Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

  • Ersteller Ersteller -ElCritico-
  • Erstellt am Erstellt am
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Klar muss da was passieren, aber die Lösung ist es garantiert nicht das Bürgergeld zu senken :ugly:

Ich denke da sind wir uns einig dass das populistischer Blödsinn ist um am rechte Rand zu fischen.
Das ist einfach nur Wahlkampfgeblubber.

Das Problem sind doch nicht die 20€ bzw. 850 mio€ Einsparung.

Die sollten erstmal versuchen die Abgabelast (brutto/netto) zu senken.
Der Kampf gegen die kalte Progression muss viel mehr forciert werden, wenn das gelingt wird auch der Abstand von Bürgergeldempfänger zum unterem Mittelstand wieder größer und das Meckern wird weniger.
 
Wer ist denn tatsächlich nicht bedürftig?
Das ist eine ebenso populstische Fragestellung, die impliziert, dass alle, die jetzt Bürgergeld empfangen, keine Alternative zum Bürgergeld hätten.
Dass sie es unter den jetzigen Möglichkeiten empfangen, heisst ja nicht, dass wenn man die Weicheneinstellungen verändert, sie es weiterhin benötigen.
Bleiben wir mal bei dem Fallbeispiel der Alleinerziehenden Mami, die "nur" Verkäuferin gelernt hat und aus welchen Gründen auch immer, den Beruf nicht mehr ausüben kann.
exemplarische Maßnahmen:
Vergünstigter Wohnraum, kostenlose Kindereinrichtungen, Umschulung auf einen Homeoffice-Arbeitsplatz, evtl. Schuldenerlass.

Wenn jemand seine 45 Jahre durcharbeiten kann und auch eine Steuerquelle darstellt, sind solche Maßnahmen unterm Strich ungleich günstiger, als würde man jetzt weiterhin die nächsten 45 Jahre Bürgergeld zahlen.

Es kommt immer auf den Einzelfall an, pauschal kann man deine Frage gar nicht beantworten.
 
Du hattest den Begriff zuerst verwendet. Deswegen hatte ich nachgefragt. ;)
Ich hab ein die Zukunft projeziert davon geredet, dass nach Umsetzung von Maßnhamen ein Rest übrig bleibt, die tatsächlich keine Alternative zum Bürgergeld haben und diese sind für mich die tatsächlich Bedürftigen.
Wer das genau ist, kann ich kaum vorhersehen.
Aber die Fördermaßnahmen von Jobcenter sind gestrichen.
Tja, hake ich mal unter falschen Anreiz ab.

Beispiel bei uns:
Hatten einen motivierten Assistenten, der elektronische Geräte wartete.
Motoradunfall, ab Hüfte abwärts gelähmt.
50 km zw. Heimatort und Arbeitsplatz.
Umschulung wurde verweigert, Homeoffice aus Kostengründen ebenso verweigert = jetzt Bürgergeldempfänger.
Super Sache, einen Schlauli mit 34 Jahren aufs Abstellgleis zu schieben.

Er bekam übrigends vom JC u. a. folgende Jobangebote:
Gablestaplerfahrer, Frittenbudenmitarbeiter oder LKW Fahrer.
Als die AGs von seiner Behinderung mitbekamen, hat er natürlich keinen der Jobs bekommen.
Da läuft was grundsätzlich schief beim JC.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab ein die Zukunft projeziert davon geredet, dass nach Umsetzung von Maßnhamen ein Rest übrig bleibt, die tatsächlich keine Alternative zum Bürgergeld haben und diese sind für mich die tatsächlich Bedürftigen.
Wer das genau ist, kann ich kaum vorhersehen.
Wenn die Menschen langfristig auch in Arbeit bleiben könnte das funktionieren.
Aber erstmal müßte der Staat die ganzen Maßnahmen + Bürgergeld finanzieren.
Die Frage ist außerdem ob es genug Personal für die ganzen gezielten Maßnahmen gibt.
 
Statt volkswirtschaftlich einfach nur Geld ohne Mehrwert für den Staat zu verteilen,
wären höhere Mindestgehälter, flexiblere Arbeitszeiten (z. B. Alleinerziehende), geringere Steuern, kostenlose Kitaplätze und bessere Bildung die zukunftsträchtigeren Maßnahmen.
Das lässt sich alles so einfach sagen, allerdings müssen die Arbeitgeber da auch mitspielen und gerade in der Hinsicht wendet sich der Arbeitsalltag seit einer Weile wieder zum Schlechteren. Home Office wird bspw. wieder deutlich negativer gesehen, obwohl Studien hierzu kein einheitliches Bild vermitteln und diverse Studien sogar prognostizieren, dass Home Office leistungssteigernd wirken kann. Warum soll ein Arbeitgeber zudem auch eine Alleinerziehende einstellen? Die Alleinerziehende ist einfach unzuverlässig. Wenn ich als Arbeitgeber die Wahl habe, nehme ich doch einen besseren Arbeitnehmer.

Viele Arbeitgeber werden die von dir genannten Konditionen nur akzeptieren, wenn es sich um einen begehrten Job handelt, in denen Fachkräfte wichtig sind. Da ist's schon fragwürdig, ob eine Verkäuferin einfach so durch irgendwelche Weiterbildungsmaßnahmen wirklich auf solche Jobs ausgebildet werden kann und ob Arbeitgeber diese Art der Ausbildung als Alternative zur klassischen Ausbildung akzeptieren. Du musst dir nur schon ansehen, dass in vielen Jobs, für die eigentlich ein Mittlerer Schulabschluss ausreicht, Arbeitgeber vorzüglich Abiturienten nehmen.
Der Staat kann genau so viel ausgeben, wie er einnimmt.
Additive Schulden belasten künftige Generationen - scheidet also aus.
Wir können nicht noch auf mehr Pump zu Lasten der Zukunft leben.
Die Schuldenbremse ist der größte Fehler, den sich das Land seit Adolf geleistet hat. Wir sehen bereits an vielen Enden und Ecken, wie diverse Systeme kollabieren und in sich zusammenfallen, weil seit mehreren Jahrzehnten Investitionen ausgeblieben sind. Wir müssen gerade jetzt kräftig Schulden aufnehmen, damit der Kollaps diverser Systeme verhindert werden kann und wir in die Zukunft investieren können.
Bleiben wir mal bei dem Fallbeispiel der Alleinerziehenden Mami, die "nur" Verkäuferin gelernt hat und aus welchen Gründen auch immer, den Beruf nicht mehr ausüben kann.
exemplarische Maßnahmen:
Vergünstigter Wohnraum, kostenlose Kindereinrichtungen, Umschulung auf einen Homeoffice-Arbeitsplatz, evtl. Schuldenerlass.
Siehe oben. Wie stellst du dir im Übrigen Sachen wie Schuldenerlass vor? Für mich hört sich das so an, als ob das in einer ziemlich starken Diskriminierung enden könnte.
Tut der öffentliche Dienst übrigens auch. Also für Dich arbeiten.
Jein - einige Teile sicher ja, andere Teile allerdings nicht. Es gibt durchaus diverse schwarze Schafe im öffentlichen Dienst und auch diverse Jobs in den höheren Ebenen, die völlig nutzlos sind und nur geschaffen wurden, um dort irgendwelche ehemaligen Politiker abzulagern, um ihnen einen sanften Fall aus der Politik zu gewähren.
Ja, das Leben könnte so ganz ohne Müllabfuhr, Wasser-/Abwasserversorgung, allg. Infrastruktur, Schulen, Krankenhäuser, Feuerwehr usw. ganz schön stressig werden.
Gegen die von dir genannten wird sicherlich auch niemand etwas haben. Ich schätze, dass es eher um die öffentliche - und vor Allem Leistungs- - Verwaltung geht. Ich sehe beruflich immer wieder diverse Fälle von schwarzen Schafen bspw. in der Steuerverwaltung oder der Bauverwaltung. Einige Ämter haben sogar als Ganzes den Ruf weg, Ar***löcher zu sein.
 
Die Schuldenbremse ist der größte Fehler, den sich das Land seit Adolf geleistet hat. Wir sehen bereits an vielen Enden und Ecken, wie diverse Systeme kollabieren und in sich zusammenfallen, weil seit mehreren Jahrzehnten Investitionen ausgeblieben sind. Wir müssen gerade jetzt kräftig Schulden aufnehmen, damit der Kollaps diverser Systeme verhindert werden kann und wir in die Zukunft investieren können.
Nicht zwingend, aber du kannst halt nicht eine Schuldenbremese einführen, gleichzeitig die Steuern am oberen Ende drastisch reduzieren und so Einnahmeverluste von rund 140 Mrd. Euro pro Jahr plus generieren (u.a. Abschaffung Vermögenssteuer) und gleichzeitig dann aber noch immer weiter mit vollen Händen an anderen Töpfen Geld für Geschenke und Subventionen rausschmeißen.

Das Geld dafür muss halt irgendwo gezwungenermaßen eingenommen werden, oder eingespart, was man halt die letzten 20 Jahre mit der Fahrt auf Verschleiß versucht hat zu verschleiern.
Frei nach dem Lieblingsmotto deutscher Politik, soll sich doch die nächste Regierung um die Lösung der Probleme kümmern.

Dumm ist halt nur, irgendwann kommt halt dann doch mal garantiert der Punkt an dem sich nicht mehr die nächste Regierung darum kümmern kann, sondern dann muss die aktuelle handeln und die muss dann Lösungen für einen Scherbenhaufen finden der vor 10-20 Jahren noch deutlich kleiner gewesen wäre.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nicht zwingend, aber du kannst halt nicht eine Schuldenbremese einführen, gleichzeitig die Steuern am oberen Ende drastisch reduzieren und so Einnahmeverluste von rund 140 Mrd. Euro pro Jahr plus genrieren und gleichzeitig dann aber aber noch immer weiter mit vollen Händen an anderen Töpfen Geld für Geschenke und Subventionen rauswerfen.
Ich stimme dir zu, glaube persönlich aber, dass wir an einem Punkt angekommen sind, an dem Steuererhöhungen à la New Deal nicht reichen würden, um das notwendige Kapital für die notwendigen Investitionen beschaffen zu können, das für die Sanierung und Instandhaltung von Infrastruktur und Daseinsfürsorge benötigt wird.
 
Doch, das ist der einzige Weg. Schulden sind nur zeitlich verschobenen Steuern mit dem Nachteil, dass sogar Zins gezahlt werden muss.

Wir brauchen massive Steuererhöhungen für alle Wohlhabenden und einen massiven Eingriff in die Verteilung des Besitz. (also Vermögens- und Erbschaftssteuer)
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück