ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Das Amt hat die Aufgabe, die Leute vor der Wohnungslosigkeit zu schützen und denen entweder passende Alternativen bereitzustellen oder die Kosten zu tragen. Ich sehe die Obergrenze mit Umzugsvermeidung und Härtefall bei mindestens 552€ für eine alleinstehende Person.
LOL.
Schön, dass du das alles so siehst. Aber weder hat das Amt diese Aufgabe (afaik nicht einmal auf dem Papier - wenn du was gegenteiliges sagen willst, wäre eine Quelle schön) noch wird es in den meisten Städten derart hohe Mieten für eine Einzelperson zahlen.
Und wohnen wird teuer - das ist doch normal. Sprit wird teuer, Kippen werden teuer, Essen wird teuer, so wird auch wohnen teuer. Was ist denn hier billiger geworden, auch von den Sachen auf die man nicht verzichten kann? Mir fällt nichts ein.
Sprit wird teurer? Schön wärs aus ökologischen Gesichtspunkten. Im letzten Jahrzehnt habe ich schon mal 1,50 den Liter Super in Deutschland gezahlt (2,00 in Italien), jetzt sind die Preise gerade mal von 1,30 auf 1,40 gestiegen. Auch der Preisanstieg bei den meisten Lebensmitteln ist minimal/auf dem Niveau der Lohnsteigen (nennt man Inflation), nur wohnen schießt bei den Alltagsdingen exorbitant durch die Decke. (Zahlreiche Güter, die man sich nur in unregelmäßigen Abständen zulegt auch, aber auf die meisten davon kann man zähneknirschend auch verzichten oder auf gebrauchtes ausweichen. Aber Wohnen ist ein muss.)
Und die 20.000€ um eine kleine 40-45m² Wohnung zu sanieren, ist OK. Wer als Single eine 70m² Bude bewohnt, darf dafür auch zahlen - wie für alles andere. Familie ist Familie, da hat man auch höhere Einkünfte als eine Person erzielen kann.
Na wenn bei dir Kinderarbeit üblich ist mag das so sein, aber in Deutschland haben Familien die von mir bereits verlinkten Einkünfte. Und da sind 400 € extra mal eben so nicht drin. Es geht nicht um zahlen "dürfen", es geht um nicht-zahlen-können.
Ich bleibe bei meiner Meinung. Wir haben die sozialen Wohnungen auf den Markt geworfen, entsprechend macht der Markt das was er soll - Gewinne erwirtschaften.
Wenn das der einzige Zweck ist, dem der Markt dienen kann, dann er bei der Versorgung von Menschen keine Daseinsberechtigung. Weg mit dem Markt, her mit der Enteignung. Für Wohnungen, die allein zum Gewinn machen dienen (und nicht in erster Linie zum wohnen) ist einer Gemeinschaft kein Platz. (Und in Deutschland im allgemein auch rein wortwörtlich/physisch nicht.)
Klingt grausam? Naja das Leben ist kein Ponyhof.
Sagst du das eigentlich auch den Bonzen, denen ein Irrer den Benz abfackelt?
Vor allem dann wenn mehr Leute ihren Pobacken zusammenkneifen
z.B. Immobilienkonzerne.
Zeitarbeit ist so n Thema, das ist auch ebenfalls als Überbrückung gedacht
Von wem ist das so gedacht? Von dir? Das wird den ärmeren 10 Millionen der deutschen wenig nützen. Auf Seiten der Firmen ist er für Kostendrücken, Umgehung von Tarifverträgen, Outsourcing und Mitarbeiterkontrolle gedacht. Und genau so wird es auch intensiv eingesetzt und da kann der Zeitarbeiter verdammt wenig dran ändern. Der weiß nicht einmal, wer seine Kollegen sind, selbst wenn diese sich in einem Fire & Dont hire Umfeld organisieren wollten.
Ich sags mal so, meine Firma kann mich auch innerhalb von einem Monat loswerden wenn sie wollen (außerhalb der EU halt), aber dafür werde ich entsprechend gut bezahlt.
Das du auf dem Goldesel sitzt wissen wir mittlerweile. Solange du die Tierchen nicht nachzüchtest, löst das die sozialen Spannungen in Deutschland aber nicht.
(z.B. sind sparsame Elektrogeräte recht teuer, um da zu sparen muss man erstmal Geld haben - z.B. schon die ganze Wohnung auf LED Lampen umrüsten kann 200€+ kosten - das lohnt sich zwar, die muss man aber erstmal investieren)
Wenn man sich ne ausreichend große Wohnung leisten kann, kann es das...
Wobei ganz interessant ist, dass da im öffentlichen Dienst prozentual deutlich mehr Leute in der Gewerkschaft sind, obwohl da die Leute bis auf die wiederholten Befristungen im Wissenschaftsbereich recht gut aufgestellt sind bei der Jobsicherheit.
Man hat allgemein einen höheren Organisationsgrad in Branchen mit langer Firmenzugehörigkeit. Der Staat ist da das Paradebeispiel, weil er sehr viel unbefristet einstellt, aber bei z.B. Metallern mit viel Innerbetrieblicher Ausbildung sieht es ähnlich aus. Überall da, wo der Arbeitgeber spürbare Nachteile hat, wenn er von heute feuert und morgen einstellt haben Arbeiter die nötige Kontinuität, um sich zu orgnisieren (auch wenn sie im heutigen gelebten Kapitalismus und Individualismus immer öftiger versuchen, sich zu Lasten ihrer Kollegen zu profillieren) und sie haben die nötige Bedeutung, um etwas zu erreichen. Ein weiterer Faktor: Die staatlichen Aufgaben kann man nicht outsourcen, die Arbeitsplätze sind fix an den lokalen Arbeitsmarkt begründet.
Aber wir haben einen immer höheren Anteil anspruchloser Dienstleistungsjobs mit Einarbeitungszeiten von wenigen Tagen, immer mehr Zeitarbeiter auf solchen Posten und immer mehr Konzerne, die spielend leicht Arbeitsplätze verschieben können. Selbst wenn mal eine Organisation der Arbeitnehmer gelingt, was nur noch bei wenigen, großen Standorten der Fall ist, sind die Möglichkeiten dann äußerst beschränkt. Amazon z.B. wurde medienwirksam bestreikt - das Hauptergebnis ist ein Ausbaustopp in Deutschland, stattdessen werden neue Packzentren hinter der polnischen Grenze hochgezogen. Zum Teil werden sogar Waren aus noch bestehenden deutschen Lagern dahin gefahren, um Pakete für deutsche Empfänger zusammenzustellen. LKW-Verkehr kostet ja dank Unionsmininstern nichts und in Polen hat man noch mehr, noch billigere, noch wehrlosere Arbeitnehmer und muss nicht mehr jedes Weihnachten Spaniern herankarren, weil die Deutschen doch tatsächlich auf sowas wie Lohn bestehen.
(Anm.: Wobei Amazon im Vergleich zu vielen Zeitarbeitern noch gut zahlt. Ich kenne genug Leute, für die wäre die Bezahlung als Picker ein Aufstieg, auch wenn umgekehrt durch die Arbeitsbedingungen der Job nicht besser ist.)
Man muss für jeden Furz wie Smartphone-Vertrag sein halbes Leben offenbaren, aber beim Immobilienkauf nicht. 



