Was Streik angeht, sind die Gewerkschaften in Deutschland lammfromm, da fällt soetwas wie die GDL halt auf. Das hat auch nichts mit einer angeblichen politischen Auseinandersetzung zu tun. Das sind die üblichen Unterstellungen die kommen, wenn man einer Gewerkschaft, wie z.B. der FAU, nicht den Verfassungsschutz auf den Hals schicken kann.
Wie hat ein Eisenbahner auf Twitter sinngemäß geschrieben? Einerseits ist sein Beruf Systemrelevant, deswegen haben die Leute letztes Jahr auf dem Balkon geklatscht, andererseits soll der Beruf mit massiver Belastung für das Personal ohne entsprechende Kompensation gemacht werden.
Der klassische Widerspruch in der deutschen Ausbeuterei. Systemrelevante Berufe ausrufen, mies bezahlen, schlechte Arbeitszeiten einführen, sich dann wundern wenns niemand machen will und wenn sich die Arbeitnehmer wehren, dann so tun als hätte man mit all dem nichts zu tun.
Letztes Jahr wars die Pflege, dieses Jahr isses mal wieder die GDL. Und ja, die Gewerkschaften in Deutschland sind VIEL zu zahm. Unser gelobtes System zerreibt jede Menge Menschen in seinem Getriebe, nur damit es nicht ins Stocken gerät, aber solange du und ich das nicht sind isses uns mal wieder egal. Hätten die doch mal was vernünftiges gelernt, muss ja keiner Lokführer werden! Hauptsache ich krieg meinen Zug, das Ticket ist ja schon teuer genug...
Vllt isses einfach keine gute Idee die Bahn zur AG zu machen...
Das Streckennetz wird kleiner statt größer, die Probleme bleiben, der Gütertransport auf der Schiene stockt seit Jahren. Aber Hauptsache man kann Vorstände mit Boni belegen. Irgendwann kapiert man vllt, dass dieser Kurs nicht so weitergehen kann. Egal ob bei Bahn, Pflege, oder anderen Berufszweigen die dringend gebraucht, aber finanziell und in Sachen Work/Life Balance miserable Aussichten bieten.