Das ist so richtig wiedergegeben, aber ohne den entscheidenden Kontext. Zu den Überhangmandaten gab es bis jetzt auch immer Ausgleichsmandate für die anderen Fraktionen, diese fallen dann auch weg. Der Bundestag war immer genau ein Abbild der 2.Stimme, des Verhältniswahlrechts.
Das ist schlichtweg falsch. Der Bundestag war über 60 Jahre lang nur in Ausnahmefällen ein Abbild der 2. Stimme. Die dafür regelmäßig nötigen Ausgleichsmandate gab es gerade einmal bei den letzten drei Bundestagswahlen, davor hat die Union vor allem wegen der CSU praktisch immer mehr Sitze bekommen, als ihr gemäß der demokratischen Mehrheitsverhältnisse zustehen würden und konnte teilweise nur deswegen regieren, obwohl sie in der Wahl gar keine Mehrheit erhalten hatte. Und genau diese Zeiten will sich die CSU zurückklagen. Wohlwissend, dass eine explodierende Bundestagsgröße genausowenig tragbar ist und dass die einzige dritte Möglichkeit, eine längst überfällige Anpassung der Wahlkreise, mit Unterstützung der restlichen Union weiterhin blockiert werden wird.
Aber angesichts der politischen Inhalte von Wagenknecht wäre ich auch mal gespannt, woran man festmachen wollte, dass sie eine „glühende Kommunistin“ sei.
Aus dem Mund einiger Leute ist "Kommunistin" keine politische Beschreibung, dafür müsste man ja erstmal kapieren was Kommunismus überhaupt ist, sondern einfach eine generische Beleidigung, die im Gegensatz zu "Arschloch" nicht von den Forenregeln erfasst werden kann.
Ich finde allgemein, dass die Politik ein Personalproblem hat.
Ich auch. Und zwar im Wortsinne:
Es geht nur noch um Einzelpersonen. Inhalte stehen überhaupt nicht mehr zur Wahl, nur Gesichter. Würden einige davon nicht aussehen, wie sie aussehen, könnte man von einer Schönheitskonkurrenz sprechen, aber als Wähler eine politische Meinung in den Bundestag zu bekommen ist echt schwer geworden. Ich glaube, die Grünen hatten 2013 nochmal Inhalte vor Personal gestellt (leider war ein Teil dieser Inhalte der Veggie Day) und die Linke in den 0er Jahren vor Wagenknecht (inhaltlich auch Geschmacksfrage, aber wenigstens Inhalt). Bei der FDP kann ich mich seit Westerwelle nicht mehr daran erinnern und bei der SPD ging es schon in den 90ern zwar nicht 100% "für Schröder", aber der Rest war nur "Hauptsache nicht Kohl", was genausowenig ein politischer Inhalt war. Und bei der Union fällt mir gar kein inhaltszentrierter Wahlkampf ein (aber die vor Kohl kenne ich auch nicht).
Wie ist das eigentlich wenn ein Autodidakt, etwas erfindet oder entdeckt und er in keine Uni eingeschrieben ist und keine dementsprechende Qualifikation hat. Wird dann trotzdem, wenn er sich an wissenschaftliche Regeln gehalten hat, diese Entdeckung wissenschaftlich anerkannt? Kann er sich das vorher patentieren lassen?
Z.B. wenn jemand eine Theorie entwickelt oder so.
Erfindungen werden überhaupt nicht wissenschaftlich anerkannt, weil "erfinden" was anderes als "erforschen" ist. Patente kann aber jeder anmelden und dann muss er gucken, wie er Käufer/Lizenznehmer findet. Uni oder Abi spielt da weniger eine Rolle, aber Kontakte im entsprechenden Bereich dürften Gold wert sein.
In der Forschung wiederum wird alles anerkannt, was einen Wissensfortschritt darstellt. Allerdings gibt es nicht gerade viele Gebiete, in denen ein reiner Laie überhaupt neues erforschen kann, denn dafür muss man ja in der Regel das bereits bekannte wissen und das lernt man am besten an einer Uni. Wie schon geschrieben gibt es für die in den meisten Fällen auch alternative Zugangswege, sodass jemand, der es wirklich drauf hat, nicht selten trotzdem einen Abschluss haben wird.
Ganz ohne gibt es dann weniger das Problem der Anerkennung und mehr dass des Gehörtwerdens: Die großen Journals akzeptieren tatsächlich nicht Einsendungen von Jedermann und auch professionelle Forscher haben schlichtweg nicht die Zeit, jedem zuzuhören, der sich selbst für den größten Entdecker hält. Da gibt es einfach zu viele Spinner. Es gibt zwar immer wieder Versuche, "Citizen Science" zu etablieren, aber außerhalb biologischer Systematik und Ökologie (neue Arten/Verbreitungsgebiete bekannter) würden mir nur Paläontologie und Archäologie als Beispiele mit routinemäßigen Laien-Profi-Kontakt einfallen. Letztere beiden sind ja froh, wenn private Funde überhaupt gemeldet werden. Aber wenn mal wieder die kalte Fusion im Wasserglas verspricht, dann werden Teilchenphysiker vermutlich nicht mal die Augenbraue heben.