTTB mit 8-16 Fasern a 100 GBit Potenzial mit heutiger Technik, vermutlich >20 TBit aggregiert in Zukunft, die halt heute noch im Keller oder im GFast-Verteiler auf der Straße enden, weil man sich heute die aufwendige Haus-Neuverkabelung spart, die bei FTTH fällig wird)


Ich bin ja noch immer ein Fan von Hochbahnen die einfach über der Stadt fahren können wie in Wuppertal.

Vielleicht aber doch eher mit modernerer Technik, da kann man sich mal das "Transport System Bögl" (Maglev) ansehen. Es kommt auch ohne Fahrer aus was mMn. sehr wichtig ist in einer Zeit in der schon Fahrten ausfallen, weil es keine Fahrer gibt.

"ohne Fahrer" hat nichts mit der Bauweise zu tun. Gibt genug (naja - genug um die Machbarkeit zu beweisen) konventionelle Ubahnen, die Fahrerlos fahren. In Berlin hatte man iirc schon in den 80ern entsprechende Versuchstechnik. Alles keine Kunst, nur eine Frage der Rechnung weil 1 Ubahnfahrer pro 700 Fahrgäste halt doch nicht der größte Kostenfaktor ist. Womit dann tatsächlich gefahren wird, steht auf einem anderen Blatt - und eine Hängebahn wie in Wuppertal dürfte von der Trassenkonzeption das mit Abstand teuerste Modell überhaupt sein, bringt aber wenige Vorteile mit sich. Maglev hat hat ein paar technische Vorteile, die bei niedrigen Geschwindigkeiten aber eigentlich nicht der Rede wert sind und die Kosten sind enorm. Entweder konventionelle Rad/Schiene oder ggf. noch Reifen/Schiene. Alles andere ist Geldverschwendung.


Das war eher ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Arbeit muss sich lohnen. Und zwar auch Niedriglohnarbeit in Vergleich zu Hartz IV bzw. Sozialhilfe. Ich erachte es einzig als grundlegend unfair, dass sich unter gewissen Umständen Vollzeit-Arbeit halt so garnicht gegenüber Hartz IV lohnt.

Das Problem ist einfach das harte Auslaufen der Aufstockung. 80-90% Anrechnung sind extrem, würde man mit 40/70% rechnen, sodass deutlich weiter in den Niedriglohnsektor hinein bezuschusst würde, würde auch einfache Arbeit gegenüber "zu Hause sitzen" einen deutlichen Mehrwert bringen. So, wie es jetzt ist, arbeitet man die ersten 20 Wochenstunden eines einfachen Jobs ja nur fürs (nicht mehr zahlende) Amt.

Aber Deutschland hat sich ja in den Kopf gesetzt, dass Niedriglohnarbeit schlecht und böse ist und keinesfalls weiter staatlich bezuschusst werden darf und dass staatliche organisierte Arbeit mit vorgeschriebenen Löhnen noch viel, viel Böser ist/freier Markt sein muss. Aber gleichzeitig will man eine moderne Dienstleistungsgesellschaft mit einer begrenzten Anzahl teurer Spezialjobs und einer breiten Masse von nimm-mir-den-Alltag-ab-Unterstützungstellen sein, nur bitte mit einheitlichem Sozialniveau. :wall:

Jeder kennt die Beispiele, wo ein Niedrigverdiener in einem gewissen Bereich über der Schwelle zum Aufstocken mit Vollzeitstelle am Ende weniger raus hat wie ein (aus welchen Grünen auch immer) Hartz IV-Empfänger. Es ist nunmal so, aufgrund der geringeren finanziellen Mittel auch zurecht, dass Hartz IV- bzw. Sozialhilfeempfänger hier und dort Vergünstigungen erhalten (besonders eklatant z.B. beim Monatsticket), bspw. von GEZ-Gebühren oder Klassenfahrtsgebühren freigestellt werden oder bestimmte Ausgaben übernommen werden.

Von der GEZ kannst du dich iirc auch als Geringverdiener freistellen lassen, genauso sind Sozialtickets -wo es sie denn überhaupt gibt- selten auf Hartz IV beschränkt und die Zahlungen selbst laufen fließend aus, sodass du erst dann keine Stütze mehr bekommst, wenn du mehr als Stütze verdienst und somit definitiv besser dastehst. Dazu hast du als Geringverdiener dicht oberhalb der HartzIV-Schwelle in der Regel anspruch auf Wohngeld. Wer sich den zunehmenden Papierkram antut, steht am Ende also definitiv mit mehr Geld da, als wenn er unter der HartzIV-Schwelle geblieben wäre, und hat außerdem weniger Druck vom Jobcenter.

Was ein Problem ist: "mehr Geld" bedeutet nicht selten wenige Euro und das gilt im Prinzip schon für Aufstocker ab 400 €. Was man für mehr Arbeit am Ende mehr in die eigene Tasche stecken kann, ist einfach ein Witz. Wer ein Bisschen handwerklich begabt ist oder gerne auf Schnäppchenjagd geht, hat am Ende einen besseren Lebensstandard, wenn sich mit einem 450-€-20h-Job zufrieden gibt und 20 h die Woche in die Senkung seiner Lebenskosten investiert, anstatt für 40 h 900 € zu kassieren und 400 € weniger Stütze zu erhalten. (Zahlen gewürfelt, müsste für die aktuellen Regeln nachrechnen)
 
Antwort BVG: Challenge accepted.
"ohne Fahrer" hat nichts mit der Bauweise zu tun. Gibt genug (naja - genug um die Machbarkeit zu beweisen) konventionelle Ubahnen, die Fahrerlos fahren. In Berlin hatte man iirc schon in den 80ern entsprechende Versuchstechnik. Alles keine Kunst, nur eine Frage der Rechnung weil 1 Ubahnfahrer pro 700 Fahrgäste halt doch nicht der größte Kostenfaktor ist. Womit dann tatsächlich gefahren wird, steht auf einem anderen Blatt - und eine Hängebahn wie in Wuppertal dürfte von der Trassenkonzeption das mit Abstand teuerste Modell überhaupt sein, bringt aber wenige Vorteile mit sich. Maglev hat hat ein paar technische Vorteile, die bei niedrigen Geschwindigkeiten aber eigentlich nicht der Rede wert sind und die Kosten sind enorm. Entweder konventionelle Rad/Schiene oder ggf. noch Reifen/Schiene. Alles andere ist Geldverschwendung.
)

Erstens "ohne Fahrer" hat sehr wohl was mit der Bauweise zu tun. Es hat schon seinen Grund warum es keine Straßenbahnen gibt die Autonom fahren. (Falls "Bauweise" auf den Antrieb des Fahrzeuges gemünzt war geschenkt, die Argumente sollten nicht kombiniert werden).
Der Kostenfaktor für den Fahrer ist zu vernachlässigen, aber wenn die Bahn nicht fährt weil man nicht genug Fahrer hat ist es ein gehöriger Nachteil.
Und es ging mir auch nicht um das genaue Konzept der Wuppertaler Schwebebahn, auch wenn sie für diese Stadt das perfekte Verkehrsmittel ist.

Wegen dem Boegl System hast du dich offenbar nicht richtig informiert, das ist kein Transrapid und auch erheblich günstiger. Außerdem ist die Wartung auch bei langsamen Rad-Schienen-Fahrzeugen nicht ohne.
Bayern: Max Boegl baut eine Magnetschwebebahn fuer den OEPNV - Golem.de
 
Antwort BVG: Challenge accepted. :lol:
Für zugeparkte Busspuren, Fahrgäste die sich unbedingt noch in den Bus quetschen der schon voll ist, Fahrgäste die nicht durchrücken, den x-ten Kinderwagen der kaum noch reinpasst, zweite-Reihe-Parker, rumkriechende Radfahrer oder schlicht Stau kann die BVG nichts.
Die Leute denken leider oft nicht weiter wie bis zu deren Nase. Fahrgäste, die den Betriebsablauf bewusst und mit voller Absicht stören mal ganz ausgenommen.

Mal abgesehen davon: War eher eine Anspielung auf die Tatsache, dass ein Bus ausweichen kann, wenn irgendwo eine Störung auf der Strecke auftritt. Gibts bei schienengebundenen Fahrzeugen eine länger anhaltende Störung, bspw. ein Autofahrer der ins Gleis gefahren ist, ein Personenunfall, eine Weichenstörung, schwerere Fahrzeugstörungen etc., ist der Betrieb auf mehr oder weniger großen Streckenteilen eingestellt. Beim Bus läuft der Verkehr irgendwie noch weiter - auch, wenn dann ein Busballett entsteht.

ruyven_macaran schrieb:
Neubau von Straßenbahnen befürworte ich auch nur in wenigen Fällen. Aber rückblickend auf die Verkehrsplanung in Ostberlin war sie in meinen Augen eine gute Wahl, weil man recht viele Linien mit eigenen Spuren versehen konnte.
Irgendwas Neues brauchen wir hier aber, wenn man weniger Leute zum Individualverkehr nötigen will. Ich denke mal dass ich es gut herauskristallisiert habe, dass ich eine U-Bahn in bestehenden oder sehr großen Wohngebieten bei einem zu erwartenden sehr hohen Fahrgastandrang für die Grobversorgung und den Bus als Feinversorgung als die beste Lösung ansehe - den West-Berliner Ansatz halt. Und in Neubaugebieten halt, bei einem entsprechenden zu erwartendem Fahrgastandrang und falls sinnvoll umsetzbar, aus Initial-Kostengründen eine Straßenbahn.

ruyven_macaran schrieb:
"ohne Fahrer" hat nichts mit der Bauweise zu tun. Gibt genug (naja - genug um die Machbarkeit zu beweisen) konventionelle Ubahnen, die Fahrerlos fahren. In Berlin hatte man iirc schon in den 80ern entsprechende Versuchstechnik. Alles keine Kunst, nur eine Frage der Rechnung weil 1 Ubahnfahrer pro 700 Fahrgäste halt doch nicht der größte Kostenfaktor ist.
Obendrein gibt man Leuten eine Arbeit und im Stör- oder Ernstfall ist auch immer Personal vorhanden, welches im Ernstfall handeln kann. Automatikversuche gab es hier schon einige in Berlin, hat sich aber als zu störanfällig und teuer herausgestellt.

Spartanus schrieb:
Immer wieder dieses Argument mit dem Lohn zu bringen ist Unsinn. Ein Lokführer bei der DB verdient nicht schlecht, über 2300 Netto im Monat sind da ohne körperliche Anstrengungen locker drin. (Ich sehe alles über 2k Netto als angenehmes Gehalt)
Was soll man jetzt machen? Löhne zahlen wie für einen Arzt? Ganz sicher nicht.
Ich habe auch nicht von DB-Lokführern geredet, sondern Fahrern im Nahverkehr. Brandenburger Busfahrer in Nahverkehrsunternehmen sind bis Anfang des Jahres mit nicht mal 2000€ Brutto Grundlohn nach Hause gegangen, in Berlin gabs nur knapp unter 2200€ Brutto. Das war so wenig Geld, dass man schon an der Niedriglohnschwelle gearbeitet hat. Und Zuschläge kann, darf und sollte man nicht anrechnen, entschädigen die doch für unwirtliche Arbeitsumstände und können durchaus stark variieren...

Jobs können übrigens auf unterschiedlichste Art und Weise körperlich und geistig anstregend sein. Glaube mir, auch der Job des Fahrpersonals ist in einer gewissen Hinsicht körperlich und geistig anstrengend. Halt auf eine andere Art und Weise wie diverse handwerkliche Berufe, zum Beispiel.


ruyven_macaran schrieb:
Das Problem ist einfach das harte Auslaufen der Aufstockung. 80-90% Anrechnung sind extrem, würde man mit 40/70% rechnen, sodass deutlich weiter in den Niedriglohnsektor hinein bezuschusst würde, würde auch einfache Arbeit gegenüber "zu Hause sitzen" einen deutlichen Mehrwert bringen. So, wie es jetzt ist, arbeitet man die ersten 20 Wochenstunden eines einfachen Jobs ja nur fürs (nicht mehr zahlende) Amt.
Die Sache ist, irgendwo muss halt auch mal eine Grenze gezogen werden. Aktuell liegt sie meines Erachtens nach halt viel zu niedrig.
Nicht wenige Leute machen Niedriglohnarbeit, weil ihnen sonst langweilig wäre, ein geregelter Tagesablauf fehlt und auch das gewisse "unter Leuten sein" fehlt. Oder weil man nicht völlig vom Staat abhängig sein will.

Auch muss man verhindern, dass Unternehmen über diesen Weg Lohnkosten sparen wollen. Ich wette mit dir, es würden sonst noch viel mehr Löhne in manchen Branchen genau auf solch ein Level gesetzt werden, dass das Amt den Lohn auf ein Niveau X fördert, anstatt dass man den Lohn für Niveau X selber zahlt und eine Abhängigkeit vom Amt vermeidet.

ruyven_macaran schrieb:
Aber Deutschland hat sich ja in den Kopf gesetzt, dass Niedriglohnarbeit schlecht und böse ist und keinesfalls weiter staatlich bezuschusst werden darf und dass staatliche organisierte Arbeit mit vorgeschriebenen Löhnen noch viel, viel Böser ist/freier Markt sein muss. Aber gleichzeitig will man eine moderne Dienstleistungsgesellschaft mit einer begrenzten Anzahl teurer Spezialjobs und einer breiten Masse von nimm-mir-den-Alltag-ab-Unterstützungstellen sein, nur bitte mit einheitlichem Sozialniveau. :wall:
Wenn es mit der Digitalisierung und Automatisierung so weitergeht, wird es generell fast nur noch spezielle Jobs geben... Der Rest fällt hinten runter.
Niedriglohnarbeit ist nicht unbedingt schei*e und muss auch von irgendwem erledigt werden. Trotzdem sollte sie sich halt gegenüber Vollzeit-Sozialhilfe lohnen und ein halbwegs angenehmes Leben ermöglichen. Wenn es nicht durch den reinen Lohn geht, dann halt durch staatliche Förderung - finanziert durch die wirklich gut verdienenden bis reichen Leute und nicht durch die Leute, die angemessene Einkommen haben.



Von der GEZ kannst du dich iirc auch als Geringverdiener freistellen lassen, genauso sind Sozialtickets -wo es sie denn überhaupt gibt- selten auf Hartz IV beschränkt und die Zahlungen selbst laufen fließend aus, sodass du erst dann keine Stütze mehr bekommst, wenn du mehr als Stütze verdienst und somit definitiv besser dastehst. Dazu hast du als Geringverdiener dicht oberhalb der HartzIV-Schwelle in der Regel anspruch auf Wohngeld. Wer sich den zunehmenden Papierkram antut, steht am Ende also definitiv mit mehr Geld da, als wenn er unter der HartzIV-Schwelle geblieben wäre, und hat außerdem weniger Druck vom Jobcenter.

Was ein Problem ist: "mehr Geld" bedeutet nicht selten wenige Euro und das gilt im Prinzip schon für Aufstocker ab 400 €. Was man für mehr Arbeit am Ende mehr in die eigene Tasche stecken kann, ist einfach ein Witz. Wer ein Bisschen handwerklich begabt ist oder gerne auf Schnäppchenjagd geht, hat am Ende einen besseren Lebensstandard, wenn sich mit einem 450-€-20h-Job zufrieden gibt und 20 h die Woche in die Senkung seiner Lebenskosten investiert, anstatt für 40 h 900 € zu kassieren und 400 € weniger Stütze zu erhalten. (Zahlen gewürfelt, müsste für die aktuellen Regeln nachrechnen)[/QUOTE]
 
Das ist genau das Problem, wo ich beim Mietendeckel hin und hergerissen bin... Einerseits vertrete ich natürlich die Sicht der Mieterseite, die unter den zunehmenden Mietpreisen rein aus Profitsteigerungsgründen seitens der größeren Vermieter bzw. der Wohnungskonzerne leidet.
Andererseits kann ich auch die Sicht der Vermieter und Genossenschaften verstehen, die ihre soziale Verantwortung wahrnehmen und sich mit Mietsteigerungen bis aufs absolut Nötigste begrenzt haben, anstatt auf absoluten Profit zu gehen. Und nun durch das Verhalten der großen und gierigen Vermieter/Konzerne ebenfalls geschädigt werden, weil die den Hals nicht voll genug bekommen haben.

Selbst diese absolut nötigsten Mietsteigerungen zur Finanzierung von Instandhaltung, Modernisierung oder zum Kauf/Neubau mit gemeinnütziger Absicht werden nun schwer bis unmöglich gemacht. Daher halte ich das Einfrieren der Mieten auch für den absolut falschen Weg, da dieses Mittel auch die Vermieter trifft, die mit ihrer Verantwortung bisher im Sinne der Gemeinnützigkeit umgegangen sind.

Der richtige Weg wäre es aus meiner Sicht, die Modernisierungsumlagen so zu gestalten, dass die Mietsteigerungen anteilig an der Wohnungsgröße und in der Höhe sozial verträglich ausfallen sowie in der Dauer höchstens die Kosten der Modernisierung wieder eingespielt werden dürfen. Und solche Sachen wie Wartungs- und Ausbesserungsarbeiten werden über die Nebenabrechnung gezahlt (die eh nur im Rahmen der Kostenhöhe oder bestimmter Pauschalen erhoben wird) - ergo rechtfertigt dann auch z.B. das Entfernen eines Graffitis keine Mietsteigerung.

Fair für alle - der Vermieter hat seinen Profit und die Mieter zahlen ihm sogar die Werterhaltung oder ggfs. -steigerung der Immobilie.

Eine Enteignung oder das Einfrieren der Miete halte ich aus genannten Gründen für Kontraproduktiv... Und jemandem Eigentum wegzunehmen (und das nicht mal für marktübliche Preise) ist genauso schei*e wie die wohl unfassbar hohe Gier der Politiker damals, die nur DM-Zeichen gesehen haben und die langfristigen Folgen einer Privatisierung (langfristig enorm steigende Preise und/oder sinkende Qualität, schließlich wird ja für den Profit und nicht im Sinne der Gemeinnützigkeit gehandelt) von kritischer und grundlegender Struktur elegant verdrängt haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
zeit.de schrieb:
Die Unterschiede sind im Laufe der Zeit immer größer geworden. So mussten Mieter in Straubing-Bogen in Niederbayern seit 2014 einen Anstieg der Kaltmiete um 35,2 Prozent hinnehmen; in Vorpommern-Greifswald dagegen sanken im selben Zeitraum die Mieten um 1,3 Prozent. Insgesamt sind die Kaltmieten in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren im Mittel um 13,2 Prozent gestiegen.
Mietsteigerung in Deutschland: Teurer geht immer | ZEIT ONLINE
tagesschau.de schrieb:
Besonders in Großstädten können sich viele Einwohner Neubauten nicht leisten. In Berlin etwa liegt die sogenannte Mietbelastungsquote bei 41,3 Prozent. Die durchschnittliche Berliner Familie müsste also 41,3 Prozent ihres Nettoeinkommens ausgeben, um sich eine 3-Zimmer-Neubauwohnung zur Miete leisten zu können. Auch in Frankfurt ist die Mietbelastungsquote mit 40,7 Prozent sehr hoch. Eine durchschnittliche 3-Zimmer-Neubauwohnung kostet hier stolze 1450 Euro kalt.
Studie zu Neubauten: So viel Geld geht fuer die Miete drauf | tagesschau.de

Die Kosten für Wohnraum sind im Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen in Deutschland so hoch wie in keinem anderen EU-Land. Selbst im weltweiten Vergleich steht Deutschland da sehr schlecht da.

Dazu kommen unverhälnismäßig hohe Preise für Energie und Internet, wo Deutschland im Vergleich auch extrem schlecht ist.

Das schwächt die Binnennachfrage extrem, so dass Deutschland auch hier weit hinten steht.
 
Der richtige Weg wäre es aus meiner Sicht, die Modernisierungsumlagen so zu gestalten, dass die Mietsteigerungen anteilig an der Wohnungsgröße und in der Höhe sozial verträglich ausfallen sowie in der Dauer höchstens die Kosten der Modernisierung wieder eingespielt werden dürfen. Und solche Sachen wie Wartungs- und Ausbesserungsarbeiten werden über die Nebenabrechnung gezahlt (die eh nur im Rahmen der Kostenhöhe oder bestimmter Pauschalen erhoben wird) - ergo rechtfertigt dann auch z.B. das Entfernen eines Graffitis keine Mietsteigerung.
Die Modernisierungsumlage soll ab 0,50€ / m² Genehmigungspflichtig sein.
https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2019/pressemitteilung.820537.php schrieb:
Für Modernisierungsumlagen werden besondere Genehmigungs- und Anzeigepflichten für Vermieterinnen und Vermieter eingeführt. Modernisierungsumlagen, durch die die Bruttowarmmiete um mehr als 0,50 €/m² monatlich steigt, werden genehmigungspflichtig.
Senat beschliesst Eckpunkte fuer ein Berliner Mietengesetz/Mietendeckel - Berlin.de
 
Wohnraum gehört verstaatlicht und jeder sollte kostenfrei eine Wohnung bekommen. Die Kosten werden dann über die Steuern finanziert in dem man die eine Vermögens- und Einkommenssteuer schafft, die Besserverdiener endlich ordentlich belastet.
 
Naja was erreicht man damit?
1) alle ziehen die Mieten an die es können.
2) wer es nicht geschafft hat, die Miete anzuziehen, wird das nach 5 Jahren nachholen, das aber doppelt und bis dahin wird nur das nötigste gemacht.
3) alle Investitionen werden zurückgefahren. Wenn man jetzt investiert und sagen wir mal in 1 Jahr vermieten will, heißt das also - mindestens 4 Jahre keine vernünftigen Gewinne, ergo werden die Investoren abwandern und/oder abwarten.
4) nach 5 Jahren kommt für alle ne dicke fette Keule angeflogen wo keine 10-12% Mieterhöhung drin sind sondern halt ganze 25% (und das zurecht).
Und die Modernisierung die jetzt damit praktisch geblockt wird, steht im krassen Gegensatz zu der Ansage - sparsame Häuser und Wohnungen herrichten und energetisch sanieren!
Mit so was macht man den Investoren den Markt kaputt, ruiniert nicht nur den Markt sondern auch seine eigenen Gewinne (Papa Staat verdient an allem kräftig mit!), tritt den Baufirmen in die Eier (Auftragsrückgang incoming!) - da freuen sich jetzt alle die irgendwie mit dem Immobiliengeschäft zu tun haben.

Was für ein armes Land hier, kein Hirn. Massive Gewinne einfahren, auch in der Krise noch Gewinne erwirtschaften, überall brummt es - und dann versucht man es kaputt zu machen. Vor allem bei einem so essenziellen Thema - wo mehr Grün gewählt wird, wo die Leute bereit sind Geld zu investieren (unter anderem in moderne Wohnungen) und wir wirklich Bedarf haben - es stehen hier noch massig alte Häuser die dringend mal modernisiert werden sollten, bei einigen würde ich auch sagen - müssen. Mit der Aussicht keine vernünftigen Mieteinnahmen aus dem Objekt ziehen zu können, wird keiner da was machen. Die schwenken dann auf Gewerbeobjekte um oder bauen nur noch Eigentumswohnungen weil man da wenigstens noch etwas Gewinn erwarten kann. Für 1-2% macht das kein Investor heutzutage, zu viel Risiko in einem kaputtregulierten Markt.

Und an den Kollegen über mir - die Einkommenssteuer ist schon bissig genug. Andere Länder haben gar kein dynamisches Steuersystem, da zahlste z.B. immer 13% (Russland) egal was du verdienst. 13% von einem Mindestlohn merkt man, 13% von einem Millionär - da lacht der doch drüber. Hier ist das Steuersystem schon recht gut, bis auf die Vermögenssteuer und Erschaftssteuer für Firmenerben, aber das betrifft nur wenige 1000 Menschen im Land die mit solchen Summen in Kontakt kommen.
42% sind dir also nicht genug? Das ist knapp die Hälfte von dem was man verdient, finde ich schon happig :)
 
Mieten: Die Renditejagd beim Wohnungsbau muss gestoppt werden | Wirtschaft

Andere Länder haben gar kein dynamisches Steuersystem,
Wir sind hier nicht in "andere Länder".

Die steht zwar noch im Grundgesetz, wird aber seit 1997 nicht mehr erhoben.

42% sind dir also nicht genug? Das ist knapp die Hälfte von dem was man verdient, finde ich schon happig :)
Man hatte Anfang der 90er auch mal 53% Spitzensteuersatz bei der Einkommenssteuer und die Steuer auf Einkünfte aus Kapitalerträgen war an den persönlichen Einkommenssteuersatz gekoppelt und betrug nicht pauschal 25%. Wobei ich für 56% Spitzensteuersatz bin, wie man es in den 80er Jahren hatte. Mal abgesehen davon, ist die tatsächliche Steuerlast sowieso niedriger als der Spitzensteuersatz, selbst wenn man Einkommensmäßig mehrmals in dem Bereich liegt.



Apropos: Ich empfehle jeden mal ein Blick in "Baugenehmigungen, Baufertigstellungen - Lange Reihen" des Statistisches Bundesamtes zu werfen. Schon während der ersten Amtszeit von Willy Brandt gab es mehr Baugenehmigungen und es entstanden mehr neue Wohnungen, als in der gesamten bisherigen Zeit der Kanzlerschaft von Merkel oder auch nur einer Amtszeit eines anderen Bundeskanzlers vor oder nach ihm. Zumal es sich auch noch in der Struktur von dem was heute gebaut unterschied - "normale" Mietwohnungen vs Luxuswohnung für die Dekadenz. Dazu auch noch Gesetze gegen Bodenspekulation und Mietwucher. :schief:
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine Baugenehmigung ist hier etwa so einfach zu bekommen wie ein Lottogewinn, dabei scheitert es nicht am Geld sondern an der Zeit sowie Aufwand für eben diese.
So was sollte in 1-2 Monaten spätestens abgeschlossen werden (wenn alle Gutachten eingereicht sind), nicht in mehreren Jahren.
Dann wird auch mehr gebaut. Leider ist unsere Bürokratie absolut gnadenlos beschissen was das angeht.

Und ich finde auch 42% recht viel. 56% sowieso. Wer richtig viel Geld hat, schaufelt das sowieso woanders. Vor allem weil man dank EU mittlerweile überall sein kann. Es reicht wenn ich über 6 Monate im Jahr im anderen EU-Land bin um dort meine Steuern zu zahlen. Madeira z.B.
Und wer viel Geld hat, hat meist auch viel mehr Spielraum. Es ist besser einen geringeren Steuersatz zu haben und dafür viel mehr Leute die diesen hier zahlen.

Wird die Vermögenssteuer hier wieder erhoben, verzieht sich das Vermögen ins Ausland schneller als man guggen kann. Da wird alles bewegt - Firmensitz ist dann in XYZ, die Immobilien sind dann angemeldet auf Firma "Blah" ebenfalls in XYZ und der Papa Staat guggt in die Röhre. Wird schon so praktiziert, kenne persönlich einige Leute die auf Madeira gerade chillen und ihre Geschäfte in DE erledigen. Keine Namen versteht sich.
Denk mal nach warum. Weil die 42% eben bissig sind, die Leute geben ungerne knapp die Hälfte vom Einkommen ab, damit es in irgendwelchen Unfug wie BER gesteckt wird :) Vor allem wenn man das Geld behält, kann man selbst entscheiden für was es benutzt wird. Mit der deutschen Politik sind nicht alle Wohlhabenden einverstanden.

Und es geht nicht immer um Renditejagd. Es geht auch darum, Projekte mit hohem Risiko schnell zu refinanzieren. Die moderne Welt ist viel kurzlebiger geworden, niemand will jetzt 30 Jahre drauf warten bis es Gewinn gibt, das muss in 10 Jahren bereits Gewinn abwerfen. Oder so schnell wie möglich, was mit Eigentumswohnungen realisiert wird (finde ich eigentlich gut, ich bin in einer Kultur aufgewachsen wo Eigentumswohnungen absolut normal waren und zur Miete wohnen eher selten - was ja hier nicht der Fall ist).
Mit einem entsprechenden Einkommen (z.B. Pärchen wo beide in den MINT-Berufen arbeiten und 1 Kind oder gar Hund haben) ist das auch kein Thema. Dekadenz - nein. Normalität. Dekadenz ist wenn man sich ein Ferienhaus, eine Garage für etliche Fahrzeuge und so weiter baut. Also nicht mehr ordentlich leben, sondern halt wirklich schön leben - und davon sind auch Besserverdiener hier weit entfernt.
 
Zumal es sich auch noch in der Struktur von dem was heute gebaut unterschied - "normale" Mietwohnungen vs Luxuswohnung für die Dekadenz. Dazu auch noch Gesetze gegen Bodenspekulation und Mietwucher. :schief:

Nach Neusprech der Neurechten Marktfaschisten "Kommunismus" halt. ;):ugly:

Wird die Vermögenssteuer hier wieder erhoben, verzieht sich das Vermögen ins Ausland schneller als man guggen kann. Da wird alles bewegt - Firmensitz ist dann in XYZ, die Immobilien sind dann angemeldet auf Firma "Blah" ebenfalls in XYZ und der Papa Staat guggt in die Röhre. Wird schon so praktiziert, kenne persönlich einige Leute die auf Madeira gerade chillen und ihre Geschäfte in DE erledigen. Keine Namen versteht sich.
Denk mal nach warum. Weil die 42% eben bissig sind, die Leute geben ungerne knapp die Hälfte vom Einkommen ab, damit es in irgendwelchen Unfug wie BER gesteckt wird
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Vor allem wenn man das Geld behält, kann man selbst entscheiden für was es benutzt wird. Mit der deutschen Politik sind nicht alle Wohlhabenden einverstanden.

Der BER ist grundsätzlich kein Unfug sondern eine Notwendigkeit, aber die Umsetzung ist halt einfach nur hochnotpeinlich und bezeichnend für die Krankheit (Inkompetenz, Vetternwirtschaft, Lobbyismus, Korruption & Verschwendung) in unseren staatlichen / politischen Strukturen, aber die ach so "vorbildlichen" Bayern können ja auch ein Lied davon trällern:

Bayrische Landtagsabgeordnete tricksen weiter - Vetternwirtschaft im Landtag / Report Mainz /SWR / 8:32 min

(Quelle: Youtube)
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Der BER ist grundsätzlich kein Unfug sondern eine Notwendigkeit, aber die Umsetzung ist halt einfach nur hochnotpeinlich und bezeichnend für die Krankheit (Inkompetenz, Vetternwirtschaft, Korruption & Verschwendung) in unseren staatlichen Strukturen,
Oder wie man über Jahrzehnte Fachpersonal im öffentlichen Dienst abgebaut hat, damit man seine guten Bekannten in der Privatwirtschaft mit Berateraufträgen versorgen kann. Von Layen regiert.

Wird die Vermögenssteuer hier wieder erhoben, verzieht sich das Vermögen ins Ausland schneller als man guggen kann.
Also Steuerhinterziehung. Da kann man gleich den internationalen Haftbefehl hinterherschicken.


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Also Steuerhinterziehung. Da kann man gleich den internationalen Haftbefehl hinterherschicken.

Manch einer hier sollte sich halt auch für die deutsche Politik bewerben, da (er)findet man ja auch immer 1000 Gründe ("Innovation") dafür warum eine Vermögenssteuer nicht umsetzbar sei. Immer nur komisch das andere Länder auch von im Ausland lebenden Staatsbürgern die Steuern eingetrieben bekommen, nur in Deutschland, da ist das Steuern eintreiben bei Vermögenden alles von ungerecht bis unmöglich, nur nicht machbar. ;)
 
Manch einer hier sollte sich halt auch für die deutsche Politik bewerben, da (er)findet man ja auch immer 1000 Gründe dafür warum eine Vermögenssteuer nicht umsetzbar sei. Immer nur Komisch das andere Länder auch von im Ausland lebenden Staatsbürgern die Steuern eingetrieben bekommen, nur in Deutschland, da ist das Steuern eintreiben bei vermögenden von ungerecht bis unmöglich alles, nur nicht machbar. ;)
Der richtige Treppenwitz kommt noch: Großbritannien mit seinem Finanzmarkt London erhebt eine Transaktionssteuer seit, Brüller vorraus, Thatcher(!). Hierzulande tut man so, als ob die Erhebung einer solchen der Untergang von Frankfurt (M) wären, obwohl bis 1990 hierzulande eine Börsenumsatzsteuer und Wechselsteuer erhoben wurden.

Aber da ist man mal wieder an dem Punkt:
Das Jammerlied auf die Steuerlast für Unternehmen entbehrt nicht einer gewissen Ironie, angesichts dessen, dass die kombinierte Belastung aus Körperschaftssteuer, Soli und Gewerbesteuer von 59,27% 1991, auf mittlerweile 29,83% gesunken ist.
https://www.bundestag.de/resource/b...edfa9527b5b7b1078778/WD-4-065-18-pdf-data.pdf

Aber da ist man mal wieder bei dem Punkt:
Mit den 90er Jahren began hierzulande die idiotische Deregulierung der Finanzmärkte, u.a. durch die vier "Finanzmarktförderungsgesetze", welches unter rot-grün (Danke Schröder, Danke Joschka...) und deren Kuschelei mit den Hedgefonds dann nochmal richtig auf die Spitze getrieben wurde. Ebenso began in den 90er Jahren eine Steuer- und Sozialpolitik nach dem Matthäus-Prinzip, wo denen, die ohnehin schon viel haben, gegeben bzw. sie weniger belastet werden und denen, die nichts oder nur wenig haben, umso mehr in die Tasche gegriffen wird. Beispiele dafür:
Wegfall der Wohnungsgemeinnützigkeit,
Nichterhebung der Vermögenssteuer, obwohl sie noch im Grundgesetz steht,
Anhebung der Mehrwertsteuer , welche vorallem Haushalte mit kleinen Einkommen oder die gar auf Transferleistungen angewiesen sind, überdurchschnittlich belastet. Gleichzeitig Eseleien, wie z.B. das bis 2012 für Reitpferde der ermäßigte Mehrwertsteuersatz galt, während bis heute für Windeln der volle gezahlt werden muss.
eine absolut unsolidarisch gestaltete Ökosteuer,
Wegfall der Börsenumsatzsteuer und Wechselsteuer,
Senkung des Spitzensteuersatz von 53% auf 42%, mit dem kleinen Häubchen Reichensteuer von 45%,
Senkung der Körperschaftssteuer von 50% bzw 36% auf einheitlich 15%
Kapitalertragssteuer von einst gekoppelt an den persönlichen Steuersatz, gesenkt auf 25%,
eine Erbschaftssteuer, die Quandt und Co euphemisch zu Familienunternehmern macht und Reiche kaum bis gar nicht belastet,
Milliardengeschenke an Banken und Versicherungskonzerne durch Riester und Rürup, bei gleichzeitiger Schwächung der Gesetzlichen Rentenversicherung
Schaffung eines prekären Arbeitsmarktes, mit seinen ganzen Mini- und Midijobs, im Zuge von Hartz 1, den es vorher in der Form nie in der Bundesrepublik gegeben hat. Das ganze etwas später noch durch Hartz 4 flankiert, wo jeder, der sich weigert Prekär beschäftigt zu sein, die Sanktionskeule bekommt. Einhergehend mit diesem prekären Arbeitsmarkt auch indirekt Milliardengeschenke an die Wirtschaft. Denn die Prekären müssen aufstockend Alg2 beantragen, damit sie überhaupt über die Runden kommen.
...
Steuer- und Abgabenreformen seit 1998 haben nur die reichsten 30 % entlastet - Hans-Boeckler-Stiftung
Und wenn man noch etwas zurückgeht: In den 80er Jahren Betrug der Spitzensteuersatz sowie die Körperschaftssteuer (thesauriert) sogar mal 56%.


€: Memorandum 2018: Unternehmerstaat Deutschland (neues-deutschland.de)
 
Der richtige Treppenwitz kommt noch: Großbritannien mit seinem Finanzmarkt London erhebt eine Transaktionssteuer seit, Brüller vorraus, Thatcher(!). Hierzulande tut man so, als ob die Erhebung einer solchen der Untergang von Frankfurt (M) wären, obwohl bis 1990 hierzulande eine Börsenumsatzsteuer und Wechselsteuer erhoben wurden.
Wundert dich das bei solchen Nachrichten irgendwie (gerade mal 1 Monat alt)?

Der Schweizer Zughersteller ist am Freitag erfolgreich an die Börse gegangen. Friedrich Merz besitzt Aktien des Unternehmens und verdient kräftig mit. (5,7 Mio. Euro)


https://www.handelsblatt.com/politi...ml?ticket=ST-3735376-z1HxPccRImcWv0E3lv7X-ap3

Menschen wie Merz haben da sicherlich kein Interesse daran das ihre Börsengeschäfte besteuert werden. ;)
 
Merz, der sitzt ja auch in Schattenbanken wie BlackRock – Lobbypedia. Also etwas, was schon längst in Verbindung mit einem bedeutend schärferen Wettbewerbsrecht, hätte entflochten gehört. (Neben der Rücknahme diverser "Liberalisierungen" des Finanzmarkt.)
 
Deutschland ist nicht mehr die Vorzeigemarktwirtschaft in Europa, sondern Skandinavien, Dänemark, Benelux, Schweiz und Österreich.
Die Sozialsysteme in diesen Ländern arbeiten effektiver als unseres, und dort ist der Lebensstandard auch höher als bei uns seit Jahrzehnten.
Genau deshalb wandert unsere Intelligenz auch gerne in die Schweiz und Österreich aus, direkt nach dem Studium, weil diese Länder viel attraktiver sind.

Deswegen sehen die Politiker in den USA die skandinavischen Länder auch als sozialistische Länder an, wie die DDR, nur wirtschaftlich viel erfolgreicher.

Die Strukturprobleme die die letzte Finanzkrise ausgelöst hatten, wurde bis heute nicht gelöst, und die Auswirkung nur in die Zukunft verschoben.
Ich kann nur hoffen, dass ich dann nicht mehr lebe wenn sich dass System bereinigt, und es zu massiven Verwerfungen kommt.
 
Man hatte Anfang der 90er auch mal 53% Spitzensteuersatz bei der Einkommenssteuer und die Steuer auf Einkünfte aus Kapitalerträgen war an den persönlichen Einkommenssteuersatz gekoppelt und betrug nicht pauschal 25%. Wobei ich für 56% Spitzensteuersatz bin, wie man es in den 80er Jahren hatte. Mal abgesehen davon, ist die tatsächliche Steuerlast sowieso niedriger als der Spitzensteuersatz, selbst wenn man Einkommensmäßig mehrmals in dem Bereich liegt.

Die Einkommensteuer auf Kapitalerträge wie es mal war können wir gern einführen, dann aber mit den gleichen Parametern wie damals und die hast du gekonnt verschwiegen. Da hieß es nämlich bei mehr als 1 Jahr Haltedauer 0% Steuer weil Steuerfrei. Genau das richtige für Kleinanleger die langfristige Anlage für die Altersvorsorge oder die Kinder betreiben.
 
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