@Startpost: Nachhaltigkeit (in allen Bereichen - vor allem Flächenverbrauch könnte langsam mal thematisiert werden) und Grundversorgung (Wasser/Strom/Verkehr und auch Finanzen) wären mir die wichtigsten Themen.
Gegenvorschlag? Wir hatten übrigens vor dem 2. Weltkrieg das gleiche System was ich hier angesprochen habe...
Wenn ich mich richtig erinnere (nicht, dass das "meine Zeit" wäre

), dann war der letzte Krieg, vor dem wir kein umlagenbasiertes Rentensystem hatten, der deutsch-französische...
Wie willst du denn sonst die Renten der Rentner finanzieren? Bin ich wirklich gespannt!
Es zahlt doch auch jeder in die Rentenkasse ein... Wie wärs wenn man genau diese Beiträge dafür verwendet
Wenn diese Beiträge hoch genug wären, um ein privates,
gewinnorientiertes, mit hohen wirtschaftlichen (oder, bei mangelnder Absicherung der Rentenanbieter, umgekehrt persönlichen) Risiken verbundendes Rentensystem zu finanzieren, dann wären sie erst recht hoch genug, um ein großes, staatlich stabilisiertes, gemeinnütziges System zu tragen.
Sind sie aber eben nicht.
Außerdem: Umweltschutz!
Und zwar teilweise in die andere Richtung. Mir gehen die ganzen Öko-rumheuler auf den Keks.
Man darf ja nichtmal mit dem Rad im Wald fahren wie man will, auf Motorsport wird ja auch immer gern rumgehackt, ich bin für mehr Freiheit, Spaß und Lebensfreude!
Da tut man der Umwelt mehr gutes, wenn man ein Tempolimit auf 130 einführt. (nicht dass ich dafür wäre, aber damit könnte ich eher leben.)
Für einige Leute wäre dass eine massive Einschränkung ihrer Lebensfreude - aber ich vermute, deine ist wichtiger?

"mehr von allem, was toll ist" wirst du in einer Gesellschaft, die sich ein-zwei Jahrhunderten quasi nichts mehr hat einfallen lassen, was nicht mit i.d.R. deutlichen Umweltbelastungen verbunden ist, jedenfalls nicht mit Naturschutz vereinbaren können. Das ist ein Luxus, der nur mit Raubbau (kurzfristig) finanzierbar ist - und so viele Möglichkeiten haben wir nicht mehr, Raubbau an der Natur gegen Raubbau an der Bevölkerung von Entwicklungsländern einzutauschen, die sind ebenfalls schon alle jenseits der Schmerzgrenze.
Das Umverteilungssystem hat den Nachteil dass nicht alle in die Umverteilung zu gleichen Teilen einzahlen.
Öhm - das ist der Sinn, oder?
Ebenso gehen viele jüngere Menschen nicht mehr wählen weil auch für diese Gruppe die Politik nichts mehr macht.
Die Rentner sind verlässliche Wähler. Sie wählen immer das gleiche. Darauf kann sich die CDU verlassen.
Die jungen Menschen sind sehr wechselhaft. Auf die kann man sich nicht verlassen und daher macht für sie auch keiner Politik.
Gerade die Erstwahlberechtigten haben eine recht hohe Beteiligung und werden auch umworben. Das Problem ist deren fehlendes Wissen bzw. fehlende Ansprüche oder schlichtweg Faulheit. Im Gegensatz zu rentern, die es der Politik auch noch nach einem Jahr später übel nehmen, wenn was geändert wurde und im Gegensatz zur Wirtschaftslobby, die sich auch noch an Geschenke aus der Mitte der Legislaturperiode erinnern, wählen all zu viele junge (aber auch Leute mittleren Alters) die Partei, deren Spitzenkandidat zwei Wochen vor der Wahl etwas sympathischer in die Kamera lächelt.
Dass man auf die Art nur mittelmäßige Grinsebacken in die Regierung bekommt, aber niemand, der sich für das Wohl der Leute einsetzen könnte, versteht sich von selbst. (und das wirklich Traurige ist, dass nicht einmal die jeweilige große Oppostionspartei Interesse daran zeigt, mit sowas wie "Inhalten" gegenzusteuern. Obwohl diesmal nun wirklich einige gute Vorlagen vorhanden waren)
Na dann geh ich mal spezifisch auf den Punkt "Umwelt" ein
Da fallen mir beispielsweise diese tollen Umweltplaketten ein! Ist denn schon mal jemandem aufgefallen, dass die Dinger komplette Geldmacherei sind? Es ist doch egal, ob ich mit meinem Auto in der Stadt fahre, oder 500m daneben - Abgase sind Abgase. Dazu kommt ja noch, dass so gut wie jedes Auto eine grüne Plakette bekommt...
Nur weil ne Regierung "Umwelt" dran schreibt, hat das noch nichts mit Naturschutz zu tun. (siehe auch ""Umwelt""prämie)
Die Umweltplaketten sind eine Feigenblättchen, um so zu tun, als würde man wenigstens Versuchen, die auf europaweit ausgehandelten Feinstaubrichtlinien einzuhalten. Besser wäre somit "Gesundheitsplakette", denn es geht nicht um Natur (was viele mit "Umwelt" gleichsetzen), sondern um die Luftbelastung in Innenstädten. (und prinzipiell würde die Maßnahme da auch funktionieren, wären nicht quasi sämtliche LKWs/Busse/Lieferwagen/etc. ausgenommen, die aber nunmal für einen Großteil der Partikelemissionen verantwortlich sind)
Da kann man bei den Lebensbedingungen der Tiere anfangen, bei den Antibioitika und Hormonen, die den Tieren verfüttert werden und später auf unseren Tellern landen, weitermachen und irgendwo bei Etikettenschwindel aufhören. Würden wir ein bisschen auf Fleisch verzichten, nicht jeden Tag ein Schnitzel essen und WIRKLICH artgerechte Tierhaltung unterstützen (auch von Seiten der Politik),
Die Politik hat da keinen Anlass, etwas zu machen. In Deutschland bekommt man absolute Mehrheiten dafür, dass man Ausnahmeregelungen für die betäubungsfreie Kastration von Ferkeln schafft (zumindest die männlichen Leser mögen sich das einfach mal kurz vorstellen...). Wenn solche reine Tierquälerei vom Wähler belohnt wird, dann haben Maßnahmen, die tatsächlich Produktionskapazitäten beeinträchtigen würden (z.B. mehr Platz und weniger wachstumsfördernde Antibiotika), nicht mal eine Chance, besprochen zu werden.
Was mich außer der Sache mit der Umwelt noch extrem nervt, sind (nicht alle) Arbeitslose.
Natürlich gibt es die, die arbeitsunfähig sind, aber alle anderen könnten arbeiten, wenn sie es nur wollten - in Deutschland findet jeder, der Arbeit will, auch einen Job. Und wenn man als Leiharbeiter arbeiten muss - immerhin liegt man nicht auf der faulen Haut und nimmt den Rest der Nation aus, wo man nur kann!
Ich war gut 2 Jahre bei zwei Zeitarbeitsagenturen gelistet und habe 0 Angebote erhalten. Und ich vermute mal, bei ca. 2-3 Millionen mehr Arbeitslosen (und unzähligen weiteren in unfreiwilliger Teilzeit), aber meist nur so einer halben Million freier Stellen, könnte es da noch ein paar weitere Fälle geben...
Und daran ist im Endeffekt auch wieder die Politik schuld: die Rentner lässt man Dosen sammeln, während die Hartzer (entschuldigt bitte den Begriff) sich ein schönes Leben machen und es ihnen besser geht, als manchem normalen Arbeiter.
Weiß nicht, wo du wohnst - aber entweder sind hier alle spätestens mit 40 in Rente, oder die Rentner in meiner Gegend werden keine einzige Flasche mehr abbekommen
Ein kleines Beispiel: ich kenne ein Ehepaar mit zwei Kindern. Der Vater fährt jede Woche auf Montage und die Mutter ist ebenfalls berufstätig - würden die beiden Elternteile Hartz4 beziehen, hätten sie 500€ mehr pro Monat!
Ist dem so? Daumen mal Pi dürften die maximal 1800-1900 € inkl. Miete bekommen, je nach Kinder und Gegend auch durchaus 200 € weniger. Abzüglich 450 €, die die Frau wohl mindestens verdient, und abzüglich der von dir behaupteten 500 € bleiben also rund 1000 € / Monat für "ständig auf Montage"?
Entweder hast du keine Ahnung, wie hoch ALG II eigentlich ist oder du willst hier gezielt Fehlinformationen streuen oder der Typ macht irgendwas verdammt falsch. Mir sind jedenfalls auch schon Leute begegnet, die die 1000 € ohne besondere Qualifikationen innerhalb von 10-11 Tagen Montage zusammen bekommen hätten.
Und, nur so als Hinweis: Egal, wiewenig sie verdienen - als Aufstocker bekommen sie immer mehr, als wenn sie nicht arbeiten gehen.
Wer welche Zuschüsse bekommt und ob es überhaupt welche gibt, sollte mindestens Jährlich geprüft werden. Das kostet zwar Geld, aber das Geld spart man dann, wenn die Arbeitslosenzahlen sinken, weil die, denen das Geld zu wenig ist, wieder arbeiten gehen.

Es wir halbjährlich geprüft

(und die Kosten für die Prüfungen und vor allem für die oftmals sinnlosen Kurse oder ABM-Maßnahmen, zu denen ALGIIer im nächsten Bezugszeitraum verdonnert werden, machen iirc 1/3-1/2 der Gesamtkosten aus)
So kann man das natürlich auch sehen

Aber ich bin der Meinung, wer nicht arbeiten will, der hat auch nichts verdient. Es geht mir nicht nur primär darum, dass man als Hartz4-Empfänger mehr bekommt, als ein einfacher Arbeiter, sondern eher darum, dass man für's Nichtstun so viel Geld kassiert und dann auch noch vergünstigten Eintritt z.B. im Freibad bekommt.
Wir haben hier in Reichweite kein Freibad mehr, aber von Vergünstigungen in anderen öffentlichen Einrichtungen (ausgenommen der Oper - die aber auch damit noch alles andere als billig ist) hätte ich auch nichts bemerkt.
Desweiteren nützt es einem nicht mehr viel, wenn man billiger in Freizeiteinrichtungen reinkommt, wenn man schlichtweg kein Geld mehr für Freizeitaktivitäten hat. Halber Preis ist immer noch mehr als nix.
Und vergünstigte Stromtarife gibts nicht...
Das soll jetzt nicht heißen, dass du nicht recht hast

Aber wo bleibt denn auch die Relation, wenn jemand, der sein ganzes Leben nicht gearbeitet hat, mehr Rente bekommt, als jemand, der sein ganzes Leben gearbeitet hat?
Umm: Abgesehen von privater Altersvorsorge gibt es in Deutschland nur zwei Möglichkeiten, Rentenansprüche zu erwerben:
1. Arbeiten
2. Kinder kriegen
Und letzteres müsste man mehrere Jahrhunderte lang ununterbrochen machen, um einen brauchbare Rente zusammenzubekommen.
Also ich muss sagen bei mir müsste jeder Hartz 4 Empfänger auch arbeiten gehen. Und wenn der die Kippen im Park weg sammelt.
Meinst du damit Zwangsarbeit oder willst du in Zukunft für jede Kippe extra einen bezahlen?