Sinkendes Vertrauen in Sicherheitskräfte

Es werden immer mehr, es kommen immer neue Details zum Vorschein und es ist and er Zeit, ordentlich aufzuräumen

Geheimdienst findet Politikerliste bei rechtsextremem Reservisten
Ein Ermittlungserfolg des MAD sorgt für Unruhe in den Sicherheitsbehörden.
Nach SPIEGEL-Informationen fanden Ermittler bei einem Rechtsextremen
Telefonnummern und Privatadressen von Spitzenpolitikern.

Bundeswehr: Ermittler finden Politiker-Liste bei rechtsextremem Reservisten - DER SPIEGEL
 
Interessant, dass es sich eigentlich immer um Kampftruppen des Heeres sind (klar größte TSK, aber trotzdem)
 
Interessant, dass es sich eigentlich immer um Kampftruppen des Heeres sind (klar größte TSK, aber trotzdem)

Ich nehme an, dass die "ideologischen Gesinnungsanteile" in anderen TSK in etwa identisch sind. Da bilden sich aber vermutlich nicht so leicht subversive Strukturen im selben Umfang, deren möglicher Handlungsspielraum ist geringer - und deshalb wird dort nicht so genau hingeschaut.

Mal *sehr* grob vereinfacht, weil es natürlich nicht alle Stationierungen und Aufgabenfelder bei der Marine und der Luftwaffe abdeckt: Wenn man auf See ist, hat man an Bord vielleicht einen, schlimmstenfalls zwei Gesinnungsgenossen, mit denen man sich viel schwerer unbeobachtet während der Freiwache austauschen, radikalisieren und gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung konspirieren kann, und jeder weitere Austausch mit der Peer-Group in der Freizeit erfährt eine Unterbrechung. Es gibt auf der Umsetzungsseite auch viel weniger Möglichkeiten, beispielsweise Waffen und Munition beiseite zu schaffen.

Und, so ungern ich das sage: Das Heer ist die Teilstreitkraft ist die mit der geringsten Einstiegshürde und dem anteilig geringsten Spezialisierungsgrad. Es gibt in der Breite mehr Stoppelhopser, die tendenziell für simple und radikale Botschaften empfänglich sind und, wenn sie möglicherweise auch nicht selbst aktiv werden, zumindest als Unterstützer für die harten Fälle auftreten.
 
Ist aber nicht der einzige Bereich, der ein riesiges Dunkelfeld hat. Missbrauchsfaelle in NRW: Hinweise auf 30.000 Tatverdaechtige | tagesschau.de
Da wird IT-Forensikern und Ermittlern die Arbeit erstmal nicht ausgehen.


Edit:
Bundesverfassungsgericht: Polizei durfte nicht ins Abgeordnetenbuero | tagesschau.de
Es sei vom Bundesverfassungsgericht "im Interesse aller Abgeordneten" klargestellt worden, dass Mandatsträger in ihren Arbeitsräumen umfassend geschützt seien.
 
Zuletzt bearbeitet:
Rechtsextreme in der Truppe: Das KSK wird teilweise aufgeloest
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer greift zu drastischen Maßnahmen, um rechtsextreme Umtriebe beim Kommando Spezialkräfte zu unterbinden. Eine Kompanie wird aufgelöst, der Rest bekommt Bewährung, die Ausbildung wird reformiert. Auch die Kontrollen werden verschärft.

Wir werden sehen was das bringt, aber das Rotationsprinzip finde ich ansich nicht schlecht, damit kommt man auch mal in andere Verbände und kann sein Wissen auch teilen. Ich hab mit spezialisierten Kräften in der Ausbildung jedenfalls gute Erfahrungen gemacht, da sollten das Spezialkräfte auch können.


(OT: Das wäre im übrigen rechtlich zulässig DKK)
 
Wobei das mit dem Rotieren auch schief gehen kann. Gerade wenn Wirtschaftsberater von Mc. Kinsey etc. am Werk sind, wird gerne mal rum rotiert.
Und am Ende weiß keiner mehr, wer wofür zuständig ist und wo welches Formular zu finden ist.

So kann man Behörden/Ämter bzw. Verwaltungen im allgemeinen auch am effektiven Arbeiten verhindern.

Da ist mir doch eine Sekretärin lieber, die seit 20 Jahren genau weiß, was wo liegt und auch die kleinen Tricks in den Anträgen kennt. :D
 
Und, so ungern ich das sage: Das Heer ist die Teilstreitkraft ist die mit der geringsten Einstiegshürde und dem anteilig geringsten Spezialisierungsgrad. Es gibt in der Breite mehr Stoppelhopser, die tendenziell für simple und radikale Botschaften empfänglich sind und, wenn sie möglicherweise auch nicht selbst aktiv werden, zumindest als Unterstützer für die harten Fälle auftreten.

Das müsste ich eigentlich persönlich nehmen, vor allem als Panzeroffizier, aber ich kann dem halt einfach nur zustimmen. Wobei die Probleme einfach in der kompletten Struktur verankert sind.
Fehlende Kontrolle und fehlender Wille zur Kontrolle z.b.

Kurzes Beispiel.
Ich hab in meiner Sicherheitsüberprüfung wahrheitsgemäß angegeben Kontakt zu einem fremden Nachrichtendienst gehabt zu haben.
Das wurde vom MAD auch untersucht. 4 Jahre nach Verlängerung der SÜ und 18 Monate nach meinem Ausscheiden aus dem Dienst. :ka:

Letztens hab ich einen ellenlangen Bericht über korporierte Offiziere und deren Gesinnung gelesen, die Typen repräsentieren all das was ich ablehne, tragen ihren scheiß aber für alle offen sichtbar und kein Vorgesetzter tut was dagegen. Das geht einfach nicht.
Wille zur Kontrolle. Wille zur Durchsetzung der Rechtsnormen. Und nicht nur blabla, brauch gute Beurteilung damit es weitergeht. Das KSK neu aufzustellen ist wohl ohne Alternative, aber auch dort, du musst halt Personen finden die gewisse Merkmale mitbringen, sonst kannst du das halt gleich sein lassen. Was da für Typen teilweise rumlaufen kannste Dir nicht vorstellen. Und das ist doch nicht seit gestern so - das geht soweit, dass man Nazi Anekdoten über das KSK in Büchern von Navy Seals findet, dort schildert der Autor, wie das KSK Lieder der Wehrmacht und der SS gespielt hat (in Afghanistan). (ich glaube es war RED CIRCLE: Amazon.de: Webb, Brandon, Mann, John David, Luttrell, Marcus: Fremdsprachige Buecher)

Wenn man etwas nicht sehen will, bzw. die Meinung, dass die Notwendigkeit die potentielle Gefahr überwiegt, vorherrscht, dann entstehen solche Probleme und der größte Fehler den AKK jetzt begehen könnte, wäre zu glauben, das Problem beschränke sich nur auf das KSK. Gerade jetzt sollte man jedem mit Führungsverantwortung in Uniform sehr sehr deutlich machen, dass wegkucken wesentlich negativer für die eigene Karriere ist als ja unauffällig und möglichst im besten Licht erscheinend dazustehen.
 
Wobei das mit dem Rotieren auch schief gehen kann. Gerade wenn Wirtschaftsberater von Mc. Kinsey etc. am Werk sind, wird gerne mal rum rotiert.
Und am Ende weiß keiner mehr, wer wofür zuständig ist und wo welches Formular zu finden ist.

Braucht keine Firma, solche selbst ernannten "externen Berater",

verballern nur sinnlos Geld,

und sind letztendlich auch nur Kaffeesatzleser. :D
 
Gerade jetzt sollte man jedem mit Führungsverantwortung in Uniform sehr sehr deutlich machen, dass wegkucken wesentlich negativer für die eigene Karriere ist als ja unauffällig und möglichst im besten Licht erscheinend dazustehen.

Problem ist eher, wenn die nicht nur wegschauen, sondern selbst extremistisch veranlagt sind.
Und das mit dem "guten Licht" sehe ich nicht als Problem. Schließlich können die auch so einfach mit dem Finger auf die Leute unter ihnen zeigen um den eigenen Kopf zu retten. (ala VW)
 
Nicht ohne Grund wird der Reformprozess, nicht von einem Heeres-Mann, sondern von einem Beauftragten der Marine überwacht.

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/rechtsextreme-in-der-truppe-das-ksk-wird-teilweise-aufgeloest-16839731.html schrieb:
"Wer nicht beweise, dass er Teil der Lösung ist, ist Teil des Problems"
Wobei dieser Satz auch bei anderen Themen wie Rassismus gültig ist.
 
Problem ist eher, wenn die nicht nur wegschauen, sondern selbst extremistisch veranlagt sind.
Und das mit dem "guten Licht" sehe ich nicht als Problem. Schließlich können die auch so einfach mit dem Finger auf die Leute unter ihnen zeigen um den eigenen Kopf zu retten. (ala VW)

Ich hab genug Generalstabsoffiziere erlebt denen der Konflikt über etwas weit weit weniger wichtig war als die eigene Beurteilung, gerade dann wenn es um die Kommandeursverwendung geht.
Diese hat bei der weiteren Karriere und der echt geringen Chance auf den Generalsrang nun mal eine herausgestellte Bedeutung.

Ich will nicht auf diese Gruppe zeigen und sagen "Die sind schuld", ich hab sehr gute Kameraden welche diesen Weg gerade gehen. Aber es gibt ein System welches denjenigen bevorzugt der ohne Aufsehen sehr gute Leistungen vorweist und denjenigen benachteiligt der ebendies nicht tut. Und wenn minimale Unterschiede in der Beurteilung eben die Gefahr bedeuten, dass man "nur" Oberst wird, dann fördert das nicht unbedingt die richtigen Qualitäten. Einige widerstehen dem, einige nicht.
 
Wobei das bei der Polizei auch nicht anders ist. Da darf für die Beurteilung, welche für die Beförderung bzw. Stufenanhebung relevant ist, auch nur ein gewisser Teil der Dienstgruppe positiv bewertet werden, egal wie die Arbeit war.
Zumal es auch dann zu wenig Stellen in den höheren Kommissarsgraden gibt und im höheren Dienst sieht es ganz schlecht aus.
Für die IT-Fachkräfte hat man da immer noch keine Lösung gefunden, denn mit Master könnte man eigentlich in den höheren Dienst eingruppiert werden, was natürlich auch zu einer höheren Besoldung führt.
Ist gerade beim umkämpften Arbeitsmarkt in dem Bereich ein Eigentor.
Zumal halt auch für die schon eingestellten Leute dadurch nicht viel Perspektive geboten wird.
 
MWn ist Master=höherer Dienst im ÖD, hast du eine Quelle dazu? Würde mich mal interessieren.
 
Das müsste ich eigentlich persönlich nehmen, vor allem als Panzeroffizier, aber ich kann dem halt einfach nur zustimmen.

Das ist schon in Ordnung, ich habe mich ja als überqualifizierte und kampftauglich gemachte Blitzbirne praktisch selbst abgewertet.
Es sagt ja auch keiner, dass alle dumm wären und keiner was dazulernt, aber politische Bildung und ethische Entwicklung finden nun einmal maximal während der Grundausbildung in Form von Ankreuztests statt.

Kurzes Beispiel.
Ich hab in meiner Sicherheitsüberprüfung wahrheitsgemäß angegeben Kontakt zu einem fremden Nachrichtendienst gehabt zu haben.
Das wurde vom MAD auch untersucht. 4 Jahre nach Verlängerung der SÜ und 18 Monate nach meinem Ausscheiden aus dem Dienst. :ka:

Oh ja, vermutlich könnten wir da stundenlang Anekdote austauschen und Sparanus macht auch mit.

Ich habe bei meiner ersten SÜ wahrheitsgemäß bejaht, dass nächste Angehörige im Dienst von staatlichen Organisationen von Nationen nach Annex A gestanden und sich zu diesem Zweck auch längere Zeit in besagter Nationen aufgehalten haben. Dem Kameraden vom MAD sind sichtbar die Gesichtszüge entgleist, was ich ihm aufgrund meiner gerade erfolgten Stationierung nicht verdenken konnte - aber der Knackpunkt ist eben, dass die SÜ überhaupt erst *danach* erfolgte.
Und die anfängliche hektische Betriebsamkeit muss auch alsbald erlahmt sein, denn ich habe nie mehr davon gehört. Nach Jahren (!) deutete dann mal ein bekannter Ex-MAD-Oberstarkstromhebel an, dass nach langer Aktenruhe mehr oder weniger ausgewürfelt worden wäre, ob ich hinreichend zuverlässig bin; außerdem wäre ja seitdem kein Anlass zur Besorgnis aufgekommen. Preisfrage: Was, wenn doch? :schief:

Was für Typen mein KSK unterwegs sind, kann ich mir übrigens durchaus vorstellen - da gab es jeden Unfug außer gemeinschaftliches Duschen nur mit Sturmhaube, wie ja mal ein bekanntes Nachrichtenmagazin meinte. Allerdings ist mir damals nichts politisch Bedenkliches aufgefallen, außer vielleicht der einen oder anderen randständigen Bemerkung.
Erst als ich später als Ausbilder von Kaserne zu Kaserne durchgereicht wurde, habe ich Sachen gesehen und erlebt, die damals kein Schwein interessierten, die aber Frau AKK nun vehement aufklären lassen will, nachdem die Fäkalien den Ventilator bereits passiert haben.

Nur wird das, wie du ganz richtig sagst, so nicht funktionieren. Da kann Aufklärung und Reform noch so sehr erklärte Chefsache sein - wenn auf sämtlichen Ebenen darunter nicht konsequent mitgespielt wird, verpufft das einfach.
 
Ich habe bei meiner ersten SÜ wahrheitsgemäß bejaht, dass nächste Angehörige im Dienst von staatlichen Organisationen von Nationen nach Annex A gestanden und sich zu diesem Zweck auch längere Zeit in besagter Nationen aufgehalten haben. Dem Kameraden vom MAD sind sichtbar die Gesichtszüge entgleist, was ich ihm aufgrund meiner gerade erfolgten Stationierung nicht verdenken konnte - aber der Knackpunkt ist eben, dass die SÜ überhaupt erst *danach* erfolgte.
Und die anfängliche hektische Betriebsamkeit muss auch alsbald erlahmt sein, denn ich habe nie mehr davon gehört. Nach Jahren (!) deutete dann mal ein bekannter Ex-MAD-Oberstarkstromhebel an, dass nach langer Aktenruhe mehr oder weniger ausgewürfelt worden wäre, ob ich hinreichend zuverlässig bin; außerdem wäre ja seitdem kein Anlass zur Besorgnis aufgekommen. Preisfrage: Was, wenn doch? :schief:

Wobei ein Bekannter mal meinte, ihm hat ein Bekannter erzählt, dass so eine große angelegte Sicherheitsüberprüfung bis zu 100.000€ kostet.
Wenn die Behörde dafür so viel ausgibt, will die dann wohl nicht, dass da irgendwelche "Kleinigkeiten" rauskommen.

MWn ist Master=höherer Dienst im ÖD, hast du eine Quelle dazu? Würde mich mal interessieren.

Wie meinst du genau?

Die Eingruppierung richtet sich immer nach der Stellenausschreibung. Die Behörde hat da bei der Einstellung null Spielraum.
Wobei es da zum Teil noch Zulagen gibt: Fachkraeftemangel: Bund lockt IT-Experten mit Zulagen und satten Praemien | heise online

Ich warte erstmal bis meine SÜ durch ist und ich eine feste Zusage hab. Dann werde ich mal schauen, was sich da noch bezüglich Weiterqualifikation und Gehalt verhandeln lässt.
 
Zuletzt bearbeitet:
MWn ist Master=höherer Dienst im ÖD, hast du eine Quelle dazu? Würde mich mal interessieren.

Wenn der Master als Bedingung ausgeschrieben wird, ist die Stelle in den höheren Dienst einzugruppieren. Wenn aber nur der BA verlangt wird und sich ein MA bewirbt, hat dieser keinen Anspruch auf den höheren Dienst.
 
Wenn der Master als Bedingung ausgeschrieben wird, ist die Stelle in den höheren Dienst einzugruppieren. Wenn aber nur der BA verlangt wird und sich ein MA bewirbt, hat dieser keinen Anspruch auf den höheren Dienst.

Und genau das ist eben das Problem. Es wird fast nichts was als Master ausgeschrieben.
 
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