Also aktuell muss man Bauern noch einiges dafür bezahlen, damit sie mal einen cm² Acker der Natur überlassen. Und man hört auch regelmäßig, dass es mehr Pachtflächen nachgefragt werden, als verfügbar sind. Also irgendwie muss sich das auf dem derzeitigen Subventionsniveau dann wohl doch ganz ordentlich lohnen, wenn alle so scharf auf Landwirtschaft sind und es darf sehr bezweifelt werden, dass sich nach größeren Sanktionskürzungen (geschweige denn der ursprünglich mal geplanten und mittlerweile fast komplett kassierten Mini-Absenkung) gar keiner mehr findet.
Das problem ist, du siehst die zusammenhänge nicht.
Die preise für land gehen hoch, weil spekulanten mit am werk sind und die agrar-industrie (nicht die bauern oder landwirtschaftsbetriebe!) große mengen land kaufen.
Und warum wird immer mehr land seitens der bauern/landwirtschaftsbetriebe gekauft/gepachtet? Ein paar fiktive zahlen:
1000 ha am stück ab zu ernten mag jetzt erstmal effektiv sein, aber wenn du 2000 ha (wieder großes flur-stück) mit der selben anzahl maschienen (dann eine nummer größer) , mit 40% zeit- und 30-40% treibstoff-ersparnis abernten kannst ist das natürlich effektiver. Was denkst du, warum z.b. amerika sehr billig lebensmittel/futtermittel produzieren kann? Die haben riesige flächen und entsprechende maschienen um mit wenig men-power viel bearbeiten zu können. So groß und am stück wäre bei uns schon garnicht machbar.
Sicher: Rein zahlenmäßig würden viele kleine aufgeben. Weil viele kleine Höfe einfach unwirtschaftlich arbeiten und eine nur noch von Staatssubventionen am Leben erhaltener Anachronismus sind. Das kann man aus einer ganzen Menge von Gründen *** finden, aber welche Lobby geht noch einmal jedes einzelne Mal auf die Barrikaden, wenn die Landwirtschaftsvorschriften und Subventionen zu ungunsten von Agrarmassenproduktionsbetrieben geändert werden sollen? Exakt: Genau die gleichen, die jetzt den Verkehr lahmlegen, scheinbar noch genug Diesel (und Freizeit) haben um quer durch die ganze Republik zu treckern Politiker hängen sehen wollen.
Du solltest dich mal damit befassen was in der landwirtschaft alles vorgeschrieben wird. Ich weiß ja nicht wie es bei dir auf arbeit so ist, aber wenn du zum arbeitsbeginn einen dicken wälzer vor die füße geschmissen bekommst in dem genau jeder handgriff des tages beschrieben ist und du das auch genau so, unter strenger kontrolle und androhung von strafen, abarbeiten mußt (egal wie blödsinnig aus deiner sicht die anweisungen sind) denke ich schon, das du deinem chef den wälzer mit karacho um die ohren hauen, ihm auf den tisch sch...en und im gleichen atemzug deine kündigung verkünden wirst.
Zu den protesten:
Ich bin heut gut durch gekommen. Auf arbeit konnte ich leicht umfahren und zurück sind sie gerade weiter gezogen. Von daher ok.
Laut regio-nachrichten gabs rechte in dresden und erfurt (in dresden weitgehend ohne bauern), im gebirge gab es trotz fehlender genehmigungen blockaden die dann teils mittags aufgelöst wurden. In sachen rettungsdienste ist wohl alles ohne störungen verlaufen.
Nach meinem wissensstand soll es die woche noch einzelne aktionen geben und dann nächste woche montag alle zur kundgebung nach berlin. (ob sich die berliner jetzt wünschen, das die hauptstadt besser bonn geblieben wäre?

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