die Natur interessiert sich nicht für Moral, sie interessiert sich nur, ob etwas funktioniert oder nicht. Moral ist was, das wir als Menschen dem Leben überstülpen nachdem wir einen großen Schluck aus dem Becher des existenzialistischen Terrors getrunken haben, der uns eine klare Perspektive gibt was Leben und Tod wirklich bedeuten.
Sie hat auch kein Interesse, so verstehe ich sie. Der Mensch kategoriert sie als komplexes, dynamisches System aus Stoffwechseln, einer riesigen, aber variablen Zahl an, zumeist voneinander abhängigen Organismen, sie funktioniert nach Naturgesetzen ... wie erfolgreich bspw. ein Organismus/Spezie funktionieren kann, hängt von vielen Bedingungen ab, die quasi das System Natur über die Zeit hin geschaffen hat.
Ok, das ist ja nicht falsch, was du sagst. Kann aber auch ganz anders ausgehen.
Theoretisch. Das Zeitfenster für eine positive Entwicklung schließt sich aber zusehends, womöglich kann eine stetige Klimaerhitzung auch nicht mehr abgewendet werden, aufgrund der Klimakipppunkte (bspw. auftauender Permafrost, Schmelzen des Grönlandeises usw.), die die Klimakrise nochmal beschleunigen.
Und naja, mit den Nahrungsnetzen ist es ähnlich. Sterben zu viele Spezies aus, so ziehen sie das Aussterben weiterer nach sich.
Eine Zurückhaltung der Menschen bezüglich Wirtschaft und dessen Folge, Zerstörung und Vergiftung der Natur, wie sie aus Gründen der Erhaltung der Lebensgrundlagen geboten wäre, ist aber nicht in Sicht bzw. steht dem Kapitalismus entgegen. Deswegen habe ich da keine großen Hoffnungen.
Und der Klimawandel macht auch nicht Klick, und alle sind tot (das passiert ggf. bei nem Meteoriteneinschlag, wenn die Masse und/oder die Geschwindigkeit desselben groß genug ist oder wenn die Sonne anfängt sich ordentlich auf natürlich Art wie alle Hauptreihensterne zu erwärmen - bis dahin sollten wir ein oder zwei weitere Planeten, möglichst nicht nur in unserem Sonnensystem bevölkern). Da stirbt und leidet auch nur ein Teil der Bevölkerung, andere Gegenden werden fruchtbar und ganz sicher auch besiedelt (die Sahara war mal komplett grün, Grönland wird es ggf. wieder, Europa war mal unter einem Eisschild). Also, die Menschheit stirbt durch den menschengemachten Klimawandel nicht aus, aber ohne Klimawandel wäre definitv besser.
Wir werden sehen (bzw. wahrscheinlich erst unsere Kinder).
Auf einen Klick hin sicher nicht. Andererseits sind Klimawissenschaftler:innen bereits jetzt über Entwicklungen besorgt, da diese so schnell und dramatisch sind.
So es eine exponentielle Entwicklung ist, so ist diese kaum für Menschen zu erfassen und vermittelbar. Corona war da ein gutes Beispiel. Wie auch immer, die Auswirkungen dürften frühzeitig spürbar werden bspw. wenn Missernten aufgrund Dürren, Fluten, Hagel, Stürme gleichzeitig auftreten und größere Regionen betreffen. Im Verlaufe der ansteigender Temperaturen werden auch immer mehr Menschen selbstverständlich und berechtigterweise migrieren. Nach jetzigen Schätzungen wird das Zuhause von 2 Mrd. Menschen in einem breiten Streifen um den Äquator herum lebensfeindlich werden. Der Meeresspiegelanstieg wird auf der ganzen Welt viele Städte fluten. Das wird Druck, Konflikte auslösen. Aber auch zuvor wird sinkende Produktion aufgrund Sturm/Flut/Feuer... schäden krisenhafte Kreise ziehen, da der Kapitalismus ja auf Wachstum aus ist. Für jetzige globale, extrem arbeitsteilige Welt wird das große Herausforderungen bedeuten. Wie ich schrieb, ab einem Punkte, werden die Belastungen zu groß werden. Dadurch werden die Menschen nicht aussterben, aber viele werden entlang dieser Entwicklungen sterben und die Lebensweise derer, die überleben wird sich von der heutigen unterscheiden.