AW: Sinkendes Vertrauen in Sicherheitskräfte
Ich habe zwei Thesen auf einmal vertreten. Gut, das mag für viele zu viel des Guten sein, also noch einmal langsam in Siebenworthauptsätzen:
Ich werde versuchen, das meinerseits auch möglichst knapp zu behandeln, aber es ist ja meines Erachtens gerade das Problem, dass du ein komplexes Problem auf eine simple Lösung herunter brechen willst.
These 1:
Die Vereine sollen den Polizeieinsatz bezahlen
Der Steuerzahler wird nicht entlastet, denn die Kosten für Polizeieinsätze erhöhen nicht das Polizeibudget.
Vereine werden nicht zum Handeln genötigt, weil sie die Kosten auf Mitgliedsbeiträge, Ticketpreise etc. umschlagen.
Diese Kosten wiederum treffen vielleicht die Vandalen, aber noch mehr bereits geplagte anständige Besucher, die Tickets für die ganze Familien kaufen und nicht nur eins zum fröhlichen Randalieren.
These 2:
Randalierern werden die Kosten aufgedrückt.
Siehe oben, das bringt nicht so viel. wie man vermuten würde.
Nehmen wir mal an, du hättest recht, und das sind wirklich überwiegend bürgerliche Freizeit-Rambos. Meinst du, die werden friedlicher, wenn man sie durch exorbitante Geldstrafen in die Schulden treibt? Ganz im Gegenteil, wenn man ihre bürgerliche Existenz zerstört, werden sie zu Vollzeit-Hools. Ganz davon zu schweigen, dass gerade bürgerliche Hools Familien haben, die solcherart in Sippenhaft genommen werden.
Dazu noch die rechtlichen Hürden:
Wer genau bezahlt die Kosten des Einsatzes? Die paar Hools, die zu doof waren, sich erwischen zu lassen und die anderen kommen gut weg?
Und wie wird das verteilt? Nach Köpfen der erwischten Hools oder nach Schwere der Schuld?
Und wie lange dauert das, bis die Schuldfrage überhaupt geklärt ist? Und welche Kosten bereiten die ausufernden Gerichtsverfahren?
Oder wollen wir für die zweifelsohne frustrierende, aber letztlich nicht weltbewegende Frage der Fan-Gewalt das Standrecht einführen?
Auch nicht, dass wir uns von Thema entfernen. Hallo, Haaaallo
Hier geht es um Misstände unter den Sicherheitskräften.
Da kommen wir problemlos wieder hin: Einsätze gegen Hools belasten die Sicherheitskräfte und bauen noch mehr Spannungen auf, die sich in unpassender Weise und/oder zu unpassenden Anlässen entladen.
Ich denke manchmal (nicht ernsthaft), dass es Hools ja auf Haue anlegen, man also in solchen Fällen eine "Knüppel frei"-Regelung einführen könnte. Dann kann die Einsatzpolizei Dampf ablassen und verhaut keine renitenten Sitzblockierer und der Fight-Club-Bedarf der Hools wird womöglich auch gründlich rausgeklopft.
