Volksentscheid in Berlin: Umwandlung von Wohnungen in Sozialwohnungen

Wenn bei den Leuten nichts von den Gewinnen ankommt, dann sollten wir eventuell dafür demonstrieren das sie doch von den massiven Gewinnen profitieren? Anstatt sie weiterhin mit Mindestlohn oder knapp darüber abzufertigen und denen hinterher noch billigen Wohnraum suchen den es nun mal nicht mehr gibt in Metropolen?

Und ja, IT zahlt mehr. Auch Startups in der IT zahlen mehr. Warum? Na weil Arbeit bezahlt werden soll. Wir schuften auch am Wochenende und rund um die Uhr, weil das Projekt nun mal auf 24/7 Service basiert. Deswegen bin ich auch zu unchristlichen Zeiten und am Wochenende online. Alles hat Vor-&Nachteile.
Ich will aber auch das andere Berufe den Leuten ein anständiges Leben in der Mittelschicht ermöglichen, wenn man nicht gerade die Bahnhofstoiletten putzt - aber selbst da sollte man genug zum leben verdienen, nur halt nicht ganz im Mittelstand landen.

Was kann ich dafür wenn Firma XYZ beschlossen hat, Osteuropäer auszubeuten und auch den einheimischen Angestellten so viel zu zahlen das sie gerade mal nicht verhungern? Ich kann höchstens die Demos oder Gewerkschaften unterstützen, aber die Leute müssen ihre Hintern dafür selbst hochbekommen. Mindestlohn allein reicht nicht, da der landesweit gilt und keine Unterschiede zwischen reichen und weniger reichen Regionen macht. Mindestlohn irgendwo in Zwickau - kannst davon halbwegs leben. Mindestlohn in München? Kriegst nicht mal ne Garage gemietet dafür.

Und es wird mehr gebaut werden müssen. Die Städte sind nicht aus Gummi und die lassen sich auch nicht unendlich in die Breite ziehen, müssten aber mit der zunehmenden Bevölkerung wachsen. Die Städte werden in die Höhe wachsen, mit mehr Tiefgaragen (Beispiel Tokyo - die haben kein Platz, also haben sie nachgedacht wohin man die Blechmonster stecken kann, die nun mal in die Stadt rollen - egal wie teuer das parken ist). Dazu gehört auch Abriss der alten Häuser. Klar, wir wollen uns den Charme der europäischen Städte, die Architektur usw. erhalten, aber so lange es keine Anreize gibt für die Leute NICHT in die Metropolen zu ziehen, werden diese wachsen müssen.
Ich habe den Luxus, mich überall anzusiedeln dank Home Office, ich kann also in der besagten Pampa arbeiten so lange da gutes Internet ist. Diese Pampa kann auch jedes andere Land der Welt sein wo ich ein Visum bekomme (wenn ich eins brauche, kenne einen Kollegen der lebt in Seoul und nutzt die 90-Tage Regel gnadenlos aus - fliegt raus nach China am WE und kommt gleich zurück, setzt damit die 90 Tage wieder zurück - das ist nicht die feine Art, aber gesetzlich erlaubt und würde bei mir auch gehen). Aber das ist wahrer Luxus, das würde sich nicht auf mein Einkommen auswirken, gar nicht und die Firma begrüßt das auch wenn man mobil ist und trotzdem was schafft - weil wir global sind. Das ist wahrer Luxus. So was kann sich hier aber vll nur 0,01% der Bevölkerung erlauben, ohne finanzielle oder gesellschaftliche Nachteile zu haben.
Daher - mehr bauen, hart nachverdichten, von Städten wie Tokyo lernen. Seoul kenn ich z.B. - hat viele gute Lösungen, aber die Stadt ist so irre groß und langgezogen, glaub man nicht. Wer in Berlin das pendeln nicht mag, der soll mal nach Seoul gehen oder Peking - wer dortige Verkehrsbedingungen überlebt, meckert hier nicht mehr. Aber selbst dort gilt - wohnen neben der Arbeit ist gut und darauf arbeiten die Leute hin.
 
Bezüglich auf den innerstädtischen Verkehr kann man das durchaus. Eine Stadt ganz ohne geht nicht, wo viele Menschen leben ist auch viel los. Ich würde aber schätzen, dass 90-95% des Verkehrs in den Städten auf Leute von außerhalb zurückgeht. Also genau die Arschllöcher, die ins Grüne ziehen, weil sie es sich leisten können, aber dennoch die Vorteile der Stadt nutzen wollen und dadurch die Bedingungen für alle anderen noch schlechter machen.
Da wären Statistiken wirklich mal interessant...
Allerdings glaube ich nicht unbedingt, dass aufs Land ziehen ein finanzieller Nachteil ist. Meist sind dort die Grundstücks- oder Mietpreise so viel niedriger (außer vielleicht im unmittelbaren Speckgürtel), dass die Kosten für ein Auto da glatt untergehen. Da hat man am Wohnort halt Ruhe und hat sogar noch die mehr oder weniger unbegrenzte Mobilität als Vorteil - gegenüber den längeren Arbeitswegen als Nachteil.

Aber ja, dass man aufs Land zieht und dann (mit dem Auto) in die Stadt zum Arbeiten fährt... Ja... Ich meine, verübeln kann ichs den Leuten nicht, aber schei*e ist es durchaus, da gebe ich dir recht.



ruyven_macaran schrieb:
Das ist nur leider, leider normal und eigentlich nicht zu tolerieren. Aber es ist eben kein Problem des Nahverkehrs, sondern ein Problem der Gesellschaft als solches. [...] die gleichen Leute, die einen in der Bahn konzentriert nerven, sind auch zu Fuß eine Zumutung, der man in der Stadt kaum entgehen kann.
Leider sind Lärmbelästigung und kleine Sachbeschädigung in Deutschland genauso straffrei wie das Zuparken von Fahrspuren, Umweltverschmutzung oder Steuerhinterziehung.
Naja, in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist man dem Fehlverhalten anderer Leute leider gnadenlos ausgeliefert.
Auf der Straße kann man sich dem Fehlverhalten wenigstens entziehen - und im Auto hat man halt höchstens die Rücksichtslosigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer (und zwar sowohl dem Fußverkehr, als auch dem motorisierten Verkehr und auch den Radfahrern...) als Problem.



ruyven_macaran schrieb:
2016 wurde für Berliner Familien (70 m² sind für Singles nunmal Luxus) ein mittleres Einkommen von 3230 € angegeben. Wären also rund 1100 € Miete, die nach der Drittelregelung okay wären, wobei ich solche Faustformeln für komplett ungeeignet halte. Essen, Kommunikation und Verkehr werden schließlich nicht teurer, nur weil man mehr verdient. Einkommensschwache Haushalte können da nur wenig mehr sparen als reiche und haben dementsprechend weniger für die Miete übrig.
Dass solche Faustregeln fürn Eimer sind ist mir klar, nur irgendwie musste ich dem Herren ja verdeutlichen was für ein Nettoeinkommen nötig wäre, um sich die Wohnung aus dem Beispiel da zu leisten (umso entsetzter war ich, als ich seine Ansicht bezüglich eines normalen Einkommens gesehen habe...).

Bei den Links und den dortigen Angaben frage ich mich gerade, ob die mit "Das Nettoeinkommen der Berliner Haushalte" in der interaktiven Statistik dort das Pro-Kopf-Einkommen meinen oder wirklich das Haushaltseinkommen.
Das wäre ja eine enorme Diskrepanz zwischen 2016 und 2018 - die Haushalte mit 3200€ und mehr an Nettoeinkommen machen laut der Statistik dort nur ca. 1/3 der Haushalte aus.

Nichtsdestotrotz - man braucht halt noch Geld für Notfälle, will eventuell auf Wohneigentum sparen, auch mal in den Urlaub fahren und sich auch im Alltag Annehmlichkeiten gönnen können. Und dann will der Staat ja noch am Liebsten, dass man privat fürs Alter vorsorgt (liest man ja in letzter Zeit häufiger, dass man über die immer höhere Besteuerung der gesetzlichen Renteneinkünfte die Leute in die private Altersvorsorge drängen will). Da kommt es halt nicht so gut, wenn man schon mit den Alltagseinkünften nur gerade so über die Runden kommt, aber für die Vorsorge nix übrig bleibt.



ruyven_macaran schrieb:
Genau das ist in meinen Augen absolut untolerabel. Eine Aufwertung kann man umlegen - wenn Mieter ein Vetorecht haben, wenn sie die gar nicht wollen. (Ich kenn Berliner, die haben jetzt den dritten Balkon binnen 20 Jahren. Und schon der erste war ihnen vollkommen recht und er war auch nicht baufällig.) Aber es wird nicht der Nutzwert einer Modernisierung umgelegt, sondern eben deren Kosten. Das heißt der Mieter bezahlt nicht seinen Mehrwert, sondern er bezahlt die Wertsteigerung des Eigentums des Vermieters.
Naja, natürlich sollten die Modernisierungen/Sanierungen einen Sinn haben, keine Frage.

In meinem Beispiel da kann man alleine mit dem Kokosfußboden und der Videogegensprechanlage an der Sinnhaftigkeit zweifeln, während die anderen Punkte wie eine Verstärkung der elektrischen Anlage, die energetische Sanierung oder die Sanierung der Warmwasser- und Heizungsanlage eigentlich eine selbstverständliche Geschichte (auch im Sinne des Umweltschutzes) sein sollten. Gerade in Zeiten des Umweltschutzes und steigener Energiekosten, wobei einem ursprünglich mal versprochen wurde, dass man man die steigenden Energiekosten durch die Einsparungen der energetischen Sanierungen einsparen kann. Stattdessen stecken sich die Vermieter das Einsparpotenzial ein und dem Mieter entstehen in doppeltem Maße deutlich höhere Kosten.

Wieso sollte ich auch für etwas mehr zahlen, was ich garnicht haben will? Gerade solche Sachen die SmartHome (überflüssiger, unmögliche Kosten verursachender Schrott für extrem faule Leute bei denen man nur noch weitere Tonnen an Daten verkauft) könnten mir gestohlen bleiben - oder überflüssige Luxusextras wie ein Kokosfußboden oder eine Videogegensprechanlage. Die bringen mir nix, wenn ich mir die Wohnung nicht mehr leisten kann.

Trotzdem bleibe ich bei meinem Standpunkt, dass Sanierungs-/Modernisierungskosten durchaus umgelegt werden können sollten. Nur halt nicht in einem solchen Maße und auf solch eine Art und Weise, dass sich daraus ein richtiges Geschäftsmodell entwickelt.
Denn wie ich ebenfalls geschrieben habe: Eigentlich bin ich der Ansicht, dass solche Arbeiten eigentlich aus den Einkünften der normalen Regelmiete zu bezahlen sein sollten. Da sollten Umlagen, wenn überhaupt, nur in solch einem Maße erfolgen können, dass sie eine kleine Finanzierungshilfe sind. Aber nicht, dass man die Sanierungen/Modernisierungen zu 120% aus den Umlagen finanziert und damit sogar noch dauerhaft die Miete extrem steigern kann. Ergo: Die Umlagen müssen zeitlich (eng) begrenzt und vorallem in der Höhe deutlich stärker gedeckelt werden...

Ich habe vorhin schon in den Nachrichten gelesen: Es entwickelt sich gerade mal wieder ein ganz neues Geschäftsmodell, mit denen die Mieten noch weiter gesteigert werden können - es wird zunehmend nur noch möbliert vermietet, mit horrenden Aufpreisen...

cryon1c schrieb:
Und ja, IT zahlt mehr. Auch Startups in der IT zahlen mehr. Warum? Na weil Arbeit bezahlt werden soll. Wir schuften auch am Wochenende und rund um die Uhr, weil das Projekt nun mal auf 24/7 Service basiert.
Buhu, ich bekomme das Heulen. Ist dir klar, wie viele Leute auch an Wochenenden und Feiertagen Schicht arbeiten, durchaus auch nachts? Und das für meist sehr, sehr viel weniger Geld, welches du als normales Einkommen ansiehst?
Keinesweg will ich deinen Arbeitsaufwand mit dem Statement entwerten - aber es ist halt... Normal. ;)
 
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Buhu, ich bekomme das Heulen. Ist dir klar, wie viele Leute auch an Wochenenden und Feiertagen Schicht arbeiten, durchaus auch nachts? Und das für meist sehr, sehr viel weniger Geld, welches du als normales Einkommen ansiehst??

Kenn ich einige. Der Verkäufer an der 24/7 Tankstelle hier, den ich ab und an sehe sieht nicht so aus als ob der gut verdient. Und sein Eimer mit Bolzen (als Auto kann man die Rostlaube nu nicht bezeichnen, kA wie der das Ding überhaupt durch den TÜV durchbekommen hat) sieht auch nicht so gut aus. Wer an der Tankstelle arbeitet und bissl was von Autos versteht (bringt der Job so mit sich) und dann trotzdem so was fährt, der hat kein Geld.
Ist das aber mein Problem? Kann ich für die Leute jetzt Gewerkschaften gründen oder kann ich der Firma sagen - so, jetzt war ich bei dir einkaufen und ich will das du dem Verkäufer jetzt 20€/h zahlst ohne Überstunden etc.? Da wird der Chef da noch den ganzen Monat lachen wenn ich dem das sage.

Die müssen ihre Hintern schon hochbekommen. Ich sehe kein Problem mehr zu zahlen. Ich sehe auch kein Problem 10€ für ein kleines Paket und 40€ für ein schweres Paket (so wie n PC-Sessel oder fetter TV) zu zahlen für die normale Zustellung, wenn das Geld auch unten ankommen würde. Es bleibt aber beim Vorstand und Aktionären hängen. Das Problem der Gewinnverteilung zwischen den hohen Tieren, Aktionären und dem gemeinen Fußvolk müssen die unter sich klären.

Es gibt bereits gute Regelungen wie z.B. im Baugewerbe die für halbwegs vernünftige Löhne sorgen. Aber alles totregulieren ist auch keine Lösung, denn alleine der Verwaltungsaufwand und die Kontrollen verursachen enorme Kosten. Deswegen sollten die Leute aktiv werden.

Was die Modernisierungskosten angeht, sollte es möglich sein, da individuelle Lösungen zu finden. Anstatt einfach pauschal eine Summe auf die Kaltmiete draufzuklatschen, kann man den Vermieter ja auch fragen. z.B. wenn da 20.000€ pro Wohnung an Modernisierungskosten anfallen, fragt man den Mieter - für welchen Zeitraum willst du das haben, was kannste machen? Wer mehr hat und sowieso in der Wohnung bleiben will, kann sagen - ok, mach ich auf 3 Jahre und dann hab ich wieder niedrige Miete und ne geile Wohnung. Wer das nicht stemmen kann, legt das halt auf 10 Jahre um. Bei dem Beispiel mit 20.000€ auf 10 Jahre wäre das eine Steigerung von 166€. Das beißt doch nicht und viel mehr kostet eine Modernisierung nicht pro Wohnung wenn da nicht gerade Luxus eingebaut wird. Von mir aus auch 15 oder 20 Jahre als max. Dauer.
So kommt der Immobilienbesitzer trotzdem auf seine Kosten und die Mieter haben mehr Spielraum.
Klar, der Verwaltungsaufwand wäre höher, aber so wie ich sehe das es da sowieso massiv rumgestritten wird, ist eine Lösung einfacher und billiger als sich zu streiten und Anwälte einzuschalten.
Und so eine Summe kann praktisch jeder stemmen. Selbst mit Hartz4 sollte so eine Mieterhöhung noch tragbar sein wenn sie auf langen Zeitraum umgelegt wird.
Bei Neuvermietung kann der Vermieter dann neu kalkulieren um seine Investition zu sichern. Ist ja nicht so als ob der die Bude nicht vermietet bekommt und auf den Kosten sitzen bleiben würde.

Ich kann mir durchaus vorstellen das so eine Regelung allen helfen würde. Wohlhabende Leute zahlen so was in wenigen Jahren ohne zu hungern (ja da fällt der Urlaub halt im 4-Sternehotel etwas billiger aus, 5 Sterne muss ja nicht sein) und der Geringverdiener sieht seine Miete nicht doppelt.
 
Bei dem Beispiel mit 20.000€ auf 10 Jahre wäre das eine Steigerung von 166€.
Genau, nur 166€. Ein echtes Schnäppchen für jeden Mindestlohnempfänger. Was kommt als nächstes? Wer arm ist soll Grundeigentum und Aktien erwerben? (Also die moderne Form von "dann sollen sie doch Kuchen" essen.) :schief:

Es gibt bereits gute Regelungen wie z.B. im Baugewerbe die für halbwegs vernünftige Löhne sorgen.
Schwarzarbeit - "Krebsgeschwuer der Baubranche" - Wirtschaft - Sueddeutsche.de

Aber alles totregulieren ist auch keine Lösung, denn alleine der Verwaltungsaufwand und die Kontrollen verursachen enorme Kosten.
Ein echter Lindner. Ja nichts regulieren, man könnte ja mehr Aufwand und Kosten haben. Privatisieren oder schaffen wir doch gleich Zoll mitsamt Finanzkontrolle Schwarzarbeit, Ordnungsamt, Lebensmittelüberwachung, ... und Polizei ab. Kosten ja schließlich nur Geld und erzielen keinen Gewinn.

Deswegen sollten die Leute aktiv werden.
Es wird Seitens Grünen, Linkspartei und Gewerkschaften seit Jahren gefordert, ein Verbandsklagerecht z.B. im Bereich Mindestlohn einzuführen.
https://www.boeckler.de/Boeckler_Impuls_2018_20_3.pdf
Ein grundsätzliches Problem besteht der Analyse zufolge darin, dass viele Betroffene aus Angst um ihren Job nicht bereit sind, ihre Ansprüche vor Gericht einzuklagen. Staatliche Stellen wiederum seien nur befugt, ausstehende Sozialbeiträge einzutreiben. Andere europäische Staaten seien da weiter: In Frankreich oder Spanien etwa könnten Arbeitsinspektionen Nachzahlungen an geprellte Beschäftigte direkt anordnen. Hierzulande könnte insbesondere ein Verbandsklagerecht für Gewerkschaften Abhilfe schaffen.
 
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Jetzt tun wir mal nicht als ob 166€ viel Geld wären heutzutage. Bei Spritpreisen von 1,30€/Liter, Stromkosten von 0,26€+ pro kWh usw. sind 166€ aktuell Kleingeld. Wo der € eingeführt wurde, hat man für die Summe noch ordentlich was bekommen, heutzutage nicht mehr.
Zumal das auch in die 30% Steigerung der Miete passen würde bei den meisten Wohnungen.

Und ich rede nicht über die Schwarzarbeit, das ist eine Straftat, das zählt gar nicht. Die Löhne im Baugewerbe sind etwas besser als der Mindestlohn und es gibt besondere Regelungen für die Branche, genau so wie für Fleischverarbeitung z.B. So was muss auch in anderen Bereichen umgesetzt werden, wenn schon keine Tarifbindung existiert.

Und wegen Regulierung - es muss alles einen Sinn machen. Man kann nicht alles überall kontrollieren, das ist nicht wirtschaftlich. Deswegen haben wir auch nicht Blitzer überall stehen sondern nur an gefährlichen Abschnitten. Deswegen wird man von Polizisten nicht alle 10 Meter kontrolliert sondern nur auf Verdacht wenn man auffällt. Auch bei der Arbeit - da kannst du nicht alles kontrollieren. Sachen die wirklich heftige Auswirkungen haben wie die Lenk&Ruhezeiten bei LKW-Fahrern - ja, aber doch nicht wer was verdient, ob Boni, Überstunden usw. richtig abgerechnet werden. Das regeln die Leute selbst, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Können die das nicht regeln, steht es denen frei zu klagen, fertig. Wenn die Angst haben und sich ausbeuten lassen, ist denen eh nicht zu helfen.
Kontrollen durch hochbezahlte Beamte finde ich gut, wenn sie wirklich bei Härtefällen usw. durchgeführt werden. Sonst entwickeln wir uns zu einer Kopie von Russland, wo überall gut bezahlte Beamte rumeiern und es Prüfer für Kontrolleure gibt und trotzdem nix funktioniert. Der Markt ist sehr wohl in der Lage, fast alles selbst zu regeln wenn die Leute endlich mal ihre Eier finden und sich durchsetzen klappt das auch alles. Man muss ja auch nicht klagen, aber man kann Prüfer in den Betrieb bestellen - Kontrolleure aller Art, Zollbeamte wegen Schwarzarbeit usw. ohne selbst aufzufallen. Menschen müssen aktiv werden was ihre Arbeitsbedingungen und Löhne angeht.

Wenn mir mein Lohn nicht passt, gehe ich zum Chef und sage dem das noch am selben Abend. Wenn mir z.B. die Vergütung für ein Event (Reisekosten etc.) nicht gefallen, ebenfalls. Da findet sich immer eine Lösung.
 
I
PCs und somit auch Grafikkarten in ihnen sind inzwischen also alles andere als verzichtbare "Luxusgüter" geworden.

Stimme dir da insoweit zu, dass ein PC heutzutage absolut notwendig ist.
Ob der aber überhaupt eine dedizierte GPU für die absolut notwendigen Dinge benötigt, geschweige denn eine wirklich leistungsstarke, das wage ich doch eher zu bezweifeln. :)

Wer mehr hat und sowieso in der Wohnung bleiben will, kann sagen - ok, mach ich auf 3 Jahre und dann hab ich wieder niedrige Miete und ne geile Wohnung. Wer das nicht stemmen kann, legt das halt auf 10 Jahre um. Bei dem Beispiel mit 20.000€ auf 10 Jahre wäre das eine Steigerung von 166€. Das beißt doch nicht und viel mehr kostet eine Modernisierung nicht pro Wohnung wenn da nicht gerade Luxus eingebaut wird. Von mir aus auch 15 oder 20 Jahre als max. Dauer.

Anmerkung: so funktioniert das nicht. Die umgelegten Kosten bleiben auf der Miete und erhöhen sie dauerhaft, völlig gleich ob die durch die "Modernisierung" verursachten Kosten irgendwann längst wieder drin sind oder nicht.

Ich rede ja nicht über den Leerstand von Villen und Neubauten mit 150m² großen, vergoldeten Wohnungen mit Blick auf Kölner Dom oder ähnliches. Sobald es genug Leerstand bei kleinen und mittleren Wohnungen gibt (Überangebot), gehen die Mieten runter.

Nur gibt es halt wie bereits erwähnt zahlreiche reale Beispiele (London der letzten Jahrzehnte, Tokio in den 80ern usw.), die diese (in der Theorie ja durchaus korrekte) Schlussfolgerung, dass Angebot und Nachfrage es schon richten werden, einfach nicht der Realität entspricht. Der Markt ist keine unsichtbare Gottheit, die sich automatisch an alles anpasst. Der Markt neigt zu Überreaktionen, getrieben von übermäßiger Spekulation. Die Ideen von Mises, Rothbart und Hayek werden in der VWL heutzutage nicht ohne Grund von jedem geistig halbwegs gesunden und unabhängigen Volkswirt eher belächelt, denn prominente Beispiele für eine völlständige dysfunktionalität deregulierter Märkte finden sich buchstäblich in jedem Jahrzehnt der letzten 200 Jahre.

Insofern steht sich mir jetzt ehrlich die Frage (und das meine ich wirklich nicht böse), wo der Sinn ist an dieser Stelle weiter zu diskutieren, wenn die zusammenkondensierte Antwort letztlich immer wieder auf ein "der Markt wird es schon richten" hinausläuft?
 
Anmerkung: so funktioniert das nicht. Die umgelegten Kosten bleiben auf der Miete und erhöhen sie dauerhaft, völlig gleich ob die durch die "Modernisierung" verursachten Kosten irgendwann längst wieder drin sind oder nicht.



Nur gibt es halt wie bereits erwähnt zahlreiche reale Beispiele (London der letzten Jahrzehnte, Tokio in den 80ern usw.), die diese (in der Theorie ja durchaus korrekte) Schlussfolgerung, dass Angebot und Nachfrage es schon richten werden, einfach nicht der Realität entspricht. Der Markt ist keine unsichtbare Gottheit, die sich automatisch an alles anpasst. Der Markt neigt zu Überreaktionen, getrieben von übermäßiger Spekulation. Die Ideen von Mises, Rothbart und Hayek werden in der VWL heutzutage nicht ohne Grund von jedem geistig halbwegs gesunden und unabhängigen Volkswirt eher belächelt, denn prominente Beispiele für eine völlständige dysfunktionalität deregulierter Märkte finden sich buchstäblich in jedem Jahrzehnt der letzten 200 Jahre.

Insofern steht sich mir jetzt ehrlich die Frage (und das meine ich wirklich nicht böse), wo der Sinn ist an dieser Stelle weiter zu diskutieren, wenn die zusammenkondensierte Antwort letztlich immer wieder auf ein "der Markt wird es schon richten" hinausläuft?

Naja das die Modernisierung dauerhaft in der Miete verankert wird und nicht nur für die Dauer um die Kosten zu decken - das wird bereits besprochen. Noch ist es so, aber das ist ja nicht in Stein gemeißelt.
Hier gilt es, einen Mittelweg zu finden. Die Möglichkeit das der Immobilienbesitzer investiert und energetisch saniert etc. und nicht auf seinen Kosten sitzen bleibt - diese sanierung/modernisierung tragen die Mieter, der Immobilienbesitzer geht nur das Risiko ein, vorher zu investieren und dafür soll der ja auch was bekommen. Wenn sich das nicht lohnt, haben wir in wenigen Jahren hier nur Bruchbuden und keine Sau denkt dann mehr an die Umwelt/Klimaschutz-Geschichten die ja eigentlich der Auslöser dafür sind.

Und es gibt viele Beispiele wo der Markt sich selbst wunderbar reguliert ohne das Papa Staat da in jedes Loch reinguggt und überall alles kontrolliert.
Klar, Immobilien sind nicht flexibel, aber es gibt aktuell immer noch kein Grundrecht auf Wohnung und vor allem nicht ein Grundrecht auf eine Wohnung in einer teuren Gegend die man sich nicht leisten kann.
Vermieter sind klug und es sind Geschäftsleute. Die sind Gesetzen immer 3 Schritte voraus. Wenn sie diese nicht als Lobby mitbestimmen, suchen die sich sofort Anwälte und Berater die jegliche Schlupflöcher finden. Wie z.B. aktuell möbelierte Wohnungen. Wenn man das absägt, finden die sofort was neues. Anstatt extrem viel Geld, Zeit und Hirnschmalz darauf zu verschwenden, wie man den rein auf Gewinn orientierten Vermietern in die Eier tritt, sollte man den Markt selbst regulieren - durch Angebot auf einer Seite und Nachfrage auf der anderen.
Also mehr Angebot in der Stadt und mehr Nachfrage aufm Land wo es genug Leerstand gibt.

Selbst Russen kamen auf die Idee, Grundstücke in Gegenden zu verschenken die dünner besiedelt sind, damit die Leute dahin gehen. Hat auch geklappt. Aber hier tut man nix.
 
Wenn bei den Leuten nichts von den Gewinnen ankommt, dann sollten wir eventuell dafür demonstrieren das sie doch von den massiven Gewinnen profitieren?

Oder dafür, dass ihnen weniger Geld aus der Tasche gezogen wird. Das sind zwei Seiten einer Medaille. Und wenn alle wenig Zahlen, aber nur ein paar Immobilienbesitzer so richtig zulangen, dann ist offensichtlich, auf welcher Seite der Gleichung weniger Anpassungen notwendig sind. Vom internationalen Vergleich mal ganz abgesehen - Deutschland ist, HartzIV zum Trotz, noch immer ein absolute Hochlohn- und Hochpreisland. Daraus resultieren auch zahlreiche regulatorische Probleme, weil es eben sehr attraktiv ist, Waren oder Arbeitskraft günstig aus dem Ausland zu holen, während rein heimische Arbeiter/Unternehmen Probleme bekommen. Hier noch höhere Löhne (und damit flächendeckend noch höhere Preise) zu fordern, nur um zu hohe Mieten zu kompensieren, ist schwachsinnig. Und außerdem vollkommen nutzlos, solange nicht verhindert wird, dass die Mieten analog noch weiter angehoben werden. Das Machtgefüge zwischen Mieter und Vermieter wird durch deinen "Vorschlag" schließlich nicht geändert. Letzterer nimmt sich heute so viel, wie er kriegen kann und wenn wie-durch-ein-Wunder in Zukunft mehr da sein sollte, nimmt er eben entsprechend mehr. Die Situation des Mieters bessert sich kein Bißchen.

Und ja, IT zahlt mehr. Auch Startups in der IT zahlen mehr. Warum? Na weil Arbeit bezahlt werden soll. Wir schuften auch am Wochenende und rund um die Uhr, weil das Projekt nun mal auf 24/7 Service basiert. Deswegen bin ich auch zu unchristlichen Zeiten und am Wochenende online. Alles hat Vor-&Nachteile.

Mir kommen gleich die Tränen. Für das Gehalt von drei Jobs tatsächlich die potentiellen Arbeitszeiten von zwei Jobs abdecken zu müssen, die andere tatsächlich beide abrackern? Du armer.

Ich will aber auch das andere Berufe den Leuten ein anständiges Leben in der Mittelschicht ermöglichen

Argumentierst (und wenn, das nicht nur leere Worthülsen sind) aber fleißig für die Gegenrichtung.


Da wären Statistiken wirklich mal interessant...
Allerdings glaube ich nicht unbedingt, dass aufs Land ziehen ein finanzieller Nachteil ist. Meist sind dort die Grundstücks- oder Mietpreise so viel niedriger (außer vielleicht im unmittelbaren Speckgürtel), dass die Kosten für ein Auto da glatt untergehen. Da hat man am Wohnort halt Ruhe und hat sogar noch die mehr oder weniger unbegrenzte Mobilität als Vorteil - gegenüber den längeren Arbeitswegen als Nachteil.

Hängt von der Gehaltsklasse und der Denkweise ab. Um sehr, sehr viel billiger zu sein, musst du in den Metropolregionen locker 1-2 h pro Tag in kauf nehmen. Das fällt für mich einfach nur unter Selbstzerfleischung (und sollte bei den Krankenkassengebühren eingepreist werden), aber das machen relativ wenige wie man unschwer am Pendel-nicht-Verkehr in entsprechendem Abstand zu Stadt erkennen kann. Das Groß kommt aus den naheliegenden Vororten mit entsprechend hohen Preisen, die oft sogar noch über den günstigeren Angeboten in der Stadt liegen. Dank der Pendler gibt es ja genug Hauptverkehrsstraßen, in deren Nähe nur die (sehr vielen) wohnen, die sich halt nichts besseres leisten können...

Aber ja, dass man aufs Land zieht und dann (mit dem Auto) in die Stadt zum Arbeiten fährt... Ja... Ich meine, verübeln kann ichs den Leuten nicht, aber schei*e ist es durchaus, da gebe ich dir recht.

Ich wär für 5-10 € City-Maut pro Einfahrt und exakt NULL Parkplätze, die nicht entweder für Anwohner reserviert sind oder 1-2 € pro Stunde kosten. Für jemanden, der was großes kaufen muss, ist das gelegentlich überhaupt keine Summe. 3-4 mal im Jahr 10 € und fertig, den Rest der Zeit ÖPNV nutzen. Aber diejenigen, die 22 mal im Monat für 10 h Stunden in die Stadt fahren, würden sich umgucken*, wenn ihnen auf einmal 300-700 € zusätzliche Mobilitätskosten aufgebrummt werden. Davon kann man dann auch sehr gut Luftreinhaltemaßnahmen, ÖPNV-Ausbau und ähnliches bezahlen.

*: Ausgenommen sind natürlich diejenigen, die auch 800 € Mieterhöhung vollkommen okay finden und demnach 0 Probleme mit solchen Kostenmodellen haben werden.

Auf der Straße kann man sich dem Fehlverhalten wenigstens entziehen

Wie denn? In dem ich einfach nicht dahin gehe, wo ich hin wollte, sondern ganz woanders hin? In dem ich mir eine neue Wohnung suche, wenn täglich eine Schulladung voller Smartphone-mit-Ghettoblaster-Verwechsler vorbeizieht?

- und im Auto hat man halt höchstens die Rücksichtslosigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer (und zwar sowohl dem Fußverkehr, als auch dem motorisierten Verkehr und auch den Radfahrern...) als Problem.

"höchstens" ist gut, zumindest in den Städten, die ich kenne, ist das mehr als genug :) (genauer: :( )

Bei den Links und den dortigen Angaben frage ich mich gerade, ob die mit "Das Nettoeinkommen der Berliner Haushalte" in der interaktiven Statistik dort das Pro-Kopf-Einkommen meinen oder wirklich das Haushaltseinkommen.
Das wäre ja eine enorme Diskrepanz zwischen 2016 und 2018 - die Haushalte mit 3200€ und mehr an Nettoeinkommen machen laut der Statistik dort nur ca. 1/3 der Haushalte aus.

Media-Einkommen werden immer pro Haushalt angegeben, weil da auch Faktoren wie Ehegattensplitting, Kindergeld & Co mit reinfließen, die man nicht sinnvoll pro Person angeben kann. Afaik wird meist auf 2+2-Familien umgerechnet, deswegen haben diese auch immer etwas mehr als doppelte Einkommen eines Singles, obwohl bei weitem nicht alle Familien zwei Einkommen haben.

Nichtsdestotrotz - man braucht halt noch Geld für Notfälle, will eventuell auf Wohneigentum sparen, auch mal in den Urlaub fahren und sich auch im Alltag Annehmlichkeiten gönnen können. Und dann will der Staat ja noch am Liebsten, dass man privat fürs Alter vorsorgt (liest man ja in letzter Zeit häufiger, dass man über die immer höhere Besteuerung der gesetzlichen Renteneinkünfte die Leute in die private Altersvorsorge drängen will). Da kommt es halt nicht so gut, wenn man schon mit den Alltagseinkünften nur gerade so über die Runden kommt, aber für die Vorsorge nix übrig bleibt.

Immerhin muss man sich dann keine Gedanken um Pleiten in der Finanzbranche machen...

Naja, natürlich sollten die Modernisierungen/Sanierungen einen Sinn haben, keine Frage.

In meinem Beispiel da kann man alleine mit dem Kokosfußboden und der Videogegensprechanlage an der Sinnhaftigkeit zweifeln, während die anderen Punkte wie eine Verstärkung der elektrischen Anlage, die energetische Sanierung oder die Sanierung der Warmwasser- und Heizungsanlage eigentlich eine selbstverständliche Geschichte (auch im Sinne des Umweltschutzes) sein sollten. Gerade in Zeiten des Umweltschutzes und steigener Energiekosten, wobei einem ursprünglich mal versprochen wurde, dass man man die steigenden Energiekosten durch die Einsparungen der energetischen Sanierungen einsparen kann. Stattdessen stecken sich die Vermieter das Einsparpotenzial ein und dem Mieter entstehen in doppeltem Maße deutlich höhere Kosten.

Angemessene Energiekosten verhindert die Politik ja, entsprechend gering ist das Sparpotential. Ich zum Beispiel verbrauche für Herd, Heizung und Warmwasser 1,61 € pro m² und Monat. Würde ich statt teurem Biogas den günstigsten Anbieter wählen, wäre ich bei unter 1 €/m² - und das im unsanierten (aber soliden) Altbau. Mit Ausnahme einiger weniger 50er/60er Jahre Leichtbaukonstruktionen (im Osten auch 70er/80er), die aber eigentlich längst alle abgerissen oder nachgebessert sein sollten, hat also niemand mehr Sanierungspotenzial als ich und selbst diese Fälle nur wenig mehr. Aber wer bitte schön schafft eine energetische Komplettsanierung für weniger als 108 € pro m² (1 €/Monat auf 9 Jahre Umlegezeit)?
Selbst wenn bei der billigst möglichen Sanierung ein Passivhaus rausspringt, das Warmwasser auf wundersame Weise kostenlos aus der Wand sprudelt und ein Perpetuum mobile zweiten Grades in der Küche spawnt, würde ich immer noch ordentlich draufzahlen, wenn sich mein Vermieter zu einer energetischen Sanierung inklusive Umlage entschließt. Realistischer ist, dass ich vielleicht 0,5 €/m²*Monat einspare, aber mindestens 6 €/m²*Monat umzulegen sind.

Und energetische Maßnahmen sind ja noch der !einzige! Lichtblick. ALLES andere bringt dem Mieter finanziell gar nichts. Wenn der Vermieter einen Balkon an die Südfassade klatschen will? Bringt mir nicht mal ideel was, denn da gehts direkt gegenüber deutlich in die Höhe und ich hab keinen Bock auf einen Balkon, bei dem mir der Rest der Welt auf den Kopf glotzt. Einen Fahrstuhl anbringen? Klar, würde die Sache mit den Wasserkästen einfacher machen, aber wieviel machen mir die wohl aus, wenn ich bewusst in ein Haus mit Treppe gezogen bin? Eben. Von Smarthome mal ganz zu schweigen. Das verbitte ich mir schon aus Sicherheitsgründen vollständig.

Denn wie ich ebenfalls geschrieben habe: Eigentlich bin ich der Ansicht, dass solche Arbeiten eigentlich aus den Einkünften der normalen Regelmiete zu bezahlen sein sollten. Da sollten Umlagen, wenn überhaupt, nur in solch einem Maße erfolgen können, dass sie eine kleine Finanzierungshilfe sind. Aber nicht, dass man die Sanierungen/Modernisierungen zu 120% aus den Umlagen finanziert und damit sogar noch dauerhaft die Miete extrem steigern kann. Ergo: Die Umlagen müssen zeitlich (eng) begrenzt und vorallem in der Höhe deutlich stärker gedeckelt werden...

Aus der Regelmiete ist nur der Erhalt zu bestreiten. Alles, was die Mietsache qualitativ verbessert, kann vollständig umgelegt werden. Und da liegt meiner Meinung nach der Grundfehler: Die Kosten werden umgelegt, nicht der Nutzen berechnet. Letzteres wäre schon fragwürdig, da der Vermieter dem Mieter vorschreiben würde, was letzterer denn zu nutzen wollen hat. Aber selbst wenn der Nutzen objektiv gegen null geht, muss der Mieter zahlen, koste es was es wolle.

Und das eine lässt sich für das andere missbrauchen, siehe mein Berliner Beispiel mit den Balkonen: Balkon 1 war noch aus Ostzeiten und die Geländer mittlerweile angerostet. Das hätte eigentlich aus den Mietrücklagen in Stand gesetzt werden müssen. Stattdessen wurden die Immobilie mit neuen Brüstungen "aufgewertet" (tatsächlich hatte man durchaus 20 cm mehr Platz dadurch. Ob das auch an größeren Bodenplatten lag, weiß ich nicht - eigentlich müsste es das, aber siehe Rest der Geschichte) und diese Wertsteigerung konnte natürlich zu 100% den Mietern in Rechnung gestellt wurde. 15 Jahre später waren die Bodenplatten einiger Balkone rissig und die Armierung somit nicht mehr Rostgeschützt, dringend ausbesserungsbedürtig also. "Zufällig" hat der Vermieter aber beschlossen, sein Haus noch wertvoller zu machen und Balkon #2 durch neuere, breitere zu ersetzen (#3 war dann trotz zwischenzeitlich erfolgter Dämmung effektiv locker 50 cm breiter als #1. Also dem, für dass sich die Mieter durch ihren Einzug entschlossen hatten). Dreimal darfst du raten, wer diese erneute Wertsteigerung zahlen durfte und wer durch diesen glücklichen Zufall reichlich Instandsetzungsmaßnahmen gespart hat?
Das gleiche Muster sehe ich auch überall anders. Dachdämmung z.B. ist ökologisch und ökonomisch jahrelang vollkommen uninteressant. Bis es auf einmal durch das bestehende Dach durchtropft und dringend Reparaturen nötig wären, dann steht auf einmal eine energetische Sanierung an, deren Kosten zu 100% die Mieter tragen. Natürlich ohne einen Nutzen zu haben, denn eine Fassadendämmung wird zufällig erst genau dann dringend notwendig sein, wenn der Immobilienbesitzer eigentlich mal wieder neuen Putz aus den Mietrücklagen finanzieren müsste.

:kotz: :kotz:

Ich habe vorhin schon in den Nachrichten gelesen: Es entwickelt sich gerade mal wieder ein ganz neues Geschäftsmodell, mit denen die Mieten noch weiter gesteigert werden können - es wird zunehmend nur noch möbliert vermietet, mit horrenden Aufpreisen...

Noch besser ist "teilmöbiliert" mit den Möbeln, die die Vormieter da gelassen haben, weil sie in die neue (mutmaßlich kleinere) Wohnung nicht reingepasst hätten.


Ist das aber mein Problem? Kann ich für die Leute jetzt Gewerkschaften gründen

Gewerkschaften sind wirkungslos in Berufen mit deutlichem Bewerberüberschuss. Die Lösung kann nur über die Politik kommen.

Das Problem der Gewinnverteilung zwischen den hohen Tieren, Aktionären und dem gemeinen Fußvolk müssen die unter sich klären.

Haben sie gemäß ihrer Kräfteverhältnisse geklärt: Die mit der Macht kriegen fast alles. Abhilfe würde eine angemessene Versteuerung von Aktienprofiten schaffen. Wenn ich 50% von meiner hart erarbeiteten Kohle für staatliche Einrichtungen abdrücken muss, wieso darf der Aktionär dann 75% von seinem keinen-Finger-krum-gemacht Einkommen behalten?

Es gibt bereits gute Regelungen wie z.B. im Baugewerbe die für halbwegs vernünftige Löhne sorgen. Aber alles totregulieren ist auch keine Lösung, denn alleine der Verwaltungsaufwand und die Kontrollen verursachen enorme Kosten. Deswegen sollten die Leute aktiv werden.

Gerade im Baugewerbe ist die Regulierung uralt und wird aus Zeiten fortgeführt, in denen ein akuter Mangel an Arbeitskräften herrschte. Ähnliches gilt bei den Metallern und das wars dann auch schon fast. Seit Umsetzung des Wirtschaftsliberalismus hat meines Wissens nach keine Branche mehr so etwas erstreiten können (man erinner sich daran, was passiert ist, als die Lokführer ihre ebenfalls seit langem etablierten Privilegien selbst verhandeln wollten) und immer mehr Menschen arbeiten in Berufsbildern, die schlicht keine derartige Tradition haben. Bist du in einer Gewerkschaft? Kennst du ITler, die es sind? Glaubst du ernsthaft, du könntest eine aufstellen, wenn es mit den Arbeitsbedingungen auf einmal bergab geht? In Teilen der Branche, z.B. Spieleentwickler ist das in Deutschland längst der Fall. Ich sehe aber keine Organisation.

166€. Das beißt doch nicht und viel mehr kostet eine Modernisierung nicht pro Wohnung wenn da nicht gerade Luxus eingebaut wird.

166 €? Also 2-3 €/m²? Dafür kriegst du vielleicht den Boden neu gemacht, aber doch kein Haus saniert.

Und so eine Summe kann praktisch jeder stemmen. Selbst mit Hartz4 sollte so eine Mieterhöhung noch tragbar sein wenn sie auf langen Zeitraum umgelegt wird.

Als HartzIVer hast du in Großstädten normalerweise ein Maximalmiete von um die 400-500 €. Damit du 166 € zusätzlich verkraften kannst, ohne aus der Wohnung zu fliegen, darf diese also vorher nicht mehr als 200-300 € gekostet haben. In einer Großstadt wie Berlin oder Hamburg. Wo ein Zimmer 500 € kostet.

Erde ruft Cryon1c...


Jetzt tun wir mal nicht als ob 166€ viel Geld wären heutzutage. Bei Spritpreisen von 1,30€/Liter, Stromkosten von 0,26€+ pro kWh usw. sind 166€ aktuell Kleingeld.

Erde ruft nochmal Cryon1c: Das Median-Einkommen eines Single-Haushaltes in Berlin wurde in diesem Thread bereits verlinkt. 166 € entsprechen >10% davon. Wer das für Kleingeld hält, glaubt auch dass man mit >1 Million zum Mittelstand gehört. :wall:

Ich weiß nicht, wie man dich von deiner Luxuspalme runterbringen soll, aber ich glaube ehe du mal 6 Monate auf HartzIV-Niveau gelebt hast, wirst du wohl nicht kapieren, was in Deutschland läuft.
 
Nur habe ich einige Zeit mit Hartz4-Einkommen gelebt, man muss die Zeit zwischen Jobs auch mal überbrücken. Genauer gesagt war das ein 450€-Job + aufstocken, ergo Hartz4 level.
Ich kenne das ganz genau, deswegen sage ich ja - für Vollzeit beschäftigte Menschen sind 166€ kein Thema. Und Hartz4 - das geht dann sowieso über das Jobcenter. In Städten wo bereits Wohnungsmangel herrscht, zahlen die auch wesentlich mehr, weil sie die Leute nicht auf die Straße setzen können und ein Umzug ausgeschlossen ist wenn keine Sozialwohnung vorhanden ist.
Klar ist kacke, kannst dir nix leisten, keine Verträge weil du sonst nix hast, aber für grundlegendes recht das und für ne Wohnung auch. Hartz4 ist dafür gedacht, dich am Leben zu halten und dir kein Leben auf dem Level der arbeitenden Bevölkerung bieten. Finde ich nicht gut, Hartz4 ist zu niedrig, aber wenn man das anhebt auf z.B. 500-550€ Regelsatz + Übernahme der Miete und Nebenkosten, laufen alle Arbeiter mit Mindestlohn mit Fackeln und Mistgabeln auf der Straße weil denen genau so viel bleibt trotz Arbeit.
Das Gefälle zwischen Mindestlohn und gutem Gehalt sollte endlich angepasst werden - und das ausgehend von den Leuten die das erwirtschaften.
Meine Mutti bekommt übrigens auch 730€ Rente weil sie hier nicht gearbeitet hat und kurz vor der Rente eingewandert ist als Spätaussiedlerin. Deswegen wohnt sie auch am Stadtrand, ich werde die doch nicht in die Innenstadt mit 15€/m² bringen. Ich stecke der auch bissl was zu, Urlaub hier, mal was neues kaufen da.
Daher sage mir nicht ich kenne hier die Verhältnisse nicht. Ich kenne sie wohl, will auch das sie sich ändern, aber nicht durch Politiker sondern durch die Leute.

Ich sagte ja - 166€ pro Monat auf 10 Jahre, 20.000 insgesamt - das reicht für eine einfache energetische Sanierung. Also Fenster, Dämmung + irgendeine Kleinigkeit. 20.000€ pro Wohnung ist kein Pappenstiel. Klar kann der Vermieter auch so sanieren das da 120.000€ pro Wohnung fällig werden, das ist dann aber eine Luxussanierung wenn man bei einer 300.000€ Wohnung noch 120.000 reinknallt.
Die Luxuspalme kannste behalten :)

Es ist nun mal so, wohnen in einer angesagten Gegend in einer Metropole ist teuer, egal welches Land du nimmst, das ist nun mal so. Ich kenne keine Hauptstadt wo die Immobilienpreise und Mieten auf einem ähnlichen Level sind wie in Kleinstädten im selben Land, so was gibt es auf unserem Planeten nicht. Die Schere zwischen Hauptstadt und Region wird immer größer und das betrifft folgendes: Mieten, Immobilienpreise und Löhne.

Ist in den USA nicht anders. Kannst in Minnesota leben, verdienst da deine 2400$ nach Steuern und kannst dir für 800$ n Haus mieten. Oder du lebst in San Francisco, verdienst 6000$ und zahlst 3500$ für die gleiche Bude.

Man hat teure Ecken und günstige Ecken. Und eine Hauptstadt in einem hochentwickelten Land ist immer ne teure Ecke verglichen mit dem Rest.

Bei unserer Politik würde ich mich nicht drauf verlassen - wer das tut, der ist schon verlassen. Dabei ist es egal welche Partei, die sind alle zahnlos oder gemeingefährlich, aber nicht nützlich. Die Leute sollten endlich mal mehr regeln. Volksabstimmungen usw. sollten nicht nur bei irgendwelchen krummen Vorschlägen umgesetzt werden wie die Enteignung von Privatfirmen sondern bei ganz anderen Problemen die so was gar nicht entstehen lassen. Die Politiker hier haben bewiesen das sie zahnlos und teils auch hirnlos sind. Wären sie wenigstens nur käuflich und würden sie für die Lobby bücken, wäre das ja nur halb so schlimm, aber auch Sachen die keine Lobby betreffen, versagen sie. Bestes Beispiel - Breitbandausbau und die Ziele. Von denen erwartest du was?) Na da kannste lange warten :D
 
Deswegen ist der Volksentscheid schon mal eine gute Sache. Wenn es die Politiker selber nicht machen wollen, entscheiden die Bürger halt selber darüber.
Das Beschlagnahmen von kriminellem Vermögen ist auch Tagesgeschäft bei den Staatsanwaltschaften. Verschaerfte Regeln ermoeglichten Beschlagnahmung von Immobilien in Berlin

Und Hartz4 - das geht dann sowieso über das Jobcenter.

Nicht immer. Das Job-Center kann auch ganz schnell die Zahlungen inkl. Miete komplett einstellen. Dann sitzen die Leute auf der Straße.

Debatte um Hartz-IV-Sanktionen | Telepolis
 
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Nur habe ich einige Zeit mit Hartz4-Einkommen gelebt, man muss die Zeit zwischen Jobs auch mal überbrücken. Genauer gesagt war das ein 450€-Job + aufstocken, ergo Hartz4 level.
Ich kenne das ganz genau, deswegen sage ich ja - für Vollzeit beschäftigte Menschen sind 166€ kein Thema. Und Hartz4 - das geht dann sowieso über das Jobcenter. In Städten wo bereits Wohnungsmangel herrscht, zahlen die auch wesentlich mehr, weil sie die Leute nicht auf die Straße setzen können und ein Umzug ausgeschlossen ist wenn keine Sozialwohnung vorhanden ist.

Äh nö - genau auf die Art sind schon nicht einige HartzIVer obdachlos geworden. Die zahlen nicht anähernd soviel mehr, wie Wohnungen in vielen Städten kosten.

Ich sagte ja - 166€ pro Monat auf 10 Jahre, 20.000 insgesamt - das reicht für eine einfache energetische Sanierung. Also Fenster, Dämmung + irgendeine Kleinigkeit. 20.000€ pro Wohnung ist kein Pappenstiel.

Ich habe keine Immobilie, aber Google spuckt spontan 300 bis 500 €/m² Wohnfläche aus. Deine aus Mietersicht bereits hohen Zahlen "reichen" für eine 40 m² "Wohnung"... :rollen:
Für eine Familie auf 80 m² sind das ganz schnell mal 400 € mehr im Monat (wenn es ausschließlich bei der energetischen Sanierung bleibt) und das sind auch die Zahlen, die man regelmäßig zu solchen Fällen hört.

Es ist nun mal so, wohnen in einer angesagten Gegend in einer Metropole ist teuer, egal welches Land du nimmst, das ist nun mal so.

Hör auf auszuweichen. Wir reden nicht von "wohnen IST teuer". Wir reden von "wohnen WIRD teuer". Jemand ist in gutem Vertrauen auf eine vereinbahrte Miete einen Vertrag eingegangen (der aber der Gesetzeslage bedingt unzureichend abgesichert ist) und hat auf diesen aufbauend seinen Lebensmittelpunkt gewählt. Den Freundeskreis seiner Schulkinder. Hat nicht selten 1-2 Jahresnettoeinkommen in passende Möbel gesteckt. Partner haben ihre Arbeitsplätze so gewählt, dass beide in Reichweite liegen. Und jetzt kommt jemand, der finanziell ohnehin schon ein ganzes Stück besser dasteht, schnippt mit dem Finger und sagt "ihr bezahlt mir jetzt eine Wertsteigerung der Immobilie und wenn nicht ist euer Leben im Arsch".
:kotz:

Man hat teure Ecken und günstige Ecken. Und eine Hauptstadt in einem hochentwickelten Land ist immer ne teure Ecke verglichen mit dem Rest.

Von welchem hochentwickelten Land ist München die Hauptstadt? Von welchem Düsseldorf?? Frankfurt??? Und wie kann es sein, dass in Berlin mieten verdreifacht werden wegen "Hauptstadt"???? Als ich das letzte mal nachgeguckt habe, konnten rund 50% der heutigen Landesfläche Berlins auf 4 Jahrhunderte Hauptstadtdasein zurückblicken. Haben die Vonovia-Opfer alle Mietverträge aus dem 16. Jahrhundert oder gibts da vielleicht noch irgend einen weiteren, nicht "natur gegebenen" Faktor?????

Volksabstimmungen usw. sollten nicht nur bei irgendwelchen krummen Vorschlägen umgesetzt werden wie die Enteignung von Privatfirmen sondern bei ganz anderen Problemen die so was gar nicht entstehen lassen.

Das breite Volk kümmert sich einen Dreck darum, was irgendwelche Besserverdiener für "krumm" halten. Die Privatfirmen, denen es jetzt an den Kragen gehen soll, sind genau diejenigen, die die Politiker jahrelang in die jetzige Richtung gelenkt haben. Ist ja nicht so, dass die Forderung nach besserem Mieterschutz neu wäre, andere Lobbyisten waren nur erfolgreicher. Jetzt versucht es die Masse halt zur Abwechslung mal nicht mit Lobbyismus, der oft eine Frage des (hier fehlenden) Geldes ist, sondern mit einem Volksentscheid, der eben eine Frage der Masse ist. Mal gucken, was für die Privatfirmen bei rausspringt - wenn sie eine sozialverträgliche Einigung hätten haben wollen, hätten sie sich ja längst drum kümmern können, dass Zustände wie die jetzigen gar nicht erst entstehen :ka:

aber auch Sachen die keine Lobby betreffen, versagen sie. Bestes Beispiel - Breitbandausbau und die Ziele. Von denen erwartest du was?) Na da kannste lange warten :D

Wo bitte schön gibt es zwischen "keine Lobby" und "Breitbandausbau" eine Schnittmenge? Mir würde abseits der Dauerbrenners Automobilindustrie und Stromversorger kein einziges Thema einfallen, wo mehr lobbiiert und dampfende ******* in die Welt gesetzt wird als bei Breitband. Naja - 5G vielleicht noch, wobei das für viele dazu gehört.
Und erwarten würde ich in beiden Fällen von der Politik übrigens, dass sie Füße stillhält respektive Gesetze erlässt, die klar zwischen Unternehmen trennt, die eine staatlich zu definierende Grundversorgung bereitstellen wollen und solchen, die in erster Linie profitorientiert arbeiten. Und letzteren, namentlich allen derzeit in diesem Markt aktiven, gehört der Mittelfinger gezeigt.
 
Da es hier ja um Berlin geht: Info 136: Hinweise zur Wohnung bei Arbeitslosengeld II (ALG II) | Berliner Mieterverein e.V.
in Verbindung mit der Kostentabelle unten: https://www.berliner-mieterverein.de/downloads/fl136-tabellen-119.pdf
Das Amt zahlt, entgegen cryon1c seiner Behauptung, eben nicht jede Miete und wenn man einen Vermieter hat, der gerne Arschloch spielt und mit allen möglichen und unmöglichen versucht die Miete zu steigern, hat man ein Problem. Da kann die Wohnung vor ein bis zwei Jahren sowohl in Größe, als auch in Hinsicht der Kosten, noch so angemessen gewesen sein.
 
Das Amt hat die Aufgabe, die Leute vor der Wohnungslosigkeit zu schützen und denen entweder passende Alternativen bereitzustellen oder die Kosten zu tragen. Ich sehe die Obergrenze mit Umzugsvermeidung und Härtefall bei mindestens 552€ für eine alleinstehende Person. Mag nicht überall reichen, aber da lässt sich immer was finden, nur nicht mehr in der gewohnten Lage,
Wer ohne Arbeit darsteht, muss mit so was leider rechnen.

Wegen dem Thema Lobby - egal mit oder ohne, die Politik hier ist zahnlos. Die kriegen auch Sachen nicht gebacken wo keine Lobby dahintersteht.

An die Enteignung glaube ich nicht, dafür wird hier viel z viel auf die Wirtschaft gesetzt, denen pisst man nicht an den Karren. Die werden sich irgendeine halbgare Lösung ausdenken - Mietgrenze für eine bestimmte Zahl an Wohnungen oder so was ähnlich primitives.

Und das Berlin jetzt nicht die teuerste Stadt im Land ist, das ändert sich noch. Denk mal nach, Berlin war so beliebt wie n Stein im Schuh vor nicht all zu langer Zeit. Boomt massig, Investoren kommen und lassen richtig viel Geld in der Stadt, das freut dort natürlich alle. Gib dem noch 10 Jahre oder 15, da wird die Hauptstadt noch München überholen.
Lage regelt bei den Preisen. Lage, Arbeitsplätze, Prestige, Lebensqualität, nenn es wir du willst. Das macht die Stadt eben gut oder weniger gut zum leben, mit entsprechenden Auswirkungen. Nur weil Berlin vor nicht langer Zeit als runtergekommen und billig galt, muss das ja nicht so bleiben. Städte blühen auf und sterben aus. Detroit any1?
Beispiel USA - Washington DC ist auch nicht der teuerste Ort zum wohnen, aber als billig kann man das nicht bezeichnen, nur haben sich da diverse Städte stärker entwickelt und entsprechend haben sie auch höhere Kosten durchgesetzt bekommen.

Und wohnen wird teuer - das ist doch normal. Sprit wird teuer, Kippen werden teuer, Essen wird teuer, so wird auch wohnen teuer. Was ist denn hier billiger geworden, auch von den Sachen auf die man nicht verzichten kann? Mir fällt nichts ein.

Und die 20.000€ um eine kleine 40-45m² Wohnung zu sanieren, ist OK. Wer als Single eine 70m² Bude bewohnt, darf dafür auch zahlen - wie für alles andere. Familie ist Familie, da hat man auch höhere Einkünfte als eine Person erzielen kann.

Ich bleibe bei meiner Meinung. Wir haben die sozialen Wohnungen auf den Markt geworfen, entsprechend macht der Markt das was er soll - Gewinne erwirtschaften. Die Politik baut zu wenig und erklärt Wohnraum nicht zur "Grundversorgung" an sich, die immer gesichert werden muss. Unsere Politiker sind lahm, zahnlos, oft vergesslich und teilweise einfach faul. Denen traue ich einiges zu - mehr Projekte wie BER, noch weniger sinnvolles im Land und in der Außenpolitik, auf eine gute Idee bringen die eine ganze Wagenladung an Unfug, daher gilt hier erstmal - jeder für sich bis die Leute lernen, für das was denen zusteht auch mal den Hintern hochbekommen.

Klingt grausam? Naja das Leben ist kein Ponyhof. Wir haben hier alles was wir brauchen um in einem verdammten Paradies zu leben, wenn die Leute sich dafür einsetzen würden. Und für Klimaschutz, Energiewende usw. zahlen wir schon und das finde ich nicht verkehrt, deswegen bin ich auch für energetische Sanierung und Aufwertung der Wohnungen. Selbst wenn es jemand für überflüssig hält, jedes bisschen bringt was und wir können uns es locker leisten. Vor allem dann wenn mehr Leute ihren Pobacken zusammenkneifen und sich für mehr Geld bewegen was sie dann entsprechend auch umweltbewusst ausgeben (selbst einfachste Dinge brauchen Geld - wer Bio oder Vegan essen will, zahlt ordentlich drauf, wer ein sparsames Auto haben will muss auch tief in die Tasche greifen, Technologien bezahlen sich nicht von selbst. Wer Strom produzieren will und die Fläche dafür hat, muss für Solarpanels zahlen. Die Liste ist endlos und Leute ohne Geld können sich das nicht leisten).
 
Und wohnen wird teuer - das ist doch normal. Sprit wird teuer, Kippen werden teuer, Essen wird teuer, so wird auch wohnen teuer. Was ist denn hier billiger geworden, auch von den Sachen auf die man nicht verzichten kann? Mir fällt nichts ein.

Nur steigen halt die Löhne nicht entsprechend. Die sind zwischen 2007 und 2012 gerade mal um 3,3% gestiegen. http://www.bpb.de/politik/innenpoli...chland-und-europa?type=galerie&show=image&k=3
Gleichzeitig sind aber die Mieten in den 5 Jahren von 400 auf 433€ und damit um 9% gestiegen.

https://immlab.de/wp-content/uploads/2018/01/Mietentwicklung.jpeg
 
Nur steigen halt die Löhne nicht entsprechend. Die sind zwischen 2007 und 2012 gerade mal um 3,3% gestiegen. http://www.bpb.de/politik/innenpoli...chland-und-europa?type=galerie&show=image&k=3
Gleichzeitig sind aber die Mieten in den 5 Jahren von 400 auf 433€ und damit um 9% gestiegen.

https://immlab.de/wp-content/uploads/2018/01/Mietentwicklung.jpeg

Naja wie man sieht, hat sich bei den Arbeitnehmern in leitender Position bissl mehr getan, bei den normalen Arbeitern und ungelernten ist praktisch nix passiert.
Entsprechend geht die Schere zwischen Besserverdiener und Geringverdiener weiter auseinander.
Das sollte sich ändern, wird aber nur dann passieren wenn die Geringverdiener endlich mal auf die Arbeitgeber zugehen und denen Druck machen.
Das Leben wird halt nicht billiger egal was man macht, deswegen sollte man sich um ein vernünftiges Einkommen bemühen, wenn man schon für einen Arbeitgeber schuftet.
 
Dann werden sie halt Entlassen.
Wobei das immer noch besser als in anderen Ländern, wo sie dafür entführt werden: Marathonrede von Praesident Xi als Strafe

Na so einfach wirft man hier keinen raus, hier ists nicht die USA wo man heuern und feuern kann nach Lust und Laune.
Und natürlich verhandelt hier jeder über sein eigenes Gehalt mitm Chef. Man kann aber auch die halbe Firma mobilisieren, das ist sicherer.
 
Na so einfach wirft man hier keinen raus, hier ists nicht die USA wo man heuern und feuern kann nach Lust und Laune.
Und natürlich verhandelt hier jeder über sein eigenes Gehalt mitm Chef. Man kann aber auch die halbe Firma mobilisieren, das ist sicherer.

Geht mit Sicherheit in einigen Fällen, aber nicht bei allen.
"Chef ich leiste gute Arbeit, kannst du mir mehr Geld bezahlen?" --> "Tut mir leid, kann ich nicht."
#Diskussion beendet.

Das "Wohnungsproblem" ist ja auch nur ein Teil des Gesamtproblems.
Ca. ein Fünftel der Arbeitnehmer sind Geringverdiener.
Generationen von Politikern und Wirtschaftsweisen werden daran Nichts ändern.
Je nach Wirtschaftslage wird sich diese Zahl auch ändern, mit Glück ist es irgendwann nur 1/8......mit Pech 1/4.
Die Frage ist wie die Gesellschaft damit umgehen wird, wenn die Schere weiter und weiter aufgeht.

Witzig finde ich übrigens, wie hochsensibel vermeintliche Politprofis allein auf das Wort Enteignung reagieren.
"Das ist Sozialismus 4.0....." oder "Wer sowas fordert, hat in der Schule nicht richtig aufgepasst....." hört man da.
Dabei gibt es Enteignung schon seit ewigen Zeiten --> auch bei uns gerade wurde und wird enteignet.
Der Einzige Unterschied ist, dass bei uns nur die kleinen Leute enteignet werden.....und es jetzt mal mehrere Große treffen könnte.:wow:
 
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