Der Energiewende Thread

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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Ui, Danke für den Einblick!
Bitte, gerne
Finde ich spannend, gerade, wo Ihr recht früh angefangen habt mit der Umstellung auf EE! Respekt auch für Euer Durchziehen des regiden Strommanagements im Winter!
Jaaa, das ist manchmal gar nicht so einfach :)
Klar, ist das aufgrund der großen Geldinvestitionen kein Beispiel für viele Menschen in Deutschland, da jene gar nicht das Geld für so etwas haben. Für Menschen mit vergleichsweise Vermögen und Einkommen ist das aber doch ein sehr gutes, so scheint es mir. Da könnten Andere sich wohl eine große Scheibe von abschneiden.
Als angestellter Physiker verdient man zweifellos recht gut, aber man gehört nicht zu den Superreichen :D
Ist ungefähr vergleichbar mit einem Gymnasialleher - nur mit deutlich weniger Urlaub.
Prinzipiell, so meine ich, wäre es jedem möglich, der eine freistehende Immobilie besitzt.
Ob es dann auch sinnvoll ist, ist keine ideologische Frage, sondern eine Frage der örtlichen aber auch generellen Infrastukturpolitik des Landes. bei uns ist es Idealismus pur aber auch getrieben von dem Wunsch, von großen Energiekonzernen unabhängig zu sein.
Sehr cool auch, dass Deine Frau Ihr Ding, Interessen und Fähigkeiten unabhängig von Geschlechterklischees und -drucks durchgezogen hat! Selbst zu meiner Schulzeit wurde leider noch so sexistischer Mist erzählt, dass Frauen nicht Physik o.ä. könnten ...
Studiert und arbeiten macht meine Frau was ganz anderes. Elektrik hat sie von ihrem Paps gelernt, der war Schreiner aber auch gelernter Elektriker - beides kann sie super.
Jedenfalls erklärt das auch Deinen niedrigen Fußabdruck. Aufgrund Mietverhältnis mit Gasheizung kann ich in diesem Bereich nicht mithalten. Ich versuche generell meinen Konsum klein zu halten, nutze Dinge lange, lasse nähen/nähe selbst und färbe Kleidung nach, geflogen bin ich seit 16 Jahren nicht mehr. So lange lebe ich auch bereits vegan. Der übergroße Teil meiner gekauften Lebensmitteln ist Bio ...
Na ja, sieh es so, jeder kann beitragen, du aufgrund vermutlich innerstädtischer Lebensverhältnisse, kannst kaum irgendwas in Richtung Energieautarkie machen, weil es viel zu viele komplizierte Abhängigkeiten gibt.
Dafür jedoch, wie getan, kannst du guten Input und Vorbild in Bezug auf Ernährung geben.
Das ist genau so wichtig, die Summe aller Teile ist entscheidend und nicht, ob der Einzelne 1to mehr ode rweniger verbaucht.
 
Na ja, sieh es so, jeder kann beitragen, du aufgrund vermutlich innerstädtischer Lebensverhältnisse, kannst kaum irgendwas in Richtung Energieautarkie machen, weil es viel zu viele komplizierte Abhängigkeiten gibt.
Naja, das Ziel ist ja auch nicht, dass jeder einzeln autark ist, das halte ich eher für kriminell ineffizient, auch wenn ich verstehe, dass man sich dem Netzbetreibermonopol entziehen möchte, auch wenn das scheinbar ja nicht mal so komplett klappt, sondern dass Deutschland oder Europa unabhängig von nichtnachhaltigen Energieimporten werden. Da kann man auch jetzt schon auch ohne Eigenheim Ökostrom beziehen. Das ändert zwar in dem Moment nichts, am Strommix, aber wenigstens wird so in Zukunft mehr in nachhaltige Energieformen investiert, anstatt weiter elendig viel Geld für zukünftige Treibhausgase oder Atommüll ins Ausland fließen zu lassen. Und zumindest von großen Energiekonzernen kann man sich lösen, wenn man genossenschaftlichen Strom bezieht. Nur beim Netz bleibt man halt gekniffen. Das gehört meiner Meinung nach aber eh ganz klar verstaatlicht, aber das sehe ich nicht kommen.
 
Das Konzept eines supidupi euorpäischen Stromverbundes ist noch in der Zeit geboren worden, als es noch eine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt gab.
Gerade die Ukriane zeigt, wie wichtig Strom- wie Wärmeautarkie zumindest bis auf kommunale Ebene hinunter ist.

Das was wir gemacht haben, ist Idealismus,
gepaart mit der Realität, dass unser Dorf, nicht unweit von München, bis ca. 2050 warten wird, bis das aktuelle Stromnetz soweit modernisiert und verstärkt wurde, dass sich größere PV oder Windkraftanlagen lohnen würden, aufzustellen.
Das ist kommunales Thema wie überall in Deutschland und überall in D. sind die Kassen der Kommunen mehr als klamm.
Denn - der produzierte Strom muss ja auch dann irgendwohin und mit zu dünnen Leitungen wird das nix.
Die Konzerne machen nur die überreginonalen Stromnetze.

Die (Teil-)Privatisierung des deutschen Stromnetzes:
Da hat keiner gekniffen, sondern das ist eine Umsetzung einer EU-Richtlinie, meine aus 1996 oder 1998, damit das deutlich teuere staatliche Strommonopol entfällt, nur so als Randbemerkung. :)
 
Das Konzept eines supidupi euorpäischen Stromverbundes ist noch in der Zeit geboren worden, als es noch eine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt gab.
Gerade die Ukriane zeigt, wie wichtig Strom- wie Wärmeautarkie zumindest bis auf kommunale Ebene hinunter ist.
Nun ja. Eine gewisse regionale Unabhängigkeit ergibt sich durch die dezentralere, regenerative Energiegewinnung und -speicherung ja automatisch, aber ein starkes Europa, dass sich gegenseitig aushelfen kann, ist doch trotzdem gerade in einer Zeit wie jetzt extrem wichtig.
Das was wir gemacht haben, ist Idealismus,
gepaart mit der Realität, dass unser Dorf, nicht unweit von München, bis ca. 2050 warten wird, bis das aktuelle Stromnetz soweit modernisiert und verstärkt wurde, dass sich größere PV oder Windkraftanlagen lohnen würden, aufzustellen.
Weiß nicht. In Bayern, das sich scheinbar darauf eingeschossen hat, mit aller Gewalt zukunftstaugliche Energie zu verhindern, ergibt so was vermutlich wirklich schon Sinn. Wenn irgendjemand da mal konsequent wird und ihnen diese Haltung auf die Füße fallen lässt, könnte das richtig teuer werden.
Das ist kommunales Thema wie überall in Deutschland und überall in D. sind die Kassen der Kommunen mehr als klamm.
Denn - der produzierte Strom muss ja auch dann irgendwohin und mit zu dünnen Leitungen wird das nix.
Die Konzerne machen nur die überreginonalen Stromnetze.
Naja, das wollen wir ja mehrheitlich so. Schulden sind doof, Steuern sind doof, also gibt es halt keine Investitionen. Wenn es daran scheitert, dass man die regionale Produktion nicht ans überregionale Netz angeschlossen bekommt, dann können wir es auch sein lassen.
Die (Teil-)Privatisierung des deutschen Stromnetzes:
Da hat keiner gekniffen, sondern das ist eine Umsetzung einer EU-Richtlinie, meine aus 1996 oder 1998, damit das deutlich teuere staatliche Strommonopol entfällt, nur so als Randbemerkung. :)
Ich schrieb, dass man gekniffen ist. Also keine Wahl hat, weil es halt lokale Monopole sind.
Aber ja, das ist immer die Argumentation für Privatisierung, weil private Unternehmen angeblich immer soo viel effizienter arbeiten. Hinterher ist es vielleicht sogar wirklich erst mal billiger, dafür wird alles auf Substanz gefahren, Gewinne werden mitgenommen und wenn es bröckelt, darf der Staat wieder einspringen und die privaten Gewinne subventionieren. Dass das unterm Strich wirklich günstiger ist, bezweifle ich ernsthaft.
 
Als angestellter Physiker verdient man zweifellos recht gut, aber man gehört nicht zu den Superreichen :D
Ist ungefähr vergleichbar mit einem Gymnasialleher - nur mit deutlich weniger Urlaub.
Prinzipiell, so meine ich, wäre es jedem möglich, der eine freistehende Immobilie besitzt.
Ersteres hatte ich auch nicht angenommen, sondern zweiteres im Hinterkopf - sprich genügend Kapazitäten/Potenzial, selbst energie(wende)mäßig tätig werden zu können.

Ob es dann auch sinnvoll ist, ist keine ideologische Frage, sondern eine Frage der örtlichen aber auch generellen Infrastukturpolitik des Landes. bei uns ist es Idealismus pur aber auch getrieben von dem Wunsch, von großen Energiekonzernen unabhängig zu sein.
Das Konzept eines supidupi euorpäischen Stromverbundes ist noch in der Zeit geboren worden, als es noch eine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt gab.
Gerade die Ukriane zeigt, wie wichtig Strom- wie Wärmeautarkie zumindest bis auf kommunale Ebene hinunter ist.

Das was wir gemacht haben, ist Idealismus,
gepaart mit der Realität, dass unser Dorf, nicht unweit von München, bis ca. 2050 warten wird, bis das aktuelle Stromnetz soweit modernisiert und verstärkt wurde, dass sich größere PV oder Windkraftanlagen lohnen würden, aufzustellen.
Okay, an sich finde ich Insellösungen auch wie @empy für schwierig, da ein Stromnetz ja auch gewisse solidarische Aspekte hat, kann aber verstehen, wenn vor Ort eine privat initiierte EE offenbar schwerlich umsetzbar ist. Diesbezüglich hoffe ich, dass die ja durchaus vorhandene Motivation für Einspeise-PV-Anlagen nicht von aktueller Regierung ausgebremst wird.
Bezüglich energiepolitischer Lösungen und Analyse bin ich jedenfalls bei @empy. Klar, geht es auch um gewisse Unabhängigkeit, aber die kann bzw. sollte ja auch in einem größeren Rahmen erfolgen. Hierdurch kann mensch auch positiven Einfluss auf Nachbar:innen nehmen - bspw. unmittelbar anhand beglücken des "atomstromsüchtigen" Frankreichs mit EE-Überschussstrom - hehe. Andererseits kann mensch selbst regionale/nationale Energieengpässe durch Importe lösen - wie bspw. Wasserstrom aus Norwegen.
Es ist schon recht schräg, dass obgleich (seitens C*U und Spaßpartei) sich so inszeniert wird, dass Wirtschaft das wichtigste sei, Energie/Wirtschaftspolitik von jenen Parteien so ideologisch verfolgt wird, dass durch diese auch wirtschaftliche Belastungen mindestens in Kauf genommen werden (Pleiten vor Ort von EE-Industrie, obgleich diese global Wachstumsbranchen darstellen) - bspw. nicht nur die steigenden Folgekosten aufgrund befeuerter Klimakrise sondern auch durch das Festhalten an veralteter, im doppelten Sinn, fossiler Technologie (Niedergang eigener Auto- und energieintensiver Industrie). Zumindest konnte bisher Wiedereinstieg in Atomkraft abgewehrt werden, auch wenn das nur ein schwacher Trost ist.

Studiert und arbeiten macht meine Frau was ganz anderes. Elektrik hat sie von ihrem Paps gelernt, der war Schreiner aber auch gelernter Elektriker - beides kann sie super.
Okay. Wobei zum Ausleben im Privaten ja auch etwas gehört. Auch das muss mensch sich erstmal zutrauen. Cool, dass ihr Vater seine Fähigkeiten und Wissen geschlechtsunabhängig weitergegeben hat.

Na ja, sieh es so, jeder kann beitragen, du aufgrund vermutlich innerstädtischer Lebensverhältnisse, kannst kaum irgendwas in Richtung Energieautarkie machen, weil es viel zu viele komplizierte Abhängigkeiten gibt.
Dafür jedoch, wie getan, kannst du guten Input und Vorbild in Bezug auf Ernährung geben.
Das ist genau so wichtig, die Summe aller Teile ist entscheidend und nicht, ob der Einzelne 1to mehr ode rweniger verbaucht.
Das stimmt. Mensch würde sich natürlich freuen, wenn sich die Mitmenschen stärker inspirieren ließen. Aber gut, die Entscheidung liegt letztlich bei den Anderen.
 
Zuletzt bearbeitet:
nicht unweit von München, bis ca. 2050 warten wird, bis das aktuelle Stromnetz soweit modernisiert und verstärkt wurde, dass sich größere PV oder Windkraftanlagen lohnen würden, aufzustellen.
Dann sollten die Bayern erstmal aufhören jahrelang zu diskutieren um sämtliche Leistungsbauvorhaben zu boykottieren 😅
Sobald irgendwo eine Leitung gebaut wird, werden sofort die Mistgabeln rausgeholt und als Argument wird gesagt "hab PV, brauche keine Leitung".

Wir sollten Bayern mal für 2 Wochen aus dem Verbundnetz nehmen um die Notwendigkeit zu demonstrieren.
ist doch trotzdem gerade in einer Zeit wie jetzt extrem wichtig.
Es geht gar nicht ohne. Wenn jedes Land nur sein eigenes Stromnetz hätte, gäbe es auf jeden Fall den einen oder anderen Blackout. Wohin mit überschüssigem Strom? Woher benötigten Strom?

Dass das unterm Strich wirklich günstiger ist, bezweifle ich ernsthaft.
Projekte im Netzausbau werden von der BNetzA bezahlt, also von uns allen. Sogar die Mitarbeiter muss der Leitungsnetzbetreiber zum Teil nicht selbst bezahlen. Also wie immer, Gewinne sind privatisiert, Kosten trägt die Allgemeinheit.
 
Willst Du auf folgendenen Passus hinaus? So was wie Marginalmix? Hier mal ein Artikel, allerdings relativ alt, aus dem Jahr 2021. Wenn ich ihn richtig las, werden Marginalmix der Position Strommix dort gegenübergestellt und relativiert ...

Ich kenn es unter dem Begriff "Grenzstrom". Aber der Artikel scheint das Konzept überhaupt nicht verstanden zu haben. Es geht nicht darum, wer "als erster" eingeschaltet wird, sondern wer abgeschaltet werden kann respektive nicht als zusätzlicher Verbraucher auftritt. Das kann natürgemäß jeder sein, aber in einem konkret betrachteten Fall geht es halt um den, den man gerade konkret betrachtet. Also beim Batterieauto:
"Ich ziehe heute 60 kWh aus der Dose, um ~300 km zu fahren. Was wäre passiert, wenn diese 60 kWh nicht gezogen worden wären?"
Antwort a): "Jemand hätte Solarzellen, die sonst 60 kWh Ertrag geliefert hätten, abgebaut. Für das Klima ändert sich gar nichts."
Antwort b): "Ein Kohlekraftwerk hätte 60 kWh weniger produziert, dem Klima wären roundabout 60 kg CO2 erspart worden."

Dem gegenüberstellen muss man das Pendant:
"Ich fülle heute in meinen Verbrenner 20 l Benzin, um ~300 km zu fahren. Was wäre passiert, wenn ich die nicht verbrannt hätte?"
Antwort a): "Jemand anders hätte sie just for fun zusätzlich verbrannt, für das Klima ändert sich gar nichts."
Antwort b): "Dem Klima wären 50 kg Verbrenner-CO2 erspart worden"

Gesamtrechnung dann:
Verbenner statt Batterieauto spart 60 kg CO2 ein, erzeugt 50 kg CO2 extra, sorgt Netto also für 10 kg weniger CO2-Emissionen bei gleicher Fahrleistung.

Bist Du Dir sicher, dass Dein beschriebenes Szenario denn so zutrifft? Mir erscheint es sehr (zu?) simpel und statisch zu sein - feste, gleichbleibende Ausgangsgröße + "einstöpseln". Ist das Stromnetz, das Verhältnis von Erzeugung und Nutzung über die Landesgrenze hinaus (da eingebettet in europäisches Stromnetz einschließlich sehr kurzfristiger In- und Exporte), nicht viel komplexer, als Du hier darrstellst?

Die rein energetische Bilanz ist tatsächlich so einfach. Auch Importe/Exporte ändern erstaunlich wenig, denn die Situation ist überall gleich: Jeder verkauft so viel grünen Strom, wie er entweder liefern (Skandinavien) oder produzieren (alle anderen) kann. Heißt umgekehrt: Ein zusätzlicher Verbraucher kann nie auf zusätzlichen grünen Strom zurückgreifen, denn es gibt keinen (in Reichweite). Die Grobregelung erfolgt in Deutschland überwiegend über Kohlekraft, d.h. diese Kraftwerke laufen gemäß dem prognostizierten Bedarf, den EE nicht decken können, und die kurzfristige Feinregelung komplett über Gas. Die feinere Differenzierung zwischen beiden ist komplex, aber man kann sie sich weitestgehend sparen kann, solange wir Gas in Nordamerika/Russland/Vorderasien einkaufen, denn wie du schon selbst gepostet hast: Inklusive Methanemissionen sind die Gaskraftwerke quasi genauso schädlich. Da Atomstrom bei uns kaum eine Rolle spielt (und auch nicht sollte), bleibt es also bei "wenn EE keine 100% erreichen, muss der Rest fossil gedeckt werden". Natürlich würde sich das ändern, wenn jetzt alle Handelsblatt-Schmierfinken ihre hypothetischen Millionen von 50er-Jahre-Kühlschränken abschalten und der Gesamtverbrauch soweit runtergeht, dass wir die Kohlekraftwerke die meiste Zeit des Jahres über abschalten würden. Aber soweit sind wir noch lange nicht, schon gar nicht europaweit.

Was derzeit schwierig ist, ist die quantitative Einordnung von Sonderfällen und Entwicklungspotenzial sowie deren Projektion in die Zukunft. Der Benziner in dem Beispiel verbraucht rund 6,5 l pro 100 km. Aber man könnte auch welche mit halb so viel Verbrauch bauen, bei gleicher Transportleistung. Das wären dann 35 kg CO2 Ersparnis gegenüber den Beispiel-Batterieauto. Und wenn ich berücksichtige, dass ein Kohlekraftwerk deutlich mehr als 60 kWh einspeisen muss, damit 60 kWh im Akku ankommen (Leitungs-, ggf. Pufferungs-, Ladesäulen- und Ladeelektronik-Verluste), dann sind wir schon bei 40 kg Einsparung durch den Benziner/Mehremissionen durch das Batterieauto. Umgekehrt kann dieses, wenn es an einem sonnigen Tag in einem Gebiet mit extrem guten Photovoltaik, aber miserablen Netzausbau rumsteht, auch tatsächlich mit CO2-freiem Überschussstrom geladen werden. In dem Moment kommt man tatsächlich den 0 g CO2 nahe. Aber das müsste man in einer Metaebene natürlich gegen die Gründe für den mangelnden Netzausbau abgewogen werden: Warum wurde der Photovoltaikstrom nicht eingespeist? Z.B. weil in dem Gebiet 50 Millionen zur Ertüchtung der Netze "fehlten", während für 50 Mililonen Ladesäulen gebaut wurden? Dann hat das Konzept "Elektromobilität" selbst dafür gesorgt, dass der produzierte PV-Strom nicht an stationäre Verbraucher weitergeleitet wurde, wo er Kohlestrom ersetzt und so viel mehr CO2 eingespart hätte. Es gibt also reichlich Potential für zusätzliche Komplexität, aber da steht ganz zu Anfang nicht ohne Grund "Sonderfälle". Bislang haben wir nämlich nur wenig Tageszeiten und Regionen in Deutschland, wo es derartigen Überschussstrom gibt und das sind dann meist Pendler-EFH-Viertel mittags, wenn die zugehörigen Autos gerade mit ihren Besitzern auf Arbeit sind.

Wichtiger wäre eher der schwarze Elefant vor dem Raum: Für Kohle werden riesige Flächen umgewühlt und das schwere, sperrige Zeug um die ganze Welt transportiert (im Falle von Steinkohle). Letzteres gilt aber auch für Rohöl - in etwas geringerem Maße, wogegen noch die Emissionen der Raffinierung aufzurechnen sind. Und außer vereinzelten Lobbyorganisationen (die jeweils verdammt merkwürdigen Zahlen für ihre jeweilige Seite) sagt dazu niemand etwas. Da hat meine Überschlagsrechnung eine riesen Lücke, aber alle anderen Rechnungen halt auch :ka: . "Best möglich" ist eben nicht zwingen "perfekt". Aber einfach den Verbrauch ab Ladestecker mit "dem Strommix" zu multiplizieren, dass ist ganz sicher falsch. Aktuell haben wir ja nicht einmal "den Strommix", sondern um 12:00 anderen Strom als um 20:00. Trotzdem verbreiten sehr viele Quellen genau solchen Nonsens. (Und ja: Darunter leider auch sehr viele namenhafte Institutionen, deren Kompetenz z.B. in ökologischen Fragen zu Recht geschätzt wird. Aber das sagt halt nicht, dass die vorurteilsfrei und intelligent ans Stromnetz rangehen.)

Hier greifst Du wieder auf Deine vorige Darstellung zurück, von der ich erstmal nicht ausgehen würde, wie ich oben schrieb. Ohne Kohlekraft verteidigen zu wollen - da ich fossile Energien ja schnellstens vom Netz müssen - ein Kohlekraftwerk kombiniert mit Kraft-Wärme-Kopplung kann einen sehr hohen Wirkungsgrad erzielen - durch die Nutzung der anfallenden Abwärme.. Beim Auto hingegen verpufft viel mehr, da es nicht an ein Wärmenetz angeschlossen ist.

Soweit die Theorie. Aber wie viele respektive eher: Wie wenige Kohlekraftwerke sind in Deutschland schon an Wärmenetze angeschlossen? Und wer will da von April bis Oktober nennenswert Wärme entnehmen? KWK ist eine sinnvolle Technik, aber man müsste sie erstmal systematisch aufbauen. Die letzte Regierung wollte das, die aktuelle hat eine explizite Aufhebung der Gesetze versprochen. Dann stehen wir wieder bei dem, was 70 Jahre lang Realpolitik in Deutschland war: Gar keine Fernwärme oder gar welche mit extra Heizkraftwerk, dass keinen Strom erzeugt :wall: .

Für die fernere Zukunft frage ich mich auch, ob sich die Sache noch groß lohnt. Das Klima wird wärmer, sommerliche Kühlung immer wichtiger, die Heizperiode immer kürzer und allgemein gehen sämtliche Energiewenderechnungen davon aus, dass der aktuell enorme Bedarf an Wärmeenergie durch bessere Isolierungen massiv reduziert wird. Wenn noch im Januar/Februar für ein paar Wochen ein Bruchteil der heutige Heizleistung benötigt wird, dann verbessert KWK die Bilanz kaum noch, weil sie 10+ Monate im Jahr gar keine erwähnenswerte Wirkung hat und dem kümmerlichen Rest ein ziemlich großer Aufwand gegenübersteht. Das bescheuerte an Fernwärme ist ja, dass man sie zusichern muss, weil man den Heizbedarf jedes einzelnen nicht exakt kennen kann. Das heißt wenn 99,9% der Abnehmer Ende November wegen guter Isolierung gar nicht heizen müssen, läuft das KWK-Kraftwerk trotzdem mit 50 K erhöhter Ablauftemperatur und entsprechend geringerer elektrischer Effizienz, weil das halt zugesichert ist und irgendwo irgendeiner das heiße Wasser aus der Leitung brauchen könnte.

Das habe ich gelesen. Soweit ich Dich verstsehe, befürwortest Du aber Neubauten von Verbrenner.

Jein. Ich bin dafür, das zu machen, was sinnvoll ist und das muss man jeweils technologieoffen prüfen. (Idealerweise, in dem man Folgekosten korrekt einpreist und dann sieht ja jeder, was für ihn die günstigere Lösung ist). Ich persönlich rechne damit, dass Verbrenner in kleineren Fahrzeugen auf der Langstrecke (was für mich zugleich die primäre Daseinsberechtigung von Privatfahrzeugen überhaupt ist) sowie in einigen professionellen Einsatzbereichen mit sehr seltenem, dann aber technisch anspruchsvollen Bedarf (z.B. Dauerlasttauglichkeit bei THW, hohes Leistungsgewicht beim Förster) noch auf lange Sicht die sinnvollere Technologie sein können.

Die Energiewende wird wohl (hoffentlich) nicht abgewürgt, sondern weiter vorangetrieben zumindest sollte sie - noch sind bspw. nicht alle Dächer voll mit PV. :) Entsprechend birgt strombasierte Nutzung gegenüber Verbrennung fossiler Energieträger immer ein Vorteil - der EE-Anteil im Netz kann erhöht werden

Das ist das alte ""Argument"" von Vorteilen aus kommenden Entwicklungen, dass jetzt schon seit 10-15 Jahren spazieren getragen wird. Und was ist die Realität? Die erste Generation Tesla S wandert auf den Schrottplatz, die Kohlekraftwerke sind die ganze Zeit durchgelaufen. Bei dem aktuellen EE-Ausbau wird das sämtlichen heute verkauften Batterieautos genauso ergehen und ehe wir auch aus fossilem Gas aussteigen, wird es mit der aktuellen Politik 2060 in Deutschland sein und 2080 oder später bei unseren Nachbarn in Polen oder Tschechien. DANN, in 50 Jahren, sticht dein Argument. Aber bis dahin werden noch 2-3 Autogenerationen ins Land ziehen und wie ausführlich dargelegt ist mit der Umstellung auf 100% EE noch lange nicht garantiert, dass Batterieautos eine viel bessere Bilanz haben. Ab da ist das nur _möglich_, dass sie ihren bisherigen Rückstand auf- und dann überholen.

, der vom Verbrenner nicht bzw. nur mit krasser Verschwendung (E-fuels).

Wie gesagt: Wir brauchen chemische Energiespeicher sowieso, um die PV-Überproduktion im Sommer einzufangen. Wie ""krass"" diese unvermeidbare Verschwendung mit welcher Art von P2X sein wird und was das für die direkte mobile Nutzung derselben bedeutet, bleibt abzuwarten. Leider wurde und werden große Teile dieser Forschung ziemlich vernachlässigt. Kohlenwasserstoffsynthese war von ... öhm ... den 1940ern bis vor rund 10 Jahren gar kein Thema, Wasserstofflagerung bis vor 20 Jahren nicht, potentielle Kohlenstoffquellen und sicherer Umgang mit Ammoniak sind es bis heute nicht. Einzig an H2-Elektrolyseuren wurde in den 70ern/80ern mal intensiv geforscht, sodass man da eine Grundlage hatte. Ergebnis: Man steht aktuell in Laborversuchen schon bei 95% Effizienz. Rein von der Thermodynamik her sind auch für die anderen Schritte 9x% denkbar, während beim Batterieauto und zugehöriger Kette fast alle Komponenten seit Ewigkeiten als ausentwickelt gelten (alles außer Batterie) respektive am Mangel chemischer Fortschritte in bereits sehr gut erforschten Gebieten hängen (Batterie).

Ergänzung: 60% der Autofahrten sind laut folgender Quelle nur zwischen 0 - 10 km lang.

Nahezu alle privaten Autofahrten unter 15 km sind in meinen Augen verzichtbar und sollten ersatzlos eingespart werden. Die paar, die übrig bleiben, sind dann vernachlässigbar. 100 mal 3 km zu fahren verursacht geschätzt halb so viel CO2, wie einmal 500 km und 500 km zurück. Die durch Fahrradfarhten zu ersetzen lohnt, weil da "nix" auf der Kostenseite steht und außerdem noch eine Gesundheitseffekt bei rausspringt. Aber für <<1000 km im Jahr optimiert man kein Auto. Dafür lohnt sich kein Auto.

Hier liegen wir offenbar näher beieinander. So ich die Debatte seitens EE-Befürworter:innen verfolge, geht es aktuell u.a. um größere Batteriespeicher, um bspw. Sonnenstromüberschuss tagsüber zu speichern und nachts nutzen zu können, um fossilen Stromanteil zugunsten EEs reduzieren zu können. Fragt sich, was die aktuelle Regierung macht ...

Nichts. Aber die 24h-Speicherung steht vor dem Punkt, an dem sie sich kommerziell lohnt und dann von selbst ausbaut. Viel zu langsam, aber ehe wir den noch viel langsameren Kohleausstieg geschafft haben, dürfte das kein Thema mehr sein. Viel mehr sorgen bereiten mir die mehrwöchte Speicherung und die saisonale. Erstere bräuchte es eigentlich gar nicht, wenn Verbundnetz und EE EU-weit ausgebaut werden würden, ab verkacken die Politiker ja noch mehr; Außnahme Portugal und Skandinavien. Und für letzteres hat man überhaupt nur theoretische Konzepte (siehe oben: P2X), dabei ist das der wichtigste Aspekt. Von Mai bis August haben wir rund dreimal so viel PV-Ertrag, wie von November bis Februar und noch liegt der Heizungs- über dem Kühlungsbedarf, sodass der Verbauch genau gegenteilig verläuft.

Schon. Du hast da ja offenbar ein anderes und innerhalb diesem Vorbedingungen, die Du auf bestimmte Art lösen möchtest. Handwäsche, "Katzen"-Körperwäsche ... nutze ich, wenn ich unterwegs bin.

Drei Wochen lang bei 40 °C die gleichen beiden T-Shirts und dann setzt du dich ins Zugabteil?
Ne, sorry. Da haben wir wohl wirklich unterschiedliche "Mindsets".

Wieso dürftest Du nicht mehr campen? Meinst Du Campingauto/anhänger oder Zelten? Es gibt ultralight Ausrüstung womit mensch das Gepäckgewicht stark reduzieren kann ...

Zelt. (Wobei ich mal mit einem Estoril geliebäugelt habe: Kleinwagen mit Hänger, 14 h @Schnitt 85 versus Kompaktwagen mit Zelt drinne, 12 h @Schnitt 10 + 2 h Auf-/Abbau? :hmm: )
Aber groß genug, um Kleidung, Kochutensilien & Co für mehrere Wochen unterzubringen. Zelthersteller schreiben da dann "4 Personen" dran, obwohl nur zwei drinne liegen. Wenn die Gesamtgepäckmenge Bahn und Linienbus tauglich bleiben sollte, müsste man dagegen auf maximal 5 kg und 20 l für Zelt, Kocher, Gasbuddel, Geschirr und Töpfe runter (von Sitzmöglichkeit und Tisch ganz zu schweigen, die zu meinem Mindset schon dazu gehören). Seh ich so nicht geschehen.

Oder ist Dein Vorschlag, die Differenz quer- also aus anderer Quelle zu finanzieren?

Ja, exakt. Deswegen will ich die Abgaben auf CO2-Emissionen anheben. Das Sozialbudget ergibt sich doch nicht aus Sozialabgaben, sondern es wird (genau wie jedes andere Budget auch) festgelegt. Wir haben so gut wie keine zweckgebundenen Abgaben in Deutschland und auch praktisch keinen großen Posten, der allein aus einer konkreten Abgabe finanziert wird. Es müssen nur die Einnahmen insgesamt stimmen und dass kann man für Lenkungseffekte nutzen. Aktuell machen wir Arbeit teuer, Umwelt- und Klimazerstörung aber billig. Ich würde das umdrehen.


Das Konzept eines supidupi euorpäischen Stromverbundes ist noch in der Zeit geboren worden, als es noch eine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt gab.
Gerade die Ukriane zeigt, wie wichtig Strom- wie Wärmeautarkie zumindest bis auf kommunale Ebene hinunter ist.

Man braucht keine Autarkie. Man braucht nur Dezentralität und leistungsfähige Vernetzung. Wenn du überall Kraftwerke hast und alle mit allen über eine Vielzahl von Leitungen so verbunden sind, dass bei Bedarf ein kompletter Ausfall der lokalen Produktion ausgeglichen werden kann (weil genau das jedes einzelne Mal nachts bei Windstille gewährleistet sein muss), dann ist das ein sehr resilientes System. Wenn einzelne Erzeuger ausfallen, macht es gar keinen Unterschied, einzelne Leitungen senken nur lokal die Peakleistung und man muss etwas einsparen (macht man in angegriffenen Regionen schon aus ganz anderen Gründen).

Bei Insel-Autarkie hätte ich eher bedenken. Denn die basiert zwangsläufig auf einzelnen Strukturen mit wenig Redundanz: Wenn der Dorf-Batteriespeicher getroffen wird und keine nennenswerten Leistungskapazitäten bestehen, weil man ja ""autark"" ist äh war, dann bliebt es solange jede Nacht dunkel, bis neue Batterien nebst Technik da sind. Und das kann dauern.

Nur in Friedenszeiten hat Insel-Autarkie die Nase vorn: Die kann eben "jeder für sich" aufbauen. Ein EU-weites, engmaschiges Netz aus Kraftwerken und Leitungen müssten alle in der EU aufbauen.


Die Frage ist ja, ob man Bayern abschieben kann. :D

Es ist doch schon schwer jemand zu finden, der straffällige Afghanen nimmt. Aber Bayern? Iiiiiiihgitt!!!



P.S. @inhuman_nature:
Ich bin durch Zufall diese Woche auf eine Angabe zum realen Verbrauch bei nicht-ganz-so-schnell-Zügen gestoßen, wir hatten ja die Diskussion.
"Der Dieselverbrauch auf der neuen Relation lag nach DB-Angaben bei 2,2 Litern je Person und 100 Kilometern, bei einer Auslastung von 40 Prozent.[88]". Reale Auslastungsangabe, für eine Verbindung mit 200 km/h Spitze, auf weiten Teilen der Strecke aber 140-180 und mit wenig Zwischenhalten. Das entspricht ungefähr deiner Vision eines energieeffizienteren Fernverkehrs, aber es ist noch weitaus schlechter, als von mir angenommen. Mit dem Tempo erzielt die Bahn Door-to-Door-Reisezeiten, die ein PKW selbst auf günstigen Verbindungen (Innenstadt-Innenstadt, parallele Trasse) mit max. Tempo 120-130 schlagen kann. Auf weniger ungünstigen mit Tempo 80-100. Da ist es leicht, mit handelsüblichen Dieseln auf 4,4 l zu kommen und wenn man mal ausgehend von A2 3l weiterspinnt, sollten 2,2 l technisch machbar sein. Je nachdem, was für Verbrenner man also in Zukunft baut, ist der PKW spätestens ab 2 Reisenden effizienter, eventuell sogar schon mit einem einzelnen konkurrenzfähig. Im Extremfall, mit auf 1-2 reisende optimierten Fahrzeugen (Mototracer, Loremo) wäre es immer der PKW. Man kann durch eine Umstellung auf ÖPV also auf der Langstrecke keine Energie gegenüber dem Auto sparen, sondern man erhält nur den Vorteil einer leichteren Elektrifizierung. (Elektro versus Elektro fällt der Batterie-PKW außerdem nochmal leicht in der Effizienz zurück, weil er die schweren Akkus mitschleppt)
Die Umstellung lohnt sich natürlich auch allein aus diesem Grund und gegenüber dem Flugzeug hat man auch einen Verbrauchsvorteil. Aber wie bereits dargelegt: Man sollte für die Energieplanung der Zukunft nicht davon ausgehen, dass der Energiebdedarf des Langstreckenverkehrs insgesamt sinkt, auch nicht wenn die Umstellung auf ÖPV glückt. Das geht nur, in dem motorisierte Fahrten insgesamt einspart.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin durch Zufall diese Woche auf eine Angabe zum realen Verbrauch bei nicht-ganz-so-schnell-Zügen gestoßen, wir hatten ja die Diskussion.
Finde ich gut, zu dem Abschnitt von Dir mal meine Gedanken:

Ich bin durch Zufall diese Woche auf eine Angabe zum realen Verbrauch bei nicht-ganz-so-schnell-Zügen gestoßen, wir hatten ja die Diskussion.
"Der Dieselverbrauch auf der neuen Relation lag nach DB-Angaben bei 2,2 Litern je Person und 100 Kilometern, bei einer Auslastung von 40 Prozent.[88]". Reale Auslastungsangabe, für eine Verbindung mit 200 km/h Spitze, auf weiten Teilen der Strecke aber 140-180 und mit wenig Zwischenhalten. Das entspricht ungefähr deiner Vision eines energieeffizienteren Fernverkehrs, aber es ist noch weitaus schlechter, als von mir angenommen. Mit dem Tempo erzielt die Bahn Door-to-Door-Reisezeiten, die ein PKW selbst auf günstigen Verbindungen (Innenstadt-Innenstadt, parallele Trasse) mit max. Tempo 120-130 schlagen kann. Auf weniger ungünstigen mit Tempo 80-100. Da ist es leicht, mit handelsüblichen Dieseln auf 4,4 l zu kommen und wenn man mal ausgehend von A2 3l weiterspinnt, sollten 2,2 l technisch machbar sein. Je nachdem, was für Verbrenner man also in Zukunft baut, ist der PKW spätestens ab 2 Reisenden effizienter, eventuell sogar schon mit einem einzelnen konkurrenzfähig. Im Extremfall, mit auf 1-2 reisende optimierten Fahrzeugen (Mototracer, Loremo) wäre es immer der PKW. Man kann durch eine Umstellung auf ÖPV also auf der Langstrecke keine Energie gegenüber dem Auto sparen, sondern man erhält nur den Vorteil einer leichteren Elektrifizierung. (Elektro versus Elektro fällt der Batterie-PKW außerdem nochmal leicht in der Effizienz zurück, weil er die schweren Akkus mitschleppt)
Die Umstellung lohnt sich natürlich auch allein aus diesem Grund und gegenüber dem Flugzeug hat man auch einen Verbrauchsvorteil. Aber wie bereits dargelegt: Man sollte für die Energieplanung der Zukunft nicht davon ausgehen, dass der Energiebdedarf des Langstreckenverkehrs insgesamt sinkt, auch nicht wenn die Umstellung auf ÖPV glückt. Das geht nur, in dem motorisierte Fahrten insgesamt einspart.
Wobei die Auslastungsangabe (40%) ja den bestehenden Verkehrsverhältnisse bzw. der Zeit dieser Evaluierung entspricht - in der sehr viele Menschen ein Auto besitzen und auch nutzen bzw. in den Flieger steigen. Hierdurch ist natürlich auch die Auslastung des ÖPV niedriger, als unter anderen, reformierten Verhältnissen. Wäre die Bahn also zuverlässiger, das Bahnnetz weiter ausgebaut und aufeinander abgestimmt, die Alternativen Auto und Flugzeug noch teurer durch größere Abbildung der Klimakrise-Folgekosten und gäbe es gar keine Inlandsflüge, so wäre die Auslastung von ÖPV höher und damit wäre auch der Energieverbrauch je Person und 100 Kilometer wesentlich niedriger. Wobei strombasierte Nutzung nochmals große Vorteile bringt, gerade wenn mensch die Energiewende weiter vorantreibt, der EE-Anteil also ansteigt. Der Verbrenner bleibt aufgrund seines geringen Nutzungsgrades immer im Verhältnis mehr Heizung als effizienter Antreiber. Zumal, wie Du zuletzt ja anmerktest, der Energieeinsatz von Quelle zur Nutzung und damit eben auch u.a.Transport und Raffination für Treibstoffe einberechnet werden müsste.
Auf LKW-Ebene scheint sich auch etwas zu tun. So mich erste Hinweise nicht täuschen, treiben Speditionen die Umstellung auf E-LKWs voran. Für die Speditionen scheint es sich zu lohnen. Ähnlich könnte sich auch die Reisebusbranche entwickeln. Auch wenn ich Bahn ideel bevorzuge, stellt letztere eine weitere bessere Alternative zu Autos dar.

Mit dem Tempo erzielt die Bahn Door-to-Door-Reisezeiten, die ein PKW selbst auf günstigen Verbindungen (Innenstadt-Innenstadt, parallele Trasse) mit max. Tempo 120-130 schlagen kann. Auf weniger ungünstigen mit Tempo 80-100.
Können theoretisch. Fragt sich wie realistisch das ist, wie häufig dies vorkommt. Eine Optimierung der Fahrtzeit setzt die Reduzierung des Verkehraufkommens vorraus und stellt damit auch das Reisevorhaben des Autos in Frage.

Naja, wo Du die Reisezeit anführst, kann mensch auch den Bequemlichkeits-Aspekt erwähnen. Als Bahnreisende:r bist Du bloß Passagier und kannst im Gegensatz zu Autofahrer:innen - gerade zu Hauptverkehr/reiseszeiten (Stau, stockender Verkehr) - entspannen. ;)

Auf weniger ungünstigen mit Tempo 80-100. Da ist es leicht, mit handelsüblichen Dieseln auf 4,4 l zu kommen und wenn man mal ausgehend von A2 3l weiterspinnt, sollten 2,2 l technisch machbar sein.
Ein Trend zu leichteren Autos ist nicht absehbar (schon gar nicht bei Verbrennern) und würde ich aus genannten Gründen politisch auch kaum verfolgen wollen - höchstens im kleineren (Mengen)Rahmen als Elektroleichtfahrzeug.

Die Umstellung lohnt sich natürlich auch allein aus diesem Grund und gegenüber dem Flugzeug hat man auch einen Verbrauchsvorteil.
... insofern kann ich diese Aussage nur unterstreichen.
Die Diskussion um die Wahl der Technologie und die Gegenüberstellung verschiedener Technologie im Bereich Mobilität mag als Gedankenspielerei reizen, sollte aber eigentlich als längst geführt und abgeschlossen gelten. Leider wird sie in der allgemeinen Debatte immer wieder seitens Lobbyist:innen, Abgeordneten und Autofans angeführt. Ich würde Dich nicht als krassen Autofan wahrnehmen bzw. deuten, jedoch verwendest ja auch Du den Begriff Technologieoffenheit und deswegen hier meine Kontextualisierung.
Der Debatte und aktuellen Mobilitätsverhältnissen gegenüber mag meine Sichtweise ideell und utopisch erscheinen. Wenn mensch sich dabei aber die zugespitzten ökologischen Krisen vor Augen führt - wie ihm "Nachbar"-Thread anthropogener Klimawandel - , so erscheint jene wohl eher als eine notwendige und vergleichsweise milde. Tatsächlich wären die skizzierten Verhältnisse weit entfernt von Pferd und Kutsche, wie manche Autofans spöttisch polemisieren.


Okay, auch wenn wir uns thematisch damit etwas weiter vom eigentlichen Thema entfernen. (Anm. für Mitlesende/Moderation) Der Bezugspunkt zum Thema ist hier ökologisches Reisen ...
Drei Wochen lang bei 40 °C die gleichen beiden T-Shirts und dann setzt du dich ins Zugabteil?
Ne, sorry. Da haben wir wohl wirklich unterschiedliche "Mindsets".
Es geht schon, wenn mensch sich vorher wäscht und die zuvor gewaschene Zweitgarnitur anzieht. Problematisch sind eher die Schuhe. Da hilft Desinfektionsmittel ein bisschen. :haha: 40° C dürften allerdings generell herausfordernd bezüglich schwitzen sein. Naja, mensch kann ja andere Temperaturen/Reisezeiten wählen.

Zelt. (Wobei ich mal mit einem Estoril geliebäugelt habe: Kleinwagen mit Hänger, 14 h @Schnitt 85 versus Kompaktwagen mit Zelt drinne, 12 h @Schnitt 10 + 2 h Auf-/Abbau? :hmm: )
Aber groß genug, um Kleidung, Kochutensilien & Co für mehrere Wochen unterzubringen. Zelthersteller schreiben da dann "4 Personen" dran, obwohl nur zwei drinne liegen. Wenn die Gesamtgepäckmenge Bahn und Linienbus tauglich bleiben sollte, müsste man dagegen auf maximal 5 kg und 20 l für Zelt, Kocher, Gasbuddel, Geschirr und Töpfe runter (von Sitzmöglichkeit und Tisch ganz zu schweigen, die zu meinem Mindset schon dazu gehören). Seh ich so nicht geschehen.
Okay, da haben wir offenbar verschiedene Mindsets, Komfortvorstellungen, Reisepräferenzen, wobei es schon Optionen gibt (bspw. Nutzung von Hütten, bereits erwähntes Reisen bei Temperaturen bis max 25.° C).
Mein Ansatz geht in die Richtung Gewichtsreduzierung, wenn auch nicht auf 5 kg runter, sondern eher 7 kg. Hier mal ein Wikilink zu einem Mindset, an dem ich mich orientiere. Damit komme ich einige Tage in abgelegenere Gebiete, ehe ich wieder ein Supermarkt/Depot aufsuchen muss. Vielleicht kennst Du das ja bereits. Tische und Stühle sind jedenfalls nicht mit dabei. :haha:
 
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Hierdurch ist natürlich auch die Auslastung des ÖPV niedriger, als unter anderen, reformierten Verhältnissen. Wäre die Bahn also zuverlässiger, das Bahnnetz weiter ausgebaut und aufeinander abgestimmt, die Alternativen Auto und Flugzeug noch teurer durch größere Abbildung der Klimakrise-Folgekosten und gäbe es gar keine Inlandsflüge, so wäre die Auslastung von ÖPV höher
Ein ordentlich ausgebauter ÖPNV soll ja deutlich häufiger fahren. Also auch dann wenn gar nicht soo viele Leute akuten Bedarf haben.
Unabhängig von aller anderen Diskussion halte ich es daher für illusorisch in dem Szenario eine Mehrauslastung zu bekommen. Ich würde sogar eher eine Minderauslastung gegenüber dem Status Quo erwarten.
 
Ein ordentlich ausgebauter ÖPNV soll ja deutlich häufiger fahren. Also auch dann wenn gar nicht soo viele Leute akuten Bedarf haben.
Unabhängig von aller anderen Diskussion halte ich es daher für illusorisch in dem Szenario eine Mehrauslastung zu bekommen. Ich würde sogar eher eine Minderauslastung gegenüber dem Status Quo erwarten.
In dem Beispiel ging es um die Auslastung von Fernzügen, nicht um Nahverkehr. Ich denke schon, dass Fernverkehrszüge eine höhere Auslastung hätten, wenn Flugzeuge und Autos als Alternativen wegfielen.

Mh, bezüglich Taktung des ÖPNV müsste ein Mittelweg gefunden werden, so dass sehr geringe Auslastung vermieden würde, andererseits abgelegen Wohnende nicht ausgegrenzt wären. Es kommt dann auch auf den Mix und die Abstimmung verschiedener Angebote an wie bspw. Rufbus, denke ich. Aber ja, die Taktdichte würde mensch auf dem Land irgendwo in Brandenburg nicht so gewährleisten können, wie in Berlin. Andererseits bräuchte es wohl schon so etwas wie eine Mindesttaktung. Kollektivverkehr müsste hoffentlich stärker das Solidarprinzip widerspiegeln. Zu einem Teil müsste mensch niedrigere Auslastung in Kauf nehmen, wenn es das Auto für die meisten nicht mehr gibt. Dafür würde die Mobilität insbesondere von Kindern Jugendlichen, Kranken, Älteren und Menschen mit Behinderung gestärkt.
 
Wobei die Auslastungsangabe (40%) ja den bestehenden Verkehrsverhältnisse bzw. der Zeit dieser Evaluierung entspricht - in der sehr viele Menschen ein Auto besitzen und auch nutzen bzw. in den Flieger steigen. Hierdurch ist natürlich auch die Auslastung des ÖPV niedriger, als unter anderen, reformierten Verhältnissen.

Da sehe ich keinen Zusammenhang. Auslastung ist Zahl der Passagier-Kilometer pro Zahl der Sitzplatzkilometer. Zu einem Missmatch zwischen beiden kommt es, wenn die Leute nicht zum erwarteten Zeitpunkt fahren (wollen) oder nicht auf der gesamten Strecke ausschließlich von End- zu Endhaltestelle. Und das ist halt in einem gewissen Maße immer der Fall.

Wobei strombasierte Nutzung nochmals große Vorteile bringt, gerade wenn mensch die Energiewende weiter vorantreibt, der EE-Anteil also ansteigt.

Wie gesagt: Die leichtere Umstellung der Bahn auf EE gegenüber dem Auto sehe ich auch als echten Vorteil. Bei unserer Diskussion ging es nur darum, ob/wie stark die pro Transportleistung benötigte Energie sinkt, also ob man für den Ersatz von 100 kWh PKW-Energie beispielsweise 10 kWH Bahnenergie reichen und man den künftigen Energiebedarf entsprechend knapper kalkulieren kann. Und da sagen die Zahlen klar: Nein. Bei Nutzung der gleichen Antriebsart (in dem Fall halt Diesel vs Diesel, also mit Ineffizienzstrafe auf beiden Seite) verbraucht die Bahn im Fernverkehr nicht weniger Energie als ein Auto mit zwei Personen.

Auf LKW-Ebene scheint sich auch etwas zu tun. So mich erste Hinweise nicht täuschen, treiben Speditionen die Umstellung auf E-LKWs voran. Für die Speditionen scheint es sich zu lohnen. Ähnlich könnte sich auch die Reisebusbranche entwickeln. Auch wenn ich Bahn ideel bevorzuge, stellt letztere eine weitere bessere Alternative zu Autos dar.

LKW gehören meiner Meinung nach zu guten Einsatzmöglichkeiten für Batterieantriebe. Das gilt insbesondere, wie allgemein bei Lieferverkehr, wenn man sie nur für die letzte Meile vom Bahnhof zum Verbraucher nutzt, aber selbst auf der Fernstrecke: Kaum ein Laster scheint mehr mit zwei Fahrern auf die Reise geschickt zu werden und somit müssen die Dinger nach in der Regel 300 km eine Pause machen. Das passt gut zu den Ladezyklen von Akkusystemen.

Reisebusse halte ich umgekehrt für problematisch, weil da eben das genaue Gegenteil der Fall ist. Die fahren schon mal 20 Stunden ohne längere Unterbrechung durch. Um die auf Batterie umzustellen, bräuchte es Wechselakkusysteme und während die (auch bei LKW) technisch leicht umsetzbar wären, sehe ich ein massives Henne-Ei-Problem für die Einführung. Aber ich bin sowieso kein großer Fan von Reisebussen. Die kombinieren perfekt die Nachteile eines Straßenfahrzeugs mit den Nachteilen einer Bahn.

Können theoretisch. Fragt sich wie realistisch das ist, wie häufig dies vorkommt. Eine Optimierung der Fahrtzeit setzt die Reduzierung des Verkehraufkommens vorraus und stellt damit auch das Reisevorhaben des Autos in Frage.

Nix "theoretisch". Aktuelle Praxis, wenn man das richtige Auto wählt.

Naja, wo Du die Reisezeit anführst, kann mensch auch den Bequemlichkeits-Aspekt erwähnen. Als Bahnreisende:r bist Du bloß Passagier und kannst im Gegensatz zu Autofahrer:innen - gerade zu Hauptverkehr/reiseszeiten (Stau, stockender Verkehr) - entspannen. ;)

Hängt davon vom Zug und den Mitfahrern ab :fresse: .

Im Ernst: Als es in der Bahn noch bequeme Sitze gab, man Telefonate nicht in aller Öffentlichkeit führen wollte und Eltern die Meinung waren, dass ihre Kinder nicht für die gesamte restliche Menschheit ein akustischer Wohlgenuss sind, habe ich die Möglichkeit zum lesen im Zug auch ganz nett gefunden. Aber mittlerweile hat sich Komfortniveau doch drastisch gesenkt, während ich zu zweit im Auto die Hälfte der Zeit gut entspannen kann und die andere Hälfte jetzt auch nicht übermäßig belastet Musik höre. Bei zunehmender Verbreitung von Level-3-Systemen (auch wenn ich die persönlich absolut ablehne) wird die Bahn in der Kategorie auch nicht mehr in Führung gehen.

International gibt es zudem Grenzen bei der Aufwägbarkeit von Komfort gegen Geschwindigkeit. Nach 6-8 Stunden wird Gastronomie gefordert, jenseits von 10 h Ruhemöglichkeiten, spätestens ab 20 h Schlaf- und Hygienemöglichkeiten. Deswegen haben Luftschiffe keine Chance gegen Flugzeuge, deswegen sind Nachtzüge in der Nische verschwunden, sobald Schnellzüge verfügbar waren.


Ein Trend zu leichteren Autos ist nicht absehbar (schon gar nicht bei Verbrennern) und würde ich aus genannten Gründen politisch auch kaum verfolgen wollen - höchstens im kleineren (Mengen)Rahmen als Elektroleichtfahrzeug.

Leider. Es ist aber auch kein Trend zum Bahnfahren absehbar. Wir reden hier darüber, was technisch und ggf. ökonomisch machbar wäre und was wünschenswert ist. "Elektroleichtfahrzeuge" gehören da übrigens auf der Langstrecke in die Kategorie "technisch nicht machbar", das ist ja eben deren Problem. Um 2+2 Personen 1200 km in 12 h weit zu bringen, was ein A2 3l unter realen Verkehrsbedingungen entspannt schafft, braucht es mindestens einen Taycan/S/ID7, die das 2,5-fache wiegen und ein vielfaches kosten. Und selbst die schaffen das erst, seitdem/wo man mit viel zusätzlichen Aufwand ein Netz geeigneter Schnellstladesäulen aufgestellt hat.

Die Diskussion um die Wahl der Technologie und die Gegenüberstellung verschiedener Technologie im Bereich Mobilität mag als Gedankenspielerei reizen, sollte aber eigentlich als längst geführt und abgeschlossen gelten.

Nö. Genau da widerspreche ich entschieden. Diese Debatte sollte noch nicht einmal geführt werden. Erstmal muss man die Energieproduktion gewährleisten. Erst dann, also auf Basis der Technik des Jahres 2050/2060, kann man abschließend darüber entscheiden, wie man die Energie am besten einsetzt.

Naja, mensch kann ja andere Temperaturen/Reisezeiten wählen.


Okay, da haben wir offenbar verschiedene Mindsets, Komfortvorstellungen, Reisepräferenzen, wobei es schon Optionen gibt (bspw. Nutzung von Hütten, bereits erwähntes Reisen bei Temperaturen bis max 25.° C).

Wenn du mir Urlaubsziele nennen kannst, die bei 25 °C Lufttemperatur noch 25 °C Wassertemperatur bieten, können wir weiterreden. Wie angedeutet: Ich fahre nicht in den Urlaub, um mich auf ne Wiese zu legen oder in ein Cafe zu setzen. Dafür sind Anreisen bis maximal 10 km akzeptabel. Ich suche Klimazonen und in landschaftliche Gegebenheiten, die es in Deutschland gar nicht und nächstliegend am/im sommerlichen Mittelmeer gibt.

Mein Ansatz geht in die Richtung Gewichtsreduzierung, wenn auch nicht auf 5 kg runter, sondern eher 7 kg. Hier mal ein Wikilink zu einem Mindset, an dem ich mich orientiere. Damit komme ich einige Tage in abgelegenere Gebiete, ehe ich wieder ein Supermarkt/Depot aufsuchen muss. Vielleicht kennst Du das ja bereits. Tische und Stühle sind jedenfalls nicht mit dabei. :haha:

Kenne ich. Aber nur von Leuten, die wenige Tage bis maximal eine Woche unterwegs sind. Also mit genau einer Art von Aktivität und innerhalb der belastbaren Reichweite eines Wetterberichts. Wenn man drei Wochen in ein anderes Land reist, dann muss man zwangsläufig Kleidung, etc. für Wetterumschwünge und für verschiedene Situationen (Museumsbesuch, Tauchen, Wandern) mit sich führen. In der Summe muss da zwar nicht extrem viel zusammenkommen (bei der Mitreisenden schon...), aber die Grenzen dessen, was man permanent auf dem Rücken/problemlos auf Zugtouren mit mehrmaligem Umsteigen mit sich führen kann, wird schnell erreicht.


In dem Beispiel ging es um die Auslastung von Fernzügen, nicht um Nahverkehr. Ich denke schon, dass Fernverkehrszüge eine höhere Auslastung hätten, wenn Flugzeuge und Autos als Alternativen wegfielen.

Gerade Fernzüge nicht. ÖPNV muss eine gewisse Mindestaktung einhalten, um überhaupt akzeptiert zu werden, und fährt dann teilweise komplett leer. Aber bei ÖPFV sind die meisten Leute bereit, ihre Reisezeiten an das Angebot anzupassen und wenn der Peak-Bedarf auf einer Route von einem Halbzug pro Tag bewältigt werden kann, dann wird nur ein Halbzug eingesetzt. Das verlinkte ICE-TD-Beispiel geht ja schon von dem flexibelsten Fernverkehrszug aus, den die DB seit den 80ern in Betrieb genommen hat. Aber auch der kann im Beispiel nicht einfach einen Wagen abkuppeln, wenn 100-200 km von Berlin weg die Hälfte der Fahrgäste ausgestiegen ist und den Wagen später wieder per (0-Energie-)Hubschrauber einfliegen, wenn kurz vor Kopenhagen zunehmend mehr Leute zusteigen. Das Fahrzeugkapazitäten leer vom Ort des letzten Bedarfs zum Ort des nächsten Bedarfs mitgeschleift werden müssen, ist DER grundsätzliche Nachteil von ÖPV, von dem ich die ganze Zeit rede. Und der andere ist mangelnde Vorhersagbarkeit: Ein belastbarer ÖPV (also nicht Rosinenpicker wie Flixtrain oder so) muss Verfügbarkeit garantieren. Der Zug muss für den größten erwartbaren Bedarf dimensioniert sein, auch wenn 90% des Jahres eine geringere Zahl an Leuten einsteigt. Man kann nicht, um 100% Auslastung zu erreichen, auf das Minium kalkulieren und dann alle anderen am Gleis stehen lassen.

Anmerken möchte ich an der Stelle noch, dass 40% Auslastung gar nicht mal schlecht sind. Wenn man einen gewissenen Komfort bieten, also zum Beispiel nicht wildfremde Leute in engen Körperkontakt zwingen will, dann muss man beim bestehenden Wagenbestand z.B. mit zwei Sitzplätzen pro Alleinreisenden oder vier Plätzen je Dreiergruppe rechnen. (vergl. auch hier wieder Reisezeit vs. Reisekomfort: Im Flugzeug wird Intimität erzwungen, aber da ist die Reisezeit bei gleiche Strecke auch kürzer) Und ehrlich gesagt scheint das die Bahn auch so zu machen, denn z.B. die Gepäckablagen reichen überhaupt nicht aus, um jeden Sitzplatz mit einem durchschnittlichen Reisenden belegen zu können. Habe schon fahrten erlebt, da war der Wagen de facto bei 80% randvoll.

Dafür würde die Mobilität insbesondere von Kindern Jugendlichen, Kranken, Älteren und Menschen mit Behinderung gestärkt.

Behinderung nur im Falle von starker. Also schwere Nervenleiden, Blindheit oder weit oben ansitzender Lähmung. Für Mobilitätseingeschränkte ist ÖPV, mit Ausnahme von Taxis, dagegen in der Regel ein Ärgernis, weil er keine Tür-zu-Tür-Verbindung bieten kann und schon gar nicht mit spezifisch angepasster Ausstattung. Ein individuell umgebautes Auto ist hier klar im Vorteil. Nicht umsonst haben wir selbst in Gegenden mit gutem ÖPNV überalle Behindertenparkplätze; gehen also (vollkommen zu Recht) davon aus, dass jemand eben nicht mit dem Bus kommt, wenn er jeden Meter Fortbewegung aus eigener Kraft als Qual empfindet.

Aber das ist eine sehr kleine Gruppe. Die paar kWh Sonderbedarf muss man bei einer energetischen Betrachtung der Mobilität für 99,99% der Gesellschaft nicht berücksichtigen.
 
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Entweder man setzt es vernünftig um und die Bevölkerung wird mit einbezogen oder man lässt es sein,
Jänner 2026 160€ für Strom weil ich damit auch heizen muss. :klatsch:

160€ Stromkosten ist eine Frechheit für eine 20qm Abstellkammer aka Wohnung :motz:
(130€ Wohnung zu 160€ Strom)


Aber hey unsere tolle Regierung in Österreich hat die Mwst auf Lebensmittel gesenkt das man sich 8€ im Monat spart :lol:
 
Entweder man setzt es vernünftig um und die Bevölkerung wird mit einbezogen oder man lässt es sein,
Jänner 2026 160€ für Strom weil ich damit auch heizen muss. :klatsch:

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Wie genau heizt du denn mit Strom? Wärmepumpe oder Boiler?
 
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