Wenn bei den Leuten nichts von den Gewinnen ankommt, dann sollten wir eventuell dafür demonstrieren das sie doch von den massiven Gewinnen profitieren?
Oder dafür, dass ihnen weniger Geld aus der Tasche gezogen wird. Das sind zwei Seiten einer Medaille. Und wenn alle wenig Zahlen, aber nur ein paar Immobilienbesitzer so richtig zulangen, dann ist offensichtlich, auf welcher Seite der Gleichung weniger Anpassungen notwendig sind. Vom internationalen Vergleich mal ganz abgesehen - Deutschland ist, HartzIV zum Trotz, noch immer ein absolute Hochlohn- und Hochpreisland. Daraus resultieren auch zahlreiche regulatorische Probleme, weil es eben sehr attraktiv ist, Waren oder Arbeitskraft günstig aus dem Ausland zu holen, während rein heimische Arbeiter/Unternehmen Probleme bekommen. Hier noch höhere Löhne (und damit flächendeckend noch höhere Preise) zu fordern, nur um zu hohe Mieten zu kompensieren, ist schwachsinnig. Und außerdem vollkommen nutzlos, solange nicht verhindert wird, dass die Mieten analog noch weiter angehoben werden. Das Machtgefüge zwischen Mieter und Vermieter wird durch deinen "Vorschlag" schließlich nicht geändert. Letzterer nimmt sich heute so viel, wie er kriegen kann und wenn wie-durch-ein-Wunder in Zukunft mehr da sein sollte, nimmt er eben entsprechend mehr. Die Situation des Mieters bessert sich kein Bißchen.
Und ja, IT zahlt mehr. Auch Startups in der IT zahlen mehr. Warum? Na weil Arbeit bezahlt werden soll. Wir schuften auch am Wochenende und rund um die Uhr, weil das Projekt nun mal auf 24/7 Service basiert. Deswegen bin ich auch zu unchristlichen Zeiten und am Wochenende online. Alles hat Vor-&Nachteile.
Mir kommen gleich die Tränen. Für das Gehalt von drei Jobs tatsächlich die potentiellen Arbeitszeiten von zwei Jobs abdecken zu müssen, die andere tatsächlich beide abrackern? Du armer.
Ich will aber auch das andere Berufe den Leuten ein anständiges Leben in der Mittelschicht ermöglichen
Argumentierst (und wenn, das nicht nur leere Worthülsen sind) aber fleißig für die Gegenrichtung.
Da wären Statistiken wirklich mal interessant...
Allerdings glaube ich nicht unbedingt, dass aufs Land ziehen ein finanzieller Nachteil ist. Meist sind dort die Grundstücks- oder Mietpreise so viel niedriger (außer vielleicht im unmittelbaren Speckgürtel), dass die Kosten für ein Auto da glatt untergehen. Da hat man am Wohnort halt Ruhe und hat sogar noch die mehr oder weniger unbegrenzte Mobilität als Vorteil - gegenüber den längeren Arbeitswegen als Nachteil.
Hängt von der Gehaltsklasse und der Denkweise ab. Um sehr, sehr viel billiger zu sein, musst du in den Metropolregionen locker 1-2 h pro Tag in kauf nehmen. Das fällt für mich einfach nur unter Selbstzerfleischung (und sollte bei den Krankenkassengebühren eingepreist werden), aber das machen relativ wenige wie man unschwer am Pendel-nicht-Verkehr in entsprechendem Abstand zu Stadt erkennen kann. Das Groß kommt aus den naheliegenden Vororten mit entsprechend hohen Preisen, die oft sogar noch über den günstigeren Angeboten in der Stadt liegen. Dank der Pendler gibt es ja genug Hauptverkehrsstraßen, in deren Nähe nur die (sehr vielen) wohnen, die sich halt nichts besseres leisten können...
Aber ja, dass man aufs Land zieht und dann (mit dem Auto) in die Stadt zum Arbeiten fährt... Ja... Ich meine, verübeln kann ichs den Leuten nicht, aber schei*e ist es durchaus, da gebe ich dir recht.
Ich wär für 5-10 € City-Maut pro Einfahrt und exakt NULL Parkplätze, die nicht entweder für Anwohner reserviert sind oder 1-2 € pro Stunde kosten. Für jemanden, der was großes kaufen muss, ist das gelegentlich überhaupt keine Summe. 3-4 mal im Jahr 10 € und fertig, den Rest der Zeit ÖPNV nutzen. Aber diejenigen, die 22 mal im Monat für 10 h Stunden in die Stadt fahren, würden sich umgucken*, wenn ihnen auf einmal 300-700 € zusätzliche Mobilitätskosten aufgebrummt werden. Davon kann man dann auch sehr gut Luftreinhaltemaßnahmen, ÖPNV-Ausbau und ähnliches bezahlen.
*: Ausgenommen sind natürlich diejenigen, die auch 800 € Mieterhöhung vollkommen okay finden und demnach 0 Probleme mit solchen Kostenmodellen haben werden.
Auf der Straße kann man sich dem Fehlverhalten wenigstens entziehen
Wie denn? In dem ich einfach nicht dahin gehe, wo ich hin wollte, sondern ganz woanders hin? In dem ich mir eine neue Wohnung suche, wenn täglich eine Schulladung voller Smartphone-mit-Ghettoblaster-Verwechsler vorbeizieht?
- und im Auto hat man halt höchstens die Rücksichtslosigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer (und zwar sowohl dem Fußverkehr, als auch dem motorisierten Verkehr und auch den Radfahrern...) als Problem.
"höchstens" ist gut, zumindest in den Städten, die ich kenne, ist das mehr als genug

(genauer:

)
Bei den Links und den dortigen Angaben frage ich mich gerade, ob die mit "Das Nettoeinkommen der Berliner Haushalte" in der interaktiven Statistik dort das Pro-Kopf-Einkommen meinen oder wirklich das Haushaltseinkommen.
Das wäre ja eine enorme Diskrepanz zwischen 2016 und 2018 - die Haushalte mit 3200€ und mehr an Nettoeinkommen machen laut der Statistik dort nur ca. 1/3 der Haushalte aus.
Media-Einkommen werden immer pro Haushalt angegeben, weil da auch Faktoren wie Ehegattensplitting, Kindergeld & Co mit reinfließen, die man nicht sinnvoll pro Person angeben kann. Afaik wird meist auf 2+2-Familien umgerechnet, deswegen haben diese auch immer etwas mehr als doppelte Einkommen eines Singles, obwohl bei weitem nicht alle Familien zwei Einkommen haben.
Nichtsdestotrotz - man braucht halt noch Geld für Notfälle, will eventuell auf Wohneigentum sparen, auch mal in den Urlaub fahren und sich auch im Alltag Annehmlichkeiten gönnen können. Und dann will der Staat ja noch am Liebsten, dass man privat fürs Alter vorsorgt (liest man ja in letzter Zeit häufiger, dass man über die immer höhere Besteuerung der gesetzlichen Renteneinkünfte die Leute in die private Altersvorsorge drängen will). Da kommt es halt nicht so gut, wenn man schon mit den Alltagseinkünften nur gerade so über die Runden kommt, aber für die Vorsorge nix übrig bleibt.
Immerhin muss man sich dann keine Gedanken um Pleiten in der Finanzbranche machen...
Naja, natürlich sollten die Modernisierungen/Sanierungen einen Sinn haben, keine Frage.
In meinem Beispiel da kann man alleine mit dem Kokosfußboden und der Videogegensprechanlage an der Sinnhaftigkeit zweifeln, während die anderen Punkte wie eine Verstärkung der elektrischen Anlage, die energetische Sanierung oder die Sanierung der Warmwasser- und Heizungsanlage eigentlich eine selbstverständliche Geschichte (auch im Sinne des Umweltschutzes) sein sollten. Gerade in Zeiten des Umweltschutzes und steigener Energiekosten, wobei einem ursprünglich mal versprochen wurde, dass man man die steigenden Energiekosten durch die Einsparungen der energetischen Sanierungen einsparen kann. Stattdessen stecken sich die Vermieter das Einsparpotenzial ein und dem Mieter entstehen in doppeltem Maße deutlich höhere Kosten.
Angemessene Energiekosten verhindert die Politik ja, entsprechend gering ist das Sparpotential. Ich zum Beispiel verbrauche für Herd, Heizung und Warmwasser 1,61 € pro m² und Monat. Würde ich statt teurem Biogas den günstigsten Anbieter wählen, wäre ich bei unter 1 €/m² - und das im unsanierten (aber soliden) Altbau. Mit Ausnahme einiger weniger 50er/60er Jahre Leichtbaukonstruktionen (im Osten auch 70er/80er), die aber eigentlich längst alle abgerissen oder nachgebessert sein sollten, hat also niemand mehr Sanierungspotenzial als ich und selbst diese Fälle nur wenig mehr. Aber wer bitte schön schafft eine energetische Komplettsanierung für weniger als 108 € pro m² (1 €/Monat auf 9 Jahre Umlegezeit)?
Selbst wenn bei der billigst möglichen Sanierung ein Passivhaus rausspringt, das Warmwasser auf wundersame Weise kostenlos aus der Wand sprudelt und ein Perpetuum mobile zweiten Grades in der Küche spawnt, würde ich immer noch ordentlich draufzahlen, wenn sich mein Vermieter zu einer energetischen Sanierung inklusive Umlage entschließt. Realistischer ist, dass ich vielleicht 0,5 €/m²*Monat einspare, aber mindestens 6 €/m²*Monat umzulegen sind.
Und energetische Maßnahmen sind ja noch der !einzige! Lichtblick. ALLES andere bringt dem Mieter finanziell gar nichts. Wenn der Vermieter einen Balkon an die Südfassade klatschen will? Bringt mir nicht mal ideel was, denn da gehts direkt gegenüber deutlich in die Höhe und ich hab keinen Bock auf einen Balkon, bei dem mir der Rest der Welt auf den Kopf glotzt. Einen Fahrstuhl anbringen? Klar, würde die Sache mit den Wasserkästen einfacher machen, aber wieviel machen mir die wohl aus, wenn ich bewusst in ein Haus mit Treppe gezogen bin? Eben. Von Smarthome mal ganz zu schweigen. Das verbitte ich mir schon aus Sicherheitsgründen vollständig.
Denn wie ich ebenfalls geschrieben habe: Eigentlich bin ich der Ansicht, dass solche Arbeiten eigentlich aus den Einkünften der normalen Regelmiete zu bezahlen sein sollten. Da sollten Umlagen, wenn überhaupt, nur in solch einem Maße erfolgen können, dass sie eine kleine Finanzierungshilfe sind. Aber nicht, dass man die Sanierungen/Modernisierungen zu 120% aus den Umlagen finanziert und damit sogar noch dauerhaft die Miete extrem steigern kann. Ergo: Die Umlagen müssen zeitlich (eng) begrenzt und vorallem in der Höhe deutlich stärker gedeckelt werden...
Aus der Regelmiete ist nur der Erhalt zu bestreiten. Alles, was die Mietsache qualitativ verbessert, kann vollständig umgelegt werden. Und da liegt meiner Meinung nach der Grundfehler: Die Kosten werden umgelegt, nicht der Nutzen berechnet. Letzteres wäre schon fragwürdig, da der Vermieter dem Mieter vorschreiben würde, was letzterer denn zu nutzen wollen hat. Aber selbst wenn der Nutzen objektiv gegen null geht, muss der Mieter zahlen, koste es was es wolle.
Und das eine lässt sich für das andere missbrauchen, siehe mein Berliner Beispiel mit den Balkonen: Balkon 1 war noch aus Ostzeiten und die Geländer mittlerweile angerostet. Das hätte eigentlich aus den Mietrücklagen in Stand gesetzt werden müssen. Stattdessen wurden die Immobilie mit neuen Brüstungen "aufgewertet" (tatsächlich hatte man durchaus 20 cm mehr Platz dadurch. Ob das auch an größeren Bodenplatten lag, weiß ich nicht - eigentlich müsste es das, aber siehe Rest der Geschichte) und diese Wertsteigerung konnte natürlich zu 100% den Mietern in Rechnung gestellt wurde. 15 Jahre später waren die Bodenplatten einiger Balkone rissig und die Armierung somit nicht mehr Rostgeschützt, dringend ausbesserungsbedürtig also. "Zufällig" hat der Vermieter aber beschlossen, sein Haus noch wertvoller zu machen und Balkon #2 durch neuere, breitere zu ersetzen (#3 war dann trotz zwischenzeitlich erfolgter Dämmung effektiv locker 50 cm breiter als #1. Also dem, für dass sich die Mieter durch ihren Einzug entschlossen hatten). Dreimal darfst du raten, wer diese erneute Wertsteigerung zahlen durfte und wer durch diesen glücklichen Zufall reichlich Instandsetzungsmaßnahmen gespart hat?
Das gleiche Muster sehe ich auch überall anders. Dachdämmung z.B. ist ökologisch und ökonomisch jahrelang vollkommen uninteressant. Bis es auf einmal durch das bestehende Dach durchtropft und dringend Reparaturen nötig wären, dann steht auf einmal eine energetische Sanierung an, deren Kosten zu 100% die Mieter tragen. Natürlich ohne einen Nutzen zu haben, denn eine Fassadendämmung wird zufällig erst genau dann dringend notwendig sein, wenn der Immobilienbesitzer eigentlich mal wieder neuen Putz aus den Mietrücklagen finanzieren müsste.
Ich habe vorhin schon in den Nachrichten gelesen: Es entwickelt sich gerade mal wieder ein ganz neues Geschäftsmodell, mit denen die Mieten noch weiter gesteigert werden können - es wird zunehmend nur noch möbliert vermietet, mit horrenden Aufpreisen...
Noch besser ist "teilmöbiliert" mit den Möbeln, die die Vormieter da gelassen haben, weil sie in die neue (mutmaßlich kleinere) Wohnung nicht reingepasst hätten.
Ist das aber mein Problem? Kann ich für die Leute jetzt Gewerkschaften gründen
Gewerkschaften sind wirkungslos in Berufen mit deutlichem Bewerberüberschuss. Die Lösung kann nur über die Politik kommen.
Das Problem der Gewinnverteilung zwischen den hohen Tieren, Aktionären und dem gemeinen Fußvolk müssen die unter sich klären.
Haben sie gemäß ihrer Kräfteverhältnisse geklärt: Die mit der Macht kriegen fast alles. Abhilfe würde eine angemessene Versteuerung von Aktienprofiten schaffen. Wenn ich 50% von meiner hart erarbeiteten Kohle für staatliche Einrichtungen abdrücken muss, wieso darf der Aktionär dann 75% von seinem keinen-Finger-krum-gemacht Einkommen behalten?
Es gibt bereits gute Regelungen wie z.B. im Baugewerbe die für halbwegs vernünftige Löhne sorgen. Aber alles totregulieren ist auch keine Lösung, denn alleine der Verwaltungsaufwand und die Kontrollen verursachen enorme Kosten. Deswegen sollten die Leute aktiv werden.
Gerade im Baugewerbe ist die Regulierung uralt und wird aus Zeiten fortgeführt, in denen ein akuter Mangel an Arbeitskräften herrschte. Ähnliches gilt bei den Metallern und das wars dann auch schon fast. Seit Umsetzung des Wirtschaftsliberalismus hat meines Wissens nach keine Branche mehr so etwas erstreiten können (man erinner sich daran, was passiert ist, als die Lokführer ihre ebenfalls seit langem etablierten Privilegien selbst verhandeln wollten) und immer mehr Menschen arbeiten in Berufsbildern, die schlicht keine derartige Tradition haben. Bist du in einer Gewerkschaft? Kennst du ITler, die es sind? Glaubst du ernsthaft, du könntest eine aufstellen, wenn es mit den Arbeitsbedingungen auf einmal bergab geht? In Teilen der Branche, z.B. Spieleentwickler ist das in Deutschland längst der Fall. Ich sehe aber keine Organisation.
166€. Das beißt doch nicht und viel mehr kostet eine Modernisierung nicht pro Wohnung wenn da nicht gerade Luxus eingebaut wird.
166 €? Also 2-3 €/m²? Dafür kriegst du vielleicht den Boden neu gemacht, aber doch kein Haus saniert.
Und so eine Summe kann praktisch jeder stemmen. Selbst mit Hartz4 sollte so eine Mieterhöhung noch tragbar sein wenn sie auf langen Zeitraum umgelegt wird.
Als HartzIVer hast du in Großstädten normalerweise ein Maximalmiete von um die 400-500 €. Damit du 166 € zusätzlich verkraften kannst, ohne aus der Wohnung zu fliegen, darf diese also vorher nicht mehr als 200-300 € gekostet haben. In einer Großstadt wie Berlin oder Hamburg. Wo ein Zimmer 500 € kostet.
Erde ruft Cryon1c...
Jetzt tun wir mal nicht als ob 166€ viel Geld wären heutzutage. Bei Spritpreisen von 1,30€/Liter, Stromkosten von 0,26€+ pro kWh usw. sind 166€ aktuell Kleingeld.
Erde ruft nochmal Cryon1c: Das Median-Einkommen eines Single-Haushaltes in Berlin wurde in diesem Thread bereits verlinkt. 166 € entsprechen >10% davon. Wer das für Kleingeld hält, glaubt auch dass man mit >1 Million zum Mittelstand gehört.
Ich weiß nicht, wie man dich von deiner Luxuspalme runterbringen soll, aber ich glaube ehe du mal 6 Monate auf HartzIV-Niveau gelebt hast, wirst du wohl nicht kapieren, was in Deutschland läuft.