Der Militärthread

In so ein Torpedorohr mit rund einem halben Meter Durchmesser passt vielleicht ihr kleinen U-Boot-Fahrer rein, aber doch nicht so ein Bär wie ich!
Um mich wär's ja nicht schade, aber das Rohr wäre dann dauerhaft verstopft und ihr hättet ein Sechstel eurer Kampfkraft eingebüßt ... :D
Nene die Dinger haben Kaliber 533mm. Das ist aber nur der Abstand der Gleitschienen. Rohr selber hat mehr Platz. Mit meinen 193cm und damals 85kg konnte ich mich im Rohr umdrehen.
Beim 206a wäre es nur ein Achtel gewesen. Die hatten 8 Rohre.
 
Nene die Dinger haben Kaliber 533mm. Das ist aber nur der Abstand der Gleitschienen. Rohr selber hat mehr Platz. Mit meinen 193cm und damals 85kg konnte ich mich im Rohr umdrehen.
Gut zu wissen. Wenn das Kaliber eurer Hechte kleiner ist als die eigene Schulterbeite, kommt man halt in Zweifel. Und braucht man da nicht auch zusätzlich ein Atemgerät?

Aber die eigentliche Frage ist doch: Bist du selbst durch so ein Rohr eingestiegen und wenn ja, war's so schön, dass du es gegenüber - sagen wir mal - einer Stunde bewegungslos auf einem kalten Deck liegend ernstlich empfehlen könntest? :D
 
Habe die Boote immer über Turm-/Akkumontageluk betreten/verlassen.
In den Rohren war ich aber wöchentlich zu PME-Zwecken. Hat nen Durchmesser von ca. 75cm. Das reicht auch für größere Menschen. Länge ist mit 8m eh kein Thema.
Jepp man braucht ne Tauchausrüstung, um auf die Weise an Bord zu kommen. Außer man kann 10min die Luft anhalten - dann geht´s auch ohne. :D
Also die Taucher bekamen immer nen heißen Kakao und Wolldecken, wenn sie so ins Boot gekommen sind. Hätte ich besser gefunden als ne Stunde frierend an Deck zu liegen.
 
Kakao und Wolldecken scheint auch Überwasser der Standard bei der Marine zu sein, die gab's auch bei uns danach zum Aufwärmen.

Sparanus, wie ist das bei der Luftwaffe?

Beim Heer lässt man zum Aufwärmen einfach eine Extrarunde laufen oder ein paar Turnübungen machen. :D
 
Wir haben Heizungen und Klimaanlagen :D
Ich hab's doch geahnt ... Alles Luschen unter den Käppis. :D

Beim Heer macht man sich warme Gedanken und maximal ein Feuer beim Biwak, wenn die örtlichen und/oder saisonalen Brandschutzbestimmungen dies erlauben. In den Gebrauch von Elektrizität wird man erst ab Stabsfeld aufwärts eingewiesen und Gasbrenner werden nur aufgestellt, wenn Kuchenesser zum Truppenbesuch antanzen. Eingeheizt wird nur dem Feind! :P
 
Naja wenn ich von der Offz Ausbildung ausgehe war der infanteristische Ausbildungsanteil der Luftwaffe härter als der vom Heer.
4 Tage mit maximal 3 Stunden Schlaf und etwa 600kcal, da war deren Durchschlageübung einfacher^^
 
Naja wenn ich von der Offz Ausbildung ausgehe war der infanteristische Ausbildungsanteil der Luftwaffe härter als der vom Heer.
4 Tage mit maximal 3 Stunden Schlaf und etwa 600kcal, da war deren Durchschlageübung einfacher^^
Das dient nur dazu, angehende Heeresoffiziere in Sicherheit zu wiegen. :P

Nein, Spaß beiseite, das liegt meines Wissens tatsächlich an der unterschiedlichen Ausbildungsstruktur. Für Luftwaffenoffiziere gibt es einen infanteristischen Crashkurs mit ordentlich Druck, beim Heer kommt der ganze "Spaß" anschließend in obligatorischen Lehrgängen je nach Verwendung. Ein wenig wie der SERE-Lehrgang für eure Piloten, der ja (spätestens auf Level Charlie) auch noch mal ordentlich eins draufsetzt.

In meiner Zeit im Bereich Übungsplanung und -vorbereitung musste/durfte ich so ziemlich alles mitmachen, was der Topf hergibt. Meinen Fachbereich sollte ich einerseits im operativen Kontext vermitteln können und andererseits wurde immer eine Handvoll Leute gerbaucht, die bei spezialisierten Übungen authentisch Gruppe Rot spielen können und den Übungsteilnehmern ordentlich Feuer unterm Hintern machen. :devil:
 
Ein wenig wie der SERE-Lehrgang für eure Piloten,
Eure Piloten haben den auch.
Was die in 3 Wochen machen, packen die sehr komprimiert und härter in die Offizierausbildung.
(natürlich hab ich nichts zu Essen dabei wenn ich unterwegs bin und zur ISOP werde, bei dem SERE Lehrgang für Piloten haben die schon was dabei)
 
Es ist aber auch sinnvoll, das zu staffeln. Wäre zwar super, wenn jeder Soldat - unabhängig von Teilstreitkraft und Gattung - auf sich gestellt durch die gegnerverseuchte Pampa turnen und alles fahren, fliegen und reiten könnte, schon mal eingeschneit oder auf offenem Wasser ausgesetzt gewesen wäre, Sprengvorrichtungen bauen und entschärfen, Kommunikation sichern bzw. stören könnte, sich im Wald genauso sicher fühlen würde wie im Gebirge, in der Wüste und in engen Gassen etc. p.p., aber das ist nun mal illusorisch und organisatorisch noch nicht einmal für alle Spezialkräfte drin. Irgendwo muss man immer spezialisieren oder eben auch Unterstützer aus dem jeweiligen Fachbereich setzen.
Die Schikanen für Offiziere sind dann schon sinnvoll, weil sie den ganzen oben genannten Verhau führen und wenigstens ungefähr ein Gespür dafür haben müssen, was zu erwarten sein und abverlangt werden kann.

Einer meiner letzten größeren Übungsreihen betraf die Sicherung von Kommandoeinrichtungen, und da wurde auf dem Papier ganz selbstverständlich vorausgesetzt, dass das Lametta bei einem eventuell erforderlichen geordneten Rückzug über Stock und Stein und durch Unterholz und Wasser nicht schlappmacht.
Das wurde aber nicht in der Praxis durchgespielt, und wenn du dir die durchschnittliche Kondition der höheren und älteren Offiziere anschaust, weißt du auch warum. Sicherlich sind Etliche tendenziell fitter als Zivilisten der selben Altersgruppe, weil sie das Ertüchtigungsprogramm doch noch mitmachen oder sich privat fit halten, aber das will in dem Zusammenhang nicht viel heißen. Das gilt natürlich nicht nur für Luftwaffenoffiziere.

Witz am Rande: Der Vater einer Ex war pensionierter Kampfpilot ... der NVA. Laufen auf Tempo ging nicht mehr so, aber bei einer Wanderung durch die Sächsische Schweiz konnten wir problemlos den Rest der Sippe mittags bei einer Fressbude parken und sind bis zum Abend weitermarschiert. Ein zäher alter Knochen und bemerkenswert gut zu Fuß für einen Flieger. :)
 
Die Schikanen für Offiziere sind dann schon sinnvoll, weil sie den ganzen oben genannten Verhau führen und wenigstens ungefähr ein Gespür dafür haben müssen, was zu erwarten sein und abverlangt werden kann.
Könnte man meinen, aber nein.
Das Problem war, dass die Phasen in denen man eigentlich ruht mit Unterricht im Hörsaal füllt (bei der vollen SERE Ausbildung nicht, da ist das in einer extra Woche in der man nicht draußen ist). Das raubt Kraft und ist nun wirklich nichts was man in einer wirklichen Situation hätte.

Das war halt eher, mach das so, genau so und nicht anders. Also etwas vorbei an der Auftragstaktik.
 
Klarer Fall von schlechter Durchführung eines an sich sinnvollen Konzepts. Das ist aber nicht nur für die Bundeswehr (oder das Militär an sich) symptomatisch, das findet man auch bei (der Ausbildung und Einarbeitung von) Führungskräften in der freien Wirtschaft zuhauf.

Davon abgesehen halte ich eine Mischung aus körperlicher und geistiger Belastung harder-than-life für gar nicht so sinnlos. In der praxis findet die Belastung zwar eher punktuell statt, aber du hast dann eben schon Heftigeres erlebt und bist gewappnet.

Mein Rahmen war übrigens anders und ich habe versucht, niemanden zu sehr zu triezen, aber extreme Belastungssituationen habe ich gelegentlich auch erzeugt. Es sollen eben auch bei Erschöpfung, mit Ablenkungen und bei Schlafmangel noch genug Konzentration da sein, um beim Handling von teils sehr komplizierten Kommunikations- und Störmitteln zumindest keine gravierenden Fehler zu machen. Im Übergangsbereich zu EOD war das sogar explizit gefordert und umzusetzen.
 
Davon abgesehen halte ich eine Mischung aus körperlicher und geistiger Belastung harder-than-life für gar nicht so sinnlos.
Bin ich mit dir einer Meinung, da war aber so vieles was einfach unsinnig war
weil man den Auftrag auch anders hätte erfüllen können.
Beispiel:
Es sind 35 Grad und gewinnen sie PP xy bis XX:XX
Soweit so gut, aber:
Feldjacke tragen und nicht Feldbluse

oder:
Da ist ein Seil (40° Gefälle) gehen sie darunter.
Soweit so gut, aber:
Mit dem Kopf voran
 
Bin ich mit dir einer Meinung, da war aber so vieles was einfach unsinnig war
weil man den Auftrag auch anders hätte erfüllen können.
Beispiel:
Es sind 35 Grad und gewinnen sie PP xy bis XX:XX
Soweit so gut, aber:
Feldjacke tragen und nicht Feldbluse

oder:
Da ist ein Seil (40° Gefälle) gehen sie darunter.
Soweit so gut, aber:
Mit dem Kopf voran
Klingt tatsächlich bescheuert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das dem Übungszweck oder irgend einer Doktrin entspricht - jedenfalls keiner, die mir bekannt wäre. Das wirkt eher so, als hätte da jemand versucht, knapp innerhalb des SG mal Arsch sein zu dürfen.

Uns hat man damals prophylaktisch (!) den Kopf gewaschen, um Gottes Willen keine Übungsziele oder -bedingungen zu formulieren, die offenkundig widersinnig sind, weil das unsere fachliche Autorität als Ausbilder untergraben würde.
Und das war Jahre bevor Uschi offiziell gemacht hat, dass Ausbilder sowieso ein wenig netter sein und mehr auf das individuelle Leistungsniveau des einzelnen Soldaten eingehen müssten ...
 
Das weiß ich nicht, die Ausbilder waren jedenfalls Fernspäher mit sehr viel Erfahrung,
ich will auch nicht den Eindruck erwecken, dass das alles unmenschlich war, das war es nämlich auch wieder
nicht. Es wurde sehr gut auf unsere Verfassung geachtet, dass eben keiner vollkommen zusammen klappt.
Da war nichts Beschwerdewürdig.

Aus meiner Sicht war es einfach nur unzweckmäßig. 3 Schichten also die normale Jacke, Koppel und den normalen Rucksack. Das hat im Einsatz keiner an.
Ich hab doch meinen Smock, okay eigenen Plattenträger jetzt nicht, aber einen großen Rucksack was sich alles deutlich besser tragen lässt, warum muss ich das so unzweckmäßig machen?
 
Meine anfänglichen Ausbilder waren Panzeraufklärer, über die ich auch nichts Negatives sagen kann.
Was allerdings immer wieder ein Problem ist: Kommunikation und entsprechende Skills. Viele Ausbilder wissen nur, dass sie sich gegenüber den Auszubildenden nicht zu rechtfertigen haben, verwechseln das aber damit, ihnen nichts erklären zu müssen.

Im Idealfall sollte damit eine ungünstige Ausrüstungslage simuliert werden, wie sie ja durchaus vorkommen kann. Das erklärt aber nicht, eine Übung - unabhängig von der Ausrüstung - auf Zwang so durchzuführen, wie man das beübte Problem in der Realität niemals angehen würde. Wenn sich der Soldat eine im Übungsaufbau nicht ersichtliche fiktive Situation vorstellen soll, muss man es ihm schon verdeutlichen, sonst kann er das Gewünschte nicht lernen.

Mir fällt aber gerade keine Situation ein, für die man beispielsweise üben müsste, eine Steigung am Strick kopfüber zu bewältigen. Außer natürlich, es sollte ganz unspezifisch eine Erschwernis erzeugt werden, die man nicht direkt simulieren kann. Aber wie schon geschrieben, dass müsste man dann auch kommunizieren - womöglich nicht während der Übung, aber später in der Auswertung.

Ich habe meine Schützlinge sich auch mal - selbstverständlich in sicherer Höhe - mit verbundenen Augen hangeln lassen; auf Zeit und ohne dass sie sich in die Quere kommen sollten. Das fanden sie auch doof, denn wann verbindet sich ein Soldat schon die Augen bzw. ist erblindet noch im Einsatz? Oder hangelt überhaupt so dicht an dicht?
Ich habe nur schmunzelnd gefragt, ob sie das Ganze lieber nachts bei natürlicher Finsternis üben würden.
Dass es mir außerdem ganz allgemein darum ging, die körperliche Koordination ohne Sicht zu verbessern, haben sie später bei der Blindmontage von ganz allein festgestellt.
 
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Krass. Ich wusste gar nicht das man Atomsprengköpfe auch mit der Artillerie verschossen hat.:wow:
 
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