Volksentscheid in Berlin: Umwandlung von Wohnungen in Sozialwohnungen

Nö, das erlernt und erarbeitet man sich von klein auf. 3-4 Sprachen auf einem perfekten Level, Skills aus verschiedenen Bereichen (gibt es nur mit Erfahrung aus den Bereichen, einiges wird einem halt nicht im Studium beigebracht) und alles andere - da arbeitet man gezielt drauf hin.

Ja 3-4 Sprachen perfekt kann sich natürlich auch "jeder" erarbeiten, genauso wie jeder 3-4 Instrumente und musikalisches Talent auf perfekten Niveau erarbeiten kann, oder ein ausgeprägtes Talent für Mathematik, oder das zeichnen / malen auf dem Niveau von klassischen Künstlern... :schief:

Noch viel ferner der Realität geht es nicht noch, oder?
Viele Menschen sind schon froh wenn sie es sich im Leben "erarbeitet" bekommen neben der Muttersprache noch ein bis zwei Sprachen halbwegs ordentlich zu sprechen, bei der dritten hört man dann meist schon die Defizite sehr deutlich raus. Drei Sprachen und mehr wirklich perfekt zu beherrschen gelingt meist nur Leuten die eine natürliche Begabung für Sprachen besitzen, das hat weiß Gott nicht jeder, genauso wie nicht jeder das Talent gut zu zeichnen / malen, oder für eine ästhetische Architektur, oder zum Spitzensportler besitzt.

Es ist daher schon reichlich abgehoben zu meinen solche gehobenen Voraussetzungen könnte sich mal eben jeder mit entsprechender Lebensplanung und "etwas harter Arbeit" schaffen, so mal die gegebenen Voraussetzungen für eine mögliche Lebensplanung auch schon gar nicht unterschiedlicher sein könnten...

Ich bin einfach nur der Meinung, das man gefälligst für das Privileg zahlen soll, mitten in der Metropole zu wohnen, wenige Meter von seiner Arbeit entfernt und mittendrin in der Kultur usw.
Das ist überall auf der Welt so, nicht nur bei uns. Silicon Valley ist auch irre teuer, aber für die Leute die da arbeiten - nicht wirklich, denn sie können es sich leisten. Und wir können es uns hier auch leisten, bei dem Erfolg den wir hier haben.

Und ich bin einfach nur der Meinung Leute wie du sollen dann auch gefälligst stärker für die Umweltbelastung, nötige (Verkehrs)Infrastruktur, Versorung, Gesundheitsschäden von Anwohnern auf der Strecke der Pendler, zur Kasse gebeten werden, weil diese Leute, die es sich nicht leisten können in der Stadt nahe ihrer Arbeitsstelle zu wohnen, 2h+ dahin pendeln müssen!
Immerhin sollte man es sich dann ja auch leisten können und es einem "Wert sein" die "schlechter" gestellten Personen aus den Augen aus dem Sinn möglichst weit weg vom eigenen Wohnort verfrachten zu können, nicht?
 
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Auch wenn es leider eine Utopie ist und wahrscheinlich auch bleiben wird: Zeit das Beamen möglich wird. Das würde nicht nur alle Transportprobleme und die damit einhergehende Zeitproblematik lösen, sondern auch die Wohnraumprobleme.


Ja 3-4 Sprachen perfekt kann sich natürlich auch "jeder" erarbeiten, genauso wie jeder 3-4 Instrumente und musikalisches Talent auf perfekten Niveau erarbeiten kann, oder ein ausgeprägtes Talent für Mathematik, oder das zeichnen / malen auf dem Niveau von klassischen Künstlern... :schief:
Den Pilotenschein, das Kapitänspatent und Kosmonautik (oder wie man das nennt) nicht vergessen. Wenn schon, denn schon. :ugly:
 
Als ob es so schwer wäre, sich immer weiterzubilden, zu reisen und das eigene Wissen, Erfahrung und ich nenne es mal "Skills" zu verbessern?
Klar nicht jeder erreicht was, man kann sich verschätzen, was komplett falsches wählen oder einen Beruf meistern der ausstirbt, aber im großen und ganzen ist das aktuell richtig. Die gut bezahlten Positionen werden mit Leuten besetzt, die sich richtig dahinterklemmen und entweder zu unersetzbaren Spezialisten werden oder Multitalenten die sich dauerhaft weiterentwickeln. Der Rest steht am Fließband und macht monotone Arbeit usw.
Talent braucht man aber nicht unbedingt. Den Pilotenschein kann jeder machen der sich dahinterklemmt und die nötigen Flugstunden (+ extra wenns nicht reicht) bringt. Und die Theorie, der eine lernt das schnell, der andere langsam, aber am Ende sind alle fertig.

Und Arbeit muss sich auszahlen. Wenn ich Pfleger sehe die z.B. Medikamenteneinnahme bei den Patienten überwachen und was die verdienen - da ist die Verantwortung größer als bei dem was ich mache. Ein Fehler bei mir kostet im schlimmsten Fall Geld. Dort - ein Menschenleben. Nur verdient der Pfleger weniger als die Hälfte von dem was in meinem Bereich so gezahlt wird. Das muss sich ändern, ich gönne denen auch ein angemessenes Einkommen, dann leben die auch in der Stadt und nicht im Umland.
Warum soll ich anderen nichts gönnen? Dann kostet der Haarschnitt bei mir halt 50€ statt 32€, who cares, aber das ist halt das Einkommen von jemand anderem das ich mitbezahle und ich hab da keine Probleme damit. Nur müssen sich die Leute dafür einsetzen das die höheren Preise auch in einem höheren Lohn bei denen resultieren und nicht nur in der Chefetage usw. landen. Hier ist sich jeder selbst der nächste, denn unsere Politik hat bewiesen das sie mit dem dynamischen Markt nicht mitkommt. Jeder der arbeitet, nimmt am Arbeitsmarkt teil und verhandelt selbst, was halt seine Stunde kostet.

Und ich will die gar nicht weg haben, aber mitten in der Metropole, in angesagten Bezirken zu wohnen kostet nun mal. Wer dort wohnt, bezahlt auch dafür.
Es gibt sehr viele Ansätze wie man das lösen kann, Werkswohnungen usw. Aber ein ordentliches Einkommen bei den Leuten würde das Problem lösen, wenn wir nicht mehr diese massiven Unterschiede haben. Und moderne Arbeitsweisen wie Home Office regeln den Rest, so muss man für den guten Verdienst nicht unbedingt pendeln usw.
 
Als ob es so schwer wäre, sich immer weiterzubilden, zu reisen und das eigene Wissen, Erfahrung und ich nenne es mal "Skills" zu verbessern?

Ja, weil regelmäßiges Reisen was kostet? Richtig, Geld und erfordert Zeit! Weiterbildung erfordert was? Richtig, Zeit und je nachdem worin man sich weiterbildet durchaus auch noch ordentlich Geld!
Beides weniger ein Problem wenn man besser situierten Familien kommt, beides mehr ein Problem wenn man bereits einen finanziell schlechteren Start ins Leben hatte und / oder durch Zweitjobs / Drittjobs wegen finanziell angespannter Situation (zusätzlich) gar nicht die Zeit aufbringen kann.

Natürlich könnten / können da auch noch als Handycap Dinge hinzukommen wie die eigene Gesundheit, genetische Veranlagungen, berufliches Pech und die soziale Abwärtsspirale der Langzeitarbeitslosigkeit, Familie, usw. usf.

Klar nicht jeder erreicht was, man kann sich verschätzen, was komplett falsches wählen oder einen Beruf meistern der ausstirbt, aber im Großen und Ganzen ist das aktuell richtig.

Ach na bloß gut das es da keine anderen, oben schon grob aufgezählten Punkte geben kann...

Die gut bezahlten Positionen werden mit Leuten besetzt, die sich richtig dahinterklemmen und entweder zu unersetzbaren Spezialisten werden oder Multitalenten die sich dauerhaft weiterentwickeln.

Haha selten so gelacht...
Die guten Positionen gehen an die Leute die im Leben das meiste Glück hatten (das Geld für Ausbildung und gute Schule hatten), oder entsprechende Beziehungen, oder vielleicht noch intelligent und vor allem narzisstisch genug waren um sich durchzubeißen, mit dem reinen Können hat das leider zu oft viel zu wenig zu tun.

Der Rest steht am Fließband und macht monotone Arbeit usw.

Ach, da arbeiten also nur die "Dummen"? Deine Welt ist so schön einfach gestrickt, aber leider auch ebenso verkehrt...

Talent braucht man aber nicht unbedingt. Den Pilotenschein kann jeder machen der sich dahinterklemmt und die nötigen Flugstunden (+ extra wenns nicht reicht) bringt. Und die Theorie, der eine lernt das schnell, der andere langsam, aber am Ende sind alle fertig.

Wenn Talent so unwichtig ist, wie kommt es dann das es talentiertere Piloten und solche mit weniger Talent gibt? Wie kommt es das in Kriegen manche Piloten das Zeug haben Fliegerasse zu werden und die am wenigsten talentierten als erste ins Gras beißen, obwohl alle einen Flugschein haben?
Ob da nicht doch ein "natürliches" Talent mit reinspielt?

Warum hat Hitler, obwohl er "malen konnte" es nicht an die Kunstschule geschafft, warum gibt es so viele Menschen die zwar einen Führerschein besitzen aber die man eigentlich auf keine Straße loslassen sollte / kann?
Ist jemand der ein schlechtes 4er Abitur hat wirklich geeigneter für ein Studium als jemand mit einem guten 2er Realschulabschluss?

Merkst du wie Milchmädchenhaft dein Argument vom "erarbeiten" ist?
 
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Die guten Positionen gehen an die Leute die im Leben das meiste Glück hatten (das Geld für Ausbildung und gute Schule hatten), oder intelligent und vor allem narzisstisch genug waren um sich durchzubeißen, mit dem reinen Können hat das leider zu oft viel zu wenig zu tun.
Oder in die richtige Schicht geboren wurden und genug Vitamin B haben:
Eliten, Politik und Ungleichheit – ein Teufelskreis - Makronom
Elitenforscher Michael Hartmann: „Wir brauchen eine Arbeiterquote“ - taz.de

Bildungsbenachteiligung in der Bundesrepublik Deutschland – Regionale Unterschiede bei der sozialen Differenzierung - Wikipedia
Bildungschancen sind auch regional unterschiedlich, beispielsweise im Vergleich zwischen Ost- und West-Deutschland. In Westdeutschland sind die Chancen, ein Gymnasium zu besuchen, für ein Kind aus der oberen Dienstklasse (Akademiker in hohen Positionen) 7,26-mal größer und für ein Kind aus der unteren Dienstklasse 4,20-mal größer als die Chancen eines Facharbeiterkindes (ebd.).
Bei diesen Angaben ist zu berücksichtigen, dass die Chancen von Kindern von an- und ungelernten Arbeitern und Landarbeitern noch geringer sind als die der Facharbeiterkinder, jedoch weder von den PISA- noch von den IGLU-Studien im Direktvergleich ausgewertet wurden.
In Ostdeutschland ist die Ungleichheit der Lebenschancen kleiner. Hier ist die Chance eines Kindes aus der oberen Dienstklasse 3,89-mal so groß wie die eines Facharbeiterkindes und die Chance eines Kindes aus der unteren Dienstklasse ist 2,78-mal so groß.
[...]
 
Viele Menschen sind schon froh wenn sie es sich im Leben "erarbeitet" bekommen neben der Muttersprache noch ein bis zwei Sprachen halbwegs ordentlich zu sprechen, bei der dritten hört man dann meist schon die Defizite sehr deutlich raus.

Bei einigen hapert es schon am Deutsch. Manche Posts lassen sich fast gar nicht lesen.
Auch Englisch fällt bei Leuten, ohne Abi oft recht schlecht aus. Eine 2. Fremdsprache haben die meistens überhaupt nicht in der Schule gehabt.
 

Ja viel Spaß sich bei Google, Facebook, Amazon oder auch SAP hier mit Vitamin B durchzuboxen, da kommste nicht weiter als zum Bewerbungsgespräch. Alle erfolgreichen Firmen stellen Leute ein die was können. Gerade im Technologiesektor. Da hat man ohne Wissen nix zu suchen, da kannst du auch den Papst als Onkel haben und einige Millionen aufm Konto schon bei der Geburt, dich nimmt da trotzdem keiner wenn du nix taugst.
Zudem ist Bildung hier kostenlos, man muss sich nur um Wohnraum kümmern und um gute Noten. Dickes Konto beim Papa hilft dir bei dem Studium auch kaum.

Und Talent - ja klar, es gibt Talent, aber doch nicht beim normalen Arbeiten. Wenn ich nen Frontend-Dev will, dann ist der talentierte schneller, aber die Arbeit von denen ist am Ende gleich gut - der mit mehr Talent kann sich einfach weniger anstrengen oder kann mehr schaffen.

Noch mal, seht global, die Spezialisten werden überall gefragt, Multitalente auch, nicht nur in DE guggen - dank der EU haben wir einen offenen Markt und deutsche Bürger haben es mitunter am einfachsten ein Arbeitsvisum zu bekommen oder zu reisen - die halbe Welt ist hier Visafrei für uns. Ich kann mich 90 Tage in SüdKorea aufhalten und dort in Ruhe alles machen ink. Bewerbungen wenn ich will.
Klar, nem Fensterputzer hilft das keinen Meter weit :)
 
Ja viel Spaß sich bei Google, Facebook, Amazon oder auch SAP hier mit Vitamin B durchzuboxen, da kommste nicht weiter als zum Bewerbungsgespräch. Alle erfolgreichen Firmen stellen Leute ein die was können. Gerade im Technologiesektor. Da hat man ohne Wissen nix zu suchen, da kannst du auch den Papst als Onkel haben und einige Millionen aufm Konto schon bei der Geburt, dich nimmt da trotzdem keiner wenn du nix taugst.
Zudem ist Bildung hier kostenlos, man muss sich nur um Wohnraum kümmern und um gute Noten. Dickes Konto beim Papa hilft dir bei dem Studium auch kaum.

Was konnte den dann Hartmut Mehdorn? :ugly:

Heidelberger-Durckmaschinen
Das starke Wachstum der Heidelberg-Gruppe in den 90er-Jahren erwies sich als nicht nachhaltig...

Deutsche Bahn
Für den Börsengang kaputt gespart...

BER Flughafen
Geld kassiert aber nichts vorran gebracht...

Ja, der Mann glänzt eindeutig durch sein können, so wie eine Menge Führungskräfte. :P

Auch ein Beispiel wäre da John Scully, unter dem Apple fast bankrot gegangen ist...
 
Zudem ist Bildung hier kostenlos,
Kinderschutzbund - Echte Lernmittelfreiheit fuer Schueler
Kinderarmut: Nur jedes siebte Hartz-IV-Kind profitiert von Teilhabepaket - SPIEGEL ONLINE
Ein Deutschland in dem Marktradikale und Neureiche frei leben und der Rest freiheitlich zusehen darf, wo sie bleiben. :schief:

Dickes Konto beim Papa hilft dir bei dem Studium auch kaum.
Lage der Studenten: Akademikerkinder dominieren mehr denn je die Universitaeten - WELT
[...]
Grund für die Misere ist die Finanzierung. Ein Studium war für arme Familien schon immer eine Herausforderung. Doch inzwischen stöhnen darunter auch Mittelstandsfamilien. Durchschnittlich 930 Euro hat der normale Student in Deutschland pro Monat zur Verfügung. 2012 waren es noch 858 Euro. Allerdings hat sich für die meisten Studenten gar nicht viel getan. Das Gros verfügt weiterhin über einen Betrag zwischen 701 und 800 Euro. Das statistische Plus kommt dadurch zustande, dass eine kleine Spitzengruppe heute wesentlich mehr Geld hat als noch vor einigen Jahren.
[...]

Noch mal, seht global, die Spezialisten werden überall gefragt, Multitalente auch, nicht nur in DE guggen - dank der EU haben wir einen offenen Markt und deutsche Bürger haben es mitunter am einfachsten ein Arbeitsvisum zu bekommen oder zu reisen - die halbe Welt ist hier Visafrei für uns.
Ja ne ist klar. Als ob jeder Lust hat, andauernd den Wohnort zu wechseln und immer in der halben Welt unterwegs zu sein.

Klar, nem Fensterputzer hilft das keinen Meter weit :)
Und dem Paketboten, Lageristen, Verkäufer, ...
 
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Und dem Paketboten, Lageristen, Verkäufer, ...

Oder den Friseuren, Landarbeitern, Berufskraftfahrern, Pflegekräften, Arzthelfern, Bauarbeitern, Hilfsarbeitern, Taxifahrern, Hilfsköchen / Küchenhilfen, Kellnern, Call Center Angestellten, Reinigungskräften, freiberuflichen Lehrkräften, Mitarbeitern von Sicherheitsdiensten, den meisten Menschen die ihren Beruf nur in Zeitarbeit ausüben können, usw. usf.

Die Liste an Menschen wächst seit Jahren beständig und mit ihr die Zahl der Menschen die es betrifft natürlich auch.
 
Quelle?
Wurde hier vor kurzem gepostet, der Kollege hat das rausgemacht, habs aber noch offen *ätsch*
Loehne: Auf einen Blick - so verdient Deutschland - SPIEGEL ONLINE

Bitte sehr. 2017, Medianeinkommen: 2990€, Durchschnittslohn 3441 und das ist schon 1,5 Jahre her.

Thanks. Muss ich überlesen haben und mit google kam ich nicht weiter, weil du 2017 schreibst, obwohl es was von 2014 ist ;)
Allerdings gibt das ganze Ding nicht das Medianeinkommen an. Sondern den Medianbruttolohn von Vollzeitarbeitenden. Da sind also all die armen Schweine, die schlicht keine Vollzeitstelle haben, aber trotzdem eine Wohnung, etc. brauchen einfach unten rausgefallen. Berücksichtigt man bei einer Betrachtung der Einkommenssituation aller tatsächlich mal alle, so ergaben sich 2014 um die 1500 € Netto (Singles), was um 2400 € Brutto entspricht. Also mal eben 25% schöngerechnet vom Spiegel respektive dessen Quellen. In Wolkenschlosshausen kann man davon dann auch 400 € höhere Mieten zahlen, in der Realität nicht.

Hast du noch eine zweite Quelle zu der Behauptung, dass quasi alle Unternehmen händeringend Leute suchen und denen auch ein faires Gehalt anbieten?

Und ich sehe ganz genau was abläuft. Paketboten die 8h ankreuzen und 12h arbeiten und so ihren Lohn unter den Mindestlohn drücken.

Du siehst angestellte Paketboten? Lol.

Pfleger die andere Hintern abwischen, aber ihren eigenen Hintern nicht hochbekommen um zu streiken usw.

Man wird nicht Pfleger, wenn man Leute wie Dreck behandeln möchte. Streiks im Bereich Kranken und Altenversorgung sind immer eine ganz heikle Sache, weil in erster Linie eben die zu Pflegenden leiden und nicht diejenigen, die über das Geld entscheiden. Da ist dein wunderbarer freier Markt halt am Ende, wenn die Anwendung seiner Methoden mit krepierten Leuten endet.

Ich sehe halt verdammt viele offene Stellen,

8 Millionen? Mit jeweils guter Bezahlung? Das ist die Zahl der Stellen, die (mindestens) in Deutschland gesucht wird, wenn man Aufstocker, unfreiwillig Teilzeittreibende, etc. aufaddiert. Und da kommen noch die oben drauf, die an Kassen, in Warenlagern, etc. zwar einen nominell normalen, unterm Strich aber eben einen Scheiß Job haben, den sie auch gerne loswerden würden.

auch bei uns wird gesucht - Quereinsteiger (ist praktisch die gesamte Firma), wird ordentlich bezahlt, aber man muss schuften.
Perfektes Englisch + weitere Fremdsprache (muss nicht deutsch sein), ordentliche Skills, Erfahrung muss sein.

WTF!?!? Also sorry: Ihr seid einfach nur strundzdoof oder sprecht selbst kein Deutsch, oder?

Auch die Plattform mit der wir arbeiten, sucht noch wie bekloppt und bietet sogar Hilfe an beim Umzug und Dokumenten, aber die Liste ist trotzdem elend lang,

Kann es sein, dass die auch Leute mit Sprachkenntnissen über denen von 95% der deutschen Arbeitnehmer suchen?

Der Arbeitgeber bestimmt nichts. Ich bin nach einer Messe mit dem Chef einfach mal abends aufs Sofa und wir haben das verhandelt. Ich weiß das meine Kollegen in den USA etwas mehr bekommen und Kollegen in OstEuropa und außerhalb der EU etwas weniger. Jeder verdient was anderes, auch die Kollegen hier - jeder hat eine andere Summe. Der einzige Fall wo man seinen Verdienst NICHT verhandelt, ist bei dem Tariflohn - da haste den Tarif, fertig.

:nene:
Bei >60% der Jobs bestehen solche Verhandlungen aus "reicht ihnen das Gehalt oder wollen sie meine Zeit noch weiter verschwenden? Da ist die Tür, auf der anderen Seite warten 10 Leute, die alle vollkommen ausreichend qualifiziert sind"


Ja 3-4 Sprachen perfekt kann sich natürlich auch "jeder" erarbeiten, genauso wie jeder 3-4 Instrumente und musikalisches Talent auf perfekten Niveau erarbeiten kann, oder ein ausgeprägtes Talent für Mathematik, oder das zeichnen / malen auf dem Niveau von klassischen Künstlern... :schief:

Noch viel ferner der Realität geht es nicht noch, oder?
Viele Menschen sind schon froh wenn sie es sich im Leben "erarbeitet" bekommen neben der Muttersprache noch ein bis zwei Sprachen halbwegs ordentlich zu sprechen, bei der dritten hört man dann meist schon die Defizite sehr deutlich raus.

Dritte Fremdsprache? Selbst auf einem Gymnasium hat man nur zwei Fremdsprachen und die zweite davon schon entsprechend verkürzt, sodass man gerade genug für grundlegende Kommunikation lernen kann. Selbst die erste wird man allenfalls "brauchbar" lernen, wenn man nicht selbst mit Auslandsaufenthalten (= mit Geld, dass die Familie erstmal haben muss), nachbessert. Dritte Fremdsprache gut zu lernen erfordert dann schon privaten Sprachunterricht - und damit meine ich nicht VHS-Kurse oder die kostengünstigen Dinger, die Nebenfachstudenten offenstehen (ganz abgesehen davon, dass man sich ein Studium ohne Jobben auch erstmal bezahlen lassen muss), denn bei den Gruppengrößen lernen allenfalls echte Sprachgenies sich verständlich auszudrücken.
(Ausgenommen man stopft seine vier Sprachen mit sinnlosen, eng verwandten Kombinationen voll. Deutsch/Englisch/Niederländisch/Afrikaans könnte auch auf dem Niveau deutscher öffentlicher Schulen klappen, wenn man sich richtig reinkniet. Allerdings wär mir nicht bekannt, dass sowas überhaupt angeboten wird. Vielleicht können Franzosen Italienisch/Spanisch/Portugiesisch lernen.)


Auch wenn es leider eine Utopie ist und wahrscheinlich auch bleiben wird: Zeit das Beamen möglich wird. Das würde nicht nur alle Transportprobleme und die damit einhergehende Zeitproblematik lösen, sondern auch die Wohnraumprobleme.

Die Aufhebung der Naturgesetze löst immer eine ganze Menge Probleme, ist bislang aber nur SF-Autoren gelungen.


Was konnte den dann Hartmut Mehdorn? :ugly:

Leute feuern. Der wurde bislang immer gerufen, wenn es um das ging was Leute mit viel Geld als "gesundschrumpfen" oder "verschlanken" bezeichnen. Der "gesund"-Teil ist dabei zwar relativ zum Ausgangspunkt zu betrachten, aber sonst hat er eigentlich das gemacht, was das Kapital von ihm erwartet hat: Das Dreckschwein in der Krise/vor dem Börsengang gespielt, mit klarer Priorisierung kurzfristiger Rendite über langfristige Stabilität.
 
Oder den Friseuren, Landarbeitern, Berufskraftfahrern, Pflegekräften, Arzthelfern, Bauarbeitern, Hilfsarbeitern, Taxifahrern, Hilfsköchen / Küchenhilfen, Kellnern, Call Center Angestellten, Reinigungskräften, freiberuflichen Lehrkräften, Mitarbeitern von Sicherheitsdiensten, den meisten Menschen die ihren Beruf nur in Zeitarbeit ausüben können, usw. usf.

Die Liste an Menschen wächst seit Jahren beständig und mit ihr die Zahl der Menschen die es betrifft natürlich auch.

Und genau die sollten auf den Straßen zu sehen sein, ihre Streiks sollten in den Nachrichten mindestens genau so oft auftauchen wie die Streiks bei Lufthansa, die sollten sich für unbefristete Stellen mit Tariflohn einsetzen und das auch durchboxen. Wie ich sagte, Papa Staat hilft hier nicht, das ist einzig und allein die Sache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wenn da erstmal eine vernünftige Gewerkschaft ist und sie aus unbefristet angestellten Arbeitern zusammengesetzt ist (und nicht wie bei den Fahrradkurieren wo sie zwar eine Gewerkschaft aufgebaut haben, aber die befristet angestellten Leute wurden nicht verlängert und die Gewerkschaft war ohne diese Leute flachgelegt).
Aktuell ist es halt so auf der Welt, man muss sich bewegen. Wir haben in allen Bereichen mehr als genug Geld um diese Leute zu bezahlen, die Wirtschaft boomt ungebremst, egal ob da Abgas-Skandale oder sonstwas passiert. Ist halt nur blöd wenn das Geld nicht bis zu denen kommt, die das erwirtschaften. Aber wir können denen sowieso nicht helfen, die müssen sich selbst helfen. Zahnlose Politik hat gezeigt das sie nicht rechtzeitig reagieren kann und nur dann eingreift wenn es praktisch schon ausgebrannt ist. Wer sich auf die verlässt, der ist verlassen, also selbst ran.
Gegen steigende Preise habe ich nichts, denn das bedeutet das mehr Geld da ist und sich die Lebensqualität für alle verbessert, mehr Steuern vorhanden sind usw. - schadet keinem. Würde ich billig leben wollen, wäre ich schon längst in Bulgarien. Die Sprache ist sehr leicht zu erlernen wenn man Russisch spricht und man hätte dort im Monat so viel Geld wie andere im halben Jahr verdienen. Ich gönne es jedem, mehr Geld zu haben als nötig, aber die müssen sich schon drum kümmern.

Edit: @ruyven_macaran

Meine Firma sitzt außerhalb der EU. Wir kommunizieren in Englisch. Und ALLE die bei uns dabei sind und nicht in den USA wohnen, sprechen mindestens 2 Sprachen perfekt, viele sind auf 3+ Sprachen spezialisiert. Selbst die Kanadier sprechen Französisch und Englisch, rate mal warum. Die Firma hat nach solchen Mitarbeitern gesucht weil man anders nicht weltweit arbeiten kann ohne das Personal aufzublähen. Jeder von uns deckt mehrere Bereiche ab. Unser Support hat Leute die mit HTML, CSS und Javascript umgehen können (mehr oder weniger) und Wissen aus sehr vielen anderen Bereichen mitbringen - Videoproduktion, Audio-Equipment, PC Hardware, diverse Software etc. Wenn man im Industrie 4.0-Bereich arbeitet, geht ein Teil vom Arbeitstag schon drauf, sich was neues beizubringen, den Markt zu beobachten und zu reagieren. Das lernen passiert NICHT im Studium, nicht viele bei uns haben studiert und ich glaube nur 3 Leute arbeiten tatsächlich in dem Beruf was sie gelernt haben. Genau das macht die Firma interessant und vielseitig. Wir sind so weit entfernt von einem konventionellen Betrieb wie man es nur sein kann. So viel zu deinem WTF.
Ohne Englisch und Russisch hätte ich keinen Fuß in diese Firma gekriegt, egal was ich sonst gelernt hätte und wie mein Kontostand wäre (naja, ab nem gewissen Kontostand kann man so eine Firma auch kaufen oder so viel investieren das man mit ins Boot geholt wird, da reichen 6 Stellen aber nicht aus).

Und ja, die Plattform sucht auch Leute die über den 95% von den deutschen Arbeitnehmern liegen was Sprachkenntnisse angeht. Da auch diese Firma in Englisch kommuniziert und man ohne Englisch da nun mal nix zu suchen hat, schon gar nicht in Regionen außerhalb von UK und USA.

Zu den Stellen - NIX DE, EU+Ausland. Mindestens EU-weit. Hier braucht man nix um woanders zu arbeiten, kein Arbeitsvisum, keine extra Dokumente, keine extra Zeit, nichts.
Und ja, ich sehe angestellte Paketboten.
UPS, kam erst n Noblechair von Caseking angerollt, hab mit dem Lieferanten gesprochen - der ist fest angestellt. Auch die DHL-Jungs die hier rumlaufen, sind wirkliche DHL-Jungs, keine Servicepartner von DHL. Kann dir ja mal n paar davon auf Video aufnehmen wenn du magst und wenn die zustimmen.

Und zu dem Thema Pfleger - klar geht das zu Lasten der Patienten. Aber wenn man sonst nichts erreicht, muss man halt so weit gehen. Ideologie kann man nicht essen, mit moralischen Vorstellungen lassen sich Miete und Sprit nicht bezahlen und so weiter. Wenn wer was gutes tun will, kann er zur freiwilligen Feuerwehr usw. gehen. Aber für eine bezahlte Vollzeitstelle erwartet man auch einen Lohn und da sollte auch genug Druck aufgebaut werden.
In dem Bereich fehlen schon Leute und die Löhne gehen nicht rauf - also muss es richtig krachen bis sich da was tut.

Und zum Link - Bundestagswahl 2017, hab das falsche Datum angesehen, mein Fehler. Ist wirklich von 2014, es ist also nicht 1,5 Jahre her sondern 4,5 Jahre her, seit dem ist das Medianeinkommen noch deutlicher angestiegen.
Klar das Vollzeitstellen gezahlt werden. Teilzeit, Minijob, Selbstständige, Leute die nur nach Auftragslage/Saison arbeiten (z.B. Dachdecker die im Winter nix aufm Dach zu suchen haben) haben in so einer Statistik nichts verloren. Sie verdienen entsprechend weniger.
 
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Wie ich sagte, Papa Staat hilft hier nicht, das ist einzig und allein die Sache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Denken von der Wand bis zur Tapete. Wer in den 80er Jahren davon geredet hätte, dass man einen Niedriglohnsektor, Kettenbefristung und Leih- und Zeitarbeit in diesem Ausmaß wie man es heute hat, in Zukunft hier mal haben wird, wäre für verrückt erklärt worden. Das ganze wurde erst durch die Politik ermöglicht und verursacht, allen vorran durch Hartz 1 (nicht vergessen: es gab insgesamt vier). Vorher wäre das an den Gesetzen gescheitert.

(z.B. Dachdecker die im Winter nix aufm Dach zu suchen haben) haben in so einer Statistik nichts verloren. Sie verdienen entsprechend weniger.
Dachdecker verdienen nicht unbedingt wenig. In meiner Verwandschaft ist eine Person Dachdeckermeister und hat eigenen Betrieb und die Gehälter die da für Gesellen bezahlt werden sind recht gut, vorallem in Anbetracht des Baubooms. Aber das ist halt ein Beruf, für den sich auch nicht jeder eignet.

Du siehst angestellte Paketboten? Lol.
Kommt auf die Region und Gegend an. Hier auf dem Dorf die Postfrau die immer rumfährt ist festangestellt, ich mein sogar noch bei der Post und nicht bei DHL. In Erfurt direkt sieht man dahingegen öfters mal die gelben Transporter, manchmal auch nur weiße mit kleinem gelben Logo, die im Auftrag für DHL unterwegs sind.
 
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Und zu dem Thema Pfleger - klar geht das zu Lasten der Patienten. Aber wenn man sonst nichts erreicht, muss man halt so weit gehen. Ideologie kann man nicht essen, mit moralischen Vorstellungen lassen sich Miete und Sprit nicht bezahlen und so weiter.

Bist du witzig, die Leute haben aber in großen Teilen kein Verständnis dafür wenn im Medizinsektor gestreikt wird und ganz besonders dann nicht wenn dabei noch Menschen zu Schaden kommen könnten, musst du nur mal verfolgen was wieder los ist wenn in Berlin an der Charité gestreikt wird.

Und ein Streik bei dem die Versorgung der Patienten aber weiterhin sichergestellt ist ist halt für den Bestreikten / Inhaber zimlich witzlos, entsprechend, wie Poulton schon sagt, der Markt kann gerade an dieser Stelle nichts regeln.

Für den ÖPV gilt in übrigens meist das gleiche, sobald die eigene Mobilität dadurch massiv eingeschränkt wird ist bei vielen Schluss mit Verständnis:

"Es reicht jetzt!" - Bahnkunden haben kein Verstaendnis fuer GDL-Streik | wp.de | Verbraucher
 
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Bist du witzig, die Leute haben aber in großen Teilen kein Verständnis dafür wenn im Medizinsektor gestreikt wird und ganz besonders dann nicht wenn dabei noch Menschen zu Schaden kommen könnten, musst du nur mal verfolgen was wieder los ist wenn in Berlin an der Charité gestreikt wird.

Und ein Streik bei dem die Versorgung der Patienten aber weiterhin sichergestellt ist ist halt für den Bestreikten / Inhaber zimlich witzlos, entsprechend, wie Poulton schon sagt, der Markt kann gerade an dieser Stelle nichts regeln.

Für den ÖPV gilt in übrigens meist das gleiche, sobald die eigene Mobilität dadurch massiv eingeschränkt wird ist bei vielen Schluss mit Verständnis:

"Es reicht jetzt!" - Bahnkunden haben kein Verstaendnis fuer GDL-Streik | wp.de | Verbraucher

Wenn die Firmen gezwungen werden, Personal aus anderen Regionen usw. anzukarren auf eigene Kosten um die Versorgung zu sichern, wird es für sie richtig teuer. Streiks haben immer eine Wirkung, sie schmälern den Gewinn vom Unternehmen und ruinieren auf kurz oder lang den Ruf. Nur das es bei der Pflege mit dem Ruf schon sowieso nix zu machen ist, dieser Bereich ist so beliebt wie ne Geschlechtskrankheit und das nicht umsonst.
Streikrecht haben wir hier nicht umsonst, das ist ein erfolgreiches Mittel um gierige Arbeitgeber daran zu erinnern, das sie Arbeitgeber und keine Sklaventreiber sind. Alles was kein Beamter ist, kann streiken und sollte es auch wenn da Ansprüche sich nicht anders durchsetzen lassen.
Und gerade im Medizinsektor oder Verkehrssektor sind Streiks wesentlich effektiver, weil sie sofort alle Kunden betreffen und es keine Alternativen gibt. Wenn bei Amazon gestreikt wird, bestelle ich woanders. Wenn die DHL streikt, liefert mir UPS oder FedEx was. Wenn aber DB bestreikt wird oder der Medizinsektor, habe ich keine wirkliche Wahl und muss mich richtig aufregen, genau deswegen ist es so effektiv. Der finanzielle Schaden durch einen ordentlichen Streik ist um ein vielfaches höher als die Angestellten für einige Jahre vernünftig zu bezahlen.
 
Bist du witzig, die Leute haben aber in großen Teilen kein Verständnis dafür wenn im Medizinsektor gestreikt wird und ganz besonders dann nicht wenn dabei noch Menschen zu Schaden kommen könnten, musst du nur mal verfolgen was wieder los ist wenn in Berlin an der Charité gestreikt wird.
Ich denke, das hat zum Großteil aber auch mit einem völlig verzogenen Bild über die Einkommen der Beschäftigten zu tun. Von der Charité habe ich zwar keine Ahnung, aber dafür von einem anderen kürzlichen Beispiel: Auch wenn sich das negative Feedback bezüglich der BVG-Streiks doch arg in Grenzen gehalten hat, so gab es in der Berichterstattung der Presse doch auch eine Menge FUD über die Lohnverhältnisse. Ich weiß zwar nicht ob du dich damit auch beschäftigt hast - aber was meinst du, mit was für einem Grundlohn ein Fahrer mit 39h die Woche nach Hause gegangen ist?

Gleichermaßen, dass andere Berufe immer öfters geringgeschätzt werden. Ein Fahrer hat bei Weitem mehr zu tun, auszuhalten und zu wissen, wie am Rad zu drehen oder ein paar Hebel oder Knöpfe zu bedienen - solche abschätzigen Bemerkungen hört man doch öfters mal. Büroleute tun auch mehr und müssen mehr wissen als den ganzen Tag auf der Tastatur einzuhämmern. IT-Fachkräfte tun auch mehr und müssen mehr wissen wie den ganzen Tag am Computer zu hocken.

Leider sieht es oftmals doch so aus, dass es heißt: Streiken sollen sie alle - nur wehe, es betrifft mich in irgendeiner Form - sollen die doch froh um ihren Arbeitsplatz sein.
Nur arbeiten in entsprechenden Berufen - dass will auch wieder keiner. Aber über den eigenen Lohn nörgeln, das kann jeder.

Streiks sollen ja absichtlich richtig weh tun, damit man die Unternehmen zum Handeln zwingt - würde von den Streiks niemand was mitbekommen, würde der Sinn ja im Sande verlaufen. Leider scheint die effektive gewerkschaftliche Organisation immer mehr abzunehmen - anders kann ich es mir nicht erklären, wie Streikenden gegenüber so wenig Verständnis entgegen gebracht wird, sobald man selber mal Auswirkungen spürt.

Und wie effektiv Streiks oder eine gewerkschaftliche Organisation in diversen Branchen sind kann man ja perfekt an Amazon sehen. Oder hier in Berlin das Wombats Hostel - ein höchst profitables Hostel wird nach einer Betriebsratsgründung und einer Streikwelle aufgrund drohenden Outsourcings dicht gemacht... Wo Verdi nicht zu unrecht davon ausgeht, dass man das Hostel kurze Zeit später einfach mit neuem Personal neu eröffnet und die Schließung nutzt, um das unliebsame Personal loszuwerden.

Die Realität schaut leider so aus, dass in vielen Branchen und Berufen die gewerkschaftliche Organisation bzw. ein Betriebs-/Personalrat alleine durch die große Arbeitsplatzunsicherheit und die (EU-)Globalisierung unmöglich gemacht wird - man macht den Arbeitnehmern über diverse Mittel halt so viel Angst um den Arbeitsplatz, dass man sich lieber mit beschissenem Lohn und beschissen Arbeitsbedingungen zufrieden gibt. In vielen Berufen ist man abseits der beruflichen Erfahrung die verloren gehen würde generell ersetzlich, und dieses fehlende Druckmittel wird von den Arbeitgebern auf eine unsoziale Art und Weise dazu ausgenutzt, Löhne und Arbeitsbedingungen zu senken. Oftmals ist einzig in Unternehmen wo schon eine gewerkschaftliche Organisation und ein Betriebsrat verankert ist auch eine Organisation effektiv möglich und akzeptiert. Oder man machts nach dem Modell Amazon, scheißt auf den Streik und versorgt uns aus dem Ausland.

Nicht in jedem Beruf ist eine tiefgreifende Spezialisierung möglich. Auch nicht jeder Mensch ist dazu in der Lage, sich eine oder mehrere Fremdsprachen verhandlungssicher anzueignen, ein Mathegenie zu sein oder aus finanziellen Gründen besonders gute Bildungsleistungen zu erreichen. Außerdem sind die Plätze in höheren Positionen mit entsprechenden Gehältern rein natürlich auch extrem begrenzt. Und am Ende sollte neben Arbeiten und Lernen auch noch etwas Lebenszeit übrig bleiben, um einfach mal Leben zu können. Nicht jeder ist für das lebenslange Lernen gemacht...

Insbesondere kann man halt so auch nicht die Leute bewegen, alle vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen.
Das ist natürlich der kleine Nebeneffekt von Streiks, aber am Ende sind die Löhne der Fahrer auch ein kleines Zahnrad bezüglich der Attraktivität des ÖPNV. Ich habe zwar keine Ahnung von den Lohnverhältnissen bei der DB, aber hier in Berlin hat unser Senat das kleine Zahnrädchen der Personallöhne im ÖPNV leider lange Zeit vergessen. An dich auch mal die Frage gerichtet - Was sind so deine Vorstellungen, mit was für einem Nettolohn Fahrer hier in Berlin nach Hause gegangen sind?
 
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Ich weiß zwar nicht ob du dich damit auch beschäftigt hast - aber was meinst du, mit was für einem Grundlohn ein Fahrer mit 39h die Woche nach Hause gegangen ist?

Ja habe ich, in Berlin waren es für Bus-, Tram- und U-Bahnfahrer mit 10 Jahren Berufserfahrung ca. 2.300 Brutto, etwa 900 Euro unter dem was ein S-Bahnfahrer in Berlin mit gleicher Erfahrung bei der DB verdient hat.
Bei Steuerklasse 1 sind das also gerade einmal etwas über 1.500 Euro Netto gewesen.
Das Ganze war noch ein Überbleibsel des sarazinschen Tarifwerks, das Berlin eingeführt hat um seine grassierenden Schulden abbauen zu können und betraff ursprünglich auch mal alle Angestellten des Landes Berlin.


Das Problem war nur, während für die restlichen Landesangestellten 2017 dann wieder der Bundesweite Tarifvertrag angewendet wurde galt für eben jene Bus-, Tram- und U-Bahnfahrer der BVG weiter der alte Tarif aus Sarazins Sparwerk.
 
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