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Sinkendes Vertrauen in Sicherheitskräfte

ruyven_macaran

Trockeneisprofi (m/w)
Alkohol allein sicherlich nicht.
Es ist aber immer noch ein Unterschied, ob du dir einen ansäufst, weil du einen schmerzlichen Verlust nicht verkraftest, oder weil du nichts Sinnvolleres mit dir anzufangen weißt.
Wenn man keine Freunde hat, die einen aufmuntern und nichts zu tun, um sich abzulenken, übernehmen oft genug Johnny Walker und Jim Beam die Trauerberatung. Das ist sicherlich nicht optimal, aber da habe ich dann doch mehr Verständnis, als wenn sich jemand aus Langeweile betrinkt und deswegen übelst daneben benimmt.

Aber wieviel genau muss JEMAND ANDERS saufen, damit dass eigene Urteilsvermögen derart beeinträchtigt wird, dass man ihm einen Knochenbruch verpasst, obwohl keine Notwehr vorliegt? Ich hab ja schon ein paar gut angetrunkene Leute gesehen (u.a. auch die erwähnten Skandinavier im Urlaub zur Unterkunft zurück getragen), aber SO ein Fahne ist mir noch nicht begegnet, dass ich benebelt mit aller Kraft zuschlagen wollte.

Das eigentlich skandalöse ist aber sowieso nicht die Tat des Sanitäters, die vielleicht noch aus dem Affekt heraus begründet werden kann. Genau darüber müssten Richter entscheiden. Das skandelöse sind die Polizisten, die diese Gewaltausübung deckten und sogar Beweismittel löschen lassen wollten, sodass Richter gar nicht darüber entscheiden könnten und das Opfer nicht nur ein Opfer von Sanitätergewalt, sondern auch noch ein Opfer staatlicher Rechtsvereitlung ist.

(Und wieso trösten eigentlich immer nur Jim und John, nie Glen, Maria oder Jack?)


Nehmen wir aber mal an, du konsumierst Alkohol grundsätzlich verantwortungsvoll und trinkst bei klarem Bewusstsein nie so viel, dass du dieses klare Bewusstsein verlierst und dann im Dusel bis zum kompletten Kontrollverlust weitertrinkst.
Jetzt geschieht etwas, was dein Bewusstsein trübt, sagen wir mal, jemand jubelt dir was unter, du hast dir den Kopf gestoßen oder du musst einen schweren Schicksalsschlag verkraften und du trinkst deswegen doch einmal mehr, als du es üblicherweise tun würdest, wirst ausfallend und randalierst. Bist dann prinzipiell ein Ar*** oder waren die besonderen Umstände nicht vielleicht doch maßgeblich und sollten berücksichtigt werden? - Eben.

In den meisten Fällen geht es aber nicht um fremdverschuldete Intoxination. Und wer sich selbst so besäuft, dass es deswegen zu Personen- oder schweren Sachschäden kommt, bei dem ließe sich vielleicht noch über strafmildernde Umstände für diese Folgen reden. Aber dann müsste umgekehrt auch der eigentliche Suff harte Konsequenzen tragen. Denn da liegt eine wortwörtlich kriminelle Inkompetenz im Umgang mit Alkohol vor. Das würde eine Führerscheinsperre einschließlich Führungsverbot für Fahrzeuge auf nicht öffentlichem Grund (Staplerschein, etc.), Verbot von Tätigkeit in jeglichen Sicherheitsrelevanten/Verantwortung für andere Menschen tragenden Berufen und sowie ggf. auch an schweren Maschinen mit Eigengefährdung erfordern. Alles auf mindestens fünf Jahre und mit Eintrag in Führungszeugniss, etc., sodass beispielsweise potentielle Arbeitgeber auch darauf Aufmerksam werden können. Waffenbesitz verbietet sich auf noch weit längere Zeiträume, Sorgerecht für Kinder wäre zu prüfen. (ungleich Betreuungsverbot. Solange ein Erziehungsberechtigter darauf achten kann, dass die potentiell gefährliche Person eben nicht alkoholisiert auf die Kinder aufpasst, besteht kein Problem, aber bei z.B. einer alleinerziehenden Person wäre das nicht gewährleistet und umgekehrt gibt es eben keine innere Hemmungen, die verhindern würden, dass zuviel Alkohol getrunken oder nach Konsum von zuviel Alkohol etwas schlimmes unternommen wird.)

Passiert das alles? Nö. Höchstens nach vielen Auffälligkeiten, wenn jemand als Akoholiker eingestuft wird. (Obwohl gerade die eben oft genau wissen, wie sie trinken müssen, um -für ihre Verhältnisse- normal durch den Tag zu kommen und außer an ihrer Leber keine schweren Schäden anzurichten.) Nur die mildernde Seite von verantwortungslosem Saufen taucht erstaunlich oft in Urteilen auf.


Was sich aber ändern lässt.

In anderen Ländern ist Alkohol in der Öffentlichkeit schon lange verboten.

Das Problem ist nicht Alkohol in der Öffentlichkeit, sondern Alkoholisierte in der Öffentlichkeit. Gerade in Deutschland benebeln sich außer ein paar Jugendcliques die meisten doch schon aus klimatischen Gründen indoor/auf Terrassen, fahren danach aber eben nach Hause. Umgekehrt ist gegen ein Gläschen Wein bei Sonnenuntergang am Strand echt nichts einzuwenden.


Rational betrachtet sind Cannabis und Co. - jedoch abhängig vom Anteil der wirksamen Substanzen und Aufnahmeform - nicht kritischer als Alkohol, in vielen Belangen möglicherweise sogar weniger kritisch.

Jein. Aufgrund der Beschaffungs- und Preissituation sowie der olfaktorisch offensichtlichen Straftat wird Gras in weitaus geringeren Mengen und bewusster, also vorsichtiger konsumiert. Wer weiß, wie sich Deutsche in den 90ern in Holland verhalten haben, der weiß aber auch, dass das anders geht - und es gibt auch Leute, die dafür nicht nach Holland müssen. (Was inbesondere bei Heranwachsenden meiner Beobachtung nach Langzeitschäden nach sich zieht.) Und zudem liegt bei Cannabis die Untergrenze, unterhalb derer Selbsteinschätzung, Hemmschwellenabbau und deutliche Verschiebung des Urteilsvermögens einsetzen, meiner Meinung nach (kann man sowas wissenschaftlich erfassen?) bei lächerlich winzigen Mengen, wogegen leichte Alkoholkonsumenten (Menge je nach "Training" stark unterschiedlich) praktisch unverändert weiter funktionieren, solange die Sinnesorgane noch nicht spürbar belastet werden. Beides zusammen bedeutet, dass der Bereich für verwantwortungsbewussten, folgenlosen Konsum im Alltag kaum vorhanden ist, aber genau der begründet bei Alkohol, warum das Zeug überall leicht verfügbar sein darf.

Das umgekehrt der gelegentliche Vollrausch auf THC diversen Untersuchungen nach bei ausgewachsenen, gefestigten Persönlichkeiten praktisch gar keine negativen Wirkungen hat, während Alkohol in größeren Mengen immer schädlich ist, stimmt zwar, aber Rausch ist eben nach deutscher Rechtsvorstellung von vorneherein Missbrauch. Von daher finde ich auch die Gegenüberstellung beider Substanzen unpassend. Alkohol ist eher die Hardcore-Version von Schokolade: In Maßen total nett, in Massen immer eine Katastrophe. Kiffen ist eher wie Sex: Solange kein Missbrauch in der Jugend vorliegt geil und mit sehr einfachen Maßnahmen ohne negative Folgen, aber nichts als halbe Sachen nebenbei. Man kann sich darüber streiten, welche Art von Problemen schwerer wiegt, aber ausgehend von der hierzulande üblichen Rechtssprechung ist ziemlich offensichtlich, was im Supermarkt frei angeboten und was nach Vorstellung der Mehrheit nur im Verborgenden existieren sollte.
(Für eine kontrollierte Zugangsmöglichkeit wäre ich trotzdem. Zuerst beweißt man aber bitte am Beispiel Nikotin, dass man kontrollierte Zugangsmöglichkeiten hinbekommt. Die Versuche der letzten 50 Jahre stimmen lassen da Zweifel aufkommen.)
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Das ist seit 2007 eben nicht mehr so, da man privat Alkohol von überall in Europa per Versand nach Schweden einführen kann!
Wenn jeder erwachsene Bundesbürger einmal jährlich nach Schweden reisen und die gestaffelten Einfuhrgrenzen für alkoholhaltige Getränke voll ausreizen und sie dort an Einheimische übergeben würde, könnte dort immer noch weniger Alkohol konsumiert werden als im Schnitt hierzulande.

Desweiteren würde ich gerne mal eine Statistik sehen, wieviele Schweden im Ausland durch Unfälle, Straftaten und andere alkoholbedingte Auffälligkeiten bis 1995 auffällig wurden und wie das danach und besonders auch seit 2007 abgenommen hat.
Sicherlich nicht mehr als deutsche Party-Touristen allein auf Malle, obwohl es hierzulande keine inländischen Beschaffungshürden gibt. :D

Ernsthaft: Die Statistik würde ich auch gerne sehen. Aber da du keine anführen kannst, wird es wohl vorerst Spekulation bleiben, wie diese aussehen könnte.

Und als mündiger Bürger habe ich grundsätzlich etwas dagegen, wenn der Staat meint, er müsse meinen Genuss reglementieren.
Der schwedische Staat reguliert nicht den Genuss. Jeder volljährige schwedische Bürger kann so viel Alkohol zu sich nehmen, wie er möchte und so viel Gefallen daran haben, wie er möchte. Er kann ihn lediglich nicht so leicht und billig bekommen wie hierzulande.

Edit: Die Probleme Schwedens mit Schwarzbrennen vor 1995 verschweigst du auch geflissentlich.
Die Mengen, die in Schweden über Jahrzehnte auf Hinterhöfen und in Scheunen produziert wurden, ballert eine industrielle Distillerie hierzulande in einem Quartal raus.

Kurz gesagt, das sind alles Scheinargumente. Selbstgebrannter Fusel in vergleichsweise lächerlichen Mengen und mögliche Sauforgien ihrer Staatsbürger im Auslandsurlaub sind für Schweden keine relevante Größenordnung. Im Endergebnis sind dort rund 3% der Bevölkerung alkoholabhängig, in Deutschland über 7% allein bei erwachsenen Männern. Vor Einführung des Systems steuerte Schweden auf eine veritable Alkoholkrise zu, die inklusive Mehrwert - also geringere Gesundheitskosten, weniger alkoholbedingte Kriminalität trotz zunehmender Schwarzbrennerei und Schmuggel und höhere Staatseinnahmen, die in ein großzügiges Sozialsystem fließen - abgewendet wurde.

Dem Deutschen würde es ebenso wenig schaden, für Alkohol mehr bezahlen zu müssen und Fusel-to-go nicht mehr so einfach an jeder Ecke zu bekommen. Das heißt nicht, dass man gleich so radikal herangehen muss wie weiland die Schweden, bei denen die Lage viel kritischer war - aber die Richtung ist definitiv nicht falsch.

Noch einmal: Niemand soll etwas verboten werden, ganz im Gegenteil, es sollten sogar mehr Substanzen erlaubt werden. Aber bitteschön nicht ungebändigt.
 

Banchou

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Das mit der Arbeitsgrundlage ist nunmal ein glattes Fehlurteil. Frag mal nach illegalen Zigaretten, das ist ein riesiges Geschäft, obwohl du sie legal an jeder Tanke bekommst.
Glattes Fehlurteil?
Ich sehe darin nur Vorteile in die richtige Richtung in kleinen schritten die sich bis dato niemand traut zu machen in der Politik.
Der Punkt ist hier endlich mal mit kleinen Schritten auf eine vertretbare Lösung mehrerer Probleme zu gehen.
Hier bringe ich den Punkt mal an das es doch gefühlt viel zu wenig Polizisten gibt die Kontrollieren können da die Chronisch unterbesetzt anderweitig zutun haben.
Quasi ein Problem weniger und man kann, könnte "Personal" wieder woanders gezielter einsetzen wie zb. den von dir angesprochenen Zigaretten Schmuggel oder dort wo es ins Land kommt, sprich Grenzkontrollen ausbauen.
Quasi Win Win.

Dagegen setze ich erstmal den Einwand das der Dealer verschwindet und man so nicht mit anderen, härteren Drogen in Kontakt kommen kann wie hier schon angemerkt wurde. Hinzu kommt der Gedanke des ungesunden zuführen von "Streck-Stoffen" beim Dealer.
Wenn du die Wahl hast reine, ungepanschte oder nicht Chemisch gestreckte Drogen von dem "Staatlich" kontrolliertem Shop/Unternehmen zu Kaufen denke Ich liegt das auf der Hand bei wem du, ich und alle anderen Konsumenten kaufen würden.
Wir alle gehen doch zum Metzger unseres Vertrauens, nich wahr :daumen:

Und Zigaretten zähle ich mal nicht unter Drogen da man von diesen keinen gefährlichen Rausch bekommen kann meines Wissens nach.

Alkoholkonsum war zumindestens für mich und mein Umfeld nur sehr selten Mittel zum Zweck einen Rausch zu erleben, viel mehr ging es um Genuss, was Alkohol auch von anderen Drogen unterscheidet, das es für die überwiegende Mehrzahl der Konsumeten ein Genussmittel in verschiedenen Formen und kein Rauschmittel ist.
Und als mündiger Bürger habe ich grundsätzlich etwas dagegen, wenn der Staat meint, er müsse meinen Genuss reglementieren.
Einwand! Alkohol ist als Genussmittel deklariert (worden) im, zum legalen Verkauf, nichts anderes.
Hier sollte man unterscheiden zwischen leicht angetüdelt, gut einen Sitzen oder volle Kanne im Eimer.
Heißt es nicht immer: Verantwortungsvoll Trinken?

Ich will dir jetzt das "in deinem Freundeskreis" mal nicht streitbar machen aber, "überwiegende Mehrzahl" halte ich hier für einen Trugschluss.
Für mein empfinden trinken die Meisten mit "fester Hand" als den "Finger abzuspreizen".

Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte das WENN alles Alkoholfrei wäre aber genauso schmeckt, würde der Großteil das Zeug in der Ecke stehen lassen
Wie schon angemerkt wurde siehe hier:
Nicht böse gemeint aber bei welcher Droge ist das nicht so?
Ich kann auch ne Viertel Ecstasy Tablette schlucken, weniger Marihuana in den Joint packen, oder mir - um es überspitzt zu formulieren - nur einen Tropfen Heroin spritzen.
"Die Dosis macht das Gift", das Alkohol eine Sonderstellung hat dürfte tatsächlich rein kulturelle Gründe haben.
Ich trinke heute zum Grillen auch maximal 2 Bier, da bin ich auf einem guten, für mich angenehmen Level von leicht angetüdelt. Zum einen weil ich als mündiger Erwachsener meine Grenzen kenne und gar keine Lust mehr auf "volle Kanne im Eimer" habe und zum anderen weil ich nicht mehr die Menge von früher vertrage was a), meine Gesundheit leicht bessert und b), meinen Geldbeutel schont.

Das Problem ist halt einfach das hier von Seiten der Politik nichts, aber auch gar nichts unternommen wird um auch nur mal ansatzweise das Pro und Kontra "erwachsen" zu Diskutieren. Ich sehe das quasi als Totschweigen eines enormen Problems woraus man aber ordentlich Kapital als Staat im Positiven Sinne ziehen könnte wie Mahoy schon gut angemerkt hat in Bildung zum Beispiel.

Noch ein Argument wäre das es legale Arbeitsplätze schafft.

Schöne sachliche Diskussion übrigens. Gefällt mir, danke an Euch.:daumen:
 

Sparanus

Volt-Modder(in)
Und Zigaretten zähle ich mal nicht unter Drogen da man von diesen keinen gefährlichen Rausch bekommen kann meines Wissens nach.
Daher frage ich:
Wie kommst du auf die Idee, dass der illegale Cannabis Handel endet wenn selbst bei vollkommen legalen Zigaretten
ein riesiges Problem mit illegalen Handel besteht. Ist doch Unsinn.
 

Don-71

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
Dem Deutschen würde es ebenso wenig schaden, für Alkohol mehr bezahlen zu müssen und Fusel-to-go nicht mehr so einfach an jeder Ecke zu bekommen. Das heißt nicht, dass man gleich so radikal herangehen muss wie weiland die Schweden, bei denen die Lage viel kritischer war - aber die Richtung ist definitiv nicht falsch.
Wir sind uns aber schon einig, das sich Alkoholkonsum in der deutschen "Öffentlichkeit", in den letzten ~ 40-50 Jahren, gesellschaftlich komplett gewandelt hat?!
Gehörte der Cognacschwenker in den 1970er und 1980er Jahren noch in jeder Fernsehserie (Derrick, Alter, Tatort etc) zum guten Ton, genauso das Bier, der Wein etc in der Mittagspause, der Kasten Bier (unzählige) auf dem "Bau"während gearbeitet wurde, bei VW konnte man in den Schichtpausen (selber dutzendfach beobachtet) Gruppen um geöffnete Kofferräume auf dm Parkplatz beobachten, laut meinem Vater und anderer Zeitzeugen, brauchte man ab Freitag später Mittag oder früher Nachmittag in den 1970ern - 1980ern von Flensburg bis Oberammergau eigentlich bei keiner größeren Firma oder Beamtenbude mehr anrufen, weil die Leute kollektiv am Saufen waren, mit feundlicher Unterstützung und Beteiligung der Vorgesetzten.
Das alles hat sich radikal geändert, ohne "radikale" Eingriffe und Reglementierungen des Staates, sondern gesellschaftlicher Veränderungen, die Alkoholkonsum anders bewerten, und wesentlich eher ächten und sanktionieren!
 

Banchou

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Nikotin gilt selbstverständlich als Droge.
Guter Punkt, da hab ich mich nicht gut ausgedrückt.
Als Drogen einzuordnen da man abhängig werden kann aber der Schwerpunkt lag mir auf dem Thema Rausch/ Vollrausch. Danke für die Anregung.

Daher frage ich:
Wie kommst du auf die Idee, dass der illegale Cannabis Handel endet wenn selbst bei vollkommen legalen Zigaretten
ein riesiges Problem mit illegalen Handel besteht. Ist doch Unsinn.
Das ist auch ein sehr guter Punkt.
Hier brachte ich ja die Umstrukturierung der Polizei Gewalten ins Spiel, Stichwort Schwerpunktverlagerung an die Grenzen da der Illegale Tabak nicht in Deutschland angebaut wird sondern von außerhalb eingeführt wird.

Aber ich kann dein Misstrauen in der Angelegenheit nachvollziehen da man nicht alles "Finden und aufspüren" kann.
Bei Zigaretten ist ja auch die Herstellung wesentlich billiger als bei anderen süchtig machenden Substanzen
Weitere Themen die da mit reinspielen würden wäre die Stück für Stück besseren Kontrollmöglichkeiten und der Finanzielle Faktor. Das es immer ein kleiner illegaler Teil schafft ein Stück vom Kuchen zu Mausern sollte klar sein.

Habe jetzt auch keine Statistiken wieviel die Firmen auf der einen Seite und die illegalen auf der anderen Seite verdienen.

Wie gesagt, alles Theorie und zum Anregen gedacht.

Am Anfang wird vom Staat Subventioniert bis es sich Rentiert, und das wird es bei den Geldern die da Rumoxidieren in dem Geschäft mit den Drogen.

Hier mal eine Laientheorie: Wenn der Wirtschaftszweig Grasanbau gleich sehr sehr groß ins Geschäft einsteigt, so denke ich das die Illegalen die Preise nicht mitgehen könnten. Firmen bekommen ja im Großeinkauf ganz andere Preise für die Beschaffung des kompletten Equipments bis zum Endprodukt in allen Dingen als Privat.

Das am Anfang es sich über ein paar Jahre auch erstmal einlaufen muss und sich in den Köpfen der Menschen breitmachen, zur Aufklärung, gesunden Akzeptanz festsetzt, sollte klar sein.
Nix geht von heute auf morgen außer der nächste BER Chef.

Passt zwar nicht ganz aber wie gesagt Theorie. Nehmen wir mal hier das Beispiel Amazon die es geschafft haben bei stetigem Wachstum viele kleine Läden oder Unternehmen im Einzelhandel, die sich auf ein Produkt spezialisiert haben, aus dem Geschäft zu drängen, weil a), bessere Preise und b), ist halt bequemer.
Und die Meinung, ich unterstütze lieber den kleinen Laden um die Ecke ist auch sehr gut und verstehe ich Total, aber sind wir mal ehrlich....ehrlich.

Bei Amazon nenne ich es einfach ein "Billiger Marktplatz", der an sich kein eigenes Produkt vertreibt, ok bis auf die kleine Sparte von Sachen wo wirklich Amazon draufsteht wie zb. ein USB-Hub. Weiß nicht was die noch so alles haben aber das soll hier nicht der Punkt sein.

Danke für eure Anregungen
 
Zuletzt bearbeitet:

DKK007

PCGH-Community-Veteran(in)
Aktuelles Urteil:

In der logischen Konsequenz müsste man das dann aber auch auf alle anderen Stoffe wie Kleber etc. anwenden, die sich zum Berauschen missbrauchen ließen.
Und erst recht auf Rauschmittel wie Alkohol.
 
Zuletzt bearbeitet:

Mahoy

Volt-Modder(in)
Wir sind uns aber schon einig, das sich Alkoholkonsum in der deutschen "Öffentlichkeit", in den letzten ~ 40-50 Jahren, gesellschaftlich komplett gewandelt hat?!
In den letzten 50 Jahren ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Alkohol in Deutschland tatsächlich deutlich zurückgegangen, stagniert allerdings auch schon seit 20 Jahren auf einem Niveau von rund 17 Litern pro Nase und Jahr.

Dass sich der Konsum in Deutschland aus Teilen des alltäglichen öffentlichen Lebens auf das Private und auf Stoßzeiten (No pun intended ...) verlagert hat, dient zwar ungemein der Ästhetik, ändert jedoch nichts daran, dass der volkswirtschaftliche Schaden des Alkoholkonsums mit 57 Milliarden Euro im Jahr (Stand: 2020) beziffert wird - und darin sind Kosten für sekundär Betroffene noch gar nicht berücksichtigt.
Und das Schlimme ist: Der Konsum sinkt zwar weiter in sehr geringem Maße, aber die Kosten steigen aufgrund der allgemeine Teuerung trotzdem überproportional.
Mit den vergleichsweise lächerlichen alkoholbezogenen Steuereinnahmen von rund 3 Milliarden ist das aber so oder so nicht kompensierbar.

Schweden hat es geschafft, trotz mit Deutschland vergleichbaren historisch-kulturellem Background und Einschränkungen des ursprünglichen Konzepts durch EU-Recht den Pro-Kopf-Verbrauch auf ca. 12 Liter zu senken. Knapp ein Drittel weniger als bei uns, mit allen Vorzügen, die das mit sich bringt. Und ohne, dass die Schweden auf Alkoholgenuss verzichten müssten.

Wo also liegt das Problem sogenannter "radikaler Eingriffe und Reglementierungen des Staates", wenn diese zu einem deutlichen Nutzen bei unbezifferbar marginalen Schäden führen? Die Eingriffe sind prinzipiell auch nicht "radikaler" als die Festlegungen in der StVO.
 

ruyven_macaran

Trockeneisprofi (m/w)
Hier mal eine Laientheorie: Wenn der Wirtschaftszweig Grasanbau gleich sehr sehr groß ins Geschäft einsteigt, so denke ich das die Illegalen die Preise nicht mitgehen könnten. Firmen bekommen ja im Großeinkauf ganz andere Preise für die Beschaffung des kompletten Equipments bis zum Endprodukt in allen Dingen als Privat.

Wenn du Gras zu Erzeugerpreis auf den Markt schmeißt, wäre es zwar billiger als Brot, entsprechend dürfte aber auch der Konsum sein. Genau wie bei Tabak und Alkohol gehen deswegen alle Legalisierungskonzepte von saftigen Steuern und Abgaben aus, womit der Anreiz für illegalen Handel weiter besteht. Eine Legalisierung könnte der organisierten Kriminalität sogar förderlicher sein, da bislang bereits die Mitfuhr oder gar öffentliche Übergabe geringer Mengen eine große Gefahr mit sich bringen und deswegen wenig gehandelt und wenig konsumiert wird. Bei einer legalen Substanz wären die Sicherheitskräfte (b2t, Leute!) aber vollkommen ohne Handhabe, selbst wenn jemand mit zwei 10 kg Hanfbeuteln ("Tütenverbot") über die Straße schlendert. Sie müssten schon einen Verkauf gegen Geld beobachten und dann einen Herkunftsnachweis verlangen, um legales von illegalem Gras zu unterscheiden. Im Gegensatz zu Tabak, den es praktisch nur als Importware gibt, helfen nicht einmal Zollbanderolen weiter, weil Hanf in unserer Klimazone an wortwörtlicher jeder Ecke gedeihen kann. "Hab ich für Eigenbedarf angebaut, keine Verkaufsabsicht, alles legal"
 

Threshold

Großmeister(in) des Flüssigheliums
Guter Punkt, da hab ich mich nicht gut ausgedrückt.
Als Drogen einzuordnen da man abhängig werden kann aber der Schwerpunkt lag mir auf dem Thema Rausch/ Vollrausch. Danke für die Anregung.
Heutzutage fragt man sich ja schon, ob Zucker nicht auch als Droge einzustufen ist.
Immerhin aktiviert Zucker die gleichen Bereiche im Gehirn wie Kokain.
Und dass Zucker eine tödliche Wirkung haben kann, wissen wir alle.
 

Banchou

Komplett-PC-Aufrüster(in)
@ruyven_macaran
Danke für deine konstruktiven Einwände.
Sie müssten schon einen Verkauf gegen Geld beobachten und dann einen Herkunftsnachweis verlangen, um legales von illegalem Gras zu unterscheiden.

Idee: Die Herkunft müsste man dann per System vom Erzeuger bis zum Endverbraucher per Kassenzettel als Kunde und im Shop per Kundenkonto in beide Richtungen nachweisen. Waffen, etc. werden ja auch gehandelt.
Die Kassenbon Pflicht wurde in den letzten Jahren ja auch umgesetzt.

Theorie: Man könnte doch dem Gras, wie bei Mais zb. eine Art "Gen" oder "Merkmal" einpflanzen um diesen dann bei Beschlagnahme zu unterscheiden. Schwarzlicht oder eine reagierende Substanz wie es bei Kokain usw. gemacht wird.
Am Anfang mit sagen wir 4-5 Sorten Deutschlandweit die die Shops aussuchen experimentieren und dann irgendwann erweitern. Hier wäre die strikte Zusammenarbeit der Erzeuger mit Shop und Staat nötig, sprich Kontrolle von Anfang an.
Wenn du Gras zu Erzeugerpreis auf den Markt schmeißt, wäre es zwar billiger als Brot, entsprechend dürfte aber auch der Konsum sein
Hier würde ich dann wieder auf den verantwortungsvollen Erwachsenen hoffen wenn ich deine Aussage dahingehend richtig verstehe das der Konsum dann stark ansteigen würde.
Kaufe ich die Billigbiersorte oder Premium?
Schmeckt fast genauso, Hauptsache kalt. ( Ich geh schonmal in Deckung) ^^

Zum Thema Steuern müsste man das dann auf den Aktuellen Verkaufspreis alles gegenrechnen und gucken das man dem illegalem Konzept dennoch ein dickes Schnippchen schlägt und die Strafen dann für das illegale Gras exorbitant erhöhen. Es darf sich nicht mehr lohnen das illegale.
Fairer Konsum. Faire Steuern. Ja ich weiß wir leben im Kapitalismus aber warum nicht mal versuchen.

Bleibt noch das Problem mit der Menge wo man schwierig den Verbrauch, Konsum einer Privatperson handhaben könnte außer man gibt das beim eröffnen seines Kontos an und unter der Voraussetzung das alles nur als Eigenbedarf gehandhabt wird.
Nicht das es heißt meine Oma hat grünen Star und braucht im Monat 1kg, ich soll ihr das mitbringen, überspitzt ausgedrückt.
"Hab ich für Eigenbedarf angebaut, keine Verkaufsabsicht, alles legal"
Du wohnst nicht in Deutschland oder ?
 

Don-71

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
In den letzten 50 Jahren ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Alkohol in Deutschland tatsächlich deutlich zurückgegangen, stagniert allerdings auch schon seit 20 Jahren auf einem Niveau von rund 17 Litern pro Nase und Jahr.
Irgendwie erzählt da aber jeder etwas anderes für Deutschland, könntest du da bitte mal Klarheitt reinbringen?
Statistika = 10,5 Liter
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfrage ebenfalls auf 10,5l
Der deutsche Spirituosenverband kommt auf 9,4l, rechnet aber bei Hochprozentigen durchschnittlich nur mit 33% vol. pro Liter
Ansonsten decken sich seine Tabellen fast zu 100% mit der Hauptstelle für Suchtfragen

Laut WHO sind es dann angeblich 17 Liter
Edit: Jetzt habe ich hier bei der WHO den Fehler gefunden, die rechnen bei Bier mit durchschnittlich 6% vol pro Liter, was sich natürlich beim deutschen Bierkonsum exorbitant auswirkt, in Deutschland wird mit 4,8% vol pro Liter gerechnet. Bei Spirituosen rechnet die WHO mit durchschnittlich 40% und bei Wein mit 12% (hier in Deutschland wohl Standard 11%).
Fakt ist aber dass das normale Lager Bier (Helles) und auch Weizen keine 6% Umdrehungen im Durchschnitt haben, das ist irreführend.

Aber auch irgendwie wieder nicht.
Da sind es dann nur 11,4l

Scheint ja nicht so eindeutig zu sein, was da nun Sache ist, allerdings glaube ich kaum das die Hauptstelle für Suchtfragen, so falsche Angaben macht.
Aber wie immer traue keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast.
 
Zuletzt bearbeitet:

ruyven_macaran

Trockeneisprofi (m/w)
Idee: Die Herkunft müsste man dann per System vom Erzeuger bis zum Endverbraucher per Kassenzettel als Kunde und im Shop per Kundenkonto in beide Richtungen nachweisen. Waffen, etc. werden ja auch gehandelt.
Die Kassenbon Pflicht wurde in den letzten Jahren ja auch umgesetzt.

Waffen mit Besitzkarten und Seriennummern kannst du nicht vergleichen. Bei Konsumgütern wäre ja nicht einmal überprüfbar, ob das vorgefundene Kilo Gras auch das gleiche Kilo Gras ist, auf dass sich der 12 Monate alte Kassenbon bezieht. Bis auf das Niveau "Händler" könnte man so etwas noch durch Banderolenpflicht wie bei Tabak eingrenzen und nur den Verkauf versiegelter Packungseinheiten erlauben. Aber das deckt eben nicht den "Privat"austausch ab: Im Gegensatz zu Tabak kann ich dir Hanf genauso aus dem eigenen Garten mitbringen, wie Äpfel. Und um Gegensatz zu Nikotinsüchtigen, die sich jede Stunde drei Fluppen schnorren müssten, wenn sie nicht Stangenweise im Laden (legal) oder beim Straßenhändler (illegal, da keine deutsche Banderole) kaufen, kann man ein Wochenpensum Tüten eben auch "dem Freund" lose in die Hand drücken, solange ein Polizist guckt und vom gleichen "Freund" ein paar Scheinchen verlangen, wenn keiner guckt. Ein System, das die heute üblichen, unbedenklichen Konsummengen einzeln Verfolgbar machen würde, wäre eine ziemlich Herausforderung. Und wir wissen, was die deutsche Bürokratie macht, wenn man sie vor eine Nachverfolgsbarkeit-Herausforderung stellt :ugly: .

Theorie: Man könnte doch dem Gras, wie bei Mais zb. eine Art "Gen" oder "Merkmal" einpflanzen um diesen dann bei Beschlagnahme zu unterscheiden. Schwarzlicht oder eine reagierende Substanz wie es bei Kokain usw. gemacht wird.
Am Anfang mit sagen wir 4-5 Sorten Deutschlandweit die die Shops aussuchen experimentieren und dann irgendwann erweitern. Hier wäre die strikte Zusammenarbeit der Erzeuger mit Shop und Staat nötig, sprich Kontrolle von Anfang an.

Schnappsidee:
- "genmanipuliertes" Gras wäre einer ganzen Latte von Bestimmungen für den Anbau ausgesetzt, die den fast so schwer machen würden, wie jetzt schon.
- "genmanipuliertes" Gras wäre in den Augen vieler Konsumenten wohl die schlechtere Wahl gegenüber der "Bio"-Ware vom Dealer
- Das Erkennungsmerkmal müsste leicht nachweisbar sein, kann also kein inerter Stoff sein, und es darf nichts sein, was sowieso landläufig überall vorkommt. Das heißt du bringst eine aktive, exotische Substanz in ein Konsumprodukt ein => aufwendige Prüfverfahren auf mögliche Nebenwirkungen, Allergien, etc.. Da eine psychisch aktive Substanz auch nach Legalisierung unter das Betäubungs- und Arzneimittelgesetzt fallen dürfte, reden wir hier (zu Recht!) von einem kompletten Medikamenten-Zulassungsverfahren.
- Markiert hast du jetzt trotz allem nur das Saatgut. Aber das kann man weiterhin illegal oder privat anbauen, ohne Steuern zu zahlen und eigentlich willst du doch ein Merkmal für legal VERKAUFTES Gras ;) .

Hier würde ich dann wieder auf den verantwortungsvollen Erwachsenen hoffen wenn ich deine Aussage dahingehend richtig verstehe das der Konsum dann stark ansteigen würde.
Kaufe ich die Billigbiersorte oder Premium?
Schmeckt fast genauso, Hauptsache kalt. ( Ich geh schonmal in Deckung) ^^

Ich sehe: Du verstehst das Problem. Spätestens seit Corona wissen wir doch genau, wie viele "verantwortungsvolle Erwachsene" es in Deutschland gibt und dass Gesetze für den verbleibenden, großen Rest geschrieben werden müsse :D .

Zum Thema Steuern müsste man das dann auf den Aktuellen Verkaufspreis alles gegenrechnen und gucken das man dem illegalem Konzept dennoch ein dickes Schnippchen schlägt und die Strafen dann für das illegale Gras exorbitant erhöhen. Es darf sich nicht mehr lohnen das illegale.
Fairer Konsum. Faire Steuern. Ja ich weiß wir leben im Kapitalismus aber warum nicht mal versuchen.

Kannst du vergessen. Die Strafen für Drogenhändler sind schon heute recht happig und trotzdem lohnt es sich. Kenne mich mit der Hanfproduktion nicht gut aus und kann daher nicht sagen, wie teuer die Erzeugerkosten bei Haschisch tatsächlich wäre, aber für Gras, also die gesamte Pflanze, würde ich sie unter der von Weizen(-körnern) ansetzen. Mit entsprechendem Maßstab und Methoden (große Felder, Mähmaschiene, etc.) möglicherweise einstellige Centbeträge pro Kilo. Verkaufspreise, die kein Anreiz zu Überkonsum liegen, müssten aber bei mehreren € pro Gramm liegen, also das Hundertausendfache. Die Differenz aus beidem sind die staatlichen Abgaben bzw. Kosten, die durch die Handhabung gemäß staatlicher Vorschriften entstehen (Jugendschutzmaßnahmen, etc.) und sie sind auch die Gewinnspanne, die ein illegaler Händler zusätzlich hätte. Je nachdem, wie gut sich Anbaumengen kontrollieren lassen und wie hoch die Importpreise nach Deutschland bislang sind (ein Pfund illegal abgezweigtes Gras aus legalisiertem deutschen Abbau wäre sicherlich etwas billiger als heutige illegale Importe. Aber wieviel billiger?), könnte die Gewinnspanne für illegale Dealer sogar höher ausfallen, als heute. Und das Entdeckungsrisiko wäre, s.o. definitiv geringer => MEHR Motivation für Drogenkriminalität durch Legalisierung.

Die Niederlande haben jedenfalls trotz lieberaler Cannabis-Politik weiterhin ein Problem mit illegalem Handel. (Ob größer oder kleiner kann ich nicht sagen, da das Problem in Deutschland ja deutlich größer dargestellt wird, als es ist.)

Du wohnst nicht in Deutschland oder ?

Leider doch. Die Zeile war als Beispiel für eine Ausrede gemeint, die jemand bringen könnte, wäre Gras hier legal.
 

DKK007

PCGH-Community-Veteran(in)
Da hätte man den Haftbefehl wohl besser direkt zusammen mit dem Durchsuchungsbeschluss ausstellen sollen.
Inbesondere wenn der Nazi einen türkischen Pass hat, was dann doch schon etwas komisch ist, wo doch die rechten Parteien immer gegen die doppelte Staatsbürgerschaft waren.


Zumindest wird er sich in der Türkei mit seinen regierungsfeindlichen Parolen wohl recht schnell ohne jegliche Gerichtsverhandlung in einem Gefängnis wiederfinden.
 

Albatros1

Software-Overclocker(in)
Da hätte man den Haftbefehl wohl besser direkt zusammen mit dem Durchsuchungsbeschluss ausstellen sollen.
Inbesondere wenn der Nazi einen türkischen Pass hat, was dann doch schon etwas komisch ist, wo doch die rechten Parteien immer gegen die doppelte Staatsbürgerschaft waren.


Zumindest wird er sich in der Türkei mit seinen Parolen wohl recht schnell ohne jegliche Gerichtsverhandlung in einem Gefängnis wiederfinden.
Heute wurde bezüglich der Maskenkriminalität ja einer verhaftet. Interessanterweise kein Abgeordneter. Scheinbar wieder ein unbedeutendes Mitglied dieser mafiösen Strukturen.
 

DKK007

PCGH-Community-Veteran(in)
Die Niederlande haben jedenfalls trotz lieberaler Cannabis-Politik weiterhin ein Problem mit illegalem Handel. (Ob größer oder kleiner kann ich nicht sagen, da das Problem in Deutschland ja deutlich größer dargestellt wird, als es ist.)

Da sind es aber auch harte Drogen.
Kokain aus Lateinamerika über die großen Seehäfen und aktuell Crystal aus lokaler Produktion.

 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Irgendwie erzählt da aber jeder etwas anderes für Deutschland, könntest du da bitte mal Klarheitt reinbringen?
Die WHO rechnet den sich daraus ergebenden Reinalkoholskonsum vermutlich mit dem Worst Case, also den alkoholhaltigsten verkauften Sorten in jeder Kategorie aus. Da die gleichen Kriterien auch für alkoholhaltige Nahrungs- und Genussmittel in anderen Ländern angelegt werden, sollten die Relationen stimmen.

Im Zweifelsfall würde ich einfach - im Guten wie im Schlechten - nach den Angaben des Bundesgesundheitsministeriums gehen.

Übrigens ist die Erhebung über die volkswirtschaftlichen Schäden komplett unabhängig davon, wie viele Umdrehungen einzelnen Biersorten haben, da sie im Wesentlichen auf Angaben der Kranken- und Sozialkassen über Behandlungs- und Ausfallkosten beruhen. Sprich, es ist eher sekundär, womit sich in Deutschland zu einer erheblichen Belastung der Gemeinschaft gesoffen wird - außer natürlich, man hätte vor, eben doch spezifische Sorten zu verbieten. Aber darum soll's ja gerade nicht gehen.
 

Albatros1

Software-Overclocker(in)
Und heute liest man, daß der gute Herr Gauweiler innerhalb seiner Abgeordnetentätigkeit 11 Millionen von einem Milliardär erhalten hat.
Natürlich wollte dieser keinerlei einfluß ausüben. War nur als Portoersatz gedacht.
Wieviele kann man in der Politik noch als seriös bezeichnen und wieso sind so selten Sicherheitskräfte aktiv? Weil diese die gewaltige Arbeit nicht stemmen könnten? Weil man für den halben Bundestag die Immunität aufheben müßte?
 

DKK007

PCGH-Community-Veteran(in)

Natürlich ist die Immunität solange sie besteht, ein absolutes Strafverfolgungshindernis.


Und manchmal müssen Betroffene auch den zivilgerichtlichen Weg gehen, weil die Staatsanwaltschaft nicht weiter ermitteln will.
 
Zuletzt bearbeitet:

Albatros1

Software-Overclocker(in)
Manchmal könnte man denken, wir sind eine Bananenrepublik, agieren nur mit mehr Stil. Es sieht eben nicht so aus, aber im Grunde läuft viele ähnlich.
Kommt wohl daher, daß die falschen Leute in der Politik landen und die Wähler sich bei Wahlen oder Kritik zu wenig Mühe geben.
 

DKK007

PCGH-Community-Veteran(in)
Es braucht halt mehr aktive und passive Wahlbeteiligung.
Um eine Wahl zu haben muss man zur Wahl gehen und wählen kann man nur die, die zur Wahl antreten.
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Es braucht halt mehr aktive und passive Wahlbeteiligung.
Um eine Wahl zu haben muss man zur Wahl gehen und wählen kann man nur die, die zur Wahl antreten.
Man kann sich auch aufstellen lassen. Allerdings ist der Weg, bis man an funktionaler Stelle sitzt, nicht eben einfach und wird daher nur von Idealisten und Karrieristen beschritten. Und Letztere machen das seltener zum Selbstzweck, sondern weil sie die erreichte Position irgendwann auch in Gewinn ummünzen wollen.

Dagegen helfen nur ein fest verankertes Antikorruptionssystem und Transparenz. Also genau das, wogegen sich die Abgeordneten bestimmter alter Parteien seit Jahrzehnten auffällig sträuben und wovon Abgeordnete gewisser jüngerer Parteien wohlweislich gar nicht erst zu reden anfangen.

Da Seltsame ist aber: Gerade den Parteien, die am unempfänglichsten für Lobbyismus, Bestechung und Nutznießerei sind, stehen viele Deutsche am kritischsten gegenüber. Das ist systemimmanent: Wer nicht versucht, Gewinn aus seiner Position zu schlagen, ist tendenziell suspekt, weil man nicht weiß, was die Leute sonst antreibt.

Die Lösung ist aber ganz einfach: Gebt mir die erbliche Herrschaft und alles wird gut! :D
 

Banchou

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Bei Konsumgütern wäre ja nicht einmal überprüfbar, ob das vorgefundene Kilo Gras auch das gleiche Kilo Gras ist, auf dass sich der 12 Monate alte Kassenbon bezieht
Guter Punkt und auch für mich sehe ich hier das größte Problem.
Aber ersetzte mal Gras durch Bier.

kann man ein Wochenpensum Tüten eben auch "dem Freund" lose in die Hand drücken, solange ein Polizist guckt und vom gleichen "Freund" ein paar Scheinchen verlangen, wenn keiner guckt.
Das könnte man aber auch auf Bier ummünzten.
Wenn du Wochenpensum schreibst geh ich mal davon aus du meinst: Kunde kauft sein Gras legal im Shop und verkauft es dann weiter?
Shop hat sein Geld, der Staat seine Steuern. Weiterverkauf nicht Relevant für die Polizei da es sich ja um legal gekauftes Gras handelt. Nachweis hier=> der "Gras-Führerschein/ Konsumausweis.

Und wir wissen, was die deutsche Bürokratie macht, wenn man sie vor eine Nachverfolgsbarkeit-Herausforderung stellt :ugly:
Das liegt für mein Empfinden auch an unserem verkalkten Politikern/ System aber das soll jetzt keine Ausrede sein aber auch ein wichtiger Punkt von dir den es für beide Seiten zu klären gibt.

Guter Punkt, streichen wir das mit den Genen.
Eventuell Sorten die für den legalen Verkauf bestimmt werden vorher neu Züchten?

Kennt jemand einen kiffenden Kanadischen Botaniker?
Würde mich mal Interessieren wie die das da drüben im Detail machen.


Ich sehe: Du verstehst das Problem. Spätestens seit Corona wissen wir doch genau, wie viele "verantwortungsvolle Erwachsene" es in Deutschland gibt und dass Gesetze für den verbleibenden, großen Rest geschrieben werden müsse :D .
Eigentlich will ich darauf nicht eingehen weil für mich nichts zum Thema legale BTM.
Das ist in meinen Augen jedem selbst überlassen ob er an Corona glaubt oder nicht.
Ich sag nichts Positives oder Negatives, halte mich persönlich aber an die Regeln, weil ich mir die Hintergründe jedes einzelnen nicht anmaße zu hinterfragen. Ich werfe mal das Wort, Contergan, hier hin.
Wenn du dazu etwas schreiben möchtest möchte ich dich bitten das über eine PN zu machen da ich nicht möchte das die nette und aufgeschlossene Diskussion mit dir hier aus den fugen läuft + alle stillen beteiligten die vielleicht mitlesen.

Kannst du vergessen. Die Strafen für Drogenhändler sind schon heute recht happig und trotzdem lohnt es sich. Kenne mich mit der Hanfproduktion nicht gut aus und kann daher nicht sagen, wie teuer die Erzeugerkosten bei Haschisch tatsächlich wäre, aber für Gras, also die gesamte Pflanze, würde ich sie unter der von Weizen(-körnern) ansetzen.
Kenne leider keinen kiffenden Kanadischen Botaniker der dazu mal ein paar Details liefen könnte :ka:
Würde mich an der Stelle sehr interessieren.
Je nachdem, wie gut sich Anbaumengen kontrollieren lassen und wie hoch die Importpreise nach Deutschland bislang sind (ein Pfund illegal abgezweigtes Gras aus legalisiertem deutschen Abbau wäre sicherlich etwas billiger als heutige illegale Importe. Aber wieviel billiger?), könnte die Gewinnspanne für illegale Dealer sogar höher ausfallen, als heute.
Hier könnte oder müsste man auf ein nur in Deutschland produktives Gewerbe setzen. Sprich kein Import Export.
Die Niederlande haben jedenfalls trotz lieberaler Cannabis-Politik weiterhin ein Problem mit illegalem Handel. (Ob größer oder kleiner kann ich nicht sagen, da das Problem in Deutschland ja deutlich größer dargestellt wird, als es ist.)
Das es immer einen Teil "Rest-Kriminalität" gibt ist mir auch bewusst.
Es gibt immer ein paar schwarze Schafe.
 

DKK007

PCGH-Community-Veteran(in)


Ganz interessanter Artikel, wenn auch schon 3 Monate alt.

 
Zuletzt bearbeitet:

Mahoy

Volt-Modder(in)
Das halte ich für korrekt auf vielen Ebenen.

Sicherlich kann man bemängeln, dass die Kommissar-Anwärterin erst ein "Sensibilisierungsgespräch" brauchte, um die Inhalte der Chats als meldewürdig zu erkennen, allerdings lässt sich das auch so verstehen, dass erst dadurch klargeworden ist, was der Wille des Dienstherrn ist - in einem Umfeld, wo solche Inhalte als "normal" kursieren, kann man als Auszubildende/r durchaus mal im Zweifel sein, was wem zu melden ist und was nicht - und ob die Meldung nicht auf dem Dienstweg verschwindet und einen selbst zum Aussätzigen macht.

Zudem hätte es das komplett falsche Signal ausgesandt, die Suspendierung nicht aufzuheben. Wenn man bestraft wird, weil man das Richtige getan hat, dann kämen solche Umtriebe in Zukunft viel schwerer an Licht.

Ich denke, die Pressestellen der Polizei sollen durchaus über ihre Arbeit berichten dürfen, haben sich jedoch jeglicher Auslegung und/oder Bewertung der Vorgänge zu enthalten. Falschdarstellungen und Überspitzungen gegenüber der Öffentlichkeit sollten konsequent als Dienstvergehen geahndet werden.
 

Don-71

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
Das halte ich für korrekt auf vielen Ebenen.

Sicherlich kann man bemängeln, dass die Kommissar-Anwärterin erst ein "Sensibilisierungsgespräch" brauchte, um die Inhalte der Chats als meldewürdig zu erkennen, allerdings lässt sich das auch so verstehen, dass erst dadurch klargeworden ist, was der Wille des Dienstherrn ist - in einem Umfeld, wo solche Inhalte als "normal" kursieren, kann man als Auszubildende/r durchaus mal im Zweifel sein, was wem zu melden ist und was nicht - und ob die Meldung nicht auf dem Dienstweg verschwindet und einen selbst zum Aussätzigen macht.

Zudem hätte es das komplett falsche Signal ausgesandt, die Suspendierung nicht aufzuheben. Wenn man bestraft wird, weil man das Richtige getan hat, dann kämen solche Umtriebe in Zukunft viel schwerer an Licht.
Kann man den Artikel nicht auch zugespitzt so interpretieren, das die Anwärterin als "Petze" kaltgestellt werden sollte, weil das Polizeipräsidium Düsseldorf gegenüber den anderen Anwärtern (hier wohl dann die Poster/Urhebr der Nachrichten), erst Displinarverfahren/Maßnahmen eingeleitet hat, nachdem das OVG sich dafür auf Nachfrage interessiert hat?!
Ich bin bei deinem letzten Satz völlig bei dir, aber meiner Meinung nach, muss das Verhalten des "Polizeipräsidium Düsseldorf" oder besser das Verhalten der dortigen Entscheidungsträger nachträglich zu diesem Fall genau untersucht werden. Für mich stellt sich das eher so dar, dass sie die "Verräterin" bestrafen wollten, obwohl diese sich völlig korrekt verhalten hat.
 

ruyven_macaran

Trockeneisprofi (m/w)
Man kann sich auch aufstellen lassen. Allerdings ist der Weg, bis man an funktionaler Stelle sitzt, nicht eben einfach und wird daher nur von Idealisten und Karrieristen beschritten. Und Letztere machen das seltener zum Selbstzweck, sondern weil sie die erreichte Position irgendwann auch in Gewinn ummünzen wollen.

Dagegen helfen nur ein fest verankertes Antikorruptionssystem und Transparenz. Also genau das, wogegen sich die Abgeordneten bestimmter alter Parteien seit Jahrzehnten auffällig sträuben und wovon Abgeordnete gewisser jüngerer Parteien wohlweislich gar nicht erst zu reden anfangen.

Der alternative, ohne Selbstbestrafungen der Schuldigen durch sich selbst auskommende Weg, wäre es, mal diejenigen zu wählen, die gewünschte Inhalte mit zumindest oberflächerlicher Kompetenz ansprechen und priorisieren. Der deutsche Wähler wählt seit Jahrzehnten zunehmend nur noch "Persönlichkeiten", selbst im idealistischen Spektrum treten heute nicht mehr "die Grünen" oder "die Nationalisten" an, sondern "Baerbock" und "Bernd". Das heißt umgekehrt auch, dass gute Ideen, sinnvolle Vorschläge und Ahnung von irgendwas nicht nur keine Voraussetzung für den Job mehr sind, sondern gar keinen Bonus mehr bringen. Man braucht das richtige, starke Image und das klappt nur mit jahrelanger schauspielerischer Vorarbeit und einer aktiven Partei im Rücken, die die nötige Reichweit bringt. Also stehen Schauspieler mit vielen Kumpels zur Wahl, aber keine Konzepte mehr, die für sich selbst sprechen. Ein gutes Lobbyregister würde erstmal nur das Anschwärzen einiger Kumpelkreise erleichtern, aber keinen Türen für gute Entscheidungsträger öffnen.


Guter Punkt und auch für mich sehe ich hier das größte Problem.
Aber ersetzte mal Gras durch Bier.

Wie gesagt: Bier ist bei uns auch nur als Gensussmittel zugelassen, nicht als Rauschmittel. Der Einsatz von Alkohol als letzterem ist offiziell Missbrauch, öffentliche Folgen davon geächtet. Und gäbe es den genussvollen Konsum in Maßen nicht, wäre das Zeug vermutlich längs verboten wollen. Aber ich niemanden, der Cannabis in praktisch wirkungslosen Mini-Mengen konsumiert.

Das könnte man aber auch auf Bier ummünzten.
Wenn du Wochenpensum schreibst geh ich mal davon aus du meinst: Kunde kauft sein Gras legal im Shop und verkauft es dann weiter?
Shop hat sein Geld, der Staat seine Steuern. Weiterverkauf nicht Relevant für die Polizei da es sich ja um legal gekauftes Gras handelt. Nachweis hier=> der "Gras-Führerschein/ Konsumausweis.

Jein. Ich meine, dass das die Coverstory ist: "Ja lieber Wachtelmeister, ich habe gestern ganz legal *zeigt Konsumausweis* meinen Monatsvorrat gekauft, seitdem leider den Kassenbon verloren, und jetzt halt einem Freund, der auch einen Konsumausweis hat, 4-5 Joints abgegeben. Kein Problem oder?" => Tatsächlich kein Illegalität für den Beamten nachweisbar. Der sieht nur "2 kg Gras", "hat Konsumausweis" und "Abgabe an Konsumberechtigten". Wenn der "Freund" bei der Gelegenheit noch "eine alte Schuld zurückzahlt", sieht der Beamte zusätzlich noch eine legalen Geldübergang.
Das vor seinen Augen in wirklich illegales Gras verdealt wird, von dem derjenige, der die Coverstory erzählt, jeden Tag zwei neue kg unter die Leute bringt, ist schlichtweg nicht zweifelsfrei nachweisbar, weil auf dem Stoff selbst nicht drauf steht, wann, wo und wem er stammt.

Übrigens werden Steuern auf den Endverkauf und damit den -Endpreis erhoben. Weiterverkäufe sind also nicht zulässig, weil die Gewinne aus diesen dann steuerfrei wären.

Das liegt für mein Empfinden auch an unserem verkalkten Politikern/ System aber das soll jetzt keine Ausrede sein aber auch ein wichtiger Punkt von dir den es für beide Seiten zu klären gibt.

Das liegt an einer ganzen Menge Dinge, bei denen man sich fragt, wieso die eigentlich sein müssen, ja. Aber ich plädiere privat dafür, erstmal am Beispiel "Nikotin und Jugendschutz" zu beweisen, dass man die für ein funktionierendes Kontrollsystem nötigen Änderungen drauf hat, ehe man einen weiteren Posten schafft, für den man ein solches System dringend brauchen würde, nur um dann festzustellen, dass man es aus besagter Vielfalt an Gründen nicht hinbekommt.

Guter Punkt, streichen wir das mit den Genen.
Eventuell Sorten die für den legalen Verkauf bestimmt werden vorher neu Züchten?

Das würde nur den Aufwand steigern, aber nicht das Grundproblem lösen: Die Kennzeichnung für "korrekt gehandelt" muss und kann nur nachträglich nach Prüfung auf korrekte Handlung vergeben werden. Denn über legal oder illegal entscheidet ja nicht der Ursprung des Saatguts, sondern die gesamte Handhabungskette des Produktes.

Hier könnte oder müsste man auf ein nur in Deutschland produktives Gewerbe setzen. Sprich kein Import Export.

Illegalen Import wird es immer geben bzw. Ziel und Problem ist, dass aus dieser Quelle nichts in Umlauf gelangen darf. Bislang ist das für die Polizei eigentlich ziemlich einfach, weil GAR NICHTS in Umlauf gelangen darf und somit jeder Fund ein 100%ig eindeutiges Indiz für kriminelle Aktivitäten ist. Aber trotz dieser paradiesichen Verhältnisse für Fahnder blüht der illegale Handel. Durch Einführung eines zusätzlichen legalen Handels ändert man an den Bedingungen für illegale Händler nichts, erschwert die Fahndung aber dramatisch.


Ich denke, die Pressestellen der Polizei sollen durchaus über ihre Arbeit berichten dürfen, haben sich jedoch jeglicher Auslegung und/oder Bewertung der Vorgänge zu enthalten. Falschdarstellungen und Überspitzungen gegenüber der Öffentlichkeit sollten konsequent als Dienstvergehen geahndet werden.

Äh, ne? Die Polizei "Pressestellen" sind, wie der Name schon sagt, Pressestellen. Die sind dazu da, um auf Nachfrge der Presse Fakten mitzuteilen. Es sind keine "Polizei-PR-Agenturen", leider verhalten sie sich aber immer mehr als solche und gehen dabei, wie im Link dargestellt, bis hin zu Falschaussagen. Wie der ganze Thread hier dokumentiert, haben wir in Deutschland aber kein funktionierendes System um gegen Rechtsbrüche durch Polizisten vorzugehen und so auch in diesem Fall nicht.
 

Poulton

BIOS-Overclocker(in)
Das alles hat sich radikal geändert, ohne "radikale" Eingriffe und Reglementierungen des Staates,
Da wäre ich mir nicht so sicher. Man ist auch dazu übergegangen Vorgesetzte und Arbeitgeber stärker in die Pflicht zu nehmen, wenn es um Alkohol am Arbeitsplatz und betrunkene Mitarbeiter geht. Sogar soweit gehend, dass die mit haftbar gemacht werden können.

Und wenn ich mich daran zurückerinnere, was Anfang der 2000er noch in den Büros gequalmt wurde. Da blieb kein Auge trocken.

Gehörte der Cognacschwenker in den 1970er und 1980er Jahren noch in jeder Fernsehserie (Derrick, Alter, Tatort etc) zum guten Ton
Zwar nicht mit Cognacschwenker: Meister Eder und sein Pumuckel
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Wobei nicht nur Alkohol. Rauchen ebenso.
 
Zuletzt bearbeitet:

Banchou

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Wie gesagt: Bier ist bei uns auch nur als Gensussmittel zugelassen, nicht als Rauschmittel. Der Einsatz von Alkohol als letzterem ist offiziell Missbrauch, öffentliche Folgen davon geächtet. Und gäbe es den genussvollen Konsum in Maßen nicht, wäre das Zeug vermutlich längs verboten wollen. Aber ich niemanden, der Cannabis in praktisch wirkungslosen Mini-Mengen konsumiert.
Hm, genau hier liegt kein Unterschied vor bin ich der Meinung.
Bier, Alkohol kann man in wie vielen verschiedenen Prozenten kaufen? Von hart bis weich? Geht bei Gras ja auch wie von dir mit angemerkten "mini-Mengen".
Beides hat in %-Mengen einen Berauschenden Faktor.

Das mit dem Missbrauch verstehe ich jetzt ehrlich gesagt anscheinend nicht richtig und deren öffentliche Folgen?
Könntest du das bitte genauer beschreiben?
Ich verstehe das so: Vollrausch zu Hause alles Ok. Vollrausch öffentlich und du wirst aufgegabelt könnte Ärger mit der Polizei geben, je nachdem wie man sich im Rausch verhält.
Und gäbe es den genussvollen Konsum in Maßen nicht, wäre das Zeug vermutlich längs verboten wollen.
Ich sehe bei Bier und Gras keinen Unterschied weil es immer auf die konsumierende Person ankommt wie du ja sagst, als genussvoll beschreibst.
Verboten in Bier-Land bestimmt nicht, aber stärker reglementiert. Siehe damals als der begriff "Komasaufen" aufkam.
Beim letzten Satz fehlt irgendwas ? Aber ich.... ?

Jein. Ich meine, dass das die Coverstory ist: "Ja lieber Wachtelmeister, ich habe gestern ganz legal *zeigt Konsumausweis* meinen Monatsvorrat gekauft, seitdem leider den Kassenbon verloren, und jetzt halt einem Freund, der auch einen Konsumausweis hat, 4-5 Joints abgegeben. Kein Problem oder?" => Tatsächlich kein Illegalität für den Beamten nachweisbar. Der sieht nur "2 kg Gras", "hat Konsumausweis" und "Abgabe an Konsumberechtigten". Wenn der "Freund" bei der Gelegenheit noch "eine alte Schuld zurückzahlt", sieht der Beamte zusätzlich noch eine legalen Geldübergang.
Das vor seinen Augen in wirklich illegales Gras verdealt wird, von dem derjenige, der die Coverstory erzählt, jeden Tag zwei neue kg unter die Leute bringt, ist schlichtweg nicht zweifelsfrei nachweisbar, weil auf dem Stoff selbst nicht drauf steht, wann, wo und wem er stammt.
Guter Punkt. Dann wird der private Weiterverkauf oder die Ausrede "Mitbringen" gestrichen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich.
Als Beispiel könnte ich aus der Apotheke auch nicht einfach die Verschreibungspflichtigen Pillen für meine Oma mitbringen. Es sein denn Oma oder der kiffende Kumpel bestätigt dies gegen Vollmacht und Unterschrift was sich ja mit Kopie von Ausweis + Konsumführerschein + Videoüberwachung des Shops und Unterschrift belegen, kontrollieren lässt.
Das liegt an einer ganzen Menge Dinge, bei denen man sich fragt, wieso die eigentlich sein müssen, ja. Aber ich plädiere privat dafür, erstmal am Beispiel "Nikotin und Jugendschutz" zu beweisen, dass man die für ein funktionierendes Kontrollsystem nötigen Änderungen drauf hat, ehe man einen weiteren Posten schafft, für den man ein solches System dringend brauchen würde, nur um dann festzustellen, dass man es aus besagter Vielfalt an Gründen nicht hinbekommt.
Das hat schon ein paar Gründe warum es nicht Klappt. Ich zähl mal meine auf die mir spontan einfallen.
-Hey "großer", biste mal so nett und kaufst uns Kippen mit deinem Ausweis
-Dem Verkäufer ist es egal oder er prüft nicht den Ausweis
-Dann die illegalen Verkäufer speziell im Umkreis von Schulen, wie früher bei uns. Jeden Tag steht er da aber keine Polizei?
-Diebstahl wäre noch ein Punkt da die Kippen in manchen Läden offen rumliegen, Aldi oder Lidl hab ich da in Erinnerung.
Bitte ergänz das mal um deine Sicht der Dinge oder gründe die dir da so vorschweben.

Das würde nur den Aufwand steigern, aber nicht das Grundproblem lösen: Die Kennzeichnung für "korrekt gehandelt" muss und kann nur nachträglich nach Prüfung auf korrekte Handlung vergeben werden. Denn über legal oder illegal entscheidet ja nicht der Ursprung des Saatguts, sondern die gesamte Handhabungskette des Produktes
Hier müsste der Staat als verantwortungsbewusster Schirmherr eintreten und das Saatgut dann auf die lizensierten Shops verteilen.
Der Staat kauft beim legal-Seriösen Händler in einem Land das diesen Prozess schon durchgangen ist, Kanada jetzt mal als Beispiel oder Bundesstaaten in den USA. Auch Stichwort: Handhabungskette. Da kann man sich bestimmt ne menge abgucken.

Illegalen Import wird es immer geben bzw. Ziel und Problem ist, dass aus dieser Quelle nichts in Umlauf gelangen darf. Bislang ist das für die Polizei eigentlich ziemlich einfach, weil GAR NICHTS in Umlauf gelangen darf und somit jeder Fund ein 100%ig eindeutiges Indiz für kriminelle Aktivitäten ist. Aber trotz dieser paradiesichen Verhältnisse für Fahnder blüht der illegale Handel. Durch Einführung eines zusätzlichen legalen Handels ändert man an den Bedingungen für illegale Händler nichts, erschwert die Fahndung aber dramatisch.
Das soll jetzt keine Ausrede sein aber den gibt es schon lange über diverse Produkte, berauschend oder nicht.
Und ich lehne mich jetzt mal WEIT aus dem Fenster und behaupte das wenn genug Einnahmen in Staatlichen Taschen landet der prozentuale illegale Anteil keinen Interessiert.
Stichwort: Bedingungen einhergehend mit Kontrollen.
Blüht der illegale Handel = ineffektive Kontrollen.

Durch Einführung eines zusätzlichen legalen Handels ändert man an den Bedingungen für illegale Händler nichts, erschwert die Fahndung aber dramatisch.
Das leuchtet mir grad nicht ein warum sich nichts bei den illegalen ändert sich aber bei der Fahndung dramatisch etwas ändern sollte wenn alles vom Staat kommen muss da ja "GAR NICHTS" außer "Staatlicher" im Umlauf sein darf.

Danke nochmal über den regen Austausch mit dir :daumen:

Ich sehe grad über mir, demnächst New York :-D
 

ruyven_macaran

Trockeneisprofi (m/w)
Das mit dem Missbrauch verstehe ich jetzt ehrlich gesagt anscheinend nicht richtig und deren öffentliche Folgen?
Könntest du das bitte genauer beschreiben?
Ich verstehe das so: Vollrausch zu Hause alles Ok. Vollrausch öffentlich und du wirst aufgegabelt könnte Ärger mit der Polizei geben, je nachdem wie man sich im Rausch verhält.

Alkohol ist in Deutschland für den maßvollen Konsum akzeptiert. 1-2 Gläser Wein zum Essen, 1-2 Bier am Abend - nichts, dessen Wirkung außerhalb des Autofahrens von Bedeutung wäre. Alles, was darüber hinaus geht, wird gemeinhin als Missbrauch wahrgenommen und ist NICHT Teil der Gründe, aus denen Alkohol legal ist, sondern im Gegenteil kann man für eine ganze Reihe der typischen Folgen sogar belangt werden, wenn sie sich außerhalb der eigenen vier Wände erstrecken. Und selbst über Alkoholmissbrauch innerhalb der eigenen vier Wände gibt es z.B. wegen gesundheitlicher Folgen Diskussionen. Alkohol ist also mitnichten als allgemein unproblematisch anerkannt, sondern es gibt AUCH eine Form des unproblematischen Konsums in geringen Mengen und nur die ist Grundlage für die Legalisierung.

So und jetzt vergleiche das mit Marihuana: Wer konsumiert das in Mengen, die keine Wirkung zeigen? Ich kenne niemanen. Wäre auch reichlich sinnlos, denn während es einen ganzen Haufen von Alkoholika gibt, die man wegen dem Geschmack trinken kann, geht es bei THC-haltigem Hanf gegenüber THC-armen Hanf halt nur um das Rauschmittel. Und der Rausch ist schon bei Ethanol unerwünscht, wird rechtlich nur geduldet, weil eine saubere Trennung von gewünschten nicht-berauschenden Konsum unmöglich ist. Eine Substanz, bei der nicht-berauschender Konsum überhaupt nicht exisitert, steht also automatisch auf der "ohne Entschuldigung zum Abschuss freigegeben"-Liste.

Beim letzten Satz fehlt irgendwas ? Aber ich.... ?

"Aber ich ... kenne ... niemanden, der in wirkungslosen Mini-Mengen konsumiert." (...die man gemäß der Grundüberlegung bei Ethanol legalisieren könnte/müsste)

Guter Punkt. Dann wird der private Weiterverkauf oder die Ausrede "Mitbringen" gestrichen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich.
Als Beispiel könnte ich aus der Apotheke auch nicht einfach die Verschreibungspflichtigen Pillen für meine Oma mitbringen. Es sein denn Oma oder der kiffende Kumpel bestätigt dies gegen Vollmacht und Unterschrift was sich ja mit Kopie von Ausweis + Konsumführerschein + Videoüberwachung des Shops und Unterschrift belegen, kontrollieren lässt.

Das wäre dann aber keine freie Verfügbarkeit, sondern genau das, was wir bereits jetzt haben: Kann verschrieben werden, ohne Rezept gibts nichts.

Bedeutet übrigens auch, dass du einen Joint nicht teilen dürftest/darfst und Cookies jeder für sich alleine machen und essen muss. Alles andere wäre im juristischen Sinne eine Weitergabe und wenn diese die einzige nachvollziehbare Grenzen zwischem legaler und illegaler Handhabung darstellt, müsste sie jedesmal von rechtswegen als Drogendealerei verfolgt werden. Ich sehe hier eher eine Verschärfung der Zustände für Konsumenten gegenüber heute.

Bitte ergänz das mal um deine Sicht der Dinge oder gründe die dir da so vorschweben.

Die Liste zu verlängern würde uns nur noch weiter vom Thema "Sicherheitskräfte" und deren Arbeit wegführen ;) .
Fakt ist: Wir haben bereits Substanzen, die in Deutschland prinzipiell legal sind, aber nur kontrolliert abgegeben werden dürfen und die trotzdem reihenweise in den Händen von denjenigen landen, die sie nie erhalten sollten und die auch in großem Maße illegal gehandelt werden. Ehe wir die Liste derartiger Substanzen um eine weitere verlängern, sollte man meiner Meinung nach Lösungen für die bereits bestehenden Lücken in der Strafverfolgung finden. Denn die Ordnungskräfte haben es bei einer Substanz mit weitaus stärkerer Wirkung/kleineren Dosen, die sich nun einmal besser verstecken lässt und länger haltenden Rationen gehandelt wird, aus den genannten Gründen zwangsläufig schwieriger. Und wenn ich mir angucke, wie viele 18-jährige zumindest vor 10-20 Jahren schon Probleme hatten, mit dem Rauchen aufzuhören, dann ist bei einer Legalisierung von Cannabis einen erheblichen Konsum bei unter 16-jährigen erwarten. Und während das Zeug von Erwachsenen durchaus ohne größere negative Folgen genutzt wird, sieht es bei exzessiven Konsum von Heranwachsenden schon ganz anders aus.

Hier müsste der Staat als verantwortungsbewusster Schirmherr eintreten und das Saatgut dann auf die lizensierten Shops verteilen.

Also alles wie heute? Bzw. eigentlich noch schärfer, denn der Staat muss zusätzlich sicherstellen, dass dieses Saatgut niemandem anderen verkauft wird, es also auch noch selbst produzieren. Und ab da gillt dann: Keinerlei freie Handhabung, jede Kleinstmenge muss unter Hochsicherheitsbedingungen gehandhabt und permanent überwacht werden. Das Endprodukt ist dann so teuer, dass der Schwarzmarkt mit konventionellem illegalen Gras genauso weiter blühen würde, wie heute. Also wäre legales Gras nur ein weiterer Zugang zu Rauschmitteln, hätte aber keine kriminalitätssenkende Wirkung.

Genau das wäre/ist doch aber der eine objektive respektive für die Restbevölkerung überzeugende Grund für eine Legalisierung: Weniger Kriminalität, weil niemand mehr Dealer braucht. Wird das nicht errecht, bleibt nur "mehr Rausch" und damit sind wir wieder beim Alkohol: "Rausch" gilt für die Gesellschaft aus diversen, durchaus nicht schlechten, Gründen, als nicht erstrebens-, sondern eher verhindernswert. Dafür wird also niemand legalisieren.

Das soll jetzt keine Ausrede sein aber den gibt es schon lange über diverse Produkte, berauschend oder nicht.
Und ich lehne mich jetzt mal WEIT aus dem Fenster und behaupte das wenn genug Einnahmen in Staatlichen Taschen landet der prozentuale illegale Anteil keinen Interessiert.
Stichwort: Bedingungen einhergehend mit Kontrollen.
Blüht der illegale Handel = ineffektive Kontrollen.

Das stimmt meiner Meinung nach hinten und vorne nicht. Nicht weil die Verantwortlichen sowas wie Anstand hätten, sondern einfach aus der Tatsache heraus, dass der deutsche Staat nahezu jedes Kontrollsystem so aufbaut, dass er am Ende des Tages nur draufzahlt. Und der Drogenhandel ist hier noch das extremste Beispiel denn bei den kleinen Fischen, die ab und zu mal geschnappt werden, ist sowieso kaum etwas zu holen. Legalisierungen, die die Arbeit der Strafverfolger nur noch umständlicher machen, würden dieses Problem weiter verschärfen.

Das leuchtet mir grad nicht ein warum sich nichts bei den illegalen ändert sich aber bei der Fahndung dramatisch etwas ändern sollte wenn alles vom Staat kommen muss da ja "GAR NICHTS" außer "Staatlicher" im Umlauf sein darf.

Bislang braucht die Polizei jeden Verdächtigen nur durchsuchen. Hat er Gras dabei, ist er kriminell. Es gibt zwar Bagatellgrenzen, unter denen sich die Gerichte dann wegen Nichtigkeit nicht drum kümmern, aber für die Sicherheitskräfte ist das die denkbar einfachste Lösung, die eine Verfolgung einfach und in vielen Fällen überhaupt erst möglich macht. Das geht sogar noch weiter: Riecht es nach Gras, war jemand kriminelles aktiv. Gibt jemand jemand anderem Gras, findet ein illegaler Handel statt. Hat jemand Gras im Auto, führt er illegale Transporte durch. Usw. Usw.. Man kann nicht nur einfachste Verdachte leicht erhärten, sondern auch leicht einen begründeten Verdacht entwickeln. In dem Moment, in dem es auch legales Gras gibt, ist "hier riechts nach Gras" oder "der handhabt Gras" aber nicht einmal mehr ausreichend Anlass für eine Personenkontrolle. "Ach, ihr Drogenhund bellt rum als hätte ich 50 kg Mariuhana im Kofferraum? [was ich auch habe] Da kann ich doch nichts dafür, dass der wegen ein paar Krümeln von gestern Abend am Revers überreagiert, kommen sie mal wieder, wenn sie einen richterlichen Durchsuchungsbescheid haben."
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
So und jetzt vergleiche das mit Marihuana: Wer konsumiert das in Mengen, die keine Wirkung zeigen? Ich kenne niemanen.
So sehr ich deine Meinung sonst auch schätze, aber eine Argumentation, die geständigermaßen begrenzten Informationen ("Ich kenne niemanden ...") beruht, scheint mir wenig zündend zu sein.

Ich bin nur wirklich nicht in ausgewiesenen Kiffer-Kreisen heimisch, kenne aber trotzdem Etliche, die sich mal mal 'nen Joint zur Entspannung "reinziehen" und danach nicht berauscht (Zur Definition komme ich noch ...) sind.
Hingegen kenne ich niemanden, der Alkohol ausschließlich wegen des individuellen Geschmacks der jeweiligen Spirituose konsumiert. Da soll schon eine skalierbare Wirkung eintreten, die Alkohol in seiner Eigenschaft als dosierbares Stoffwechselgift mit sich bringt.
Wessen Individualbeobachtung/-deutung ist nun triftiger?

Jetzt eine Zweiklassen-Definition eines Rauschzustands zu verfolgen, halte ich für wenig zweckdienlich. Die Abstufungen haben in beiden Fällen unscharfe Grenzen, und was bei Alkohol mit "Entspannung", "Wohlbefinden", "leichtem Schwips", "Dusel", "Trunkenheit" etc. gestaffelt und gewissermaßen euphemisiert wird, kann man 1:1 übertragen.

Wer Alkohol nicht gewöhnt ist, ist auch nach einem Gläschen Wein oder Bier erledigt, alle Anderen sind noch voll bei sich, so lange es nicht gerade um die Führung von Kraftfahrzeugen oder darum geht, nicht tendenziell mehr Mist zu labern als vorher oder endlich die Frau anzusprechen, auf die man schon seit Ewigkeiten ein Auge geworfen hat. Ebenso geht es der anderen Fraktion nach einem Joint, einem Tässchen Hanf-Tee oder Omas Althippie-Keksen. Die sollten sich nicht mehr ans Steuer setzen, befinden sich aber weder biochemisch noch psychisch in einem anderen Zustand als der Alkoholkonsument.

Sicherlich kann man das Kraut härten und damit den - dann theoretisch gesellschaftlich anerkannten - "kleinen Joint für dann und wann" zur Rauschwaffe adeln. Dass ist allerdings identisch dazu, als wenn der peinliche Onkel eben nicht seine zwei Gläschen Bier oder Wein trinkt, sondern sich noch vor dem Hauptgang zwei Gläschen Stroh 80 hinter die Binde kippt und dann nach im verschneiten Vorgarten tanzt und womöglich strafrechtlich relevantes Liedgut trällert.

Und ob besagter Onkel sich eine Flasche Braunen kauft, um diesen gesellschaftlich anerkannt und tendenziell ungefährlich im Laufe mehrerer Abende mit Freunden zu konsumieren, oder schon zur ersten Werbepause Luft an den Boden der Flasche kommt, weiß die Purzelei auch nicht, sollte sie ihn vorher - aus welchem Anlass auch immer - kontrolliert haben. Es ginge sie aber auch nichts an; allenfalls dürften sie einen freundlichen Hinweis mit auf den Weg geben, es doch bitte sachte anzugehen und vor allem das Auto stehen zu lassen.
Mit der Legalisierung von Marihuana würde das gleichgestellt. Es bestünde kein rechtlicher Anlass mehr für Kontrollen auf Besitz. Und ob jemand sich sein Päckchen an einem Abend reinzieht und danach den Mond anheult / mit seiner Tapete redet, oder es mit Freunden im Laufe mehrerer Abende gesittet konsumiert und dabei über Kunstrasen philosophiert / Marx und Engels rückwärts rezitiert, würde keinen Unterschied machen.

Bereits jetzt kann Marihuana zu medizinischen Zwecken verschrieben werden. Die Absicht des Arztes ist es definitiv nicht, dass der Patient sich berauscht, sondern dass eine Linderung spezifischer Leiden eintritt. Übrigens die selben Leiden, für die anno dazumal der Herr Doktor die "Einnahme" bestimmter Mengen Branntwein empfahl, womit sich der Kreis mehr oder weniger schließt.

Kurz:
Alkohol ist ein Rauschmittel, dass aus historisch-kulturellen Gründen hierzulande als Genussmittel anerkannt ist und auch als solches funktioniert, so lange man den Konsum in Grenzen hält.
Marihuana ist ein Rauschmittel, dass (unter anderem von dir) mangels historisch-kultureller Gründe hierzulande nicht als als Genussmittel anerkannt ist, jedoch ebenso als solches funktioniert, so lange man den Konsum in Grenzen hält.
Jetzt zu unterstellen, die Mehrheit würde mit den Hufen scharren, um sich endlich legal "so richtig fett rauchen" zu können, ist vergleichbar mit der Unterstellung, das Ende der Prohibition wäre nur begrüßt worden, weil die Leute sich endlich wieder ordentlich betrinken wollten. - Kann ja durchaus so gewesen sein, nur erschlösse sich dann immer noch kein Unterschied.
 

Mahoy

Volt-Modder(in)

ruyven_macaran

Trockeneisprofi (m/w)
So sehr ich deine Meinung sonst auch schätze, aber eine Argumentation, die geständigermaßen begrenzten Informationen ("Ich kenne niemanden ...") beruht, scheint mir wenig zündend zu sein.

Das hier ist ein Diskussionsforum und weiterreichendes Wissen ist willkommen.

Ich bin nur wirklich nicht in ausgewiesenen Kiffer-Kreisen heimisch, kenne aber trotzdem Etliche, die sich mal mal 'nen Joint zur Entspannung "reinziehen"...

Was offensichtlich eine psychische Wirkung ist. Und wenn die so sind wie die entsprechenden Gegenstücke, dann zeigen sie danach auch ein deutlich verändertes Verhalten.

Hingegen kenne ich niemanden, der Alkohol ausschließlich wegen des individuellen Geschmacks der jeweiligen Spirituose konsumiert. Da soll schon eine skalierbare Wirkung eintreten, die Alkohol in seiner Eigenschaft als dosierbares Stoffwechselgift mit sich bringt.

Du kennst niemanden, der einen (seiner Meinung nach) guten Wein zu schätzen weiß? Niemanden, der Cocktails wegen des Geschmacks trinkt? Keinen Whiskey-Liebhaber? Nicht einmal jemanden, der schon mal alkoholfreies Bier getrunken hat, nur um sich am Geschmack zu stören? Ausschließlich Leute, denen es bei ihren Getränken in erster Linie um die Umdrehungen geht? Und du hast auch noch nie von solchen Personen gehört/zweifelst ihre Existenz grundsätzlich an? Das überrascht mich jetzt doch, denn die sie sind wirklich weit verbreitet, wenn ich (an Stelle meiner subjektiven Perspektive) den Medien glauben darf.

Wessen Individualbeobachtung/-deutung ist nun triftiger?

Für das jeweilige Umfeld die jeweilige. Aber hier geht es nicht um spezifische Umfelder, sondern nur darum, was es allgemein gibt. Du und ich kennen nur Leute, die THC-haltige Substanzen wegen deres psychischen Effektes konsumieren. Zumindest ich kenne Leute, die alkoholatige Substanzen ungeachtet der Wirkung von Alkohol konsumieren und der Mehrheit der Deutschen scheint es ähnlich zu gehen, weswegen der Konsum von alkoholhaltigen Getränken akzeptiert ist, im Richtung Östereich gelegenen Ausland wohl sogar als Grundnahrungsmittel, während die Auswirkungen von Alkohol außerhalb gewisser Kreise verpönt sind. Das ist die Grundlage für die Legalisierung von Ethanol.

Wer Alkohol nicht gewöhnt ist, ist auch nach einem Gläschen Wein oder Bier erledigt

Nicht einmal stoffwechseltechnisch vorbelastete Asiaten sind nach einem Glas Bier auf vollen Magen "erledigt" und bei den meisten Leuten ist erst nach dem zweiten 0,2er Wein irgendwas zu beobachten.

Ebenso geht es der anderen Fraktion nach einem Joint, einem Tässchen Hanf-Tee oder Omas Althippie-Keksen. Die sollten sich nicht mehr ans Steuer setzen, befinden sich aber weder biochemisch noch psychisch in einem anderen Zustand als der Alkoholkonsument.

Mein Erfahrungsschatz ist nicht breit genug, um die Art der Beeinträchtigung einzugrenzen, aber selbst mir bekannte regelmäßige Konsumenten sind nach einem gestreckten Joint deutlich reaktionsträger, unkonzentrierter und leichter amüsiert. Bei Erstkonsumenten habe ich schon nach zwei Zügen Albernheit und Lach-Flashs gesehen. Aber ich will nicht über das Maß der Wirkung streiten, die lässt sich objektiv schwer vergleichen, zumal ich keinerlei Dosis-Angaben machen kann.
Die Frage ist: Hat irgend jemand Alkohol für Rauschzwecke legalisiert? Nein. Es gibt da sicherlich eine wunderbar lange Liste von Realitätsverweigerungen, aber selbst die unterstreichen das, was ich sage: Ethanol ist (außerhalb einiger Säuferkreisen und Jugendpartys) Deutschland nur als Nebenbestandteil in Getränken "zur Erfrischung", "Abrundung eines Essens", "Verdauungsförderung", etc. geduldet. Auch du hast bislang auf meine ausdrückliche Nachfrage aber kein Beispiel nennen können, in dem THC-haltiger Hanf wegen dem Geschmack oder irgend einem anderen, von psychoaktiven Wirkungen unabhängigen Grund konsumiert wird. Auch wenn ich selbst kein Problem mit etwas Spaß am Abend des Spaßes wegen sehe, bleibe ich daher bei meiner Aussage: Die Grundlage, auf die die deutschen Gesetze zum Alkohol offiziell aufbauen, bestehen bei Gras nicht.

Jetzt zu unterstellen, die Mehrheit würde mit den Hufen scharren, um sich endlich legal "so richtig fett rauchen" zu können, ist vergleichbar mit der Unterstellung, das Ende der Prohibition wäre nur begrüßt worden, weil die Leute sich endlich wieder ordentlich betrinken wollten. - Kann ja durchaus so gewesen sein, nur erschlösse sich dann immer noch kein Unterschied.

Und die Unterstellung dieser Unterstellung ist genau das: Eine Unterstellung.

(Meine) einzige Aussage zum Thema Konsummengen war, dass niedrigere Preise und leichtere Verfügbarkeit einen zusätzlichen Konsum und somit auch mehr übermäßige Nutzung nach sich ziehen würden. Von "Mehrheit" oder "nur mit den Füßen scharen" war nirgendwo die Rede. Und seitdem ging es nur noch um die Überlegung, was denn aus dem gesamtgesellschaftlichen Legaliesirungsgrund "Schwarzmarkt austrocknen" werden würde, wenn man legales Marihuana zu ähnlichen Preisen/weiteren Hindernissen wie heute verkaufen würde, um keinen zusätzlichen Konsumanreiz zu schaffen. Und das ist meine Aussage: Wenn es legal nicht viel billiger als heute würde, würde der Schwarzmarkt nicht ab- sondern tendentiell sogar zunehmen, weil er für Konsumenten weiterhin attraktiv bleibt und schlechter nachverfolgbar wäre.
Mal wieder was zur Polizei.


Ich verstehe das richtig, oder? Der Polizeianwärter kennt einen (in Zahlen: Einen) mehrfach (wegen eher kleiner Delikte) Vorbestraften und dieser Vorbestrafte kennt seinerseits Leute, die in Bandenkriminalität verwickelt waren. Deswegen ist der Polizeianwärter jetzt bis zu einer gerichtlichen Entscheidung (die in Berlin vermutlich nicht vor 2025 zu erwarten ist) arbeitslos.

Das ist für mich aber schon eine ganz besondere Form der Sippenhaft...
 

Banchou

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Alkohol ist in Deutschland für den maßvollen Konsum akzeptiert. 1-2 Gläser Wein zum Essen, 1-2 Bier am Abend - nichts, dessen Wirkung außerhalb des Autofahrens von Bedeutung wäre. Alles, was darüber hinaus geht, wird gemeinhin als Missbrauch wahrgenommen und ist NICHT Teil der Gründe, aus denen Alkohol legal ist, sondern im Gegenteil kann man für eine ganze Reihe der typischen Folgen sogar belangt werden, wenn sie sich außerhalb der eigenen vier Wände erstrecken. Und selbst über Alkoholmissbrauch innerhalb der eigenen vier Wände gibt es z.B. wegen gesundheitlicher Folgen Diskussionen. Alkohol ist also mitnichten als allgemein unproblematisch anerkannt, sondern es gibt AUCH eine Form des unproblematischen Konsums in geringen Mengen und nur die ist Grundlage für die Legalisierung.


Den Maßvollem Konsum kann es doch auch bei Gras geben.
Wie stark ist das Gras?
Wie viel dreht man in den Joint?
Und Bier ist hier noch das unterste Ende der Fahnenstange gegenüber dem höchstprozentigem Stoff was im freien Verkauf ist.
Natürlich ist im maßvollem Konsum jeder hier selbst verantwortlich, nur wer sagt, wo fängt der an und wo hört er auf. Thema Missbrauch ist oder sollte ja erst dann ein Thema werden wenn eine, leider von dir kein Beispiel genannt, Straftat oder Gefährdung anderer oder einem selber vorliegt, oder?

Ich weiß grad nicht welchen Pegel die Krankenkassen für gut oder nicht gut heißen aber ist man nicht auch ein leichter Alki wenn man Täglich konsumiert?

So und jetzt vergleiche das mit Marihuana: Wer konsumiert das in Mengen, die keine Wirkung zeigen? Ich kenne niemanen. Wäre auch reichlich sinnlos, denn während es einen ganzen Haufen von Alkoholika gibt, die man wegen dem Geschmack trinken kann, geht es bei THC-haltigem Hanf gegenüber THC-armen Hanf halt nur um das Rauschmittel. Und der Rausch ist schon bei Ethanol unerwünscht, wird rechtlich nur geduldet, weil eine saubere Trennung von gewünschten nicht-berauschenden Konsum unmöglich ist. Eine Substanz, bei der nicht-berauschender Konsum überhaupt nicht exisitert, steht also automatisch auf der "ohne Entschuldigung zum Abschuss freigegeben"-Liste.

Das kommt auch auf die Wirkung der Menge und die Person an.
Ich trinke 2 Bier und merke nen leichten bis mittleren unterschied, früher dauerte das länger waren aber mehr wie 2 Bier.
Das ginge bei Gras doch auch?
Was den Geschmack betrifft könnte man ja Natura beigeben in diversen Gerüchen, leichten Geschmäckern.

Die "Abschuss-Liste" könnte man ja in ,Verdacht auf erweiterte Kontrolle, umbenennen, wie zb. dein Beispiel weiter unten mit dem Auto.
Riechts im Auto nach Suff wird der Fahrer bestimmt auch gefragt und überprüft beim kleinstem verdacht Pusten
Der Rest im Auto stellt ja kein Risiko dar auch wenn die nen juten Pegel erreicht haben sollten.
Vielleicht beim Gras sollte es dagegen erstmal für beide Seiten offen sein das mitführen von Gras trotzdem als kleine Kontrolle durchgeführt wird, auch weil wir ja den legalen Weg einhalten wollen, über die Shops/ einzige Ausgabe gibt und zur stetigen Aufklärung natürlich im Umgang solcher Stoffe. Da würde ich kein Problem sehen. Weiß nicht wie die Gesellschaft das sieht, ist klar.


Das wäre dann aber keine freie Verfügbarkeit, sondern genau das, was wir bereits jetzt haben: Kann verschrieben werden, ohne Rezept gibts nichts.
Sorry da hab ich mich unverständlich ausgedrückt. Das Thema Rezept bleibt bei den Apotheken und war nicht auf die Shops bezogen sondern auf deine eigene "Kartei" im Shop und deine Karte/ Ausweis.
Wenn jemand es gesundheitlich braucht könnte das Rezept aber bleiben in der Apotheke und nur den Anerkannten medizinischen Weg verfolgen. Das pure Rauschmittel sollte in allen schwächen und stärken den Shops vorbehalten sein.
Freie Verfügbarkeit in deinem Shop bei dir umme Ecke , ...würde auf dem Werbebanner stehen.

Bedeutet übrigens auch, dass du einen Joint nicht teilen dürftest/darfst und Cookies jeder für sich alleine machen und essen muss. Alles andere wäre im juristischen Sinne eine Weitergabe und wenn diese die einzige nachvollziehbare Grenzen zwischem legaler und illegaler Handhabung darstellt, müsste sie jedesmal von rechtswegen als Drogendealerei verfolgt werden. Ich sehe hier eher eine Verschärfung der Zustände für Konsumenten gegenüber heute.
Sehr guter Punkt. Schwierig
Theorie: Der Drogendeal ist doch ein Austausch von Ware gegen Bares oder?
Wäre das ein Problem das sich jeder selber zu versorgen hat oder ne Runde ausgibt weil es ja nur der Konsum an sich ist, sprich du hast nur das bei dir in fertiger Form eines Joints und keinen 50 kg Beutel.

Wir müssten erstmal die Menge hier Justieren, du denkst mir da entschieden ne Nummer zu groß ^^
Kleine mengen je nach verbrauch. 1-5 gram im Monat? Hab keine Testgruppe wo ich mal rumfragen könnte was bei gesundem, verantwortungsvollem Genuss üblich ist.


Ehe wir die Liste derartiger Substanzen um eine weitere verlängern, sollte man meiner Meinung nach Lösungen für die bereits bestehenden Lücken in der Strafverfolgung finden.
Auch guter Punkt. Hast du eine oder mehrere Theorien wie man das verbessern könnte?
Schwerpunkt wären hier die Grenzkontrollen. Ich weiß natürlich nicht wie hoch die illegale Innerdeutsche
Produktion im Verhältnis zum "Import" steht. Aber gab ja letztens erst den Bericht mit der großen Drogenküche.

Also alles wie heute? Bzw. eigentlich noch schärfer, denn der Staat muss zusätzlich sicherstellen, dass dieses Saatgut niemandem anderen verkauft wird, es also auch noch selbst produzieren. Und ab da gillt dann: Keinerlei freie Handhabung, jede Kleinstmenge muss unter Hochsicherheitsbedingungen gehandhabt und permanent überwacht werden. Das Endprodukt ist dann so teuer, dass der Schwarzmarkt mit konventionellem illegalen Gras genauso weiter blühen würde, wie heute. Also wäre legales Gras nur ein weiterer Zugang zu Rauschmitteln, hätte aber keine kriminalitätssenkende Wirkung.

Da müsste man dann erstmal den Teufelskreis komplett ausgefüllt schließen oder gucken wie lange der Rattenschwanz geworden ist und das natürlich alles gegenrechnen.
Theorie: Staaten die gute Langzeiterfahrungen gemacht haben bekommen erstmal ein Monopol für Vertrieb an interessierte Staaten, lieber da kaufen wer sich auskennt.

Genau das wäre/ist doch aber der eine objektive respektive für die Restbevölkerung überzeugende Grund für eine Legalisierung: Weniger Kriminalität, weil niemand mehr Dealer braucht. Wird das nicht errecht, bleibt nur "mehr Rausch" und damit sind wir wieder beim Alkohol: "Rausch" gilt für die Gesellschaft aus diversen, durchaus nicht schlechten, Gründen, als nicht erstrebens-, sondern eher verhindernswert. Dafür wird also niemand legalisieren.

Das mit der Kriminalität zeigen dann natürlich erst Langzeitstudien und der sofortige aber vor allem sinnvolle Einsatz von Kontrollen.

Hm, ich weiß nicht ob wir bei Gesellschaft davon ausgehen ob diese Gesellschaft gerade direkt gegenüber des Konsumenten sitzt oder mal "was gehört" hat aber nicht erstrebenswert ist klar, sollte hier aber nicht der Punkt sein.
Viele andere Sachen, jetzt kein Rausch, sind doch verpönt und jetzt mal ehrlich, wen kümmert es hinter wem diese Gesellschaft hinter einem bei vorgehaltener Hand redet, es sei denn das man nicht Erwachsen genug ist und man sich bei denen im direktem Umfeld, ich sag mal entblößt? Positiv oder Negativ natürlich.

Das stimmt meiner Meinung nach hinten und vorne nicht. Nicht weil die Verantwortlichen sowas wie Anstand hätten, sondern einfach aus der Tatsache heraus, dass der deutsche Staat nahezu jedes Kontrollsystem so aufbaut, dass er am Ende des Tages nur draufzahlt. Und der Drogenhandel ist hier noch das extremste Beispiel denn bei den kleinen Fischen, die ab und zu mal geschnappt werden, ist sowieso kaum etwas zu holen. Legalisierungen, die die Arbeit der Strafverfolger nur noch umständlicher machen, würden dieses Problem weiter verschärfen.

Kenne den Aufbau deines genannten Systems nicht da kein Beispiel, aber ja, wenn die Rechnung mit dem Gewinn des Staates nicht passt ist hier natürlich Handlungsbedarf! Auch ein Stichwort Quersubvention. Wer weiß, wer wie wo was mit welchem gegengerechnet wird im Detail. Da gibt es bestimmt noch andere (sehr düstere) Baustellen aber anderer Teufelskreis.

Wie gesagt alles Theorie.

"Ach, ihr Drogenhund bellt rum als hätte ich 50 kg Mariuhana im Kofferraum? [was ich auch habe] Da kann ich doch nichts dafür, dass der wegen ein paar Krümeln von gestern Abend am Revers überreagiert, kommen sie mal wieder, wenn sie einen richterlichen Durchsuchungsbescheid haben."



Danke für den schmunzler den ich gerade bildlich vor Augen hatte :D
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Was offensichtlich eine psychische Wirkung ist. Und wenn die so sind wie die entsprechenden Gegenstücke, dann zeigen sie danach auch ein deutlich verändertes Verhalten.
Ich erkenne immer noch keinen Unterschied zu Spirituosen ...

Du kennst niemanden, der einen (seiner Meinung nach) guten Wein zu schätzen weiß? Niemanden, der Cocktails wegen des Geschmacks trinkt? Keinen Whiskey-Liebhaber? Nicht einmal jemanden, der schon mal alkoholfreies Bier getrunken hat, nur um sich am Geschmack zu stören? Ausschließlich Leute, denen es bei ihren Getränken in erster Linie um die Umdrehungen geht?
Ausschließlichkeiten kenne ich gar nicht. Ich kenne aber umgekehrt niemanden, der sich mit der Absicht ein rollt, komplett den Verstand zu verlieren. Das ist in meinem Bekanntenkreis ebenso fremd wie bei dir hoffentlich die Kampftrinkerszene.

Ebenso kenne ich aber auch nur sehr Wenige, die trotz identischem Geschmacks alkoholfreie Varianten vorziehen. Wenn, steht dahinter eher der ganz pragmatische Gedanke, noch zum Führen eines Fahrzeugs befähigt zu sein, ohne deswegen ein Glas Saft bestellen zu müssen, wenn die Kumpel Bier trinken. Setze als weitere mögliche Gründe medizinische Befindlichkeiten, Wechselwirkungen, Schwangerschaft etc. ein.

Man sollte hier die kausale Abfolge nicht aus dem Auge verlieren: Alkoholfreie Varianten kamen auf, *weil* Alkohol gesellschaftlich anerkannt ist und man eine Alternative vermarkten kann, die zur Teilhabe an der Geselligkeit unter Umgehung der stofflichen Wirkung ermöglichst. Deiner Argumentation folgend hätte es das gar nicht geben dürfen, weil maßvoller Konsum ja den selben Zweck vollauf erfüllen würde.
Das ist aber nicht der Fall. Alkohol wirkt ab dem ersten Schluck intoxierend. Den Joint, der ab dem ersten Zug wirkt, habe ich hingegen noch nicht gesehen. Ich bin sicher, es gibt ihn, aber der ist von der Genussrealität der meisten Konsumenten so weit entfernt wie unverdünnter Absinth von einer Weinverkostung.

Meine These: Sollte Cannabis jemals eine zum Alkohol äquivalente Alltags-/Volksdroge werden, wird es darauf basierende Genussmittel geben, welche die Aromen wiedergeben, jedoch (nahezu) komplett frei von "wirksamen" Bestandteilen sind. Selbst heute gibt es schon Tees und Gebäck, die das Ganze mehr im Namen als in der Rezeptur tragen und eine Option für jene bieten, die selbst die kleinste Anfangswirkung vermeiden möchten, ohne deswegen von der Teilhabe ausgeschlossen zu sein.
Meine Erfahrung: Exzessive Konsumenten trinken oder rauchen, bis sie nicht mehr können, nicht mehr haben oder sie durch die Umstände gebremst werden. Alle Anderen genießen maßvoll. Da hält auch der Joint den ganzen Abend oder wird herumgereicht und damit auf mehrere Konsumenten verteilt. Die Leute sind gelöster und - je nach Typ - wahlweise müder oder rezeptiver, also ebenso wie bei alkoholischen Getränken.

Meine Feten-Zeit ist ja nun schon ein Weilchen vorbei, aber ich bin mehr als einmal spät auf eine Party gekommen, auf der es nach Gras und Alkohol roch und ich ums Verrecken nicht hätte sagen können, was genau wen in welchen Zustand gebracht hat. Aber da befand sich eben auch niemand im Vollrausch.

Den Rest erledigt die Statistik: In Deutschland hat sich noch niemand totgekifft, totgesoffen hingegen schon viele. Ein so krassen Gegensatz lässt sich allein mit unterschiedlicher Verbreitung nicht erklären, irgend einer der angenommenen "Kampfkiffer" hätte es schon längst übertreiben müssen.
Derweil sind sich Mediziner einig, dass Cannabis keine Veränderung der Hirnstruktur bewirkt, Alkohol hingegen durchaus. Sprich, auch wer in Maßen trinkt, unterliegt einer physischen Veränderung.
Weiterhin entziehen sich die so oft herbei zitierten Psychosen durch Cannabis-Konsum jeglicher statistisch relevanten Dokumentation - auch dort, wo der Konsum schon lange legalisiert wird. Ganz im Gegenteil, dort bestätigen etliche Studien einen Rückgang (!) rauschbedingter Straftaten und Unfälle. Auch schädliche Nebeneffekte wie Vernachlässigung Schutzbefohlener, Arbeitsunfähigkeit etc. sind dort nicht feststellbar.

Kurz: (Erst recht) Wo Alkohol geduldet und auf verantwortungsvollen Konsum durch den Einzelnen gesetzt wird, sollte rational auch Cannabis kein Problem darstellen.
 
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