Die "bessere" Plattform konnte ich persönlich noch nicht nachvollziehen: Ich habe eine Grafik- und eine Sound-Karte. Da reichen die Lanes dicke, selbst für eine PhysX-GPU wäre noch Luft. Wer braucht als Spieler denn noch mehr? Klar, mein neues Board mit BD oder SBe soll USB 3.0 können, aber ansonsten kA was ich mit den ganzen Lanes soll *Schulter zuck* Lieber schneller und sparsamer in Form von Lynnfield + P55, also langsamer und stromhungriger in Form von 890FX + Deneb.
Tjo. Und mit dem Wunsch USB3, Sound, PhysX und GPU kannst du dann schon mal gezielt nach einem SB-Board ohne PCI suchen oder hoffen, dass der Boardhersteller einen Switch verbaut hat (von wegen "2-Chip-Lösung"...)
Denn von 8 Lanes der Southbridge gehen im Regelfall eine für LAN und eine eben für USB drauf. Will der Boardhersteller Abwärtskompatibilität via PCI bieten, ist die dritte weg. Zeitgemäße Ausstattung mit wenigstens 4 SATA3 Ports? Die vierte. eSATA? No.5 ist unterwegs. Da bleiben dreimal x1 für Soundkarte und PhysX. I.d.R. positioniert der Mainboardhersteller noch eine davon so, dass sie von Dual-Slot-Grakas verdeckt wird. Deine Pläne klappen nur noch, wenn dir x8 für die primäre Graka reichen.
Und selbst wenn man jetzt sagt "den ganzen Zusatzkram brauch ich nicht": Es ist z.T. gar nicht so leicht, ein Board mit Oberklasse-Stromversorgung und OC-Fähigkeiten zu finden, dass es nicht hat. Wenn dann noch irgend ein extra Wunsch dazu kommt, ist man de facto beim Maßgeschneiderten Board - das es in 90% der Fälle nicht gibt. (ich mit meinen Legacy-Bedürfnissen und Aufrüstwünschen kann quasi direkt einpacken)
Bei AMD dagegen entfällt die Lane für PCI und SATA3 gibts im Chipsatz mehr als genug - und dafür braucht man auch keinen 890FX, dafür reicht der billigste 870. Aller vorraussicht nach kommen mit den neuen Southbridges dieses Jahr sogar noch 2 Lanes extra dazu, was nach Abzug der Grundversorgung (USB3, LAN, PCI, ) dann 8 Lanes bei AMD gegenüber 5 Lanes (4, wenn man nur 2 SATA3 als nicht zeitgemäß ansieht) bei Intel ergibt. Imho ein ziemlich hartes Argument, wenn man auf Endkundenfang geht - bzw. in der Oberklasse: Ein Kostenfaktor.
Dual-LAN und eSATA mit ins Paket, zwei x1 aufs Board und die Intel-Plattform hat noch eine Lane übrig, AMD 4. Wer als Hersteller standesgemäß x8/x8/x4 verkaufen will, muss bei Intel nen Switch integrieren - bei AMD nicht. Entsprechende Boards machen in der Praxis oft 20-30€ Unterschied beim Endkunden.
Was btw. hier auch relativ oft vergessen wird in der Diskussion zu berücksichtigen, ist das Bulldozer zwar die ganzen Integer Teile etc doppelt ausführt und damit recht viel Platz braucht, aber die FP Unit variabel gemach hat, und sogar exklusiv nutzbar machen kann für einen Kern des Moduls.
DAS ist schon teils ein sehr starkes Argument, denn die FP Leistung ist soweit ich das überblicken kann in den letzten Generationen nur gering gestiegen im Vergleich zur Int. Leistung, oder meines Wissens nach sogar teils sogar leicht gefallen pro Kern. (Wenn man sich die Auswertungen auf BOINC anschaut)
Das Switchen der FPU ist eine interessante Sache. Wenn FP dran ist, nutzt ein Int-Core die volle FPU, der andere Int-Core rechnet sein Zeug ab und immer im Wechsel. Wenn das ohne große Latenz klappt, eine coole Geschichte.
Sagt mal: Verstehe ich was falsch oder ihr?

Meines Verständnisses nach sind die FPUs nicht ausgelagert, nur die SIMDs. Konventionelle 64-Bit-FP-Befehle, wie sie z.B. Spiele gern nutzen, sollten weiterhin von jedem Kern getrennt berechnet werden - aber können bei Teillast nicht von seinem Bruder mit genutzt werden. Nur wenn die Berechnungen komplett über SSE/AVX abgewickelt werden, springt die gemeinsam genutzte Einheit in die Bresche.
Deren Leistungsfähigkeit ist für mich aber noch immer ein Buch mit sieben Siegeln: Ja, sie kann FMA und nicht nur MAD. Aber sie wird i.d.R. zweigeteil präsentiert. Das ergibt 1xFMA pro Kern. Intel (und K10) dagegen hat 3 Einheiten pro Kern, die SSE-Befehle verarbeiten können, zweimal MAD, einmal MUL. Das gibt einem Bulldozerkern zwar den Vorteil, das Ergebniss einer kombinierten MUL&MAD bereits nach einem Takt abzuliefern, wärend alle anderen zwei brauchen - aber dafür wärend Bulldozer nach zwei Takten nur je zwei MAD und MUL geschafft hat, haben K10 und Core zwei MUL und 4 MAD geliefert. Je nachdem, was die Software will, ein zweischneidiges Schwert. Erst wenn der zweite Kern idelt kann Bulldozer mit 4 FMA in zwei Takten auftrumpfen, wärend der Rest bei 2+4 hängt.
Wiederum die Frage: Wie oft tritt dieses Szenario ein?
*auf Praxis wart*