AW: Sinkendes Vertrauen in Sicherheitskräfte
Ähm Kontext?
Hier hat niemand behauptet, dass man zur Selbstverteidigung ein Messer braucht.
Das ergab sich so für mich aus dem Kontext. Auch nach dem jüngsten Vorstoß zu einer Gesetzesverschärfung würde der sogenannte Kleine Waffenschein explizit *nicht* für Taschenmesser benötigt werden, es sei denn, diese lassen sich einhändig öffnen. Dies wiederum ist für Alltagswerkzeuge entbehrlich.
Wir ignorieren dabei jetzt einmal, dass Messer von den Regelungen des Waffenrechts (Erlaubnis zum Besitz oder zum Führen) grundsätzlich nicht erfasst werden. Sprich, auch mit Waffenschein dürfen bestimmte Messer nicht in der Öffentlichkeit geführt werden, während andere gar keine Erlaubnis voraussetzen.
Mit anderen Worten, es besteht keinerlei Absicht, stinknormale Taschenmesser zu verbieten.
Ich persönlich besitze schätzungsweise zwei Dutzend Taschenmesser. Die liegen überall rum, um immer eins griffbereit oder auswärts dabei zu haben, wenn man's mal braucht; manche sind etwas spezieller (Angeln, Elektronikbasteleien etc.).
Kein einziges davon wäre von den geplanten Einschränkungen betroffen und ich könnte mir daraus eine Kette basteln und damit sowohl jetzt als auch nach einer etwaigen Verschärfung durch die Fußgängerzone tänzeln.
Ich besitze auch zwei, drei Messer, die ich bereits nach bisherigen Regelungen nur aufgrund "berechtigtes Interesses" führen dürfte. Bei diesen ergäbe sich keine Änderung.
Bei meinen Übungsschwertern hatte ich übrigens nie das Bedürfnis, sie in der Öffentlichkeit zu führen.
Kurz, mal wieder viel Lärm um nichts.
Darüber, dass der bundesdeutsche Umgang mit (nicht nur) Messern etwas paranoid erscheint, müssen wir aber nicht streiten. Wenn ich mit einem 20 Zentimeter langen Schraubendreher unterwegs wäre, würde auch kein Aas prüfen, wie dessen Klinge beschaffen ist. Als Stoßwaffe wäre ein spitzer/scharfer Schraubendreher zigfach gefährlicher als beispielsweise ein Butterfly-Messer, deren Stabilität und Ergonomie eher fragwürdig ist, ebenso wie ein solider, nicht führungsbeschränkter Spazierstock jeden führungsbeschränkten Gummiknüppel in Reichweite und Wucht klar deklassiert.
Aber dabei geht es eben mehr um die Mentalität derjenigen, die sich entsprechend ausstatten. Wenn Alltagsgegenstände als Waffen eingesetzt werden, liegt entweder entweder eine echte Notsituation oder ein Grad von Böswilligkeit vor, der sich auch durch Waffengesetze nicht einschränken ließe. Aber um zu verhindern, dass sich Kevin und/oder Mustafa mit ihrem Zweitpenis in aufgewühlter Gemütslage und/oder vor lauter schreiender Dämlichkeit gegenseitig bzw. zufällig vorbei kommende Dritte massakrieren, ist es schon ganz gut, dass nicht jede Art Messer an jedem Ort und zu jeder Gelegenheit geführt werden darf.