Rentner und (kronisch) Kranke fallen da eh raus, da gar nicht im Bürgergeldbezug.
Nein sorry, aber das ist schlicht nicht zwingend richtig.
Ich kenne selber ein paar kronisch Kranke und ü60er (wo das Jobcenter sie am liebsten in die Frührente verfrachten würde) die weiter im ALG2 Bezug bleiben, obwohl sie für den ersten Arbeitsmarkt eigentlich nicht mehr tauglich sind, aber so über ALG2 zumindest noch die Möglichkeit haben mit MAE-Maßnahmen ihr Bürgergeld etwas aufzustocken und täglich etwas aus den eigenen vier Wänden rauskommen / unter Menschen zu sein, was sie als Rentner und Empfänger von Sozialhilfe nicht mehr könnten.
Ich weiß solche albernen Kasper wie die FPD möchten immer gerne erzählen das man von Bürgergeld / Sozialgeld ja wie die Made im Speck leben könnte, aber dem ist halt schlicht nicht so, gerade wenn man gerne auch noch etwas selbstbestimmte soziale Teilhabe haben möchtest, macht sowas, wie das aufstocken per MAE-Maßnahme, doch noch einen Unterschied für diese Menschen, die einfach zusammengestrichen werden, sobald man sie in Rente / Sozialhilfe verfrachtet.
Wer im Bürgergeldbezug ist, muss sich auch helfen lassen wollen!
Möchtesat du uns jetzt wieder erzählen die Mehrzahl im Bürgergeldbezug das gar nicht wollen würde?
Ich bin mit jemanden von der Arge der Bürgeldkunden hat befreundet und wie gesagt da gibt es eine ganze Menge Graustufen.
Natürlich gibt es die, wie überall im Leben und der Gesellschaft.
Das rechtfertigt aber auch nicht die oft schon hetzerische Rhetorik gegen Bürgergeldempfänger, die von manchen Medien und Politikern an den Tag gelegt wird, oder das man alle Bürgergeldempfänger unter Generalverdacht stellt Schmarotzer zu sein und daher teils aufs äußerste gängelt.
Du solltest bei deinen "Graustufen" z.B. auch mal beachten das die Mechanismen und Prozesse im Jobcenter für manche Fälle gar nicht gedacht und ausgelegt sind und wurden.
Ein Beispiel wären da Menschen mit schwerwiegenden psychischen Erkankungen, die aber nicht in die Kategorie einer kronischen Erkrankung fallen. Bis solche Menschen evt. wieder fit genug sind auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten zu können, können sehr locker auch mal 5 bis 10 Jahre vergehen, je nach Krankheitsbild, wann die Erkrankung festgestellt wird, wann der Betroffene in der Verfassung ist sich seine Krankheit ggf. selbst anzuerkennen, Therapieplätze verfügbar sind (z.B. für Psychotherapie) und natürlich auch der Dauer einer Therapie.
Im Jobcenter sind solche Fälle aber eigentlich gar nicht in den Abläufen und Fallmöglichkeiten berücksichtigt und oft ist dieses daher sogar ehr noch hinderlich, als in irgend einer Form eine Hilfe, für die Betroffnenen.
Es gibt einen gewissen Prozentsatz der es sich "gemütlich" gemacht hat und anderweitig Geld dzu verdient und ein erträgliches Auskommen hat, aber das ist nun nicht die "Norm".
Eben, es ist nicht die Norm, sondern eine kleine Minderheit und die rechtfertigt sicher nicht das was aus reinen Populismus in einer Tour gegen Bürgergeldempfänger geschossen wird.
Statt sich also über die 24Mrd. Euro, im Bundeshaushalt für all die angeblich "fetten und faulen" Bürgergeldempfänger zu zerreißen sollte man sich vielleicht lieber mal über die 110Mrd. Euro Kosten Gedanken machen, die für Schneeballsystem von Rente jedes Jahr zugeschossen werden müssen und immer weiter ansteigen.