AW: Kein Erdöl wie weiter?
Wenn es kein Erdöl mehr gäbe wie würde es weiter gehen?
Wie viele Menschen müssten sich Weltweit eine neue Arbeit suchen? 1/2 Million? 1Million? 5Millionen? Mehr?
Eher 2 Milliarden, ggf. 3.
Das Problem wären aber nicht die Produkte aus Erdöl. Nicht nur, dass es da für fast alles schon heute eine Alternative gibt. Entweder, in dem man auf biologische Ausgangsmaterialien zurückgreift oder in dem man schlichtweg wieder Metall oder Glas nimmt. Vor allem aber ist Anteil des Öls am Preis eines Kunststoffes im Vergleich zur Verarbeitung auch relativ klein. D.h. ehe Kunststoffe aus Öl unangenehm teu(r)er werden, vergehen Jahrzehnte - in denen man die Alternativen aus der Nische zur Optimallösung entwickeln kann.
Das ganz große Problem wäre Energie, für die westliche Welt primär mobile Energie (in einigen Regionen der Welt aber auch die Stromerzeugung). Wir haben keine mobile Energiequelle, die auch nur annähernd konkurrenzfähig zum Diesel/Benzin/Schwerölmotor/Kerosinturbine ist. Auf der Straße wird man einen Teil der Mobilität noch über Erdgas abwickeln können, aber schon die Luftfahrt müsste auf synthetische Treibstoffe ausweichen - und würde dadurch vielfach teurer werden. Ganz schwarz sehe ich aber für die moderne Seefahrt.
Ergebnis des zunehmenden Ölverknappung sind somit explodierende Kosten für großräumige Transporte - und das führt umgekehrt zum Zusammenbruch der globalisierten Wirtschaft, von der wir derzeit leben. Davon sind mittelfristig quasi alle Arbeitsplätze außerhalb der Primärproduktion betroffen. Gerade für Deutschland wird das auch nicht nur eine Umstrukturierung sein, sondern eine drastische Schrumpfung von Wirtschaftsleistung und Wohlstandsniveau.
Da du gerade Wasserstoff erwähnst, habe gehört es gibt ein Passagierflugzeug oder wird es geben, das beim start Kerosin braucht in der Luft aber Wasserstoff.
dieBrennstoffzelle.de - Wasserstoffflugzeug Cryoplane
Diese Pläne gibt es seit mindestens 1,5 Jahrzehnten (und davor gab es recht ähnliche mit Erdgas) und wie man unschwer an dem Bild erkennen kann (d.h. am Flugzeug von der Größe ~eines A380 und der Kapazität ~eines A330), stellen sie einen deutlichen Rückschritt gegenüber dem heutigen Flugverkehr dar.
Im Idealfall ziehen wir dann um 11:55 die Notbremse und stellen auf Alternativen um, was natürlich riesige Opfer abverlangen wird, natürlich weniger im Sinne von Menschenopfern,
sondern eher im Bezug auf Verzicht von, im heutigen Alltag noch vorhandenen, Luxusgütern.
Es ist 11:59, die Leute, die ein fünf-vor-zwölf-Umlenken forderten, wurden in den 80ern als Ökospinner abgetan und ein Zusammenbruch der Weltwirtschaft wird in Ländern mit schlechterem Sozialsystem sehr wohl menschliche Opfer kosten. Die Umstellung eines winzigen Teils des Ölverbrauchs westlicher Länder auf Biokraftstoffe fordert bereits heute Hungertote.
Ich muss gerade ein wenig schmunzeln, habe ich doch das Bild von einem Kollegen im Kopf welcher mir ständig sagt:
"Du Depp, wie kannst du nur E-Autos mögen? Ich werd mir sowas nie kaufen, hat ja keinen g'scheiten Motorsound..."
Gerade Autos sind, global betrachtet, die letzte Stelle, an der man was tun muss bzw. sollte. Zum einen bietet ein PKW mit die schlechtesten Vorraussetzungen, um eine andere Energiequelle ohne Leistungsverlust einzubauen (nur Flugzeuge sind noch schlechter geeignet - aber genau deswegen wird es da sowieso effektiver sein, den Treibstoff statt des Triebwerkes auszutauschen), zum anderen ist Individualverkehr ein Luxus, der bei generellem Energiemangel als einer der ersten aufgegeben werden muss.
Ja nee, is klar. Schonmal was von künstlicher Angebotsverknappung gehört? Oder warum wurden in diesem Jahr ganz "zufällig" zwei der größten Ölfunde der letzten 30 Jahre gemacht? Und einer davon ist quasi vor unserer Haustür in der Nordsee.
"Der größten" ist nicht sonderlich schwer, wenn man bedenkt, dass die meisten großen Ölfelder schon Mitte des letzten Jahrhunderts bekannt waren und es allgemein nicht viele wirklich große zu finden gibt. Davon abgesehen muss man unterscheiden zwischen "größtes Ölvorkommen gefunden" und "neues, großes Ölvorkommen" gefunden. Der Fund, mit dem z.B. Statoil kürzlich in den Medien war, war eine Verbindung zwischen zwei längst bekannten Ölfeldern. Das Ergebnis ist zwar die Entdeckung "eines" Ölfeldes, das eines der größten der letzten Jahrzehnte ist, aber ein Teil des Öls in diesem Vorkommen war schon längst bekannt und eingerechnet. Und selbst die höchsten Schätzungen zum Gesamtinhalt liegen im Bereich von einem Promill der als sicher geltenden Weltressourcen. Soviel zur Größenordnung und Bedeutung von "größten Funden" der letzten Jahrzehnte.
Ein Bekannter von mir arbeitet in der Ölexploration, und bei einer Sache könnt Ihr Euch ganz gepflegt sicher sein: Es gibt wesentlich mehr bekannte und auch sehr große Vorkommen, als von Firmenseite zugegeben wird. Denn wenn plötzlich der Weltvorrat über 50% größer angegeben würde, wären die jetzigen Preise nicht mehr zu rechtfertigen. Dieses Verhalten ist zwar eine totale Sauerei, aber auch sehr verständlich.
Die Vorkommen einiger Länder sind komplett Staatsgeheimnis. Das es vielerorts mehr gibt, als angeben, ist klar (und in den Hochrechnungen so gut wie möglich berücksichtigt), ändert aber nichts daran, dass es eine endliche Ressource ist.
Bei Galilieo gab es einen Beitarg in der Snedung Heute auf Pro7, angeblich will man etwas daran ändern das soviele Lebensmittel weggeworfen werden.
Solche Lippenbekenntnisse gibt es schon lange, aber sie ändern nichts an den Umsetzungsproblemen. Solange der deutsche Verbraucher erwartet, dass alles immer und überall in den Läden und bei sich zu Hause vorrätig ist, lässt sich Verschwendung nicht vermeiden. Viele Lebensmittel haben nunmal eine Haltbarkeit von <2-3 Wochen. Wenn die dann nur gekauft werden, solange sie noch mindestens eine Woche gut sind (genauer: So gut, dass man sie nicht nur essen kann, sondern dass der Durchschnittsdeutsche sie gerne essen möchte...), dann bleibt eben kaum noch Zeit für den Weg ins Regal und das anschließende bereitliegen darin.
Wer redet denn von den Hochbausiedlungen? mir ging es einzig um den Ruß, der in der Luft war, das war in China so und daher erinnerte mich das an die DDR.
Hab ich nie gesehen, aber meine Eltern erzählten es halt, also sie in den 80ern da waren (da war ich mit, aber ich war da 3 oder so

), war der Wagen nach einer Woche mit einer feinen Rußschicht bedeckt und der Vetter meines Vaters erklärte mir dann, dass die ganzen Fabriken keine Filteranlagen haben oder sonst was, da wurde der Ruß eben so rausgefeuert und legte sich überall hin, auf die Felder, Straßen, Autos, Häuser.
Da musst du nichtmal bis in die 80er zurück oder in die Industriegebiete. Die "Berliner Luft" hatte bis in die 90er hinein ihr ganz eigenes Aroma und die Gegend ihre entsprechende Färbung. Kohleheizung...