Sorry, aber das geht schon fast in Richtung "selbst Schuld, wenn sie einen kurzen Rock trägt".
Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann nützt es für dieses Kind nichts mehr, dass man danach ein Schild mit "Vorsicht Brunnen!" aufstellt. Es hilft auch keinen Kindern, die trotzdem meinen, am Brunnen spielen zu müssen. Du kannst dir dann überlegen, wie du damit umgehst.
Auf dein Beispiel bezogen, und ich will beim besten Willen da nichts relativieren, muss man einfach erkennen, dass manche Teile des männlichen Geschlechtes so getrieben sind, dass es dir rein gar nichts hilft, zu sagen, dass es ja nicht sein kann, dass ein zu "kurzer Rock" das Problem ist. Es ist nicht DAS Problem, aber es ist im Fall der Fälle ein Teil des Problems.
Und während ich das so schreibe, habe ich schon Angst vor der Reaktion, dabei will ich nur sagen, dass zivilisatorische Errungenschaften des Geistes sich nicht immer mit den animalischen Trieben im Menschen zu 100 % vereinbaren lassen und auch nie zu 100 % vereinbart werden können. Wenn man das im Hinterkopf behält, was nützt es einem nachträglich, wenn man das Recht hatte sich zu kleiden wie man will, wenn es bei einem eher tierisch gesteuerten Mann genau den Impuls auslöst, der für einen selber so viel Leid bedeutet?
Diese "der Rock war zu kurz" Argumentation ist an der Stelle ja nur eine Umschreibung für einen bestimmten Umstand.
Wir Kerle sind in unserem Inneren nämlich auf die oder andere Weise auch nach Jahrtausenden der geistigen Evolution beim Thema Impulskontrolle bei Sexualität nur hauchdünn von Tieren entfernt. Man kann uns so schön einfach mit sexualisierten Motiven triggern. Und ich unterstelle das jedem von uns. Wäre dem nicht so, die Werbung mit sexualisierten Bildern würden nicht so gehen, im Internet gäbe es bei Weitem nicht so viel P0rn - und überhaupt hätten wir vermutlich eine eher matriarchalisch geprägte Gesellschaft.
An der Stelle schließe ich den Bogen zu
Die Plattformen schreiben auch i.d.R. Altersbestimmungen in ihre AGB, deren Umsetzung kümmert aber weder die Plattformbetreiber, noch die Eltern.
denn es hilft nicht sich ein Regelwerk aufzuerlegen und dann, wenn es zum Schlimmsten gekommen ist, sich damit herauszureden und alleinige Schuld bei einem Täter zu suchen, der ja schließlich gegen die Regeln verstieß.
Ich bin z.B. seit langem der Meinung, dass die (a)sozialen Medien mehr Problem denn eine Lösung darstellen, weil sie Dinge ermöglichen, die sehr unschöne Ergebnisse hervorbringen, sich aber bei der Verantwortung auf die Position zurückziehen, dass man für die Inhalte ja nicht verantwortlich sei. So wie auch Eltern z.B. die Verantwortung auf Lehrer schieben, wenn die Kinder mangels Unterstützung durch die Eltern in der Schule gesellschaftlich als auch inhaltlich versagen.
Wenn es nach mir ginge, ich würde diesen ganzen Web 2.0 Schmodder noch sehr viel stärker sanktionieren, wenn man den Abgründen des menschlichen Wesens nicht endlich seitens der Anbieter nicht deutlich mehr Paroli bietet. Und im Zweifel, wenn man sich wie bei X weigert, den Laden komplett verbieten.