Tja da gibt es wohl in der Tat nichts schön zu reden. Ich würde aber statt "AMD katastrophal unter Linux" eher "AMD katastrophal unter Linux, und insbesondere schwach unter OpenGL" sagen. Das Problem ist seit Jahren bekannt, und die Gründe dafür sind vielseitig. Zum einen das Treibersystem von Linux selbst: Linux ist in vielen Bereichen sehr auf Open-Source ausgelegt, proprietäre Treiber sind bei der Implemetierung von grundlegenden Features sehr im Nachteil, da Code in den Kernel nur unter GPL-Lizenz eingebracht werden kann. Wer sich jetzt fragt warum nVidia das wohl hinbekommt: Tun sie nicht. Viele Features wie z.B. Optimus für Notebooks laufen nicht unter Linux, eben aus jenem Grund.
Zum zweiten ist da OpenGL selbst. Die Schnittstelle ist alt und umständlich, was vor allem am Fokus auf Abwärtskompatibilität liegt. Entwickelt man für Direct 3D, so macht man dies üblicherweise mit EINER Version, die dann später mitgeliefert wird, damit das Programm genau mit der Version läuft für die es entwickelt wurde. Wer neugierig ist wie viele Versionen das sind, der schaue mal in seien Windows/System32 Ordner und suche nach Direct3D DLLs. Es sind einige.
Bei OpenGL hingegen sollen künftige Versionen der Schnittstelle auch aktuelle Programme unterstützen, damit immer nur die neuste Version installiert sein muss. Dies macht das Abschneiden alter Zöpfe extrem schwer, und resultiert letztendlich darin, dass man fast Alles in OpenGL auf mindestens zwei Arten erreichen kann, die aber nicht unbedingt miteinander kompatibel sind. Schlimm genug für den Entwickler, aber ein Alptraum für den Treiberentwickler. Und wenn etwas ein "Alptraum" ist, dann heißt es letztlich, dass die Optimierung aufwändig und damit teuer ist. Nun gibt es (leider) kaum fordernde Spiele für Linux/OpenGL weswegen man hier wohl Budgetschnitte gesetzt hat.
Erschwerend kommt hinzu, dass AMD, anders als nVidia, seine eigenen Treiberentwickler am Open-Source Treiber arbeiten lässt, d.h. AMD teilt sein ohnehin knappes Budget auch noch auf zwei Treiberzweige auf. Immerhin sollen diese irgendwann mal zusammengeführt werden....
Es bleibt also dabei: Wer Linux will, eine gute OpenGL Performance braucht und auf Open Source wenig Wert legt, kauft nVidida und installiert den proprietären Treiber. Wem letzteres doch wichtig ist, der sollte um nVidia einen großen Bogen machen, denn der Nouveau Treiber ist zumindest bei Maxwell eine Katastrophe, sogar noch schlimmer als der Open-Source AMD Treiber, und der liegt immerhin noch knapp hinter dem proprietären Treiber......
Edit: Vulkan könnte tatsächlich Besserung bringen, denn im Gegensatz zu OpenGL ist die Schnittstelle neu und frisch, und damit weniger aufwändig zu warten. Zudem ist sie sehr Low-Level orientiert, d.h. der Treiber muss im Gegensatz zu OpenGL viele Dinge einfach nur "durchreichen", anstatt sich wirklich Gedanken über Speichermanagment etc. machen zu müssen.