"bis zu" wäre ja schon das Maximum. Du hat von einem enormen, das gesamte Netz überlastenden, plötzlichen Anstieg gesprochen. Wenn dessen Entwert "auf 27%" ist, wo soll der dann angefangen haben? 5%? Was soll das spanienweit mittels PV verursacht haben? Eine Sonnenfinsternis, die nicht wie üblich graduell geendet hat, sondern schlagartig mit der Sprengung des Mondes?
Quellen anzugeben die nicht sofort als Verschwörungstheorie gebrandmarkt werden (beispielsweise cashkurs.com) ist ziemlich schwierig da es nunmal noch keine offiziellen Aussagen gibt (und selbst wenn es diese gäbe ein "ich glaube dem so nicht" nicht erlaubt ist).
Für eine Belegung deiner Behauptung, dass die spanische Regierung, die spanischen Netzbetreiber und die spanischen Kraftwerksbetreiber, bis runter zu Kleinanlagen, jeweils mit all ihren auch nur halbwegs Datenzugriff habenden Mitarbeiter, alle unter einer Decke stecken und systematisch vertuschen, was wirklich Sache ist, muss du dich nicht auf aktuelle Quellen beschränken. Eine Vertuschaktion derartigen Ausmaßes ist ja vermutlich nicht binnen 5 Sekunden entstanden, sondern muss über die letzten Jahrzehnte gewachsen sein. Also: Beweise?
Ich versuchs mal beispielsweise hiermit:
Stromausfall! Spanien und Portugal erlebten einen Blackout. Putin schuld? Wohl nicht. Zu viel Solarstrom scheint das Problem zu sein.
finanzmarktwelt.de
""Quelle""??
Eine Finanz-Seite verweist auf ein Video, in dem ein Experte (oder ein ""Experte""?) auf der Grundlage von genau dem spekulieren soll, was du selbst (zu Recht) als "nichts" bezeichnest. Als Beleg wird auf Spekulationen des ZDF verwiesen, die bei Abgleich mit dem spanischen Strommix (relativ ansehnlicher Wasser-, hoher fossiler Anteil) erst einmal das genau gegenteilige besagen.
Also wenn dieser Versuch alles war, dann steht dein Märchen aber auf verdammt dünnem Eis.
Dennoch bleibe ich dabei, dass die bisher beispielsweise genannten atmosphärischen Phänomene oder wies hieß für mich seeeeehr fishy klingen.
Wie du selbst gesagt hast: Bislang gibt es gar keine offizielle Erklärung. Also auch keine, die "fishy klingt". Es gibt nur mehr oder minder wilde Spekulationen von Leuten, die in der Regel keinerlei Einblick haben, aber viele Vorurteile äußern. Zum Teil sogar weit über das Stromnetz hinaus zu Gesellschaft, Politik und Medien, die alle unter einem Hut stecken sollen. Sinn ergibt das für mich alles nicht, denn wie schon gesagt: Die bislang genannten Eckwerten sind meiner Meinung nach mit gar keiner singulären Ursache physikalisch möglich, aber die erste Reihe von Möchtegern-Besserwissern behauptet durch die Bank, alles mit einer einzelnen großen Wahrheit zu erklären. Ultimative Wahrheit FTW. (Oder "fD", wie in solchen Kreisen meist beliebter ist.)
Ich persönliche sehe in den ersten Zwischenberichten vor allem erhebliche Deffizite in der spanischen Netzabsicherung. Statt gestörte Netzbereiche zu isolieren, scheinen Fehler weitergegeben worden zu sein, bis alles ausfiel. Gegen sowas sollten sich eigentlich alle Betreiber spätesten nach dem großen nordmaerikansichen Blackout (iirc in den 80ern) abgesichert haben, aber einige haben es wohl nicht.
Fraglich ist für mich der initiale Anlass/e, denn die quantifizierten Teile der Kaskade waren scheinbar schon im Bereich >>1 GW. Da reden wir üblicherweise von Techniken, die auch bei einem offensichtlich defizitären Netzausbau erst ab Störgrößen von einigen 100 MW in Panikmodi verfallen sollten. Und das wiederum ist eine Störgröße, die unter den Erzeugern nur extrem große Wasser-/Dampfturbinen bei katastrophalem Versagen verursachen könnten. So vom Maßstab "Turbinenhaus in AKW teilweise eingestürzt". Aber wenn das passiert sein sollte, dann muss diese iberische PV-Verschwörung alle Augenzeugen direkt liquidiert haben.
Bleibt also eigentlich nur noch ein Ansteuerungsfehler in irgendeinem wichtigen, reguliernden Element zwischen Produzenten und Netz. Wobei auch hier die Hauptverdächtigen erst einmal die hochkonzentrierten, alten Großkraftwerke sind. Gleichrichter bei Photovoltaik oder Wind sind zwar von der Schaltechnik her eher in der Lage, so rasant zu (re-)agiern, aber sie werden eben dezentral verteilt aufgestellt. Dass da mehrere 100 MW bis einige GW gleichzeitig den gleichen Fehler machen, könnte ich mir nur mit einem systematischen Software-Ursache erklären. Aber Sabotage wird bislang eher verneint und es werden wohl kaum sämtliche Iberer die exakt gleiche Software in exakt gleicher Version mit den exakt gleichen Einstellungen genutzt haben, die nur dort den exakt gleichen Bug getriggert haben, der nirgendwo anders auf der Welt beobachtet werden konnte.
Dieser Leitungsausfall ist zumindest laut der ich nenns mal "PV-Theorie" (siehe Quelle oben) nicht die Ursache des Blackouts sondern eine der Folgen.
Hier in ausformulierterer Form:
Anhang anzeigen 1493480
Das ist schon mal ne ganz andere Aussage als deine letzte Behauptung "PV hat plötzlich 16 GW Unterschied im Netz gemacht und alle arbeiten zusammen, um das geheim zu halten".
Man beachte, dass in dieser Auflistung nicht mehr von einem Ausfall der pösen Photovoltaik die Rede ist, sondern von mindesten vier großen Abschaltungen vor der ultimativen Kaskade. Davon sind die dritte (konventionelle) und die vierte (erneuerbare) Abschaltung reine Reaktionen auf die zweite. Also gar kein Produktions-, sondern ein Ansteuerungsproblem. Auf die Natur der zweiten, schlussendlich die Absturzspirale in Gang setzenden, Abschaltung wird gar nicht eingegangen. Zur Quelle der ersten Abschaltung gibt es auch keine Aussage, nur eine Spekulation mit unbekannter Grundlage (im einfachsten Fall basierend auf der Kraftwerkszusammensetzung im Südwesten, ohne Analyse des Fehlermodus). Aber diese konnten die Netze so oder so ersteinmal abfangen, bis der zweite Haken von der anderen, gänzlich unbekannten Seite kam.
Das ist auch der Grund dafür, warum sozial schwache Bürger die Energiewende oft ablehnen, weil sie anteilig dafür viel bluten müssen.
Das kommt davon, wenn der ach-so-grüne Energieminister zwar Milliarden für Gaskonzerne, Gasinfrastruktur und Gasgroßverbraucher sowie für Industriestromrabatte hat, aber am Ende leider, leider nichts mehr fürs Klimageld übrig ist. Immerhin hat Deutschland jetzt die schönsten Industriehäfen mitten im Naturschutzgebiet. Braucht zwar keiner, aber da sie die Eigentümer ohnehin nicht bezahlt haben, stört das vermutlich nur Steuerzahler und wen interessieren die schon?