Ich habe da mehr Vertrauen in unsere Jugend.
Das hatte ich nicht einmal, als ich noch dazu zählte. Und ich kann nicht gerade sagen, dass sich mit nachfolgende Generationen als im Schnitt wesentlich heller darstellen.
Ich hatte es hier ja schon mal im Thread geschrieben: wenn Jugendliche schon mit 16 Jahren eine Ausbildung anfangen können, dann können sie auch wählen gehen.
Ich glaube, ich hatte damals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man für eine Ausbildungsentscheidung nur sein eigenes Lebensumfeld ein paar Jahre in die Zukunft planen muss. Und selbst daran scheitern sehr, sehr viele. Würde mich nicht wundern wenn es die deutlich Mehrheit ist, die sich nach der 10ten Klasse noch einmal für eine andere Laufbahn entscheidet (Abi machen => dann doch Lehre, für die man das gar nicht braucht. Lehre wechseln. Studiengang wechseln. Studium abbrechen. Lehre vergeigen und Influencer werden. Lehre abschließen, nach 1-2 Jahren entnervt einen anderen Job suchen. Im Studium tief in ein Hobby steigen und sich dann da einen Job suchen. Etc. Etc. Etc. Etc.)
Um die "richtigen" Politiker auf Bundesebene auszuwählen, muss ein mündiger Bürger aber für die halbe Welt zum Teil mehrere Jahrzehnte in die Zukunft denken. Und das in allen Themen, nicht nur in einem Steckenpferd. Daran scheitern Jugendliche zu 99,9% (mich selbst in dem Alter nicht ausgenommen, auch wenn ich mit meiner ersten Zweitstimmenentscheidung bis heute zu frieden bin)
Und um die Politiker auszusortieren, die sowie das blaue vom Himmel herunterlügen, sollte man zusätzlich die Versprechen von vor vier Jahren mit den seit getätigten Aktionen abgleichen können. Wer mit 16 kompetent wählen will, müsste also ab 12 aufmerksam die Bundespolitik verfolgen.
Wie Nightslaver schon schreibt: Man könnte verdammt froh sein, wenn auch nur 50% der 18-bis-unendlich-Jährigen diese Anforderungen ernst nehmen würden. Die Wählerschaft um eine Gruppe von Leuten zu erweitern, in der es >90% nicht machen dürfen, bringt niemandem weiter außer Populisten. Die stürzen sich bei jeder Wahl begierig auf leichtgläubige Erstwähler. Nach der Wahl wird dann rumgelidnert.
Strafmündig sind sie auch.
Letzteres bis 21 nur reduziert/mit getrenntem Strafmaßkatalog. Von daher wäre 21 ein naheliegendes Wahlalter. (Und am anderen Ende der Skala schlage ich einen Cap in dem Alter vor, in dem 50% der Angeklagten altersbedingt als nicht mehr verhandlungs- oder zurechnungsfähig ausfallen.)