E-Auto & Co.: Autoindustrie will mehr staatliche Förderung

Ich schließe mich der Forderung der Forenkollegen an: Ich will auch Geld bekommen weil ich keine Verbrennungsmotoren verkauft bekomme!
Und das war es.. wie man zur Arbeit kommt ist nach wie vor das problem des Mitarbeiters.
Ist wieder das Problem des Mitarbeiters. Bevor "alle" Arbeitnehmer individual mobil waren, waren Firmen-Busse keine Seltenheit.
 
Bevor "alle" Arbeitnehmer individual mobil waren, waren Firmen-Busse keine Seltenheit.
Das Ding ist - die gibts bei uns immer noch. Das Problem das ich damit habe: Ich bin ein "mittlerer" Mitarbeiter was die "Ranghöhe" im Konzern angeht.

Die klassischen Arbeiter im Schichtdienst bekommen den Firmenbus für kleines Geld in alle umliegenden Siedlungen, 3x am Tag jeweils zum Schichtwechsel. Cool.
Die oberen Fürhungskräfte bekommen Dienstwagen bzw. deren Gehalt ist sowieso in einer Höhe wo man sich um ein paar Tausend Euro mehr oder weniger nicht sorgen muss.

Ich sitze auf der Ingenieursebene dazwischen. Ich soll selbstverständlich maximal flexibel sein was Arbeitszeiten und Mobilität angeht (Firmenbus fällt flach), bin aber zu klein für nen Dienstwagen oder die Gehälter, die solche Dinge recht belanglos erscheinen lassen weil man am Jahresende sowieso 20K netto über hat.
Oh ich hab hier einiges in der Umgebung mitbekommen was Ladesäulen angeht .
Bei uns am Discounter sind die mittlerweile abgebaut wegen den stromschnorrern.
Wir haben in der Gemeinde auch vor einiger Zeit Ladesäulen vor bekannten Discountern bekommen. Die waren soweit ich das gesehen habe noch NIE in Betrieb. Da stand noch nie ein Auto vor und es hängt ständig irgendein Zettel dran dass es nicht verfügbar ist. Keine Ahnung wa die da treiben oder nicht treiben aber den Ruf von wegen "der Stromschei* funktioniert eh nie!!!11eins" haben sie im Dorf schon lange damit zementiert.
 
Einfach noch eine dritte Steuer auf Kraftstoff einführen, dann ist der Elektroantrieb im Verhältnis wieder ein gutes Stück günstiger.
 
Ich traue sowohl dem RKI als auch dem KIT - ich glaube da hat er den Vortrag gehalten - durchaus über den Weg. Das ist nicht das Problem. Grundsätzlich hat er auch nicht Unrecht dass E-Fuels mehr Energie brauchen um die selbe Strecke im Automobil bereitzustellen und innerhalb von ein paar Jahren keine Mrd. Liter davon produziert werden können.
Bloß verstehe und akzeptiere ich einige Argumente nicht. [abgekürzt]

1) Die Fortschritte bei den Batterien sind auf die nächsten 5 Jahre problemlos absehbar. Die ganzen Techniken, welche in den nächsten 5 Jahren in die Serienfertigung kommen, funktionieren heute schon in Kleinserien. Es ist daher völlig legitim über die zu erwartenden Zuwächse in der Speicherentwicklung zu sprechen ohne sich dabei weit aus dem Fenster lehnen zu müssen. Den Artikel vom ADAC kenne ich nur vom Hörensagen und habe ihn bislang nicht selbst gelesen. Allerdings gibt es bereits vom ICCT eine Stellungnahme zu diesem Thema, in dem auch die Prognose von Bosch aufgegriffen wird. Diese haben scheinbar auch mit Literpreisen um 1,20 € geworben. Der ICCT hält Preise unter 3€ für nicht machbar. Eher (deutlich) mehr.
Meine persönliche Einschätzung (wie gesagt, ich habe den Artikel vom ADAC und auch das Ding von Bosch nicht selbst gelesen): Man kann unter der Zuhilfenahme einer Solaranlage berechnen, was der Liter E-Fuel kosten würde, wenn man Industriegase als Edukte heranzieht. Das ist aber nicht realistisch. Für die Massenproduktion kauft man keine Gasflasche von Linde oder AirLiquide, sondern braucht einen CO2 Abscheider. Und so ein Ding braucht vor allem eines: Viel Energie im Betrieb. Wenn man also bei der Berechnung nicht weit genug "vorne" in der Prozesskette anfängt, kommt man auf unrealistisch niedrige Werte.

2) Im Vortrag wird davon ausgegangen, dass das CO2 dort abgeschieden wird, wo auch das E-Fuel hergestellt wird. Also dort, wo viel Energie für sehr wenig Geld zur Verfügung steht. Leider steht neben der Windkraftanlage oder Photovoltaik selten ein Gaskraftwerk, wo man per Oxyfuel-Verfahren das CO2 aufkonzentrieren kann. Darüber hinaus ist das Ziel der Übung ja das Verbrennen fossiler Brennstoffe zu unterbinden. Ich hab den Vortrag nun nicht gemacht, unterstelle aber, dass die Wissenschaftler auch auf diese Idee gekommen sind und das effizienteste Verfahren ausgewählt haben.
2.1) Was verstehst du unter Förderung? Neue Gaskraftwerke müssen so ausgelegt werden, dass eine CO2-Abscheidung mindestens nachrüstbar ist. Ob die bestehenden Gaskraftwerke in Deutschland diese Technik schon haben weiß ich nicht. Aber deine Forderung ist, soweit ich es überblicken kann, schon Realität. Und die Forschung wird in den großen Einrichtungen dieses Landes an ganz vielen Stellen ohnehin gefördert bzw. finanziert. Ansonsten wird es mit der CO2 Abscheidung schwierig. So verfügen beispielsweise alle großen Chemiestandorte über eigene Kraftwerke. Die letzten, die aktuell noch mit Kohle befeuert werden, gehen in den nächsten Jahren vom Netz. Und in den Gaskraftwerke, welche die Lücke füllen werden, wird das CO2 anderweitig weiter verwendet. Dieses wird nicht zur Herstellung von E-Fuels zur Verfügung stehen.

3) Nach objektivem Maßstab kann ich nicht bewerten ob Tesla ein gutes oder schlechtes Beispiel ist. Meiner Meinung nach hat es aber zwei Vorteile Tesla als Anschauungsobjekt heran zu ziehen. Einerseits, weil dort sehr offensiv mit zukünftigen Entwicklungen umgegangen wird. Und andererseits, weil Tesla den Maßstab setzt. Eben weil man sich das benötigte Know-how entweder selbst erlernt oder zugekauft hat, kann Tesla Preise aufrufen, welche die Konkurrenz unter Zugzwang setzen. Wenn ich wissen möchte was möglich ist, nehme ich doch am besten jene Firma am Markt, welche die Preise für den Markt diktiert. Warum liegen die Preise der MEB-Karren von VW dort, wo sie sind? Weil VW weiß, dass sie die Fahrzeuge für mehr nicht verkauft bekommen. Wer kauft denn einen ID3 (Basisausstattung für 50k), wenn er für weniger Geld ein Model 3 haben kann? Deshalb halte ich persönlich Tesla für ein gutes Beispiel um die Möglichkeiten des Marktes aufzuzeigen.
 
1) Die Fortschritte bei den Batterien sind auf die nächsten 5 Jahre problemlos absehbar. Die ganzen Techniken, welche in den nächsten 5 Jahren in die Serienfertigung kommen, funktionieren heute schon in Kleinserien.

Wenn du nur von den Promille-Fortschrittchen redest, die heute schon in Kleinserie und die nächsten 5 Jahre in Großserie verfügbar sind, dann kann man auch gleich mit den heutigen Zahlen rechnen.

Also dort, wo viel Energie für sehr wenig Geld zur Verfügung steht. Leider steht neben der Windkraftanlage oder Photovoltaik selten ein Gaskraftwerk, wo man per Oxyfuel-Verfahren das CO2 aufkonzentrieren kann. Darüber hinaus ist das Ziel der Übung ja das Verbrennen fossiler Brennstoffe zu unterbinden.

Bei der Zementherstellung fallen zwangsläufig auch in Zukunft große Mengen Kohlenstoff an, da herrscht kein Mangel. Und genau diese Produktion wird in einer klimaneutralen Welt (lol!) aus genau den gleichen Gründen nur an Standorten mit gut verfügbarer, sauberer Energie eine Zukunft haben. Passt wie Faust auf Auge.

(Selbige Orte liegen im Zweifelsfall übrigens überall da, wo man eine Stromleitung hinbauen kann. Also eigentlich überall, außer in fliegen Flugzeugen, schwimmenden Schiffen und eben fahrenden Autos.)

Ich hab den Vortrag nun nicht gemacht, unterstelle aber, dass die Wissenschaftler auch auf diese Idee gekommen sind und das effizienteste Verfahren ausgewählt haben.

Die effizientesten heutigen Verfahren zur Treibstoffsynthese stammen aus Apartheidsafrika und sind wenig weiterentwickelt gegenüber denen von Hitlerdeutschland. Sonst hatte schlichtweg niemand nötig, so etwas in größerem Umfange zu machen. Im Gegensatz zu seit zwei Jahrzehnten beackerter Lithium-Ionen-Technologie könnte da also noch einiges zu holen sein - theoretisch/chemisch sind die Prozessschritte energieneutral (alle Energie, die man in das Produkt reinstecken muss, wird auch bei dessen Verbrennung wieder frei) und Effizienzen <100% nur Ineffizienzen/Verlusten in der großtechnischen Umsetzung geschuldet. (Im Gegensatz zu z.B. Li-Io-Schnellladungen: Deren Wärmeverluste sind zu großen Teilen unveränderlichen, physikalischen Naturgesetzen geschuldet, weil einfach sehr hohe Ströme fließen.)
Wenn man es nicht pro einfallendes Joule, sondern pro investiertem € betrachtet (und an letzteren mangelt es, nicht an ersterem), dann können bis auf weiteres nur als Gedankenblase existierende thermolytische Anlagen zur Wasserspaltung sogar im Vergleich zu Photovolatik über 100% Output liefern.

Deshalb halte ich persönlich Tesla für ein gutes Beispiel um die Möglichkeiten des Marktes aufzuzeigen.

Solange die Fahrzeugproduktion bei Tesla nicht als gewinnorientiertes Unternehmen, sondern als Marktanteile erdumpender Geldverbrenner läuft, kann man Tesla zwar gut als Beispiel für das technisch mögliche nehmen, aber nicht für vergleichende Marktbetrachtungen. (Ähnliches gilt aus anderen Gründen aber für praktisch alle Batterieautos. Mir wäre kein einziges bekannt, dass für sich genommen eine typische PKW-Gewinnspanne liefert. Die auch-Verbrenner-Hersteller quersubventionieren alle, um den Flottenverbrauch zu senken, die reinen Batteriehersteller sind alle tief in der Investitionsphase - ausgenommen natürlich die, die schon Pleite sind.)
 
@Hackfleischhirn
Der Referent benutzt so viele "vielleicht" u. ä. weil er Wissenschaftler und kein Hellseher ist. Er entscheidet auch nicht, welche Batterien Tesla und Co. einbauen. Wenn die morgen alle auf die Idee kommen auf Säure-Blei-Batterien zurück zu rüsten wird das eher überraschend sein.

Erfreulich, dass neben deinem Rechner kein Gaskraftwerk stehen muss. Wäre das Weiterleiten großer Strommengen so spielend einfach, müssten in Deutschland keine Nord-West-Stromtrassen gebaut werden. Ganz so einfach ist es also nicht.
Aber in diesem Fall geht es primär ja gar nicht um den Strom. Der wird zwar auch für die Produktion der E-Fuels gebraucht, aber uns geht es ja im Moment um das CO2. Wie soll das, möglichst energieschonend und sicher, zur E-Fuel-Station kommen? Transport von Druckgasflaschen/Drucktankwagen? Kann man machen. In diesem Fall transportiert man eben vor allem eines: Zig Tonnen von Druckbehälter. Und die Transporter müssen mit irgend etwas fahren. Vielleicht mit den E-Fuels, für die das CO2 eingesetzt wird? Das könnte teuer werden. Oder lieber eine Pipeline? In Deutschland bekommt man eine CO2-Pipeline in der Praxis nicht genehmigt, da es sich um ein Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung handelt. Und bei den Schlagwörtern "farb- und geruchloses Gas mit erstickender Wirkung" ist so ein Verfahren in der Regel gelaufen. Es ist nicht unmöglich, dass es eine Genehmigung gibt. Aus meiner beruflichen Laufbahn ist mir aber kein Projekt innerhalb Deutschlands bekannt (bezogen auf die letzten 20 Jahre) bei denen eine solche oder vergleichbare Pipeline gebaut worden wäre.
Und selbst wenn ein Gaskraftwerk neben einem Offshore Windpark stehen würde, hätte es noch keine Anbindung an ein Gasnetz, von dem es seinen Brennstoff bekommt. Mit allen verbundenen Vor- und Nachteilen. Worauf ich hinaus will: Es gibt Rahmenbedingungen die gerne unterschätzt werden, auf die Energie-, Kosten- und CO2-Bilanz aber einen sehr erheblichen Einfluss haben.

Ich bin absolut kein Experte für das DAC (direct air Capture), kann dir aber aus erster Hand versichern, dass dies sowohl auf deutscher als auch europäischer Ebene intensiv erforscht wird. Große Hoffnungen ruhen dabei auf keramischen Gastrennmembranen. Ob (noch) mehr Geld die Sache beschleunigen würde, wage ich fast zu bezweifeln. Es ist jedenfalls kein unterfinanzierter Bereich.

Aber du hast natürlich Recht: Wir müssen da auf keinen Nenner kommen oder Freunde werden.

@ruyven_macaran
Bei den Änderungen geht es um Änderungen am Zellaufbau in Verbindung mit einer marginal geänderten Zellchemie. Da unterschiedliche Firmen, namentlich Tesla/Panasonic und BYD, zu ähnlichen Ergebnissen kommen, nämlich einer Steigerung der Energiedichte um rund 50% gegenüber dem Stand von 2020, ist das schon eine ganze Menge.

Wenn man sich das CO2 beim Zement holen kann: Prima. Ist nicht meine Branche und hab ich auch nicht auf dem Schirm. Aber da es scheinbar nicht klar ist: Ich werbe nicht dafür dass man zur Herstellung von E-Fuels ein Gaskraftwerk bauen sollte. Da ging es einzig und alleine um die Fragestellung, wo man das CO2 herbekommt, wenn die Abscheidung aus der Atmosphäre zu ineffizient und/oder technisch nicht machbar ist.

Wenn du doch schon weißt, wo man "Bio-Sprit" mit lupenreiner Ökobilanz herbekommt und dabei sogar die Verluste von thermischen Umwandlungsprozessen umgehen kann verstehe ich nicht, warum du dieses Wissen nicht mit der Autoindustrie geteilt hast. Die hätten dich zum Millionär oder zumindest Verkehrsminister (Mitgliedschaft in der CSU oder FDP jedoch erforderlich) gemacht. Falls du damit aber nur die Fischer-Tropsch-Verfahren meinst: Genau damit stellt man E-Fuels her. Dieses Verfahren wird seit Jahrzehnten großtechnisch eingesetzt. Bislang nicht für Benzin, weil es dafür schlicht zu teuer ist.

Und was die Kosten angeht: Tesla soll also nichts taugen und alle anderen Hersteller mit Verbrennern im Angebot auch nicht. Deiner Meinung nach, kann man also keinerlei Aussage über die Preisentwicklung von E-Autos machen, weil alle Firmen irgendwie Dreck am Stecken haben (was mit Sicherheit auch stimmt) oder so unfassbar schlecht vergleichbar sind. Okay, die Meinung kann man vertreten. Ich persönlich halte mich dann doch lieber an das, was der Wissenschaftler dazu sagt. Die Zukunft wird zeigen, ob er Recht hat oder nicht. Eine ungenaue Prognose ist mir jedenfalls lieber als ein kompletter Blindflug.

Aber erfreulicherweise müssen auch wir auf keinen Nenner kommen oder Freunde werden.
Ich für meinen Teil bin jedenfalls bereit dem Leiter einer großen deutschen, international anerkannten Forschungseinrichtung Glauben zu schenken, wenn er einen Abriß über die Technik und einen Ausblick in die Zukunft gibt. Dafür leistet sich Deutschland diese Forschung nun einmal, damit nicht jeder selbst einen Versuchsstand für Batterien- und Brennstoffzellentechnik, Kernfusion und Krebsforschung im Hobbyraum betreiben muss.
 
Ein weiteres Problem bei den Elektroautos ist halt auch die Energie...
mit dem Aktuellen Strommix in Deutschland ist das Betreiben eines Eautos auch nicht Umweltschonend und CO2 arm (außer man hat n Eigenheim mit Solarpanelen)

Einerseits will man Atom, Kohle und (alte)Gas-Kraftwerke abschalten.. andererseits wird man diese nicht mit Wind und Solar ersetzten können aufgrund fehlender Speichermöglichkeiten, und der Natur der Wetterabhängikeit

Letztes Jahr hat es sowenig Wind und Sonne gegeben das man zum ausgleich sogar massivst die Kohlekraftwerke hochfahren musste..
Jetzt wurden 3 Atomkraftwerke abgeschaltet.. Ende des Jahres dann die Letzten 3...
Ausgeglichen werden muss dies nun auch wieder von Kohle und Gas.

Die Anzahl an Windkraftturbinen die benötigt werden ist Riesig.. und neu gebaut wird extrem überschaubar..
und wenn der Wind nicht weht.. sind 100.000 mal 0 immer noch 0

unsere tollen Politiker gehen aber auch nur davon aus das sich unser Stromverbrauch um vielleicht 30% steigern wird wenn wir CO2 Neutral sind..
wärend Realistischere Schätzungen bereits von einer verdoppelung bis verdreifachung des Strombedarfes ausgehen aufgrund von Elektroautos, Wärmepumpenheizungen und die komplette Umstellung der Industrie auf Strom.

Ich weiß nicht ob es sich lohnt auf so ein Antriebskonzept zu setzten wo jetzt schon abzusehen ist das uns die Energiewende um die Ohren Fliegt..
klar werden Verbrenner im laufe der Zeit aufgrund der CO2 besteuerung und Fahrverbote immer Teurer

Ich halte es nichtmals für unwahrscheinlich das uns sowohl die Energiewende als auch die Verkehrswende um die Ohren fliegt.
Also egal für was ich mich als nächstes Auto entscheide (Verbrenner oder Eauto) beides hinterlässt im moment ein mulmiges Gefühl was die Zukunft angeht, wobei die Nachteile beim Elektroauto zur Zeit noch massivst überwiegen.


Aber das ist ein Typisch Deutsches Problem... in anderen Ländern juckt das nicht wirklich, weil dort die Ladeinfrastruktur noch Lachhafter ist als wie bei uns.. und sich das dort langfristig auch nicht ändern wird.


Wer bei uns noch n Verbrenner kaufen will muss auch extreme Preise im moment in Kauf nehmen da die jungen gebrauchten Fahrzeuge massenhaft in Länder abverkauft werden
Anfang letzten Jahres konnte man für ca 10.000€ zb noch n Focus ab bj 2015 mit unter 100tkm für etwa 10-11t€ gebraucht kaufen.. heute fangen die bei 15.000€ an.
 
Wir haben in der Gemeinde auch vor einiger Zeit Ladesäulen vor bekannten Discountern bekommen. Die waren soweit ich das gesehen habe noch NIE in Betrieb. Da stand noch nie ein Auto vor und es hängt ständig irgendein Zettel dran dass es nicht verfügbar ist. Keine Ahnung wa die da treiben oder nicht treiben aber den Ruf von wegen "der Stromschei* funktioniert eh nie!!!11eins" haben sie im Dorf schon lange damit zementiert.
Kommt halt immer drauf an wie ernst man es meint. In meinem Umfeld geht es sogar soweit, dass neben öffentlichen Ladepunken für Autos auch Ladestationen für E-Bikes vor Läden stehen. Jetzt nicht flächendeckend aber immerhin. Desweiteren habe ich hier, selbst nördlich vom NOK, mittlerweile Standorte für Bike-Sharing. Selbst die werden mittlerweile auch elektrifiziert. Das alles hat was mit der Agenda der Stadt Kiel zu tun - immerhin bekannt für eine der dreckigsten Straßen Deutschlands.

Wo kein Wille, da kein Weg bzw. keine Elektrifizierung. Das merke ich immer wieder, wenn ich mit Freunden spreche, die in den Speckgürteln um Metropolen oder aber großen Industriestandorten wohnen. Dort, wo man nämlich in der Tendenz überdurchschnittlich verdient und die Bürgermeister der kleinen Gemeinden eher konservativer Natur sind, da ist's oarsch mit so einem Thema.
 
Bei all den Debatten um E-Mobilität versus sonstiger Technologie gehen die meisten davon aus, dass die angestrebten Szenarien weiterhin Individual-Mobilität für Jedermann/-frau bedeuten und quasi jedes volljährige Mitglied des jeweiligen Haushalts auch noch individuell bedient werden wird. Ich denke, dass man sich von diesem Gedanken auf lange Zeit wird verabschieden müssen, da weder die verfügbaren noch absehbaren Technologien das hergeben noch erst recht Wirtschaftskraft und Kostenstrukturen. Die aktuell in den v.a. westlichen sog. Industrie-Nationen praktizierte maximierte Individual-Mobilität ist ein Phänomen, dass es erst seit (gut gerechnet) 50 Jahren gibt, während z.B. die Gesamtgeschichte des Otto- bzw. Diesel und auch E-Autos eine weit über das Doppelte hinausgende Zeitspanne umfasst.

Wie lange ein fundamentaler Wechsel der gesamten Versorgungsinfrastruktur und Industrieproduktion für eine breite neue massentaugliche Individualmobilität dauern wird, kann ich nicht absehen, zumal nicht, wenn das auf sog. regenerativen (ein physikalischer Unbegriff im Zusammenhang mit Energie) Energieträgern basieren soll, die zudem in der Gesamtbilanz nicht weiter den Klimawandel befeuern sollen.

Von Entwicklungsschüben mit Technologie-Sprüngen mal abgesehen werden die meisten von uns sich auch außerhalb großer Ballungsräume eher wieder darauf einstellen müssen, sich mit dem biologisch vorgesehen Unterbau fortbewegen zu müssen. Technische Individual-Mobilität wird - wie die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte - wieder einer reichen Oberschicht vorbehalten werden, und global-wirtschaftlich, wie auch in den sog. entwickelten westlichen Demokratien nimmt deren bestimmende Macht und Einfluss auch dementsprechend massiv zu und bestimmt weitgehend bzw. zumindest abseits von Naturgesetzen, wo die jeweilige Reise hinzugehen hat. Dass damit nicht gleich auch Massen wieder hungern und darben müssen, ist über mehr oder weniger funktionierende Sozialsysteme nebst Massen-Unterhaltungsindustrie wohl aktuell zumindest eingepreist, auch um diese Massen davon abzuhalten kurzfristig aufzubegehren.

Nimmt man das Szenario als Grundlage funktioniert der Technologiewandel hin zu einer "grünen" Energiewirtschaft sowieso nur, wenn man z.B. in unseren (noch) gemäßigten Breiten auch die Energieversorgung der Haushalte abseits von fossilen Energieträgern hinbekommt (ein Thema, bei dem mir bislang nicht aufgefallen ist, dass es dazu auch überhaupt nur mehr als Ideen oder gar praktikable Konzepte gäbe), von Industrieproduktion usw. ganz abgesehen - d.h. darauf und auf Güter des täglichen Bedarfs werden die meisten wohl künftig ihren "Spargroschen" einsetzen müssen, so dass sich Fragen nach der Finazierbarkeit und Wirtschaftlichkeit eines persönlichen E-Mobils egal ob mit Batteriespeicher oder irgendwelchen sonstigen "Fuels" nebst Wallbox & Co. eh nicht stellen werden... das ist dann vermutlich der Preis für Generationen und Nationen, die rücksichtslos weit über ihre Verhältnisse gelebt und gewirtschaftet haben.

Vermutlich werden wir jedoch erst einmal Jahre so weiterwursteln, bis uns direkt wie indirekt weit größere Klimaereignisse treffen, gegen die u.a. das Geschehen aus dem letzten Sommer ein Kleinereignis war. Daran werden auch keine Ampeln oder andere Politikgebilde und schon gar nicht mit dem typischen 3-Jahres-Denk- und Aktionshorizont irgendetwas ändern, solange sich nicht grundlegend Verständnis und Haltung ändern - das geschieht und geschah in der gesamten Geschichte der Menschheit jedoch nur aufgrund erheblichen äußeren Drucks gegen das jeweils vorherrschende Denkmuster.

Just my 2ct
 
@ruyven_macaran
Bei den Änderungen geht es um Änderungen am Zellaufbau in Verbindung mit einer marginal geänderten Zellchemie. Da unterschiedliche Firmen, namentlich Tesla/Panasonic und BYD, zu ähnlichen Ergebnissen kommen, nämlich einer Steigerung der Energiedichte um rund 50% gegenüber dem Stand von 2020, ist das schon eine ganze Menge.

Quelle?
Mit wäre keine einzige Ankündigung von den genanten Firmen bekannt, wie sie innerhalb der nächsten fünf Jahre das Gewicht bei gleicher Kapazität, Ladeleistung und Haltbarkeit um 1/3 senken könnten. Und sämtliche Fahrzeugankündigungen, die aktuell im Raum stehen, kommen trotz zusätzlicher Verbesserungsversuche in anderen Fahrzeugbereichen (und konsequenter Schönrechnerei in den Vorankündigungen) nicht einmal in die Nähe solcher Werte.

Wenn man sich das CO2 beim Zement holen kann: Prima. Ist nicht meine Branche und hab ich auch nicht auf dem Schirm. Aber da es scheinbar nicht klar ist: Ich werbe nicht dafür dass man zur Herstellung von E-Fuels ein Gaskraftwerk bauen sollte. Da ging es einzig und alleine um die Fragestellung, wo man das CO2 herbekommt, wenn die Abscheidung aus der Atmosphäre zu ineffizient und/oder technisch nicht machbar ist.

Und Zement ist eine mögliche Antwort ;) . Z.B. Müllverbrennung, um die wir nie ganz herumkommen, eine andere. Gaskraftwerke dagegen eigentlich kaum. Denn die liefern gemäß (utopischem) Plan nur dann CO2, wenn in ihrer Nähe gerade kein überschüssiger Strom verfügbar ist und die Abscheidung kostet auch noch zusätzliche Energie.

Wenn du doch schon weißt, wo man "Bio-Sprit" mit lupenreiner Ökobilanz herbekommt

Ich sage nicht, wo man ihn herbekommt, sondern wo man ihn herbekommen werden könnte.
In der Gegenwart ist die klimafreundlichste Lösung mit Benzin zu fahren, wo es unvermeidbar ist, und die wenige saubere Energie stationär zu nutzen, was ohne zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Ineffizienzen möglich ist.

und dabei sogar die Verluste von thermischen Umwandlungsprozessen umgehen kann verstehe ich nicht, warum du dieses Wissen nicht mit der Autoindustrie geteilt hast. Die hätten dich zum Millionär oder zumindest Verkehrsminister (Mitgliedschaft in der CSU oder FDP jedoch erforderlich) gemacht.

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Falls du damit aber nur die Fischer-Tropsch-Verfahren meinst: Genau damit stellt man E-Fuels her. Dieses Verfahren wird seit Jahrzehnten großtechnisch eingesetzt. Bislang nicht für Benzin, weil es dafür schlicht zu teuer ist.

Eben nicht. Bis auf die genannten Ausnahmen ist der Einsatz lächerlich gering und das gilt in Folge auch für die Weiterentwicklung und die basierte in den wenigen Ausnahmen eben auch noch fast durchgängig auf Kohle, nicht auf Strom und CO2 als Basisenergie- und Kohlenstoffträger. Außerhalb des Anlagenbaus, im eigentlich chemischen, gibt es zum Teil gar keine Fortschritte gegenüber der rund 100 Jahre alten Ursprungstechnik, bei der so rein überhaupt gar nicht um Effizienz ging.

Und was die Kosten angeht: Tesla soll also nichts taugen und alle anderen Hersteller mit Verbrennern im Angebot auch nicht.

Ich habe nichts von "nichts taugen" gesagt (nur bezüglich vieler wichtiger Anwendungszwecke gedacht ;) ), aber Fakt ist einfach, dass Batterieautopreise derzeit von niemanden nach den Regeln eines statischen Marktes mit sich selbst tragender Produktion gemacht werden. Weil es halt keiner ist. Somit sind sie also auch nicht mit Preisen vergleichbar, für die das eben doch gilt - wie z.B. denen von Verbrennern.

Es ist keine drei Jahre her, da hat VW bei jedem verkauften Batterieauto draufgezahlt und Tesla durchgängig rote Zahlen bei Herstellung und Verkauf geschrieben. Für Verbrenner sind dagegen Gewinnspannen von 5-20% im Gespräch. Was stimmt, wissen natürlich nur die Buchhalter, aber man kann von einem Preis mit -10% Dumping-Rabatt und einem Preis mit 20% Marge nicht auf die Herstellungskosten und damit das langfristige Potential schlussfolgern. Da liegen 30% Unterschied für den Endkunden dazwischen, auch wenn beide Produkte in der Herstellung gleich teuer sind.
 
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