Nightslaver
PCGH-Community-Veteran(in)
Und genau dein "Eindruck" ist das Problem, weil er zeigt das man im Westen der BRD bis heute gar keine Ahnung von den Menschen und Gegebenheiten im Osten der BRD hat, aber meint man muss ihnen erzählen wie ein Hase anatomisch aufgebaut ist.Mein Eindruck ist allerdings auch ein bisschen, dass man mit der Wende im Osten nicht zu 100 % verstand, dass zu der Veränderung in der Politik und Wirtschaft eben auch eine persönliche Veränderung der Einstellung zum eigenen Wirken inkludiert war.
Die Menschen waren nach der Wende durchaus völlig bereit sich einzubringen und Dinge verändern zu wollen, sonst wäre man nicht Monate lang gegen jegliche staatliche Repression in der DDR auf die Straße gegangen, aber wenn halt danach direkt in weiten Teilen Personal aus der BRD im Osten "installiert" wird, mit Westbeziehungen und einem sozialisierten westdeutschen Weltbild, was wird dann wohl gemacht / realisiert und wer entscheidet dann wie?
Der welcher in Leipzig lebt und aus der DDR kommt, oder der, der aus Hessen, BRD, nach Leipizig zugezogen ist?
Ein westdeutsch sozialisierter und von dort Zugezogener wird nun einmal keine Entscheidung treffen wie sie vielleicht ein Ostdeutscher getroffen hätte, der hier aufgewachsen ist, sondern Entscheidungen treffen wie er sie von Daheim und denn dortigen westdeutschen Gegebenheiten gewohnt ist. Die DDR-Leipziger waren und sind aber keine BRD-Hessen, ein Ost-Berliner ist nun einmal kein West-Berliner und ein DDR-Sachse kein BRD-Bayer.
Und das setzt sich bis heute fort.
Es rücken auch über 30 Jahre später keine Ostdeutschen in viele Positionen nach, sondern durch die etablierten Conections rücken größtenteils auf Westdeutsche wieder Westdeutsche nach.
Auch über 30 Jahre nach der Wende spielen Ostdeutsche in entscheidenden Positionen, im Osten, keine nennenswerte Rolle.
Ich hatte es auf der letzten Seite ja verlinkt, aus September 2023:
Sie sind Konzernchefs, Richterinnen und Generäle, leiten Parteien, Behörden und Verlage: Wissenschaftler zählen einige Tausend Menschen zur Elite Deutschlands. Und die ist auch 33 Jahre nach der Wiedervereinigung überproportional westdeutsch. Das ist das Ergebnis des "Elitenmonitors", den der Ostbeauftragte des Bundes, Carsten Schneider, am Mittwoch gemeinsam mit Studienautoren vorstellte.
Studie zu Führungspositionen: Generationenwechsel an Ostdeutschen vorbei
In nahezu allen Bereichen gibt es kaum Ostdeutsche an der Spitze. Ein neuer "Elitenmonitor" des Bundes zeigt: Gelegenheiten, das zu ändern, hätte es genug gegeben. Nun brauche es viele kleine Schritte. Von Thomas Vorreyer.
Da kannst noch 10x aus Ignoranz den Ostdeutschen vorwerfen sie wären einfach nur zu "faul" in etwas ändern zu wollen, das bleibt aber trotzdem nichts weiter als blanker Hohn und erbärmlich, weil schlicht unwahr!
Gestalten und mitentscheiden kann man halt nur wenn man auch eine gewisse Macht und Einfluss hat, ansonsten wird man nur gestaltet und Ostdeutsche haben (nachweislich, sie Link) wenig Macht und Einfluss und entsprechend konnten sie die letzten 33 Jahre auch nur sehr begrenzt im Osten mitentscheiden und gestalten.
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