AW: (Hi-Fi)-Anspieltipps bzw. außergewöhnlich gut produzierte Musik
Hier wurden ja schon sehr viele Sachen genannt und ich muss mich wundern, was teilweise unter "guter Aufnahme" verstanden wird.
Vivaldi Aufnahmen von guten Ensembles, Singer/Songwriter, Dire Straits Brothers in Arms, Pink Floyd The Wall und andere, Madonna Ray of Light, Michael Jackson (fast alle) und so weiter kann ich voll unterschreiben, aber bei vielen Elektro Sachen leider nicht- ist aber Geschmackssache.
<Etwas Off-Topic>
Was ich nicht verstehen kann, ist dass einige hier noch auf Vinyl schwören?!
Wie leben im 21Jh. und dies ist ein Technikforum mit versierten Usern, denen eigentlich klar sein müssete, dass die Vinyl ein Anachronismus ist.
Die technischen Daten sind hier ausnahmsweise (nicht wie bei SACD oder DVD-A) hörbar. Jeder müsste das Rillenfauchen, Rumpeln, den eingeschränkten
Frequenzbereich (15-14.000Hz), Dynamikbereich (ich glaube es sind 49dB) und eingeschränkte Kanaltrennung hören- unabhängig vom Plattenspieler.
Diese Dinge sind systemimmanent, d.h. auch ein 13k€ Transrotor kann sie nich "weg-high-enden"...

Wer dann sagt MP3 klänge schlecht, hat einfach noch keine RICHTIGEN DOPPEL-Blindtest gemacht.
Was heute absolut zusätzlich gegen Vinyl spricht, ist dass 99% aller Aufnahmen DDD sind. D.h. sie sind ab Konsole digital (nur die Mikros für die Channelstrips sind analog) und die Konsole hat für jeden Channel einen AD-COnverter. Dann wird digital aufgenommen, gemischt und gemastert. Warum in Gottes Namen sollte man dann alles auf das Jahr 1970 runterrechnen wollen ?
Ich will nicht abstreiten, dass es toll gemasterte Platten und schlecht gemasterte CDs gibt, aber das ist eine andere Sache. Ich möchte auch keinem den Spaß an der Schallplatte verderben, denn es hat schon irgendwas nostalgisches und ich bin auch mit ihnen aufgewachsen, aber de Klang...
Was MP3 angeht, da gibt es etliche wissenschaftliche Untersuchungen (d.h. mit statistisch relevanten ABX Tests), dass ab ca 192Khz die Mp3 nahezu transparent klingt. Ab >192Khz ist sie transparent, obwohl es da tatsächlich Ausnahmen bezüglich extremen Quellmaterials gibt, wo es dann Probleme gibt (z.B. Rechteck).
Diese Dinge hört aber unser Ohr nicht. Unser Ohr kann ein Rechteck oder Sägezahn nicht so hören, wie er "aussieht". Ein 90° Winkel ist eine Schalldruckänderung mit nahezu unendlich kleiner Verzögerung. Da unser Ohr mechanisch funktioniert, ist es nun mal Träge (Massenträgheit), was auch gleichzeitig der Grund ist, dass es die optisch sichtbaren Treppen bei 16Bit-Auflösung automatisch interpoliert (quasi "analog macht"). Wie es bei höheren Auflösungenaussieht könnt ihr mal
hier lesen.
Da steht am Ende auch eine kleine Abhandlung zu MP3. Da ich audiotechnisch normalerweise nur im Hifi-Forum schreibe weiß ich nicht, auf welchem Wissens-/Meinungsstand dieses Forum ist, aber wer meint MP3 klänge schlechter als Platte, der sollte mal einen richtig durchgeführten Doppel-Blind-Test (ABX) machen.
Fürs erste kann man ja mal mit dem Foobar ABX Plugin experimentieren. In Wissenschaftlichen Studien zur Beweisführung ist sowas vor einem Peer-Review Pflicht.
Es kann immer wieder Ausnahmen geben, z.B. wenn jemand einen Hörfehler hat und in einem bestimmten Band mehr oder weniger gut hört, dann kann es passieren, dass derjenige die Filterbänke bei der Arbeit hört, das ist aber die Ausnahme und hat nichts mit absolutem (damit schon gar nicht) oder explizit gutem Gehör zu tun.
</etwas Off Topic>
Zu mir:
Ich meine ein gute Aufnahme ist eine Aufnahme, die ein Live-Erfahrung nahe kommt. Live ist durch sehr hohe Dynamik und hohen Pegel ausgezeichnet.
Bei Lautsprechermembranen ist es wie beim Ohr: da die Membranen träge sind können sie keine Schallpegeländerungen mit unendlich hoher Steigung
(z.B. Rechteck, Sägezahn) widergeben- sie "bügeln das aus". Es fällt einem aber auf in Form von Verzerrungen.
Ich höre gerne laut. Man kann aber nur sehr gut aufgenommene Sachen laut hören, da sonst Verzerrungen unangenehm auffallen.
Das fällt mir vor allem beim heutigen Radio auf! Früher gab es mal sündteure Tuner mit denen man auch sehr gute Musik hören konnte, heute lohnen die Dinger
aus mehreren Gründen nicht mehr. Erstens natürlich wegen Spotify und CO und zweitens wegen ist es wegen Totkomprimierung unhörbar geworden (bis auf
Klassik- und Welt-Musik-Sender). Die Songs sind heutzutage wegen
Loudness-War sowieso schon mit Transientdesigner und Maximizier bearbeitet und kommen dann
noch durch den Radio
Kompander, was den den Sound nochmals verschlechtert.
Versucht mal Radio über längere Zeit sehr laut zu hören. Ich finde es unmöglich.
Ich persönlich höre fast nur "handgemachte" Musik, egal ob Klassik, Metal, Rock, Jazz...teilweise auch POP. Ich finde man kann auch nur da bestimmen, ob eine Aufnahme gut ist oder nicht, weil jeder weiß ,wie sich eine Stimme, Gitarre oder Schlagzeug in echt anhört. Das ist aber auch gleichzeitig, das Schwierige.
Da ich selber Musik mache, weiß ich wie sich eine Bassdrum anhört, wenn unser Drummer richtig reintritt- das kann kein Lautsprecher oder PA der Welt so widergeben, weil die Leistung, die man dazu bräuchte diesen Transienten (das ist der Punkt, wo das bewegungslose Schlagzeugfell vom Holzklöppel der Fußmaschine getroffen wird und in tausendstel Sekunden in volle Auslenkung gebracht wird) 1:1 widerzugeben. Man behilft sich Life mit einer großen Leistung, Lautsprechern und auch hier Kompressoren oder Transiendesigner. Ansonsten klingt es flach.
Wer von euch selbst Musik macht und das ganze mal mit Amateuermitteln (Kamera, Ghettoblaster oder gar Stereo-Mikro) aufgenommen hat wird wahrscheinlich ernüchtert gewesen sein, denn ohne Tricks und Kniffe (Mastering mithilfe von Dynamikprozessoren) kommt nichts "amtliches" bei raus.
Das heißt wiederum, dass fast 99% der Musik im Dynamikbereich bearbeitet (beschnitten!) wurde. Im Dynamikbereich unbeschnittene Musik gibt es nur Live, da
die Lautheitverhältnisse (dB) in echt so hoch sind, dass es kein Anlage nachbilden kann- und auch da wird ein wenig komprimiert (vor allem die Drums).
Zum Schluss noch zwei Tipps von mir (es wurden ja schon sehr viele andere Gute genannt) :
TesseracT "live" im Studio. Ist wohl nicht 100% live, dazu ist der Sound zu perfekt. Ist teilweise wohl etwas zu hart für den Mainstream-Höhrer.
https://www.youtube.com/watch?v=gWmihqFLfjk
Das hier ist etwas softer, aber hammermäßig abgemischt und musikalisch und nicht Live.
https://www.youtube.com/watch?v=get0cXOsSXg
PS:Sorry für den langen Text, ich wollte nicht schwafeln oder rumschwadronieren.

PSS: wen interessiert, was ich für Musik mache, der schaut mal auf meinem Profil, da sind Links zu semiprofessionell aufgenommenen Songs meiner alten Band.
Die Songs sind schon sehr alt, da ich in den letzten Jahren nicht mehr viel Musik gemacht habe. Die Songs wurden analog gemischt und aufgenommen. Gemastered wurden sie nie.