Putsch in der Türkei

  • Ersteller Ersteller Rotkaeppchen
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AW: Putsch in der Türkei

Du kannst von mir aus weiter Vergleiche mit Hitler ziehen, ich ziehe Vergleiche mit Saudi Arabien. Mit denen machen wir guten Handel, wir halten gegenseitig Verträge ein und wir respektieren einander. Ich sehe nicht, warum es mit der Türkei anders sein sollte. Oder wo stellt die Türkei, die auf der Weltbühne ohnehin kaum eine Bedeutung hat, für die EU eine Bedrohung dar? Mit der NATO-Mitgliedschaft ist ohnehin an dem Punkt Essig, sobald die Türkei nicht mehr die Kriterien erfüllt, um Mitglied zu sein. Das ist ja ganz einfach reglementiert: keine Demokratie mehr -> keine Mitgliedschaft mehr.

Nach Putsch warnt Kerry Turkei vor Verlust der Nato-Mitgliedschaft
 
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Die Saudis zahlen viel Geld. Die Türkei kriegt viel Geld.
Wer zahlen muss, kann Forderungen stellen.
Die Saudis hingehen wollen nur unsere Militärtechnik und das sind ja wieder Arbeitsplätze und Wirtschaft und bla bla und so. Weißt du ja.
 
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Wie genau ein Nato Ausschluss funktioniert finde ich gerade nicht, müsste sich wohl mühsam durch die Statuten wühlen. Wird wohl aber nicht passieren weil das die NATO elementar schwächt. Nach den USA stellt die Türkei die zweit meisten aktiven Soldaten und sie hat das mächtigste Militär in ganz Europa (mal Russland nicht als Europa gerechnet). Türkei war bisher immer ein wichtiger Brückenkopf Richtung Naher Osten und Asien und abgesehn von dem ägyptischen Militär und Israel haben wir da keine halbwegs verlässlichen Partner.
 
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Natürlich geht uns das nicht an. Es ging ja auch Frankreich nichts an, als Hitler Deutschland umgekrempelt hat... Ach Moment, die Hitler Vergleiche sollte ich ja sein lassen.

Natürlich dürfen die Türken in ihrem Land machen was sie wollen. Aber wir sollten den Anstand haben, uns von dieser Entwicklung zu distanzieren und und Erdogan nicht auch noch beim Aufbau einer Diktatur zu unterstützen.

Ich persönlich empfinde es als absolut widerlich, dass wir mit einer Person wie Erdogan verbündet sind. Man muss die Türkei ja nicht gleich aus der Nato schmeißen, aber zumindest sollten unsere (obersten) Politiker offen sagen, dass die Entwicklung in der Türkei nicht mit unseren Werten vereinbar ist, und Erdogan durch undurchsichtige Geschichten wie das Flüchtlingsabkommen nicht auch noch Geld zuschieben.

Sehr gut. Dem stimme ich absolut zu. Genau das empfinde ich ebenfalls. Wir sind in einem Verteidigungsbündnis, verbündet mit einer über alle Maßen aggressiven Person oder besser einem extrem aggressiven machthungrigen Staatsmann der offensichtlich eine Diktatur aufbaut (diese sind mit Repressalien und Unterdrückung der eigenen Bevölkerung einhergehend) verbündet? Da kommt mir Brechreiz.
 
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Eben gesehen, dass heute dem gescheiterten Attentat (um nicht zu sagen "Putschversuch") an Hitler gedacht wird mit Zeremonie etc.
Schon fast ironisch, wie gut Hitler-Vergleiche hier einfach passen. Bleibt nur zu hoffen, dass man in Zukunft nicht zwei ähnlichen Ereignissen fast zeitgleich gedenken wird...
 
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Du kannst von mir aus weiter Vergleiche mit Hitler ziehen, ich ziehe Vergleiche mit Saudi Arabien.

Da gibt es einen ganz großen Unterschied: Saudi-Arabien ist keine Demokratie und nicht unser Verbündeter, die Türkei ist das schon. Wir sind nicht die Weltpolizei und müssen die ganze Welt "demokratisieren", wie die Amis sich das eine ganze Zeit lang vorgestellt haben. Aber wir sollten doch zumindest unsere engsten Bündnispartner im Blick behalten und wenn es garnicht anders geht, das Bündnis aufkündigen.

Was wir betreiben ist Appeasement. Wir finden zwar nicht toll, was Erdogan da abzieht, aber solange es uns nicht direkt betrifft winkt unsere Regierung das einfach durch, denn Zugang zur Türkei ist für uns einfach praktisch, sei es zur Bekämpfung des IS oder wasauchimmer.

Meiner Meinung nach ist es einfach ein Unding, dass wir das entstehen eines faschistischen Staates aus einer mit uns verbündeten Demokratie nicht auf schärfste Verurteilen.
Der tatsächliche "Putsch" geht hier nämlich von Erdogan aus, denn er verschafft sich ohne eine Verfassungsänderung (für die ihm im Parlament die Mehrheit fehlt) immer mehr Macht. Und Saudi-Arabien zeigt auch keine faschistischen Tendenzen.

Merkmale eines neofaschistischen Staates (nach Wikipedia):
Ethnizismus schrieb:
Rechtsextremisten betonen bei allen sonstigen Unterschieden eine naturgegebene Zugehörigkeit von Menschengruppen zu einem als Ethnie (Abstammungseinheit) oder Rasse verstandenen Volk oder einer Nation. Die Menschen seien durch biologische Abstammung sowie kulturell so stark vorgeprägt, dass kein friedliches, gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Zusammenleben verschiedener Ethnien in einem Staat möglich sei.

Einziger Punkt, der meiner Meinung nach in Erdogans Türkei nicht besonders ausgeprägt ist.

Ungleichheit der Menschen schrieb:
Rechtsextremisten begründen einen minderen Wert und Rechtsstatus bestimmter Individuen und Gruppen durch ethnische, kulturelle, geistige und biologische Unterschiede.[11] Daraus folgen zwangsläufig Freund-Feind-Haltungen und Intoleranz gegenüber Menschen anderer Herkunft und Prägung.

Erdogans Feindseligkeit gegenüber den Kurden passt da genau drunter.


Antipluralismus schrieb:
Rechtsextremisten sehen keine Möglichkeit einer friedlichen Koexistenz unterschiedlicher Interessen und Ansichten in einem Staat. Die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten werden als schädlich für die Gemeinschaft angesehen. Die Ursache von gesellschaftlichen Konflikten wird in der Ungleichheit der Menschen gesehen. Deswegen sollen pluralistische politische Institutionen durch autoritäre ersetzt werden. Der Rechtsstaat wird als eine die Volksgemeinschaft „zersetzende“ Institution angesehen und seine Grundlagen, wie der Parlamentarismus, eine demokratische Opposition und die Gewährung von gleichen Grundrechten, delegitimiert und/oder bekämpft.
Da muss man nach dem ignorieren von Gerichtsurteilen und massenhaften Verhaftungen von Richtern / Professoren wohl nichts mehr zu sagen.


Autoritarismus schrieb:
Rechtsextremisten wollen den Nationalstaat durch eine autoritär geführte Volksgemeinschaft ersetzen.[13] Charakteristisch ist ein autoritäres, auf hierarchische und zentralistische Strukturen unter Führung nationaler „Eliten“ ausgerichtetes Politikverständnis. Es wird ein identischer Volkswille behauptet, sodass „Freiheit“ bedeutet, sich diesem unterzuordnen. Individuelle Selbstbestimmung und Chancengleichheit werden zu Gunsten von sozialem Einheitszwang bekämpft.

Auch hierzu muss wohl nichts mehr gesagt werden.

Ich denke man sieht, dass ein Vergleich zwischen Türkei und Saudi-Arabien nur bedingt sinnvoll ist. Natürlich sind beides streng autoritär geführte Nationen, aber a) reicht dieses eine Merkmal nicht, damit ein Staat als faschistisch eingestuft wird, und b) muss man nicht (nur) den Ist-Zustand betrachten, sondern die Entwicklung. Und während die Lage in Saudi-Arabien sich kaum verändert, so steuert die Türkei klar auf den Faschismus zu.

Die Frage ist ja erst mal -- kann man die Türkei aus der Nato werfen?

Die NATO-Verträge haben dazu keinerlei rechtliche Grundlage - der Nordatlantikvertrag ist allgemein sehr kurz gehalten. Letztendlich würde das wie bei der G8/G7 ablaufen müssen, wo die anderen Mitglieder einfach beschließen, dass die Türkei kein Mitglied mehr ist.
 
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Da gibt es einen ganz großen Unterschied: Saudi-Arabien ist keine Demokratie und nicht unser Verbündeter, die Türkei ist das schon. Wir sind nicht die Weltpolizei und müssen die ganze Welt "demokratisieren", wie die Amis sich das eine ganze Zeit lang vorgestellt haben. Aber wir sollten doch zumindest unsere engsten Bündnispartner im Blick behalten und wenn es garnicht anders geht, das Bündnis aufkündigen.

Was wir betreiben ist Appeasement. Wir finden zwar nicht toll, was Erdogan da abzieht, aber solange es uns nicht direkt betrifft winkt unsere Regierung das einfach durch, denn Zugang zur Türkei ist für uns einfach praktisch, sei es zur Bekämpfung des IS oder wasauchimmer.

Meiner Meinung nach ist es einfach ein Unding, dass wir das entstehen eines faschistischen Staates aus einer mit uns verbündeten Demokratie nicht auf schärfste Verurteilen.
Der tatsächliche "Putsch" geht hier nämlich von Erdogan aus, denn er verschafft sich ohne eine Verfassungsänderung (für die ihm im Parlament die Mehrheit fehlt) immer mehr Macht. Und Saudi-Arabien zeigt auch keine faschistischen Tendenzen.

Die USA wollten nie die Welt demokratisieren, das war immer nur eine Ausflucht. Im Irak, in Afghanistan und auch sonstwo waren die Soldaten wegen anderer Interessen dort eingesetzt worden.
Würde die Türkei faschistisch werden, käme ich die nächste Zeit wohl nicht nach Istanbul, obwohl die Stadt großartig ist, und Urlaub spielt sich auch nicht mehr.
Aber wie du sagst, die Türkei liegt zu praktisch, sie wird nicht aus der NATO rausgeschmissen.
Solange sie einen Nutzen hat, wird man sich mit Erdogan arrangieren, hat man mit Ghaddafi und Mubarak auch lange Zeit gemacht.
 
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In der Türkei wurde jetzt auch ein Ausreiseverbot für Universitätsmitarbeiter und Angestellte im öffentlichen Dienst verhängt. Insgesamt also für über 3 Mio Menschen.
Scheint so, als will Erdogan damit verhindern, das die Leute, die noch bei Verstand sind und ahnen wohin sich die Lage entwickelt aus der Türkei ausreisen. So wie es 1935 viele Schriftsteller usw. in Deutschland getan haben.
 
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Natürlich können wir die Türkei aus der NATO werfen, im kalten Krieg
war das wichtig, aber jetzt ist die Nato Grenze zu Russlands Machtgebiet weit im Osten und
nicht mehr in Mitteldeutschland.
 
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Hmm ja, warum nur fühlt man sich da so frapierend an die Reichtagsbrandverordnung und den vorrangegangenen Reichtagsbrand erinnert, bei dem was Erdogan veranstaltet, ja warum nur...


1933, Deutsches Reich -> Hitler kommt durch Wahlen an die Macht -> Februar 1933, Reichtagsbrand, der angeblich von den Nazis verhassten Kommunisten begangen wurde -> Verfolgung der angeblich beteiligten Kommunisten, massenhafte Verhaftungen -> in Kraft treten der Reichtagsbrandverfassung, welche den Notstand nach Artikel 48 in Kraft gesetzt hat und somit sämtliche Bürgerrechte, die freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit, Versammlungsrecht, das Fernsprech und Briefgeheimnis, usw. außer Kraft gesetzt hat -> schrittweise Ausweitung der Verfolgung aller politischen Feinde Hitlers in den Folgejahren -> Abänderung der Gesetze bis hin zum diktatorischen Umfang -> Abänderung der Gesetze zur dauerhaften Legitimation der Notstandsgesetze ab 1941, was faktisch alle Handlungen des NS-Regimes (Einschränkung / Abschaffung der Bürgerrechte, ect.) vor dem deutschen Gesetz legitimierte...

2002, Türkei-> Erdogan kommmt durch Wahlen an die Macht -> 2016, ein Putsch gegen die regierende AKP und Erdogan der zimlich dilettantisch anmutete und angeblich von Erdogan und der AKP verhassten Gülen-Bewegung durchgeführt worden sein soll -> Verfolgung angeblicher Putschisten und Gülen-Anhänger, zehntausende Verhaftungen, Entlassungen -> Erdogan ruft für vorerst 3 Monate den Notstand aus, sämtliche Brügerrechte, freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit, Versammlungsrecht, usw. sind damit faktisch außer Kraft gesetzt -> HEUTE...

Was in der Türkei noch kommen könnte -> Ausweitung der Verfolgung aller politischen Feinde Erdogans? -> Abänderung der Verfassung hin zum Präsidialsystem auf Lebenszeit (faktische Diktatur durch Einparteinherrschaft, wie bei der NSDAP / Hitler, oder SED in der DDR)? -> dauerhafte Legitimation der Notstandsgesetze?...

Wen man mal ehrlich ist ist es doch erschreckend wie es sich bis dato frapierend zu den Vorgängen der Machtausweitung im Deutschen Reich unter Hitler gleicht...
 
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Es gibt doch keinen Beweis, dass die Nazis den Reichstag angezündet haben.
Warum auch? Extremisten rufen immer extreme Gegenreaktionen hervor, Hitler bzw Erdogan mussten nur abwarten
bis ihre Gegner aus letzter Kraft zuschlagen.
Warum also die Gefahr vor dem eigenen Volk als Lügner dazustehen?
Wär es kein Putsch gewesen hätte man den nächsten Anschlag als Grund genommen.
 
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Das Volk hatte doch zuletzt während des Putsches wieder die Wahl. Und es hat sich brav gemäß Erdogans Wünschen draußen versammelt, die Putschisten bekämpft und anschließend teilweise gelyncht. Die Türken kriegen jetzt genau das, was sie wollen. Deswegen sollten wir ihnen unsere Glückwünsche aussprechen und wieder zur Tagesordnung übergehen (zumindest solange sie keinen Völkermord begehen oder andere Länder überfallen).

"Die Demokratie setzt die Vernunft im Volk voraus, die sie erst hervorbringen soll." Karl Theodor Jaspers

Seht es ein, die Türken haben diese Vernunft nicht.
 
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Die sind einfach seiner Propaganda ausgeliefert. Youtube und Twitter hat er sperren lassen und kritische Zeitungen geschlossen oder von getreuen übernommen.
Woher soll sich das Volk noch seine eigene Meinung bilden. Da wird dann eben den 40% Anhängern von AKP und anderen Islamistischen Parteien gefolgt und Erdogan zugejubelt.
Braucht man nur noch zu warten, bis er nach dem "Totalen Krieg" fragt.

Alles noch viel schlimmer, als es die letzten Karikaturen darstellen konnten: Song: Erdowie, Erdowo, Erdogan | extra 3 | NDR - YouTube
Sieht man mal wie schnell die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen werden und Erdogan seinen Faschistischen Staat schafft.
Da kann man live bei zusehen, und sich vorstellen, wie es hier vor 80 Jahren ablief.
 
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Die sind einfach seiner Propaganda ausgeliefert. Youtube und Twitter hat er sperren lassen und kritische Zeitungen geschlossen oder von getreuen übernommen.
Woher soll sich das Volk noch seine eigene Meinung bilden. Da wird dann eben den 40% Anhängern von AKP und anderen Islamistischen Parteien gefolgt und Erdogan zugejubelt.
Braucht man nur noch zu warten, bis er nach dem "Totalen Krieg" fragt.

Alles noch viel schlimmer, als es die letzten Karikaturen darstellen konnten: Song: Erdowie, Erdowo, Erdogan | extra 3 | NDR - YouTube
Sieht man mal wie schnell die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen werden und Erdogan seinen Faschistischen Staat schafft.
Da kann man live bei zusehen, und sich vorstellen, wie es hier vor 80 Jahren ablief.

Das Internet kann man aktuell nicht komplett zensieren, geht nicht. Man kann einige Domains und ihre IPs sperren > dann nehmen die Leute VPN und Proxy-Ketten. Man kann auch diese sperren, aber dann gehen die Leute teils ins Darknet über, operieren nur mit Verschlüsselung und die kriegt man nicht. So lange das Netz aktiv ist, werden die Leute ohne Probleme an alle nötigen Informationen rankommen, an die sie ran wollen.
Es gab Fälle wo schon das Internet abgeschaltet wurde, landesweit - allerdings kann ich micht aktuell net genau erinnern wann und wo - das war auf jeden Fall zu der Prüfungszeit von Schülern, wo sie diese Prüfungen gerade schreiben.
Nur so kann man das Land kontrollieren - aber man fügt sich in der Zeit auch massiven wirtschaftlichen Schaden zu wenn man das Netz für die Bevölkerung abstellt für ne längere Zeit als paar Stunden.
Was lernen wir daraus? Die Leute wollen nichts wissen, denen gefällt das so. Das ist auch Demokratie - hier hat sich die Bevölkerung entschieden.
 
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Ich glaube nicht, dass die Türken unmündige Bürger sind, die sich keine eigene Meinung bilden können. Erdogan hat die letzten Jahre immer wieder sein hässliches Gesicht gezeigt. Wären die Bürger vernünftig, so wie es eine Demokratie braucht und voraussetzt, hätten sie ihn nicht wieder gewählt. Keinem Demokraten würde einfallen, einen Politiker zu wählen, der der Opposition offen mit Vergeltung droht und kackdreißt ganze Unterhaltungs- und Kommunikationsmedien sperren lässt. Aber in der Türkei sind vernünftige Leute, Demokraten, eben eine Minderheit. Die Mehrheit will Erdogan. Sie hat ihn gewählt, wohlwissend, wie er drauf ist. Und nun bekommen sie das, was sie gewählt haben, und zwar in seiner höchsten Form. Ich bleibe dabei.

Ich finde das natürlich auch beunruhigend, aber man kann andere Länder nicht zwingen, Demokratie zu machen. Und man sollte die Kirche im Dorf lassen: Der Typ ist nicht schlimmer als Putin und im Vergleich mit der Stärke Russlands ist das Bedrohungspotenzial der Türkei lächerlich klein.
 
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Aber Putin ist kein Islamist und Leute religiös aufzuwiegeln hat sein ganz eigenes Bedrohungspotential.
 
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