Volksentscheid in Berlin: Umwandlung von Wohnungen in Sozialwohnungen

Und im Bezug auf die Infrastruktur, ÖPNV in Leipzig usw. bezog ich mich eher auf Brandis, Bad Lausick oder von mir aus Naunhof, um mal nicht so weit weg zu gehen - Markranstädt liegt am Kulki und ist daher (zumindest für mich) definitiv noch Leipzig. :>

Aber genau so was wie Markranstädt betrachte ich als Speckgürtel. Nicht das was 20-50km entfernt ist, sondern das was direkt hinter dem durchgestrichenen Stadtschild steht.
Das erlaubt das fahren mit dem Fahrrad (bedingt) und Öffis. Alles was weiter ist, sollte nicht mehr als Speckgürtel, sondern als ländliches Gebiet komplett getrennt von der Stadt betrachtet werden.
Diese Gebiete müssen gestärkt werden damit nicht die gesamte Stadt praktisch mit der gesamten arbeitsfähigen Bevölkerung 5x die Woche in die größere Stadt pilgert und diese verstopft.

Und der Wohnungsmarkt ist schon hart reguliert. Man verbietet AirBNB-Nutzung (nutze ich selbst sehr gerne wenn ich reisen muss), die Mietpreisbremse ist auch da (deswegen wird die ja umgangen, weil die zu einschneidend ist) und die Vermieter werden kreativ wenn es darum geht Gewinne zu erzielen.
Übrigens Vonovia und Deutsche Wohnen, die 2 größten, die halten ihre sanierten Wohnungen top in Schuss. Betonung - die sanierten, die auch entsprechende Mieten drankleben haben. Mieter die ordentlich was zahlen, haben auch Ansprüche und bringen bei Bedarf ihre Anwälte ins Spiel wenn da was nicht stimmt.
Das Problem ist also die besagte Reallohnentwicklung, nicht die Miete.
Glaub mir, die Kapitalgesellschaften werden sich massiv wehren. Weil für diese der Wohnraum das gleiche ist wie Smartphones für Apple&Samsung - man bringt geile Modelle raus und sackt die Gewinne ein. Das ist Ware für die und die lassen sich das Geschäft nicht kaputtmachen.

Ich würde ja auch gerne 5€ pro m² zahlen und ne brauchbare Bude haben und schon für 12€/m² ne Luxusbude bekommen, aber ist nicht, da muss ich halt mehr ausgeben.

Zum Thema ÖPNV in Berlin - hab das vor kurzem erst benutzt. Naja bis auf die brutal veralteten Züge in der Ubahn, die auch nen kranken Sound beim schließen der Türen hat, ist das alles eigentlich kein Thema. Mehr Kameras in den Fahrzeugen, moderne Fahrzeuge allgemein (gesamte Flotte tauschen!) und mehr Personal auf den Bahnhöfen (Personal, nicht Sicherheitspersonal oder Polizei!) würde das Problem lösen.
 
die Mietpreisbremse ist auch da (deswegen wird die ja umgangen, weil die zu einschneidend ist)
Nein, weil sie so leicht umgangen werden kann und sie keine Sanktionsmöglichkeiten kennt, wenn gegen sie verstoßen wird. Das ist der gleiche Treppenwitz wie mit den Ausnahmeregelungen beim Mindestlohngesetz, was ihn so löchrig wie Sparanus seine Uniform macht.
Der Faktencheck zur Sendung vom 23. Oktober (PDF)

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Das ist Ware für die und die lassen sich das Geschäft nicht kaputtmachen.
Du hörst dich mal wieder an wie ein echter FDPler. Ja keine Regulierungen machen, die könnten ja versucht werden zu umgehen oder die könnten ja dagegen klagen oder das Kapital könnte scheuen oder Lindner könnte es nicht gefallen oder die Schmier Lobbygelder könnten ausbleiben oder... :rollen:
 
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Daher muss es auch nicht gleich ein Totalverbot sein - aber ohne einen externen Zwang, der eine Person ernsthaft zum Überlegen und vor allem Abwägen bringt: "ÖPNV oder Auto", verändert sich rein gar nichts. Dafür hat das eine zu viele Vorteile gegenüber dem anderen.
Der Zwang wird aber wie üblich nur übers Geld durchgesetzt werden können - und das würde die Zwei-Klassen-Gesellschaft nur noch weiter fördern... Die Leute mit viel Geld und überflüssig dicken Autos, also jenen Karren, die wegen viel zu viel Power für den Alltag wirklich überflüssig viele Schadstoffe ausstoßen, können sich die Gebühren dann immernoch leisten, und der kleine Bürger kann sich den Komfort eines Kleinwagens zur individuellen Mobilität wegen der höheren Gebühren nicht mehr leisten. Die Ausweitung von Parkraumbewirtschaftung kann bei den horrenden Kosten auch keine Lösung sein, da man den Leuten die wirklich aufs Auto angewiesen sind enorme finanzielle Schäden zufügt.

Am Ende sollte man sowas über den freiwilligen Weg lösen. Ergo: Die Attraktivität des ÖPNV steigern. Er hat nämlich nicht einen unwichtigen Heimvorteil: Er ist deutlich billiger, besonders in Städten. Steigert man die ganzen Kfz-relevanten Steuern um ein gesundes Maß (z.B., in dem man PS-starke Autos besonders stark besteuert...) und fördert mit den Einnahmen den ÖPNV z.B. in Sachen Tarifmaßnahmen (bspw., dass man im bezahlbaren Rahmen in ländlichen Gebieten nicht nur auf bestimmte Kreise/Strecken beschränkt ist) und im Angebot, dürfte das freiwillige Nutzen des ÖPNV definitiv zunehmen. Ein Ausbau von Park&Ride wäre auch eine valide Möglichkeit, allerdings sollten diese Möglichkeiten dann auch ohne teuren Umland-Tarif erreichbar sein...

Und glaube mir, würde man den ÖPNV wieder ähnlich erträglich und zuverlässig gestalten wie vor 10 Jahren (mal von der S-Bahn abgesehen liefs sonst ganz gut), würde meine Meinung allgemein auch wieder in Richtung ÖPNV schwenken. Weil hier in Berlin ist man, sofern man zumindest auf die S- oder U-Bahn zurückgreifen kann, schneller wie mit dem Auto.

Auch zeigt das Beispiel Deutsche Bahn, dass man bei solcher Infrastruktur verstaatlichen sollte und auf garkeinen Fall über Privatisierungen nachdenken sollte, das macht alles nur noch schlimmer. Ja, der ÖPNV ist ein Zuschussgeschäft, allerdings ändert daran eine Privatisierung nix - und es ist eine wichtige Infrastruktur, die auch dann zur Verfügung stehen sollte, wenn sie nicht maximal profitabel ist.


Übrigens Vonovia und Deutsche Wohnen, die 2 größten, die halten ihre sanierten Wohnungen top in Schuss. Betonung - die sanierten, die auch entsprechende Mieten drankleben haben. Mieter die ordentlich was zahlen, haben auch Ansprüche und bringen bei Bedarf ihre Anwälte ins Spiel wenn da was nicht stimmt. Das Problem ist also die besagte Reallohnentwicklung, nicht die Miete.
Sorry, aber hier in Berlin gibt es durchaus auch Extremfälle, wo man selbstverständliche Sanierungen und Modernisierungen (Aufzug, energetische Sanierungen) in solch einem Umfang durchgeführt hat, dass sich die Miete verdreifacht hat.
Solch eine Reallohnentwicklung kann es nicht geben, das Problem bleibt bestehen.

Dass man Modernisierungs- und Sanierungskosten umlegen kann finde ich in Ordnung. Das sollte aber in der Höhe und zeitlich begrenzt werden, denn die Modernisierungen und Sanierungen entwickeln sich mittlerweile zu einem richtigen Geschäftsmodell.
Wieso sollte modernisierter und sanierter Wohnraum nur reichen Menschen zur Verfügung stehen? Wieso sollte es gerecht sein, Menschen mit durchschnittlichem Einkommen an den Stadtrand zu verdrängen (was gerade in Hinsicht auf die ÖPNV-Nutzung kritisch ist, da sich die Arbeitswege enorm verlängern...)? Und das insbesondere nicht nur bei Neuverträgen, sondern durch die enormen Modernisierungskosten auch aus bestehenden Mietverhältnissen heraus?

cryon1c schrieb:
Zum Thema ÖPNV in Berlin - hab das vor kurzem erst benutzt. Naja bis auf die brutal veralteten Züge in der Ubahn, die auch nen kranken Sound beim schließen der Türen hat, ist das alles eigentlich kein Thema. Mehr Kameras in den Fahrzeugen, moderne Fahrzeuge allgemein (gesamte Flotte tauschen!) und mehr Personal auf den Bahnhöfen (Personal, nicht Sicherheitspersonal oder Polizei!) würde das Problem lösen.
Personal auf den Bahnhöfen kannst du dir sparen, der Respekt ist ja schon gegenüber der Polizei und Rettungskräften nicht vorhanden.
Was erwartest du, soll das Personal tun, wenn vor ihm irgendein Fahrgast steht (oder gar eine Gruppe) der sich, in welcher Form auch immer, nicht an die Ordnung hält? Bestenfalls ignoriert der die Bitten und Anweisungen, schlimmstenfalls landet man hinterher im Krankenhaus. Und da heute jeder auch ne Kamera bei sich trägt wird natürlich alles, was irgendeinem naiven Hipster nicht passt, direkt zum medialen Shitstorm aufgebauscht. Und wegen jedem Pups den Betrieb aufhalten ist jetzt auch keine wirklich valide Option.

Da braucht es einfach mehr Polizei, die das Recht auch ohne großen Aufwand wirklich durchsetzen darf. Da ist unser Senat aber vermutlich nicht dran interessiert, dann wäre Berlin ja nicht so tolerant und weltoffen. Die Bezahlung ist natürlich auch ein Thema, aber das Problem hat man ja angegangen.

Dass der Fahrzeugpark im Schnitt (nicht alles ist veraltet, das Meiste wurde ab 1984 gebaut...) so dermaßen alt ist liegt halt an dem gigantischen Investitionsstau, den man durch den Sparzwang extrem befördert hat... Man hätte schon vor 20 Jahren neue Fahrzeuge bestellen müssen, leider hatten der damalige Senat und dessen Nachfolgeregierungen nicht genug Weitblick und es wurden ewig keine Bestellungen in Auftrag gegeben sowie bestehende Bestellungen verkleinert, da die Bevölkerungsprognose wohl negativ war. Erst seit Anfang der 2010er-Jahre wurde neu bestellt, als es schon zu spät war... Trotzdem muss man sagen, für das Alter sind die Fahrzeuge eigentlich noch ganz gut im Schuss und relativ Modern ausgestattet, es sind halt für das extrem gestiegene Fahrgastaufkommen einfach zu Wenige.
 
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2.) Mehr digitale Infrastruktur, um z.B. Homeoffice zu erleichtern. Was wiederum viele konservative Arbeitgeber nicht gern sehen, die aktuelle Infrastruktur nicht überall hergibt und auch nur für einen Teil der Jobs (z.B. in der Dienstleistung) überhaupt möglich ist.

Digitale Infrastruktur ist genug vorhanden. Ich habe in den 0er Jahren schon Remote Desktop über eine 2k-Leitung genutzt, ging ausreichen komfortabel, heute über 16k merkt man selbst bei Videowiedergabe (die nur die wenigsten Jobs brauchen sollten) nur als Hyper-Latenz-sensitiver Gamer einen Unterschied zum direkten Arbeiten. Und für Remote Desktop muss nichtmal neue Hardware angeschafft werden, das kann man jedem Mitarbeiter, der einen eigenen PC besitzt, von heute auf morgen anbieten und hat als Unternehmer nur den Administrations- und Upload-Aufwand. (Dafür aber ganz schnell sehr viel Bürofläche eingespart)

Es gibt zwar 1-2% Haushalte in Deutschland, die selbst für sowas zu lahm angebunden sind, aber das lässt ein Potential von locker 90-95%, die die technischen Vorraussetzungen haben und trotzdem jeden Morgen zur Arbeit müssen. Bei der Hälfte bedingt dass der Job als solcher, alle anderen haben schlicht einen inkompatiblen Arbeitgeber - und die Gemeinschaft zahlt die Zeche dafür in Form von Verkehrs-, Gesundheits- und Umweltkosten.


Nuja man kann den Leuten nicht verbieten mit ihrem Eigentum zu handeln und Preise zu bestimmen,

Man kann ihnen aber verbieten, Macht zu missbrauchen. Nennt sich Mieterschutz und würde in Städten mit massivem Zuzug wie München zugegebenermaßen nicht viel bringen, aber in Hamburg oder Berlin, wo Gentrifizierung das Hauptproblem ist, einen gigantischen Unterschied machen.


Allein die nervliche Belastung die durch das Fehlverhalten anderer Fahrgäste, welches mittlerweile leider nicht mehr ne Ausnahme ist..., macht einem doch selbst bei einem gut ausgebauten, mit einem dichten Netz ausgestattetem und trotz aller Probleme eigentlich sehr gut funktionierenden ÖPNV wie hier in Berlin das Nutzen des ÖPNVs einfach unattraktiv.

Was du beschreibst, kotzt mich zwar auch an, nennt sich aber schlicht "Mitmenschen". Wer auf die partout keinen Bock hat, der muss auf dem Land leben und da bleiben. Aber man kann nicht in der Stadt jedem immer überall seinen Privatraum geben. Das ist genau das Gegenteil des Konzepts "Stadt". Und ohne Stadt und dichtgedrängt aufeinanderhocken passen keine 80 Millionen Menschen in Deutschland rein, sondern bestenfalls 20-30, wenn noch Natur bleiben soll eher 10-15 Millionen.

Ganz abgesehen davon, dass einem das Auto orts- und zeitunabhängige und bei hinreichender Infrastruktur auch relativ schnelle Mobilität ermöglicht.

Bei der Infrastruktur, die praktisch möglich ist und für die bei Umlegung aller durch Autofahrer verursachten Kosten auf Autofahrer hinreichend Zahlungsbereitschaft vorhanden wäre, wäre man nah an der Immobilität.


Aber genau so was wie Markranstädt betrachte ich als Speckgürtel. Nicht das was 20-50km entfernt ist, sondern das was direkt hinter dem durchgestrichenen Stadtschild steht.
Das erlaubt das fahren mit dem Fahrrad (bedingt) und Öffis. Alles was weiter ist, sollte nicht mehr als Speckgürtel, sondern als ländliches Gebiet komplett getrennt von der Stadt betrachtet werden.

Speckgürtel ist je nach Stadtgröße unterschiedlich definiert. Bei München werden mittlerweile selbst Bad Tölz und Landshut (80 km vom Stadtzentrum) dazu gezählt und im Rhein-Ruhr-Raum kannst du einen Bogen von südwestlichen Vororten Kölns bis östlich von Hamm schlagen, ohne einmal städtisches Umland zu verlassen/ländlichen Raum zu betreten. Die Ecke Leipzig/Dresden ist eigentlich fast schon ein Miniaturmodell, weil die Städte selbst noch eine akzeptbale Größe haben (nicht wie Hamburg oder Berlin), erst seit relativ kurzer Zeit Boomen (nicht wie Frankfurt oder Stuttgart) und es benachbarte Großstädte fehlen (nicht wie Nürnberg oder Düsseldorf). So viel Land so nah würden mir spontan nur noch bei Bremen und Braunschweig einfallen, die meisten Metropolregionen sind schon viel, viel großflächiger zubetoniert und die klassische "ich kann mir ein Haus im Grünen leisten"-Speckgürtel-Begründer pendeln über weit größere Entfernungen. In Berlin sind <20 km Pendelstrecke eine Richtung oft rein innerstädtischer Verkehr.

Und der Wohnungsmarkt ist schon hart reguliert. Man verbietet AirBNB-Nutzung (nutze ich selbst sehr gerne wenn ich reisen muss), die Mietpreisbremse ist auch da (deswegen wird die ja umgangen, weil die zu einschneidend ist) und die Vermieter werden kreativ wenn es darum geht Gewinne zu erzielen.

Die Weitervermietungs-Einschränkungen haben was gebracht, aber noch sind die Kontrollen viel zu lasch, aber die Mietpreisbremse ist weitestgehend zahnlos. Die wichtigste Methode für drastische Mieterhöhungen sind Luxussanierungen und die darf man weiterhin 1:1 auf die Mieter umlegen und wenn man die dann dadurch rausgeekelt hat, gibt es weiterhin mehr als genug Wege, die "überdurchschnittliche" Wohnung weitaus teurer zu vermieten. Gegen Abriss und Neubau (mit oft viel weniger Wohnungen) hilft sie gar nicht.

Glaub mir, die Kapitalgesellschaften werden sich massiv wehren.

Und wie? Gegen Mieterrechte können sie nichts machen und bei missbräuchlicher Nutzung (z.B. auch nicht-Vermietung reiner Spekulationsobjekte) sind sie schon heute im Unrecht. Da können sie motzen und meckern soviel sie wollen, WENN die Politik mal was machen wollte/würde. Es wäre sogar von großem Vorteil, wenn sie möglichst viel Stunk machen, weil jedes Jammern über "Probleme" und "Ruin" auf hohen Gewinn orientierter Heuschrecken dazu führt, dass Anleger ihr Geld in andere, sicherere Geschäftsfelder stecken. Denn eins ist mal klar: Die aktuelle Blase resultiert nur zu einem kleinen Teil aus dem Interesse neuer Mieter und zu einem sehr großen aus dem Geld, dass seit 10 Jahren denen mit eh zu viel in den Arsch gesteckt wird. Wenn man die Spekulanten los wäre, wär auch 80-90% des Anstiegs weg.
 
Du hörst dich mal wieder an wie ein echter FDPler. Ja keine Regulierungen machen, die könnten ja versucht werden zu umgehen oder die könnten ja dagegen klagen oder das Kapital könnte scheuen oder Lindner könnte es nicht gefallen oder die Schmier Lobbygelder könnten ausbleiben oder... :rollen:

Naja andere Firmen werden ja auch nicht beim Geld machen behindert. Daimler scheffelt hier auch Geld ohne Ende, geht da wer dagegen demonstrieren? Nuja, höchstens gegen die Bonuszahlungen an den Chef.
Natürlich werden die Firmen nicht erfreut sein wenn man denen alles absägt. Erstmal das bauen teuer machen, dann die energetische Sanierung so gestalten das sie sich NIE bezahlt macht (die Dämmung spart paar % Heizkosten, bis DAS sich lohnt, ist die Bude wieder renovierungsbedürftig).
Dann wundert man sich weil zu wenig gebaut wird und die Firmen anfangen in bestehende Wohnungen zu investieren und die Kosten dafür auf die Mieter umzulegen?
Das Problem wäre viel einfacher zu lösen - bauen, einfach mehr bauen als die absehbare Nachfrage hergibt. Bei Wohnungen auf dem Markt sollte einfach ein Puffer da sein, dann bleiben die Mieten auch da.
Mieten steigen weil die Leute das BEZAHLEN. Weil sich da 30-100 Leute bei einer Besichtigung stapeln obwohl sie die Miete vorher kennen. Angebot und Nachfrage regelt. Und wenn der Markt die Nachfrage nicht decken kann, HIER sollte Papa Staat nachhelfen.

@iGameKudan - wenn sich die Miete verdreifacht hat, dann war sie vorher spottbillig. Wenn irgendwas modernisiert wird was aktuell 10€/m² kostet, sinds hinterher halt 14-16€/m² - das ist ja nu gar kein Thema für den Aufstand für die Hauptstadt (Wohnen in einer Hauptstadt ist IMMER teuer, egal wo man hinfliegt). Wenn da noch n alter Mietvertrag von 6€ jetzt nach der Sanierung und Neuvermietung auf 18€ geschossen ist, dann ja, ist pfuj aber immer noch keinen Aufstand wert.
Sanierte Wohnungen stehen allen zur Verfügung, man sollte die Sanierung auch bezahlen. Modernisierte Wohnungen auch. Ich will z.B. auch Smart Home, Fußbodenheizung, ne geile Eckbadewanne mit allem drum & dran, einen Kamin, Glasfaser und einen Pförtner/Butler im Haus haben, muss mir aber auch überlegen WAS davon ich bezahlen mag und mir dann das entsprechende Angebot suchen. Solche Wohnungen sind nicht für alle da. Und 180m² für n Pärchen mit ner Katze ist auch bissl viel :D

Und Polizei und Sicherheitspersonal nerven Leute gewaltig. Das habe ich auf der Twitchcon gesehen - ne kleine Convention, vll 10.000 Leute gleichzeitig auf dem Gelände (is nix großes, selbst Landwirtschaftsmesse in Leipzig hat diese Zahlen erreicht und da gibts nur Traktoren so weit man guggen kann xD) - und da rennen hundert Polizisten durch die Gegend. Volle Montur, Glock am Gürtel - und das bei einer Livestreamer/Gaming Messe? Spinnen die da? Ich habe auf der gesamten Gamescom keine Polizisten drin gesehen, nur in Fahrzeugen draußen am chillen was ja auch gut ist. Das ist kein Sicherheitsgefühl, das kommt eher dem Überwachungsstaat nahe, Leute mögen das nicht. Man sollte nicht überall Polizei und Sicherheitsdienste hinstecken. Wir leben in einem super sicheren Land übrigens.
Daher finde ich Berlin eh schon viel zu vollgestopft mit Polizei. Wenn ich auf 100 Menschen einen Polizisten sehe in der Öffentlichkeit, ist das viel zu viel und auf geschlossenen Events ist das einfach gnadenlos übertrieben.
So viel dazu. Ich sehe lieber Personal auf Bahnhöfen welches sich um die Sauberkeit, ordentlichen Betrieb und pünktliche Fahrten bemüht und nicht nur dazu da ist, Leuten auf den Sack zu gehen (denn das tun Polizeibeamte wenn sie irgendwo dauerhaft abgestellt werden und viel zu viele sind - die fangen an, Leute zu reizen).

Edit: @ruyven_macaran
Mieterschutz ist schön und gut, wenn der durchdacht ist. Ist er nicht. Und Gentrifizierung ist an sich kein großes Thema. Wenn man in der Stadt halt entsprechend viele Besserverdiener hat die so leben wollen, darf man sie nicht in Sozialwohnungen stecken sondern muss denen auch entsprechend viel bieten - sie lassen auch sehr viel Geld in der Stadt in der sie leben. Sie sind auch recht flexibel und können eher woanders hinziehen als die Pfleger oder Polizisten (die werden einem Gebiet zugeteilt und haben gefälligst nah dran zu leben wenn sie mal eingesetzt werden).

Es muss einfach viel mehr gebaut werden. Vom Staat, nicht von den Kommunen usw. Das muss von ganz oben kommen als ein Großprojekt für das Land.
Damit wären 99% der Probleme auf dem Wohnungsmarkt beseitigt, weil damit wäre das Gefüge zwischen Angebot und Nachfrage wieder geradegebogen. Dazu kann Papa Staat bestimmen was er für Mieten nimmt, er muss hier nicht Gewinne machen. Wenn diese Wohnungen dann nicht den Kommunen gehören usw. lassen sie sich auch schwer missbrauchen.
Airbnb & co finde ich z.B. extrem wichtig als jemand der auf Conventions arbeitet. Diese bieten oft weit bessere Bedingungen als die Hotels, sind bequemer (gerade für große Gruppen die dann nicht über X Hotelzimmer verstreut sind) und oft auch mit besserem Internet ausgestattet (hatte zur Gamescom in Köln ne 5-Zimmer Bude gemietet mit 200er Leitung, absolut angenehm zum arbeiten).

Und Speckgürtel mit 80km Reichweite? Das ist kein Speckgürtel mehr, das ist auf dem halben Weg zum nächsten Bundesland. Speckgürtel ist das wo man innerhalb von Minuten in der Stadt ist, aber trotzdem außerhalb wohnt, inklusive einer weiteren ÖPNV-Verkehrszone (höhere Preise) usw. Berlin ausgenommen, aber Berlin ist ja auch extrem breit gebaut, nicht hoch.
Wie man gegen die Blechlavinen und Pendler kämpft (erfolgreich) sieht man wunderbar in New York und Tokyo. Taxi ist das Mittel der Wahl für die, die unbedingt flexibel rumkommen möchten, ansonsten schiebt man sich in die ÖPNV und gut ist. Eigenes Auto in die Stadt bringen sollte so teuer sein das man es sich 3x überlegt ob man in den Blechpanzer steigt oder doch in die Bahn.
Vll lernen wir n wenig was von diesen Städten.
 
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Was du beschreibst, kotzt mich zwar auch an, nennt sich aber schlicht "Mitmenschen". Wer auf die partout keinen Bock hat, der muss auf dem Land leben und da bleiben. Aber man kann nicht in der Stadt jedem immer überall seinen Privatraum geben.
Das Gleiche Argument könnte man auch bei denjenigen Leuten bringen, denen die durchaus zusätzliche Umweltbelastung durch den städtischen Individualverkehr gesundheitliche Probleme bereitet. Auf dem Land existiert das Problem nicht so sehr... ;)

Mitmenschen schön und gut, aber an gewisse Sitten und Gepflogenheiten darf sich gehalten werden. Ich rede nicht davon, dass mich solche zweifelsfrei nervigen Dinge wie ein hohes Fahrgastaufkommen zu Stoßzeiten, Kindergartengruppen, Schülergruppen oder schreiende Kleinkinder, halt völlig normale Dinge im Zusammenleben mit Mitmenschen, so grundlegend stören, dass ich nicht den ÖPNV nutzen würde, hätte ich die Wahl. Was mich stört ist das zunehmende Fehlverhalten und die Ansicht, dass jegliches Fehlverhalten normal sei und zu tolerieren ist.

Alles was ich in meinem Post aufgezählt habe sind vermeidbare Probleme und vorallem fehlender gegenseitiger Respekt.

@cryon1c: Und das findest du fair? Von ca. 458€ auf über 1400€? :daumen2:
Lenbachstrasse 7 in Berlin-Friedrichshain: Miete soll sich fast verdreifachen | Berliner Zeitung

1400€ Kalt(!)miete ist ebenso übertrieben hoch wie 458€ für 70m² zugegeben recht wenig sind. Besonders bei Modernisierungen, die alle völlig normal sind und zur zeitgemäßen Anpassung gehören. Vorallem sind 1400€ so dermaßen viel, dass selbst in einem Haushalt mit zwei durchschnittlichen Verdienern die Miete viel zu viel vom Gehalt auffrisst, bei Haushalten mit einzelnen Verdienern erst recht. Erschwerend kommen die hier in Berlin oftmals recht geringen Gehälter und die zunehmende Anzahl an sozialhilfebedürftigen Menschen hinzu. 458€ ist für die breite Masse bezahlbar und auch im Rahmen des Jobcenters, 1400€ ist schon die Miete eines Besserverdieners mit über 4000€ Nettogehalt (schließlich wird es als ungünstig bewertet, mehr wie 1/3 seines Nettolohns fürs Wohnen auszugeben).

Wiegesagt, dass Modernisierungskosten umgelegt werden können halte ich eigentlich für tolerabel (wobei ich eigentlich der Ansicht bin, dass es die Aufgabe des Vermieters ist, von Anfang an Rücklagen für Modernisierungskosten zu bilden - d.h., dass die Miete eh zu niedrig war, wenn es so hohe Mietsteigerungen braucht), allerdings nicht so wie es aktuell ist: Zeitlich unbegrenzt und in solch einer krassen Höhe.

Prinzipiell stimme ich dir zwar zu, dass Personal statt Polizei die bessere Wahl ist. Dafür müsste aber ein gewisser Grundrespekt vorhanden sein, und den gibt es nicht. Selbst gegenüber der Polizei nicht wirklich. Und wenn selbst gegenüber der Polizei der Respekt immer weiter sinkt, braucht man als Hansel des Verkehrsunternehmens, der nicht mal Befugnisse eines Sicherheitsdienstes hat und der dir ohne Polizei am Ende garnix kann, garnicht erst ankommen.
 
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@cryon1c: Und das findest du fair? Von ca. 458€ auf über 1400€? :daumen2:
Lenbachstrasse 7 in Berlin-Friedrichshain: Miete soll sich fast verdreifachen | Berliner Zeitung

1400€ Kalt(!)miete ist ebenso übertrieben hoch wie 458€ für 70m² zugegeben recht wenig sind. Vorallem sind 1400€ so dermaßen viel, dass selbst in einem Haushalt mit zwei durchschnittlichen Verdienern die Miete viel zu viel vom Gehalt auffrisst, bei Haushalten mit einzelnen Verdienern erst recht.
Erschwerend kommen die hier in Berlin oftmals recht geringen Gehälter und die zunehmende Anzahl an sozialhilfebedürftigen Menschen hinzu. 458€ ist für die breite Masse bezahlbar und auch im Rahmen des Jobcenters, 1400€ ist schon die Miete eines Besserverdieners mit über 4000€ Nettogehalt (schließlich wird es als ungünstig bewertet, mehr wie 1/3 seines Nettolohns fürs Wohnen auszugeben).

Prinzipiell stimme ich dir zwar zu, dass Personal statt Polizei die bessere Wahl ist. Dafür müsste aber ein gewisser Grundrespekt vorhanden sein, und den gibt es nicht. Selbst gegenüber der Polizei nicht wirklich. Und wenn selbst gegenüber der Polizei der Respekt immer weiter sinkt, braucht man als Hansel des Verkehrsunternehmens, der nicht mal Befugnisse eines Sicherheitsdienstes hat und der dir ohne Polizei am Ende garnix kann, garnicht erst ankommen.

Hab mal nachgelesen. 1408,75 auf 73m², das sind 19,3€ kalt pro m². Für ne geil modernisierte Wohnung mit Video-Gegensprechanlage, Kokosboden im Treppenhaus usw. nicht besonders viel. Je nach Gegend (kenne Berlin nicht SO gut) absolut im Rahmen.
1400€ kalt, also 1600€ rum warm, ist ja modernisiert, da sollten die Nebenkosten leicht sinken. Und ja, Besserverdiener mit 4000€ nach Steuern und Abgaben ist auch normal, als ob diese Geldsumme jetzt was besonderes wäre. Der Vermieter hat sich entschieden, das Haus auf ein gehobenes Level zu sanieren und es an Besserverdiener zu vermieten, ajajaj was für ein Monster! Wo ist denn nu das Problem?
Die bisherigen Mieter haben 458€ bezahlt für die Wohnung, das sind 6,27€ pro m², eine lächerliche Summe für eine Hauptstadt. Für solches Geld werden eigentlich nur Bruchbuden vermietet wo man mit dem Vermieter noch ausmacht das man die Hütte selbst sanieren darf und vll 2-3 Monate noch Mietfrei bekommt.
Ich finde das nicht übertrieben hoch. Nicht verglichen mit anderen Hauptstädten oder Metropolen. Gerade DAS lockte ja die Investoren nach Berlin, die verdammt mickrigen Mieten verglichen mit dem Status der Stadt und dem allgemeinen Wohlstand.
Man sollte natürlich nicht alle Wohnungen in Berlin so sanieren, aber ein gewisser Anteil an gehobenen Wohnungen schadet einer progressiven Stadt nicht. Von Luxus rede ich hier nicht, denn Luxus fängt weiter oben an, viel weiter oben - wo Wohnungen etliche Millionen kosten und teils bis zu 5stellig im Monat vermietet werden.

Und was die Polizei angeht - die soll da sein, rufbereit wenn was ist, die Verkehrsunternehmen und ihre Mitarbeiter haben ja eh direkten Kontakt zu denen und müssen nicht erst noch ne Wache anrufen. Aber jetzt ne Hundertschaft auf dem Bahnhofsgelände parken ist die dümmste Lösung die man sich überhaupt ausdenken kann.
Sicher und wohl fühlt man sich nur dann wenn man in Ruhe unterwegs ist und sich frei bewegen kann. Nicht wenn man durch hunderte Kameras und großen Mengen an Sicherheitsleuten und/oder Polizei bewacht wird, da kommt bei mir alles andere hoch aber kein Sicherheitsgefühl. So viel Polizei ist nur nötig wenn Fußballfans wieder ausrasten oder Demos unterwegs sind und selbst da wird oft übertrieben viel angekarrt.
 
Vorallem sind 1400€ so dermaßen viel, dass selbst in einem Haushalt mit zwei durchschnittlichen Verdienern die Miete viel zu viel vom Gehalt auffrisst, bei Haushalten mit einzelnen Verdienern erst recht.
Bedank dich bei schwarz-geld. Die haben das noch kurz vor der BT-Wahl 2013 durchgepeitscht. Man wollte ja Stimmen fangen (oder auch nicht, die FDP flog ja glücklicherweise raus).
Info 84: Mietrechtsaenderungsgesetz 2013 - Eine Reform zu Lasten der Mieter | Berliner Mieterverein e.V.
https://www.iv-mieterschutz.de/fileadmin/user_upload/Mietrechtsreform_2013.pdf
Aber das Schwarzgeld ist ja auch dafür verantwortlich, dass 1990 das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz abgeschafft wurde: https://www.bundestag.de/resource/b...eec8839fb2aef36b9c83/wd-7-006-13-pdf-data.pdf
 
Sorry cryon1c, aber ich glaube die Diskussion ist sinnlos... Für mich hast du einfach nur weltfremde Ansichten, was normale Einkommen sind und was für normale Leute bezahlbare Wohnungen sind. Aus was der Fußboden ist oder ob die Gegensprechanlage ne überflüssige Videofunktion hat ist doch egal, wenn sich der Normalverdiener die Wohnung nicht mehr leisten kann und hinterher in eine schlechtere Wohnung umziehen muss, da völlig normal sanierter und modernisierter Wohnraum spätestens durch überflüssige Extras unbezahlbar geworden ist. :schief: Die Welt besteht nicht nur aus Besserverdienern für die 4000€ Netto normal sind, sondern zum überwiegenden Teil hier in Berlin aus Leuten, die als Verdiener deutlich weniger wie 2000€ pro Kopf zur Verfügung haben.
Wohlstandsgefaelle: Berliner liegen beim Einkommen hinter vielen anderen Grossstaedtern | Berliner Zeitung
Datenauswertung: Berliner verdienen mehr - Trotzdem steigt Armutsrisiko | Berliner Zeitung

Nur mal so als Tipp: Das sind nicht mal 1700€/Monat. Esssen, Strom, Wasser, ggfs. Gas, Internet, Fernsehen/GEZ, Rücklagen für Notfälle, Fahrkarte, Handy, Freizeit - und schon bleibt ganz schnell nicht mal mehr die Hälfte für die Miete übrig... Und gewisse Annehmlichkeiten wie einen Urlaub oder diverse technische Spielereien wollen ja auch bezahlt werden, damit man von der modernen Welt auch mal was hat. Da bleibt auch kein Geld übrig, wenn man die Zähne zusammenbeißt und stattdessen auf Wohneigentum spart... Mit sowas wie Kindern oder Familie noch garnicht eingerechnet.

Selbst in Mehrpersonenhaushalten sieht es ziemlich übel aus...
Datenauswertung: Berliner verdienen mehr - Trotzdem steigt Armutsrisiko | Berliner Zeitung


Und wiegesagt, die Mitarbeiter vor Ort müssen bestimmte Befugnisse haben - oder es muss halt mehr Sicherheitspersonal und Polizei geben. Du kannst nicht in jedem Fall, wo du die Polizei brauchst weil du Recht und Ordnung durchsetzen musst, die Polizei rufen und den Betrieb aufhalten bzw. durcheinanderbringen. Wenn die Deliquenten sich bis dahin nicht schon längst verpisst haben... Da braucht es schnelle Reaktionsmöglichkeiten, damit man sich nicht zum Clown macht. Man merkt ziemlich eindeutig dass du nicht hier lebst, weil dann würdest du ziemlich schnell feststellen, dass es gegenüber Autoritäten diverser Stufen absolut keinen Respekt mehr gibt.

Ich glaube wir beide können hier ein Ende unter unsere Diskussion setzen, da wir uns im Kreis drehen.
 
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Alles was weiter ist, sollte nicht mehr als Speckgürtel, sondern als ländliches Gebiet komplett getrennt von der Stadt betrachtet werden.

Aber genau von da kommen die Leute, die nach Leipzig ziehen. Um die vom Zuzug in die Stadt abzuhalten, muss man auch dort ansetzen und nicht alle Maßnahmen in der Stadt belassen. Gerade in Sachsen haben wir eine Landflucht in die Städte.

Und der Wohnungsmarkt ist schon hart reguliert. Man verbietet AirBNB-Nutzung (nutze ich selbst sehr gerne wenn ich reisen muss), die Mietpreisbremse ist auch da (deswegen wird die ja umgangen, weil die zu einschneidend ist) und die Vermieter werden kreativ wenn es darum geht Gewinne zu erzielen.
Übrigens Vonovia und Deutsche Wohnen, die 2 größten, die halten ihre sanierten Wohnungen top in Schuss. Betonung - die sanierten, die auch entsprechende Mieten drankleben haben. Mieter die ordentlich was zahlen, haben auch Ansprüche und bringen bei Bedarf ihre Anwälte ins Spiel wenn da was nicht stimmt.
Das Problem ist also die besagte Reallohnentwicklung, nicht die Miete.

Ah, moment.
Ja, im internationalen Vergleich ist der Wohnungsmarkt sehr reguliert. In Peking kann der Vermieter einen binnen weniger Tage vor die Tür setzen. In Russland sitzt man noch am selben Tag auf der Straße, wenn der Vermieter es will und man gerade nicht flüssig genug zum schmieren ist.
Nein, diese Zustände kann man nicht auf DE übertragen. Einfach weil es kulturell nicht akzeptiert ist und ein hinnehmen politischer Selbstmord wäre.

Und was Zahlungskraft angeht: unabhängig davon, ob und wie viel man am Ende des Monats auf dem Konto über hat, wird man sich dagegen wehren, jedes Jahr zuverlässig ein wenig mehr auf die Miete zu zahlen, nur weil der Vermieter mehr Rendite im Vergleich zum Vorjahr sehen will. Für mehr Geld will man mehr Leistung sehen. Und während z.B. die Entlohnung von Arbeitskraft durch Lerneffekte und Erfahrung mit dem Alter die Inflation schlagen kann (bzw. können sollte), sehe ich ehrlich gesagt keinen Grund, warum Miete überproportional zur Inflation steigen sollte.

Glaub mir, die Kapitalgesellschaften werden sich massiv wehren. Weil für diese der Wohnraum das gleiche ist wie Smartphones für Apple&Samsung - man bringt geile Modelle raus und sackt die Gewinne ein. Das ist Ware für die und die lassen sich das Geschäft nicht kaputtmachen.

Smartphones sind ein Gut mit hoher Preiselastizität. Wird ein Iphone teurer, wechseln die Leute zu Vorgängermodellen oder kaufen die Konkurrenz. Wird Apple insgesamt für jeden zu teuer, wechseln die Leute zu Samsung, Huawei usw. - am Ende besitzen die Leute dennoch ein Smartphone.
Wohnraum ist ein Gut mit kaum vorhandener Preiselastizität. Wird Wohnraum teurer müssen die Leute dennoch wohnen und zahlen mehr. Wird Wohnraum zu teuer... gehen sie auf die Straße und fordern Enteignungen. Und entweder versuchen sie den langwierigen Kampf gegen den Vermieter oder ziehen in der Zeit in die Peripherie und pendeln dann zu ihren Jobs in der Stadt - womit wir wieder beim Thema ÖPNV sind.

Und natürlich würden sich Kapitalgesellschaften wehren. Aber es ist der Job des Staates, so ein Marktversagen zu erkennen und zu korrigieren. Die weiter oben von mir genannten Maßnahmen würden wahrscheinlich z.B. dazu führen, dass Vonovia & co. ihre für einen Schleuderpreis erworbenen, vormals von den Komunen abgekauften Wohnungen auf den Markt werfen würden. Die Immobilienpreise würden fallen, der eine oder andere würde seine Wohnung vielleicht selbst kaufen, die Komunen könnten ihre zuvor verschleuderten Objekte vielleicht zu einem normalen Preis wiederbekommen.

Das löst auf der einen Seite zwar nicht das Problem von zu wenig Wohnraum (dort kommt man um Neubau und Nachverdichtung nicht herum), schützt aber zunächst Neu- & Bestandsmieter davor, dass ihre Wohnungen grundsaniert und neuvermietet werden. In der Folge hat man weniger Gentrifizierung, höheren sozialen Frieden usw. - dann denkt auch niemand über Enteignungen nach.

(Anmerkung: ich empfinde ausnahmslos jedes Apple-Produkt als maßlos überteuert. Das Beispiel diente nur der Anschaulichkeit.)



€dit: meine Frau und ich verdienen beide nun nicht schlecht, aber 1400€ für 70m²? O_O
 
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1400€ für 70m² in Berlin? In guter Lage? Hell yeah.
Da spart man sich das pendeln wenn man nah dran arbeitet, spart man alleine über 100€ fürs rumfahren, kann eventuell auch das Auto loswerden oder 2 wenn man halt 2 Fahrzeuge in der Familie führt usw. Man muss alles relativ sehen. Der Bänker, Softwareentwickler oder Arzt freut sich doch drüber, wenn die Wohnung noch ordentlich ist (gehobener Standard) warum zum Geier nicht?
Diese Wohnungen sind halt nicht für Pfleger, Fensterputzer oder Einzelhandelsmitarbeiter gedacht. Man gönnt den Leuten ja auch gar nix. Wenn der Vermieter will das die Bude für Besserverdiener hergerichtet wird, darf der das auch. Der kann einen verdammten Palast aus dem Mietshaus machen, alles vergolden und entsprechend einen russischen Oligarchen suchen der diese Wohnung will - die gibt es in Berlin auch.
Hier ist immer die Frage was man sich für einen Lebensstil leisten will, was einem wichtig ist und was nicht.

Und Smartphones sind ein gutes Beispiel von Dingen die sich die Leute leisten. Keiner braucht das teuerste Modell, die sind meist nur minimal besser kosten aber immens viel. Trotzdem holen sich die Leute Smartphones für 1000€ und mehr. Das ist aber ein Smartphone, nicht die Wohnung wo man lebt. Die kann man sich auch mal leisten, gerne auch etwas größer als "geht noch" und etwas schicker als eine Bruchbude, man will ja auch von den neuen Technologien profitieren und hübsch wohnen. Der Mensch will halt keinen Schweinestall sondern was besseres. Ich finde Apple-Produkte auch gnadenlos überteuert, das heißt aber nicht das ich jemandem sein Produkt vermiesen will - garantiert nicht. Genau so wenig wie ein Sportwagen, eine geile Wohnung oder Haus oder einen Diamantenring der mehr kostet als die Putzfrau für 20 Jahre die da aufräumt.

Es geht ja auch nicht um jährlich steigende Mieten. Aber wer extrem billig wohnt, kann sich denken das seine Bude bald saniert wird und kann sich auf einen gehobenen Wohnkomfort freuen ohne sein Umfeld zu verlassen - wenn man die Modernisierung aussitzen mag.
Die Rendite holen die Firmen sich über Masse, deswegen haben sie ja auch tausende von Wohnungen.

Wie gesagt, ich sehe den Markt global - Europa ist offen, noch ist UK teil davon (London und seine Mieten somit auch) und ich habe Kollegen überall - von Bulgarien (Sofia) bis USA, Tel Aviv usw. Nur Russland fehlt uns (hab aber in Moskau gelebt) und Asien, aber auch da kennt man die Preise - Singapur, Tokyo, Seoul, selbst die komplett verpesteten Städte in China.
Auch die Arbeitsmärkte sind heutzutage global und man verdient ordentlich. Die Hälfte meiner Kollegen lebt in Tel Aviv, die könnten dort gar nicht leben und arbeiten wenn wir nicht ordentlich zahlen würden.

Aber die Leute verstehen hier nicht, das sie und ihre lokalen "Problemchen" verblassen im Vergleich zu dem was sonst so los ist und das sie es hier noch verdammt gut haben. Ein extrem wohlhabendes Land, mit recht geringen Mieten, guten Preisen, nur wenige Sachen sind wirklich teuer (selbst Zigaretten und Alkohol sind hier billig für ein westliches Land) und es wird wegen Kleinigkeiten gemotzt. Vor allem in Fällen wo ein alter Mietvertrag mit einer lächerlich kleinen Miete aktualisiert wird.
Wer billig wohnen will, dem bieten sich die Dörfer hier in Sachsen an. Wer in der Hauptstadt oder einer Metropole wie München leben will, der sollte sich im klaren sein was das kostet - die Wohnung, der Parkplatz und selbst der Döner. Alles hat seinen Preis.
Ich bin ein Freund von gutem Einkommen damit man sich auch was leisten kann - jeder sollte ordentlich verdienen und das ist in einem reichen Land wie Deutschland gar kein Thema. Und Papa Staat kümmert sich um soziale Wohnungen, die dann bitte aber auch für die Leute bereitgehalten werden die Leistungen empfangen oder sonst nix finden, nicht für wohlhabende Studenten die näher an der Uni leben wollen etc :)

P.S. ich lebe hier und bin hier auch mal unterwegs für Messen in Berlin, Köln usw. Lebe auch in Leipzig, klein kann man die Stadt nicht nennen. Wir haben einen super hübschen und ruhigen Bahnhof. Gut, die 5-6 Punks vor einem Eingang gehören dazu, die jucken auch keinen. Und vor allem rennt da nicht überall Polizei, wenn was ist, wird sie geholt. Da fühlt man sich auch sicher. In Berlin&Co. wird man eher das Gefühl nicht los, das die da einen Schwerverbrecher fangen wollen und deswegen so viele Beamte überall hinstecken das die nicht zu übersehen sind. Komm rum, lade dich aufn Bier ein, oder auch zwei oder drei. Wirklich schön hier.
 
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Diese Wohnungen sind halt nicht für Pfleger, Fensterputzer oder Einzelhandelsmitarbeiter gedacht.
Genau, die angestammten Mieter vertreiben um daraus Luxuswohnungen zu machen und das Wohnquartier frei von Armen. Kann ja nicht sein, dass man mit dem Anblick von Leuten die zum Amt oder zu ihrem Niedriglohnjob müssen belästigt wird, wenn man im Bioladen einkaufen geht, seine Globuli einwirft oder mit dem Elektrofahrrad zur Arbeit fährt.

Hier ist immer die Frage was man sich für einen Lebensstil leisten will, was einem wichtig ist und was nicht.
Es geht um die Frage der sozialen Durchmischung der Wohnquartiere, das Verhältnis von Armut und Reichtum, wie begrenzt man die Macht und den Einfluß, den Reiche und Konzerne auf die Politik haben, ...

Es geht ja auch nicht um jährlich steigende Mieten.
Was glaubst du um was es in dem Thema sonst geht? Das ein Goldhamster einen neuen Käfig braucht?

Aber wer extrem billig wohnt, kann sich denken das seine Bude bald saniert wird und kann sich auf einen gehobenen Wohnkomfort freuen ohne sein Umfeld zu verlassen - wenn man die Modernisierung aussitzen mag.
Das Umfeld muss die Person wahrscheinlich verlassen, weil er sich die gesteigerte Miete nicht mehr leisten kann.

Wie gesagt, ich sehe den Markt global -
Gar nichts siehst du. Du bist ein Paradebeispiel für den Survivorship bias
xkcd: Survivorship Bias
Survivorship bias - Wikipedia
und lebst im 5-Sterne Hotel Wolkenkuckucksheim, von dessen Dachterrasse aus du mit einem Aperitif genüsslich auf die Armut und das Elend anstößt und was du doch selber für ein toller Hecht bist. :rollen:

jeder sollte ordentlich verdienen und das ist in einem reichen Land wie Deutschland gar kein Thema.
:-$
Ja ne ist klar. Ein Land das, nach und dank Schröder, eines "der besten Niedriglohnsektoren" hat. Da ist Niedriglohn natürlich kein Thema. Dümmer gehts nimmer.
Aktuelle Sozialpolitik: Der nach Gerhard Schroder "beste Niedriglohnsektor", der in Europa geschaffen wurde, betrifft mehr als jeden funften Arbeitnehmer in Deutschland
DGB - Bundesvorstand | DGB-Faktencheck: Niedriglohne in Deutschland
Die Entwicklung des Niedriglohnsektors zwischen 1996 und 2015 – Osterreich, Deutschland und die Schweiz im Vergleich | Arbeit & Wirtschaft
 
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Nicht ganz. Niemand wird vertrieben durch erhöhte Wohnqualität. Der Vermieter hat sich hier entschlossen ein vernünftiges Konzept umzusetzen wo es keine Luxuswohnung wird, aber ein guter, gehobener Standard was für Berlin nichts besonderes ist - eine wohlhabende Stadt.

Die soziale Durchmischung erreicht man auch wenn man verschiedene Häuser unterschiedlich saniert. Das eine landet dann bei 12€ pro m², das andere halt bei 20€ pro m². Dann hat man in der Gegend Leute aus allen Schichten abgesehen von den Superreichen.

Und die Mieterhöhung durch Sanierung ist einmalig - dauerhaft, aber einmalig, der Vermieter kann die 11 oder 8% (was da aktuell ist von den Zahlen) ja nicht doppelt und dreifach stapeln.

Es wird halt zu wenig neu gebaut, das ist das Problem dieser Städte, aber sonst ist alles recht gut und sowieso schon totreguliert.

Und survivorship bias trifft hier nicht zu. Ich bin nicht Mark Zuckerberg und auch nicht Merkel. Ich bin ein ganz normaler Mensch, der im IT-Bereich arbeitet, sich eine Wohnung mietet wie die halbe Stadt hier und eine Dachterrasse habe ich nicht, noch nicht. Ich sehe aber wie massiv das Land hier wächst, wie die Gewinne aussehen, wie diverse Bereiche einfach explodieren und alles richtig vorangeht.

Und den Niedriglohnsektor für wen? Für Bulgaren die hier auf der Baustelle rumlaufen oder für Rumänen die ausm LKW klettern? Ja, die verdienen richtig wenig. Komischerweise meckern die aber nicht über Mieten in Berlin, die sind nicht zu sehen. Da meckern wohlhabende Einheimische.
 
Boah, das ist ja fast menschenverachtend was er da von sich gibt.
Scheinbar scheint er der Meinung zu sein, dass Menschen mit normalem Einkommen, die es in der Stadt genauso gibt und auch braucht, dort nichts zu suchen haben. Scheinbar ein Fan von Ghettobildung - die Leute die kein Geld haben sollen doch bitte ganz woanders hinziehen. Die Stadt nur noch für irgendwelche neureichen Hipster, der Pöbel darf ewig lange Arbeitswege in Kauf nehmen...

1400€ monatliche Kaltmiete für 70m² durch eine selbstverständliche Modernisierung und Sanierung inklusive überflüssigen Extras als "ordentlich" und "gehobenen Standard" bezeichnen. Ein Standard, den sich 2/3 der Berliner nicht leisten könnten und der "Uranwohner" dadurch aus der Stadt drängt, obwohl der Grund für diese Mietsteigerung eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist.

Scheinbar noch nie was von sozialer Marktwirtschaft gehört und wünscht sich lieber amerikanische Verhältnisse...
 
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Warum sollte ich die Leute die jetzt kein Managergehalt beziehen, nicht in der Stadt haben wollen? Ich will ja auch mal Brötchen kaufen oder eine Kassierin im Laden haben statt einem Kassenautomat. Die wohnen hier ja auch. Ich will aber auch das diese für ihre Arbeit entsprechend bezahlt werden und das die Hauptstadt entsprechend hohe Löhne hat die diese hohen Preise ausgleichen. Das ist überall auf der Welt entsprechend - in der teuren Gegend verdient man viel, zahlt aber auch viel wenn man in dieser leben will.

Und ja, 19,3€ pro m² sind gehobener Standart, das ist keine Normalo-Wohnung. Da 2/3 der Bewohner diese Mieten nicht stemmen können, werden auch nicht mehr als 2/3 der Stadt so modernisiert. Die Firmen wollen Geld verdienen mit Mieten. Wenn das keiner bezahlen kann und die Wohnungen leer stehen, aber Kosten verursachen, werden die Mieten automatisch fallen.

Was spricht gegen eine moderne Stadt, die auf energetisch sanierte Wohnungen setzt mit smarten Funktionen usw? Haben wir das als eines der reichsten EU-Länder nicht verdient oder wie?)
Ich wünsche mir keine amerikanischen Verhältnisse, ich wünsche mir aber das unser Land entsprechend den Wohlstand den wir uns hier erwirtschaften auch umsetzt. Und wo wäre das besser umgesetzt als in Immobilien die allen Leuten zu gute kommen? Das beißt sich gar nicht mit der sozialen Marktwirtschaft. Wir haben das Geld und wenn es Immobilienqualität investiert wird, ist das wesentlich besser als das Geld in irgendwelchen Projekten wie dem BER zu versenken, was man vll 1x im Jahr nutzen könnte wenn man kein Vielflieger ist.

Wir bezahlen schon einiges mit, die Energiewende wird mitbezahlt und die Modernisierung des Immobilienbestandes sollten wir auch durchfinanzieren.
Und diese "überflüssigen Extras" sind für die Lebensqualität wichtig. Kannst ja auch mit nem Ofen heizen wenn du willst, aber die Welt dreht sich weiter und neue Technologien werden verbaut, die man mitbezahlt und sich daran erfreut.
 
Wenn das keiner bezahlen kann und die Wohnungen leer stehen, aber Kosten verursachen, werden die Mieten automatisch fallen.

Die Theorie gibt dir recht, was in der Praxis wirklich passiert, siehst man in London.
Leerstehende Luxusobjekte veringern bei geringer Mieternachfrage nicht die Miete, sondern werden weiter an den nächsten verkauft. Das sind dann solche Objekte, die halbseidene Immobilienschwätzer gerne als "Kapitalanlage mit 5% rendite p.a." anbieten und explizit sagen "da brauchen sie nicht unbedingt einen Mieter drin haben". Die verkaufen sich, weil die Objektwerte steigen - nicht weil jemand tatsächlich die Miete dafür zahlt. Am Ende wohnt keiner mehr in den Wohnungen, weil sich niemand wirklich die Miete leisten kann.

Oder eben auch will - 1400€ für 70m² könnten wir (meine Frau und ich) uns zwar durchaus leisten, meine Holde würde mich aber für nicht ganz dicht halten, so was auch nur in Erwägung zu ziehen. Und überlege ich, wo ähnlich verdienende Kollegen und Freunde in Stuttgart oder Karlsruhe wohnen (u.a. auch Banker/Ärzte/Apotheker), wäre die Reaktion da ganz ähnlich, einfach weil das absolut überzogene Preise sind, deren Leistung nicht im Verhältnis steht. Und da bewegen wir uns locker in den oberen 1-2% der Einkommen Deutschlands.


Wir bezahlen schon einiges mit, die Energiewende wird mitbezahlt und die Modernisierung des Immobilienbestandes sollten wir auch durchfinanzieren.
Und diese "überflüssigen Extras" sind für die Lebensqualität wichtig. Kannst ja auch mit nem Ofen heizen wenn du willst, aber die Welt dreht sich weiter und neue Technologien werden verbaut, die man mitbezahlt und sich daran erfreut.

Du vermischst mehrere Dinge.
1.) man bezahlt nicht (nur) Modernisierung. Sondern eben auch die Renditebestrebung des Vermieters. Und während niemand bestreitet, dass Immobilieninvestitionen sich auch lohnen müssen, wird eine jährliche Steigerung um x% im Immobilienmarkt im Bezug auf Mieterträge nicht funktionieren, solange die Löhne und Gehälter nicht im gleichen Umfang steigen.
2.) Unternehmen bekommen diese Steigerung durch erhöhte Effizienz, neue Technologie, mehr Erkenntnisse usw. hin.
Ein Elementargut wird durch neue Technologie jedoch niemals mehr erwirtschaften oder produzieren können. Ein im vollautomatisch laufenden, hochtechnologisierten Gewächshaus gewachsener "Hightech-Apfel" hat für einen hungrigen Menschen exakt denselben Stellenwert wie ein Apfel vom Garten um die Ecke.
Nehmen wir nun dein Beispiel einer Heizung, wird keine "Modernisierung" es merklich hinbekommen, dass es noch bequemer für mich ist, als der jetzige Zustand - denn ich kümmere mich gar nicht darum. Es heizt, wenn es kalt ist und nicht, wenn es warm ist.

Wir reden bei "Wohnen" nicht von einem preiselastischen Luxusgut wie einem Smartphone, wo ich einfach ein 30€ prepaid-Telefon kaufe, sobald ich nicht mehr als nur die Telefoniefunktion brauche.
Niemand geht auf die Straße, wenn die teuersten Smartphones plötzlich 3000€ kosten.
Ich gehe nicht auf die Straße, weil Nvidias Grafikkarten ihr Geld nicht mehr wert sind.
Denn zum Leben brauche ich weder Smartphone, noch Grafikkarte. Wird beides so teuer, dass ich es mir nicht mehr leisten kann (oder will), muss ich dafür nicht mein soziales Umfeld verlassen und eine Stunde pro Tag mehr zum Job pendeln.

Daher kann(!) der freie Markt in diesem Bezug nicht alles regeln.
 
Wir reden bei "Wohnen" nicht von einem preiselastischen Luxusgut wie einem Smartphone, wo ich einfach ein 30€ prepaid-Telefon kaufe, sobald ich nicht mehr als nur die Telefoniefunktion brauche.
Niemand geht auf die Straße, wenn die teuersten Smartphones plötzlich 3000€ kosten.
Ich gehe nicht auf die Straße, weil Nvidias Grafikkarten ihr Geld nicht mehr wert sind.
Denn zum Leben brauche ich weder Smartphone, noch Grafikkarte. Wird beides so teuer, dass ich es mir nicht mehr leisten kann (oder will), muss ich dafür nicht mein soziales Umfeld verlassen und eine Stunde pro Tag mehr zum Job pendeln.

Ich stimme zwar in so weit zu das es sicher nicht die 1500€ Grafikkarte sein muss, aber PCs sind inzwischen allgemein eigentlich nicht mehr als Luxusgut zu betrachten, sondern ein notwendiger Bestandteil des Alltags, auch wenn das politisch und in den Köpfen einiger neoliberaler Dulis hier immer noch anders klingen mag. ;)

Ob es nun Onlinebanking, das checken von E-Mails für die Arbeit, Bewerbungen für einen Arbeitsplatz, oder das einholen von Informationen zu Ärzten, Handwerkern, das Einkaufen von bestimmten Gütern, oder einer Verkehrsanbindung ist, all diese Dinge und mehr werden teilweise immer schwieriger analog erledig bar, da Bankfilialen immer öfter geschlossen werden, Läden verschwinden, die Informationen von Firmen immer mehr ins Internet verlagert werden und Arbeitgeber heute oft erwarten das man auch außerhalb der Firma neben Telefon auch über Internet / E-Mail erreichbar ist und analoge Wege dadurch ggf. auch immer länger und teurer werden (je nach Wohnort).

PCs und somit auch Grafikkarten in ihnen sind inzwischen also alles andere als verzichtbare "Luxusgüter" geworden.
 
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Ich stimme zwar in so weit zu das es sicher nicht die 1500€ Grafikkarte sein muss, aber PCs sind inzwischen allgemein eigentlich nicht mehr als Luxusgut zu betrachten, sondern ein notwendiger Bestandteil des Alltags, auch wenn das politisch und in den Köpfen einiger neoliberaler Dulis hier immer noch anders klingen mag. ;)
Mal abgesehen davon, erschließen sich einem auch die Marktplätze größerer Hardwareforen, wenn man sich etwas tiefer in die Materie einarbeitet. Da bekommt man gebrauchte Hardware teilweise für 1/3 bis 1/4 des Preises, was neue Hardware im gleichen Leistungsspektrum kostet. Und je nach Unternehmen wo man arbeitet kann es auch sein, dass die beim turnusmäßigem Wechsel der Rechner, diese (auf Nachfrage) ohne Festplatte kostenlos(!) an die Mitarbeiter rausgegeben. Selber schon erlebt und da waren größtenteils Ivy Bridge i3 verbaut und vereinzelt sogar schon Haswell i3. Zwar leistungsmäßig keine Brüller, aber für rumpimmeln im Internet und ältere Spiele und Spiele aus dem Indiebereich gut genug. Etwas was bei Wohnungen nicht möglich ist.

mit smarten Funktionen usw?
Danke, nein Danke. Ich verzichte auf komplett verwanzte Wohnungen. Wer so einen Scheiss will, soll das vom eigenem Geld sich kaufen aber es anderen nicht aufzwingen.

Das eine landet dann bei 12€ pro m²,
Wo lebst du eigentlich, dass 12€/m² als für jedermann bezahlbar gelten? Für eine 45m² Wohnung sind das schon 540€ kalt und angesichts dessen:
Nach der EU-Definition für die Erhebung gilt jemand als armutsgefährdet, wenn er über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung verfügt. 2017 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 1096 Euro im Monat, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2302 Euro im Monat. Das traf im vergangenen Jahr auf 13,1 Millionen Menschen oder 16,1 Prozent der Bevölkerung zu.
EU-Erhebung: Millionen Menschen in Deutschland an der Armutsgrenze - SPIEGEL ONLINE

[...]
Danach war 2015 rund jedes achte Paar (13 Prozent) mit einem Kind armutsgefährdet, rund jedes sechste Paar mit zwei Kindern (16 Prozent) und fast jedes fünfte (18 Prozent) mit drei Kindern.
[...]
Die Studie der Bertelsmann-Stiftung geht davon aus, dass 68 Prozent der Alleinerziehenden 2015 armutsgefährdet waren - nach der OECD-Methodik sind es mit 46 Prozent deutlich weniger. [...]
Kritik an OECD-Methodik: Mit jedem Kind erhoeht sich das Armutsrisiko von Familien | ZEIT ONLINE

Absoluter Wucher.

Und den Niedriglohnsektor für wen? Für Bulgaren die hier auf der Baustelle rumlaufen oder für Rumänen die ausm LKW klettern?
Mir ist hier noch nie so ein abgehoben lebender Mensch über den Weg gelaufen, der auch noch leugnet, dass es in Deutschland Armut gibt. Sowas bekommt man nichtmal von Kaaruzo und RtZk zu hören (die sind denen nur egal).
 
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Die Theorie gibt dir recht, was in der Praxis wirklich passiert, siehst man in London.
Leerstehende Luxusobjekte veringern bei geringer Mieternachfrage nicht die Miete, sondern werden weiter an den nächsten verkauft. Das sind dann solche Objekte, die halbseidene Immobilienschwätzer gerne als "Kapitalanlage mit 5% rendite p.a." anbieten und explizit sagen "da brauchen sie nicht unbedingt einen Mieter drin haben". Die verkaufen sich, weil die Objektwerte steigen - nicht weil jemand tatsächlich die Miete dafür zahlt. Am Ende wohnt keiner mehr in den Wohnungen, weil sich niemand wirklich die Miete leisten kann.

Oder eben auch will - 1400€ für 70m² könnten wir (meine Frau und ich) uns zwar durchaus leisten, meine Holde würde mich aber für nicht ganz dicht halten, so was auch nur in Erwägung zu ziehen. Und überlege ich, wo ähnlich verdienende Kollegen und Freunde in Stuttgart oder Karlsruhe wohnen (u.a. auch Banker/Ärzte/Apotheker), wäre die Reaktion da ganz ähnlich, einfach weil das absolut überzogene Preise sind, deren Leistung nicht im Verhältnis steht. Und da bewegen wir uns locker in den oberen 1-2% der Einkommen Deutschlands.




Du vermischst mehrere Dinge.
1.) man bezahlt nicht (nur) Modernisierung. Sondern eben auch die Renditebestrebung des Vermieters. Und während niemand bestreitet, dass Immobilieninvestitionen sich auch lohnen müssen, wird eine jährliche Steigerung um x% im Immobilienmarkt im Bezug auf Mieterträge nicht funktionieren, solange die Löhne und Gehälter nicht im gleichen Umfang steigen.
2.) Unternehmen bekommen diese Steigerung durch erhöhte Effizienz, neue Technologie, mehr Erkenntnisse usw. hin.
Ein Elementargut wird durch neue Technologie jedoch niemals mehr erwirtschaften oder produzieren können. Ein im vollautomatisch laufenden, hochtechnologisierten Gewächshaus gewachsener "Hightech-Apfel" hat für einen hungrigen Menschen exakt denselben Stellenwert wie ein Apfel vom Garten um die Ecke.
Nehmen wir nun dein Beispiel einer Heizung, wird keine "Modernisierung" es merklich hinbekommen, dass es noch bequemer für mich ist, als der jetzige Zustand - denn ich kümmere mich gar nicht darum. Es heizt, wenn es kalt ist und nicht, wenn es warm ist.

Wir reden bei "Wohnen" nicht von einem preiselastischen Luxusgut wie einem Smartphone, wo ich einfach ein 30€ prepaid-Telefon kaufe, sobald ich nicht mehr als nur die Telefoniefunktion brauche.
Niemand geht auf die Straße, wenn die teuersten Smartphones plötzlich 3000€ kosten.
Ich gehe nicht auf die Straße, weil Nvidias Grafikkarten ihr Geld nicht mehr wert sind.
Denn zum Leben brauche ich weder Smartphone, noch Grafikkarte. Wird beides so teuer, dass ich es mir nicht mehr leisten kann (oder will), muss ich dafür nicht mein soziales Umfeld verlassen und eine Stunde pro Tag mehr zum Job pendeln.

Daher kann(!) der freie Markt in diesem Bezug nicht alles regeln.

Ich rede ja nicht über den Leerstand von Villen und Neubauten mit 150m² großen, vergoldeten Wohnungen mit Blick auf Kölner Dom oder ähnliches. Sobald es genug Leerstand bei kleinen und mittleren Wohnungen gibt (Überangebot), gehen die Mieten runter.
Übrigens hat sich im Luxussegment so langsam die Miete eingepegelt, sie steigt bei weitem nicht mehr so hoch wie die Miete weiter unten.
Für dich und deine Frau mag 1400€ für 73m² zu viel sein. Aber frag mal die Leute in München, London, Moskau oder New York. Es gibt auch hierzulande Leute die für solche Wohnungen bezahlen, Angebot und Nachfrage. Wenn man was zu teuer findet, holt man es nicht nicht, sollte es aber gut verdienenden Leuten nicht madig machen die es wollen.

Und noch mal, es gibt keine jährliche Steigerung. Es gibt ne einmalige Steigerung, hier in dem Beispiel ists extrem weil das von einer extrem billigen Miete auf eine recht hohe Miete geschossen ist, trotzdem ist das einmalig - niemand kann die Modernisierung mehrfach auf die Miete umschlagen. Die neue Miete wird dann auch die nächsten 10-20 Jahre so bleiben.
Das schon mal zum Thema 1)^
2) - Ja klar, steigt der Wert an sich nicht, es steigt nur Bequemlichkeit, Sicherheit und damit lässt sich ein bestimmter Lebensstandard auch umsetzen, was für einige viel Geld wert ist. Rumprotzen ist vll nicht das richtige Wort, kommt aber auch vor.
Gegensprechanlage mit Video ist extrem nützlich, man sieht ganz genau wer da gerade klingelt, erhöht die Sicherheit im Haus beträchtlich.
Fußbodenheizung und Klimaanlage die sich auf 0,1° genau steuern lassen sind auch super angenehm und eigentlich kein Luxus mehr.
Moderne Fenster mit Schallschutz und Dreifachverglasung sind ein Segen wenn es um seine Ruhe in der Stadt geht (mag nicht jeder sehen, aber wer im Home Office arbeitet und ein Kondensatormikrofon vor der Nase hängen hat, der versteht das sehr wohl!).
So fallen auch andere Sachen auf wie Tiefgarage, ein Pförtner (hierzulande extrem selten, woanders schon eher anzutreffen) und hochwertige Ausstattung der Wohnung ins Gewicht. Alles hat seinen Preis, ne geile Lage auch.
Wir leben ja um was zu schaffen und sich auch was zu gönnen, warum also nicht?

München hat an manchen Ecken auch schon 26€/m² gesprengt. Weil das die Leute zahlen. sonst würde so eine Ware auf dem Markt nicht existieren wenn es keinen Käufer dafür gäbe.
 
Naja andere Firmen werden ja auch nicht beim Geld machen behindert. Daimler scheffelt hier auch Geld ohne Ende, geht da wer dagegen demonstrieren?

Öhm - ja. Demonstrationen gegen Abzockerfirmen sind keine Seltenheit. Spätestens wenn es zu Lasten anderer geht, ist schnell die Kacke am Dampfen. Im Falle von Daimler wäre die Profitmaximierung in Sachen Abgasreinigung ein Beispiel, bei dem auch du mitbekommen haben solltest, dass 1-2 Leute wenig begeistert waren.

Edit: @ruyven_macaran
Mieterschutz ist schön und gut, wenn der durchdacht ist. Ist er nicht.

Das schrieb ich auch so.

Und Gentrifizierung ist an sich kein großes Thema.

Citation not found...

Wenn man in der Stadt halt entsprechend viele Besserverdiener hat die so leben wollen, darf man sie nicht in Sozialwohnungen stecken sondern muss denen auch entsprechend viel bieten - sie lassen auch sehr viel Geld in der Stadt in der sie leben.

Es geht nicht um Besserverdiener und wo deren Geld bleibt (in aller Regel nicht in der Stadt, denn weder Apple noch die Luxussanierer haben ihre Firmensitze in z.B. Berlin), es geht um die Normalverdiener, bei denen Schaden in der Größenordnung von 5-10 Jahresrücklagen verursacht wird.

Es muss einfach viel mehr gebaut werden.

Klar. Weil wir ja keinerlei Probleme mit Flächenversiegelung haben und Geld sowie Energie auf Bäumen wachsen, bauen wir einfach immer 20% Überschuss :wall:

Airbnb & co finde ich z.B. extrem wichtig als jemand der auf Conventions arbeitet.

Das du Dinge, die für dich einen Vorteil darstellen auch dann befürwortest, wenn zahlreiche Menschen darunter leiden müssen, ist bekannt...

Und Speckgürtel mit 80km Reichweite? Das ist kein Speckgürtel mehr, das ist auf dem halben Weg zum nächsten Bundesland.

Wenn dir das Wort nicht passt, melde dich bei Ministerien, Zeitungen, Duden & Co und schlage ein besseres vor. Aber das ist es, worum es hier geht und zumindest ich lass mich nicht auf etymologische Ablenkungsmanöver ab.

Speckgürtel ist das wo man innerhalb von Minuten in der Stadt ist, aber trotzdem außerhalb wohnt, inklusive einer weiteren ÖPNV-Verkehrszone (höhere Preise) usw. Berlin ausgenommen, aber Berlin ist ja auch extrem breit gebaut, nicht hoch.

Keine Ahnung, wie man nach eigener Aussage soviel rumkommen und doch so wenig mitbekommen kann. Der ÖPNV in Deutschland hat zwar ein Problem mit zeitlicher und räumlicher Dichte, aber nicht mit Reichweite. Ich kann mit zwei-drei Tickets von Frankfurt nach Bayreuth fahren, weil sich die ÖPNV-Zonen überlappen...
Und Berlin mit seinen oft 5-6 stöckigen Altbauten, zahlreichen hohen Plattensiedlungen und vergleichsweise wenigen Einfamilienhäusern als "breit gebaut" zu bezeichnen ist wohl der pure Hohn. Berlin ist die Gemeinde mit der dritthöchsten Einwohnerdichte in Deutschland überhaupt. Mehr als Doppelte vom Tal der Ahnungslosen.


Das Gleiche Argument könnte man auch bei denjenigen Leuten bringen, denen die durchaus zusätzliche Umweltbelastung durch den städtischen Individualverkehr gesundheitliche Probleme bereitet. Auf dem Land existiert das Problem nicht so sehr... ;)

Bezüglich auf den innerstädtischen Verkehr kann man das durchaus. Eine Stadt ganz ohne geht nicht, wo viele Menschen leben ist auch viel los. Ich würde aber schätzen, dass 90-95% des Verkehrs in den Städten auf Leute von außerhalb zurückgeht. Also genau die Arschllöcher, die ins Grüne ziehen, weil sie es sich leisten können, aber dennoch die Vorteile der Stadt nutzen wollen und dadurch die Bedingungen für alle anderen noch schlechter machen.

Mitmenschen schön und gut, aber an gewisse Sitten und Gepflogenheiten darf sich gehalten werden. Ich rede nicht davon, dass mich solche zweifelsfrei nervigen Dinge wie ein hohes Fahrgastaufkommen zu Stoßzeiten, Kindergartengruppen, Schülergruppen oder schreiende Kleinkinder, halt völlig normale Dinge im Zusammenleben mit Mitmenschen, so grundlegend stören, dass ich nicht den ÖPNV nutzen würde, hätte ich die Wahl. Was mich stört ist das zunehmende Fehlverhalten und die Ansicht, dass jegliches Fehlverhalten normal sei und zu tolerieren ist.

Das ist nur leider, leider normal und eigentlich nicht zu tolerieren. Aber es ist eben kein Problem des Nahverkehrs, sondern ein Problem der Gesellschaft als solches. Und deswegen ist es auch nicht durch kein-ÖPNV aus der Welt, nicht einmal für die priveligierte Minderheit, für die ständiges Privatfahren machbar wäre. Selbst als 30-m²-Straße-für-sich-beanspruche bekommt man seine gehörige Portion durch das Verhalten der anderen Panzerfahrer ab und die gleichen Leute, die einen in der Bahn konzentriert nerven, sind auch zu Fuß eine Zumutung, der man in der Stadt kaum entgehen kann.
Leider sind Lärmbelästigung und kleine Sachbeschädigung in Deutschland genauso straffrei wie das Zuparken von Fahrspuren, Umweltverschmutzung oder Steuerhinterziehung.

1400€ Kalt(!)miete ist ebenso übertrieben hoch wie 458€ für 70m² zugegeben recht wenig sind. Besonders bei Modernisierungen, die alle völlig normal sind und zur zeitgemäßen Anpassung gehören. Vorallem sind 1400€ so dermaßen viel, dass selbst in einem Haushalt mit zwei durchschnittlichen Verdienern die Miete viel zu viel vom Gehalt auffrisst, bei Haushalten mit einzelnen Verdienern erst recht. Erschwerend kommen die hier in Berlin oftmals recht geringen Gehälter und die zunehmende Anzahl an sozialhilfebedürftigen Menschen hinzu. 458€ ist für die breite Masse bezahlbar und auch im Rahmen des Jobcenters, 1400€ ist schon die Miete eines Besserverdieners mit über 4000€ Nettogehalt (schließlich wird es als ungünstig bewertet, mehr wie 1/3 seines Nettolohns fürs Wohnen auszugeben).

2016 wurde für Berliner Familien (70 m² sind für Singles nunmal Luxus) ein mittleres Einkommen von 3230 € angegeben. Wären also rund 1100 € Miete, die nach der Drittelregelung okay wären, wobei ich solche Faustformeln für komplett ungeeignet halte. Essen, Kommunikation und Verkehr werden schließlich nicht teurer, nur weil man mehr verdient. Einkommensschwache Haushalte können da nur wenig mehr sparen als reiche und haben dementsprechend weniger für die Miete übrig.

Wiegesagt, dass Modernisierungskosten umgelegt werden können halte ich eigentlich für tolerabel

Genau das ist in meinen Augen absolut untolerabel. Eine Aufwertung kann man umlegen - wenn Mieter ein Vetorecht haben, wenn sie die gar nicht wollen. (Ich kenn Berliner, die haben jetzt den dritten Balkon binnen 20 Jahren. Und schon der erste war ihnen vollkommen recht und er war auch nicht baufällig.) Aber es wird nicht der Nutzwert einer Modernisierung umgelegt, sondern eben deren Kosten. Das heißt der Mieter bezahlt nicht seinen Mehrwert, sondern er bezahlt die Wertsteigerung des Eigentums des Vermieters.
Man stelle sich mal vor, ein Autovermieter holt den Wagen nach zwei Tagen wieder ab, baut einen größeren Motor ein und legt die Kosten zu 100% auf den Mieter um - den würde jeder für verrückt erklären und das Weite suchen. Aber ein Wohnungsmieter kann nicht mal eben so und vor allem nicht ohne erhebliche Kosten umziehen. Den kann man dazu zwingen, einem Werte zu schenken. Wenn die Mafia das macht, nennt man es "Erpressung" - wenn es Vermieter machen "normal".


Nicht ganz. Niemand wird vertrieben durch erhöhte Wohnqualität.

Ach ne? Wer die höhere Miete nicht zahlen kann, darf bleiben? Wäre mir und zahlreichen (zwangs)geräumten komplett neu, was du hier behauptest.

Und survivorship bias trifft hier nicht zu. Ich bin nicht Mark Zuckerberg und auch nicht Merkel. Ich bin ein ganz normaler Mensch, der im IT-Bereich arbeitet

Also der Branche, die drei bis viermal höhere (Einstiegs-)Gehälter zahlt als andere?
:rollen:

sich eine Wohnung mietet wie die halbe Stadt hier und eine Dachterrasse habe ich nicht, noch nicht. Ich sehe aber wie massiv das Land hier wächst, wie die Gewinne aussehen, wie diverse Bereiche einfach explodieren und alles richtig vorangeht.

Was du nicht siehst: Bei wie vielen Leuten nichts, aber auch rein gar nichts von diese explodierenden Gewinnen ankommt.

Und den Niedriglohnsektor für wen? Für Bulgaren die hier auf der Baustelle rumlaufen oder für Rumänen die ausm LKW klettern? Ja, die verdienen richtig wenig. Komischerweise meckern die aber nicht über Mieten in Berlin, die sind nicht zu sehen. Da meckern wohlhabende Einheimische.

Da meckern (u.a.) die, die früher die Jobs gemacht haben, für die heute ein Unternehmer noch günstigere Bulgaren rankarrt, während die Anwohner sehen müssen, was sie sich von HartzIV leisten können.
Eine Berliner Wohnung immer häufiger nicht. Einen Umzug aber auch nicht.
 
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