Der Energiewende Thread

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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Das ist mir neu. Wenn das wirklich so ist warum hat man das denn nicht so kommuniziert? Und solche Sachen sind wahrscheinlich genauso unerwartet eingetreten wie jedes Jahr Weihnachten?^^
Doch das wurde auch kommuniziert und war sogar in den Nachrichten seinerzeit. Hatte mich damals echt gewundert, dass die AKW ohne aktuelle Sicherheitsüberprüfung laufen. War dem nahen Ende geschuldet. Für den Weiterbetrieb hätten diese Überprüfungen aber durchgeführt werden müssen.
 
 
Ich lese da nicht einmal etwas zu
Grünen [...] Deindustrialisierung [...] als wünschenswertes Ziel betrachten.

Alles, was ich da lese, ist, dass man nicht mehr auf planetaren Pump leben soll. Das ist aber eine Binsenweisheit, die heutzutage jedes Kind wissen muss. Dabei soll die Welt gerechter für alle werden.

Vielleicht lese ich das auch einfach nur anders als du, also wäre es doch toll, wenn du mit eigenen Worten etwas umfangreicher formulieren könntest, was du in den von dir angeführten Links als gewünschte Deindustrialisierung verstehst.
 
Euch ist nur schlichtweg der Strom zu teuer UND wenn ihr tatsächlich mit Preisen von 1 € kalkuliert, dann wart ihr zu faul und/oder riskiofreudig = profitgeil, langfristige Verträge abzuschließen. Was du hier nennst, sind Sportmarktextremwerte. Eine Hütte sollte aber eigentlich einen erheblichen Teil ihres Bedarfs mit einem Jahr Vorlauf absehen können, da gelten wesentlich bessere Konditionen.
Nicht wir (wir haben noch kein Elektrostahlwerk, das wird gerade gebaut), die Georgsmarienhütte.
Ja, wir haben eine Energieplanung und wissen recht lange im Vorraus wie viel Strom wir brauchen. Wir haben sogar ein eigenes Kraftwerk um das im Hochofen entstehende Gichtgas zu nutzen statt es abzufackeln. Der Industriestompreis langfristig gebunden sind aber halt keine 10 cent mehr wie Jahrzehnte davor sondern auch mal das Doppelte oder Dreifache - und das reicht bereits aus, dass die Produktion obwohl zum Teil durch "kostenlosen" Eigenstrom gedeckt und ohne brutal viel verbrauchendes Elektrostahlwerk schon unrentabel wird wenn der Tonnenpreis mal 50€/to nach unten gegangen ist - weil mal wieder die nächste große Stahlbrammencharge aus Russland importiert wurde beispielsweise. Wers nicht glaubt - Stahlbrammenimporte vor und nach Kriegsbeginn:
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Asowstahl wurde kleingeschossen und deren Mengen durch China usw. ersetzt. Warum Russland nach wie vor (2024 wars anscheinend immer noch so) problemlos riesige Mengen an Stahl hier her karren darf bleibt mir ein Rätsel.

Das hat nichts mit Kalkulation zu tun sondern mit Physik. Viele Prozesse sind energietechnisch schon am theoretischen Minimum angekommen (es ist einfach Energiemenge X nötig um Y Kilo Stahl aufzuschmelzen und die verwendeten E-Motoren zum Schmieden sind bereits nahe an 100% Effizienz) und der andere Kalkulationshebel "Preis" ist am Weltmarkt dann nicht darstellbar. Bei Produkten die qualitativ sonst keiner kann geht das aber die große Masse wo der Endkunde sich aussuchen kann ob er das Zeug hier, in Indien, Japan oder sonstwo kauft biste sofort raus wenn du nennenwert teurer anbietest. Niemand interessiert sich für deinen Strompreis und bisher interessiert sich ohne äußeren Zwang auch niemand für umweltfreundlichen Stahl. Offenbar interessiert sich nicht mal jemand dafür ob der Stahl aus einem Kriegstreiberland kommt. Hauptsache 2€ billiger.
"Blackout" wegen mangelnder Kraftwerkskapazitäten wäre jedenfalls erst erreicht, wenn trotz rechtzeitiger Bedarfsanmeldung UND Zahlungsbereitschaft die Strommenge nicht ausreicht, weil selbst nach Inbetriebnahme sämtlicher Reserve-Kohlekraftwerke nicht genug Leistung bereit steht. Diesen Punkt haben wir noch nie auch nur annäherend erreicht.
Der Punkt ist bei uns Stand jetzt genau dann erreicht, wenn der Elektroofen wie geplant Im Frühjahr 2027 angeschaltet wird. Dass der gebaut wird und was der benötigt ist seit vielen Jahren klar und den Energieversorgern, Politik usw. kommuniziert. Und als 2024 mit dem Bau begonnen wurde und mal nachgefragt wurde wies denn aussieht mit dem so langsam zu verlegenden beindicken Erdkabel und den Terawattstunden kam überspitzt gesagt ein überraschtes "wie ihr macht das wirklich?!" zurück. Politiker die überrascht sind, dass Industrie das tut, was Politiker fordern.
Von wirtschaftlich ist da noch gar keine Rede (solche Stahl kostet am Ende das Doppelte und mehr), die Frage ist tatsächlich noch immer woher der Strom dafür kommen soll. Son fetter E-Ofen verbraucht so viel wie ne Kleinstadt (und um komplett umzustellen bräuchten wir davon mehrere...).
Ist Stahl nicht mehr billig, werden diese Alternativen den Markt übernehmen
Du willst mir nicht ernsthaft erzählen, dass wir dann Brücken, Pipelines, Kessel, Panzer, Bagger, Kräne, U-Boote, Hochhäuser, Windkraftfundamente und was weiß ich nicht alles aus Alu und Glasfaser bauen? :ugly:
Es geht hier nicht um substituierbaren Kleinkram wie Autobleche usw.
Da ich vorhatte, möglichst noch 40 bis 60 Jahre zu leben, bwürde ich es sehr begrüßen, wenn wir jetzt doch langsam mal zu lenken beginnen, ansatt weiter mit Vollgas geradeaus in einer Kurve zu rasen.
Kennste diese riesen Tiefladerfahrzeuge die manchmal hinten aus Spaß ein kleines Bobbycar mit Plüschtier drauf festgezurrt haben bei Leerfahrten? Der Tieflader mit Trump, Xiping, Modi, Putin usw. im Führerhaus fährt unbeirrt geradeaus (bzw. lebt auf planetaren Pump wie @Tekkla es recht treffend nennt) und Deutschland glaubt ihn zu beeinflussen indem es auf dem Bobbycar sitzt und lenkt wie bescheuert.
Dass die Länder/Herrscher, die wirklich einen Einfluss auf das Klima in 40-60 Jahren haben da irgendwie einlenken sehe ich leider beim besten Willen und Wunsch nicht kommen. Das einzige Szenario dass ich für möglich halte wo die die Temperatur nachhaltig senken ist ein nuklearer Winter (mit dem sich unsere Lebenserwartungswünsche, wenn nicht vorher schon konventionell beendet, ohnehin erledigt haben).
 
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Der Tieflader mit Trump, Xiping, Modi, Putin usw. im Führerhaus fährt unbeirrt geradeaus (bzw. lebt auf planetaren Pump wie @Tekkla es recht treffend nennt) und Deutschland glaubt ihn zu beeinflussen indem es auf dem Bobbycar sitzt und lenkt wie bescheuert.
Ganz so holzschnittartig ist es dann auch wieder nicht. Der Wandel weg von CO2-intensiver Produktion findet überall mehr oder minder stark statt.

Ausreißer wie Trump wird es da immer geben. Der wird auch mal als Trottel von Rang in den Geschichtsbüchern landen. Da bin ich mir ziemlich sicher. Einem Xi wird das anders ergehen. Der steht da eher auf echte Bedeutsamkeit. Die bekommt man aber nicht, wenn Städte wie Shanghai Stück um Stück im Meer versinken. Wie es Modi sieht, kein Plan. Und Putin ist einfach nur am Steuer eines Mafiastaates, da kann man generell nichts erwarten. Russland ist - egal wie - lost.

Dieses Bild, wo angeblich nur wir Deutschen so deppert sind mit der Umstellung auf EE, stimmt jedenfalls nicht. Überall auf der Welt ist man dabei aus ökonomischen als auch ökologischen Gründen eine Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft voranzutreiben. Was bleibt auch anderes übrig, wenn man irgendwann daran gemessen wird, was man tat, um dem absehbaren Grauen entgegenzuwirken?
 
Dieses Bild, wo angeblich nur wir Deutschen so deppert sind mit der Umstellung auf EE, stimmt jedenfalls nicht.
Das meinte ich auch nicht. Dass es einen weltweiten Trend in die Richtige Richtung gibt will ich gar nicht abstreiten (der Truck fährt nicht mehr 100%tig gerade, nur noch fast), wir sind noch so ziemlich die einzigen die diesen Trend koste es was es wolle (hauptsächlich uns selbst) beschleunigen wollen. Das ist gut gemeint und ja, natürlich ist der Trend global zu langsam, hilft aber niemandem und wirtschaftet uns runter, was zukünstigen Einfluss und Möglichkeiten dnn auch zunehmend verringert.

Ich hab vor kurzem irgendwo gesehen (ohne es jetzt nachzuprüfen) dass der Anteil des deutschen BIPs an der gesamten Welt von rund 7% in den 90ern auf rund 3% heute gesunken ist. Also von eine echte weltweite Größe immer mehr hin zu "Sonstige". Dass der politische Einfluss auf die Welt sich damit auch gefühlt halbiert hat ist weniger überraschend.

EDIT: Google sagt heute 2,7%, Prognose 2,2% bis 2030, die Zahlen von den 90ern finde ich spontan nicht
 
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Hier sind Zahlen. Das der Anteil von D bzw Europa sinkt muss denke ich nicht überbewertet werfen. Gerade Asien hat ja massiv aufgeholt und sich seinen Teil des Kuchens geholt.

 
der Anteil des deutschen BIPs an der gesamten Welt
Ich halte diese verengte Betrachtungsweise für ein Problem. Wir Deutschen neigen dazu die Welt an uns und uns an der Welt zu messen. Vielmehr sollte man aber eher die Wirtschaftszonen untereinander vergleichen. So wie in USA Bundesstaaten mal besser und mal schlechter performen, so geht es mit Teilen in China oder eben auch der EU. Der Gesamtvergleich sollte zwischen USA, China und EU stattfinden. Wenn man es dann trotzdem noch auf Wohlstand herunterbrechen will, dann sollte man das pro Kopf BIP anschauen und vergleichen; übrigens auch den pro Kopf Klimaimpact.
 
Ja und so schlecht steht D nicht da. Auch wenn wir aus der Liste der Top20 der reichsten Länder mit Platz 21 raus sind. Wenn das BIP zum Vergelich herangezogen wird steht D Weltweit immer noch sehr gut da. Wir haben ja auch gerade Japan überholt und sind auf Platz 3 der größten Volkswirtschaften. Japan hat derzeit mit einer Rezession zu kämpfen, härter als bei uns.
Man kann natürlich vieles Schlecht reden, was aber meiner Meinung nicht stichhaltig ist.
 
Ich sehe keinen Weg sich schön zu reden, wenn gerade ein Werk für grünen Stahl (also eine sogenannte Zukunftstechnologie der Dekarbonisierung) aufgrund der Strompreise in Deutschland die Produktion einstellen muss.
 
...Der Industriestompreis langfristig gebunden sind aber halt keine 10 cent mehr wie Jahrzehnte davor sondern auch mal das Doppelte oder Dreifache - und das reicht bereits aus, dass die Produktion obwohl zum Teil durch "kostenlosen" Eigenstrom gedeckt und ohne brutal viel verbrauchendes Elektrostahlwerk schon unrentabel wird wenn der Tonnenpreis mal 50€/to nach unten gegangen ist - weil mal wieder die nächste große Stahlbrammencharge aus Russland importiert wurde beispielsweise.

"Der Stahlpreis ist niedrig, obwohl sonst alles teuer wird"
a) Ein Problem der Energieproduktion, über die du hier herziehst?
b) Ein Problem, dass nichts mit der Stromerzeugung zu tun hat?

Das hat nichts mit Kalkulation zu tun sondern mit Physik. Viele Prozesse sind energietechnisch schon am theoretischen Minimum angekommen (es ist einfach Energiemenge X nötig um Y Kilo Stahl aufzuschmelzen

Führt vermutlich zu weit, aber: Der Energieverbrauch beim Schmelzen von Stahl liegt aus Sicht der Physik bei exakt 0. Sämtliche, Wärmeenergie, die man hineinigibt, ist erst einmal im Stahl drin und sie kann auch vollständig wieder herauskommen.

Das praktisch nutzbar anzuwenden ist sicherlich eine Herausforderung. Aber bislang habe ich in Berichten aus Stahlwerken nicht einmal Versuche eines Gegenstromverfahrens gesehen.

und bisher interessiert sich ohne äußeren Zwang auch niemand für umweltfreundlichen Stahl. Offenbar interessiert sich nicht mal jemand dafür ob der Stahl aus einem Kriegstreiberland kommt. Hauptsache 2€ billiger.

Es interessiert sich ja auch niemand, wenn Kiribati absäuft, es interessiert sich niemand dafür wenn die Ukraine erobert wird und 99% der Leute interessieren sich ehrlich gesagt auch nicht dafür, wenn eine Hütte zu macht. Aber "interessiert keinen" ist weder ein Kriterium für "muss sein" noch für "sollte sein".

Und als 2024 mit dem Bau begonnen wurde und mal nachgefragt wurde wies denn aussieht mit dem so langsam zu verlegenden beindicken Erdkabel und den Terawattstunden kam überspitzt gesagt ein überraschtes "wie ihr macht das wirklich?!" zurück. Politiker die überrascht sind, dass Industrie das tut, was Politiker fordern.

Von was für Politikern kam das, wenn ich fragen darf? Ich sehe nämlich ehrlich gesagt nur sehr, sehr wenige, die so etwas fordern. Und dass diejenigen, die Lippenbekentnisse verbreiten, was vielleicht irgendwann mal am besten wer anders machen sollte aber nur wenns keine Umstände macht, dass die überrascht sind, wenn sich mal was tut, überrascht mich wiederum gar nicht. Der Ausbau kommt seit 20 Jahren nicht vorran und es sieht nicht so aus, als würde sich etwas daran ändern.

Das ist aber eine andere Aussage als "man kann nichts ändern" oder "man sollte nichts ändern". Die Industrie macht Stimmung für die Politiker, die nichts ändern wollen. Die Bevölkerung wählt die Politiker, die nichts ändern wollen. Und dementsprechend ist der einzige, der was ändert, die Wolken überm Ahr- demnächst aber vielleicht auch über deinem oder meinem Tal. Dem Wasser ist es nämlich vollkommen egal, wer was will. Das macht.

Du willst mir nicht ernsthaft erzählen, dass wir dann Brücken, Pipelines, Kessel, Panzer, Bagger, Kräne, U-Boote, Hochhäuser, Windkraftfundamente und was weiß ich nicht alles aus Alu und Glasfaser bauen? :ugly:
Es geht hier nicht um substituierbaren Kleinkram wie Autobleche usw.

Ich weiß nicht, was für dich "nicht substituierbar" ist. Aber wir bauen bereits Panzerfahrzeuge aus Aluminium (und andere schützen sich primär mit Uran oder Keramik), erfolgreiche U-Boote gab es ebenfalls schon (und solche aus Titan bis heute), Kräne zum Teil auch, Brücken und Häuser aus glasfaserbewährtem Beton ebenso wie welche aus Holz, für Windkraftfundamente und Leitungen gelten ähnliche Anforderungen und was bitte schön willst du in einer post-fossilen Welt mit Kesseln? Die für Dekozwecke hämmert man schon heute gerne aus Kupfer.

Also ja: Auch wenn deine Beispiele ziemlich wüst gepickt sind und ich einiges davon selbst als Bereiche sehe, wo weiterhin Stahl genutzt werden wird (die Bundeswehr zahl bereitwillig astronomische Preise), so ist in dieser Liste doch kein einziges Objekt drin, für dass man Stahl braucht. Es sind nur Dinge, für die konventioneller Stahl die günstigste Lösung ist. Wenn es aber keinen konventionellen Stahl gibt, dann wird man künftig auf die zweitgünstigste Version wechseln müssen - und ich bezweifle, dass das in der Mehrheit der Fälle grüner Stahl sein wird.

Kennste diese riesen Tiefladerfahrzeuge die manchmal hinten aus Spaß ein kleines Bobbycar mit Plüschtier drauf festgezurrt haben bei Leerfahrten? Der Tieflader mit Trump, Xiping, Modi, Putin usw. im Führerhaus fährt unbeirrt geradeaus (bzw. lebt auf planetaren Pump wie @Tekkla es recht treffend nennt) und Deutschland glaubt ihn zu beeinflussen indem es auf dem Bobbycar sitzt und lenkt wie bescheuert.

Deutschland wiegt 4.5 Billionen USD pro Jahr, die EU 17 Billionen. China? Auch 17 Billionen. Also zeig mir jetzt mal bitte diesen riesen Tieflader, der mit 80 W (W, nicht kW) angetrieben wird, also relativ zu dem lenkenden eine angemessen Stärke hat, um als Beispiel zu dienen.
Dann zeig ich dir, wie ich den um die Kurve trage.

Dass die Länder/Herrscher, die wirklich einen Einfluss auf das Klima in 40-60 Jahren haben da irgendwie einlenken sehe ich leider beim besten Willen und Wunsch nicht kommen.

Wenn ich Merz so sehe, teile ich deine Einschätzung. Aber das heißt nicht, dass ich sowas unterstütze.
 
Führt vermutlich zu weit, aber: Der Energieverbrauch beim Schmelzen von Stahl liegt aus Sicht der Physik bei exakt 0. Sämtliche, Wärmeenergie, die man hineinigibt, ist erst einmal im Stahl drin und sie kann auch vollständig wieder herauskommen.

Das praktisch nutzbar anzuwenden ist sicherlich eine Herausforderung. Aber bislang habe ich in Berichten aus Stahlwerken nicht einmal Versuche eines Gegenstromverfahrens gesehen.
Sobald du es entgegen von Horden von Ingenieuren der letzten 100 Jahre schaffst, die Energie die du aufwenden musst um Eisenerz zu Eisen zu reduzieren, es aufzuschmelzen, nachzubehandeln/legieren und in Form zu bringen auf Netto-Null nach anfahren der Anlage zu bringen biste auf Lebenszeit saniert, versprochen. Für die Sanierung würden auch schon -10% Energie vom Status quo reichen.
Dass es so etwas wie Flüssigphase-Gegenstromverfahren nicht gibt in Stahlwerken hat gute Gründe (das wäre wenns ginge derart viel günstiger dass der ders macht einen immensen Wettbewerbsvorteil hätte) und alle technisch umsetzbaren großen Energiesparmaßnahmen, beispielsweise gegossene Brammen möglichst warmeinzusetzen ohne Zwischenabkühlung und nach Walzen Restwärme für Wärmebehandlung nutzen (thermomechanisches Walzen ist ne Wissenschaft für sich), existieren schon lange.
Bei solchen Absätzen frage ich mich manchmal echt woher dein Glaube kommt, in so ziemlich jedem angesprochenen Themenfeld schlauer zu sein als die unzähligen Spezialisten des jeweiligen Themas. Du kannst nicht ernsthaft glauben wenn es eine einfache Möglichkeit gäbe Stahl mit deutlich weniger Energie zu produzieren hätte das nicht schon lange jemand getan?

Ich weiß nicht, was für dich "nicht substituierbar" ist.
Nicht ohne extremen technischen Aufwand und/oder massiven Nachteilen ersetzbar. In den grünen Tagträumen kann man vielleicht den post-fossilen Hochdruckkessel der grünen Wasserstoff enthält und die Pipelines zur Verteilung desselben aus Glasfaser, Alu oder Titan bauen, realistisch ist das aber aus verschiedensten realen Gründen, beispielsweise weil Aluminium vom Wasserstoff versprödet würde und Kessel/Pipeline in kurzer Zeit draufgehen, nicht.

Dann zeig ich dir, wie ich den um die Kurve trage.
Ja. Nachdem du die Stahlbranche mit Gegenstromanlagen an die keiner gedacht hat revolutioniert hast sollte mit den dadurch gewonnenen Reichtümern etwas wie nicht-westliche Großreiche zu neuer grüner Politikrichtung lenken als nächster Schritt möglich sein. ;-)
 
Wennn man, so schließe ich mal aus dem Kontext, ohne ein Physikstudium im Rücken eine falsche Aussage im Bereich "Physik" macht, dann dann sollte man demjenigen der sie korrigiert (wofür man nicht mal Univorlesungen besucht haben muss, Energieerhaltung ist Mittelstufe Gymnasium), vielleicht keinen "Glauben" unterstellen, sondern sich an die eigene Nase fassen. Ich bitte an dieser Stelle darum, mein Post noch einmal zu lesen und dabei z.B. auf den Unterschied zwischen den Wörtern "Herausforderung" (Original) und "einfach" (von einem Mod in den Mund gelegt) zu achten, vor allem aber auf die ~90% des Posts einzugehen, die sich mit der Energiewende beschäftigen einschließlich der Frage, ob die hier doch mittlerweile recht umfangreich vorgetragenen Befindlichkeiten der Stahlkocher überhaupt primär damit zusammenhängen, oder eher eine Frage der (chinesischen) Wirtschaftspolitik sind?

b2t:
Da hätte ich nämlich wirklich gerne eine Antwort drauf. Finde ich aber so direkt nicht: Wie sehr sind die Kosten (für Arbeit, für Ausgangsstoffe und für Energie) inflationsbereinigt in den letzten Jahren (oder besser in den Jahren vor dem Ukrainekrieg) gestiegen? Und wie sehr sind die Preise gefallen? Das kann einem schließlich beides Bilanz verhageln.

Bislang wurde die Schuld aber einzig und allein auf die Energiepolitik geschoben. Zumindest für einen Außenseiter, der nur die Behauptungen von IGM & Co über steigende Löhne in der Branche hört und die Berichte über fallende Preise auf dem globalen Stahlmarkt kennt (ein angeblicher Insider namens "Alk" soll da sogar was in einem Forum gepostet haben), entsteht da der Eindruck, dass einige Darstellungen hier etwas einseitig sind.


P.S.: Das ist Kessel, das ist ein Kessel, das ist ein Kessel und sogar das ist ein Kessel. Das hier kennen zumindest Nicht-Indschänijeure als "Druckbehälter" und bei einer losen exemplarischen, also explizit unvollständigen Auflistung bin ich überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass sowas mitgemeint sein könnte. Andere berechtigte Beispiel, wo Stahl in Zukunft tatsächlich weiterhin unverzichtbar sein dürfte wie zum Beispiel Lager, Hochtemperaturschritte in der chemischen und Kunststoff (inkl. Gummi) verarbeitenden Industrie, Berg- und normal Baumaßnahmen von Asphaltlegen bis Asphaltfräsen, etc. wurden ja auch nicht genannt.

Druckbehälter bis 350 bar aus Verbundfaser sind übrigens spätestens seit den 90ern ein Serienprodukt, ich hoffe eure Werksfeuerwehr muss nicht mehr die schweren Stahldinger schleppen, mittlerweile werden Tanks bekanntermaßen bis 700 bar gebaut und kommerziell genutzt. Stahl dient dort nur noch als abdichtender Liner, aber die Funktion können auch Kunststoffe übernehmen (oder produziert ihr jetzt Stahl-O-Ringe für Ventile?). Ich glaube sogar mal gehört zu haben, dass selbst bei Gaspipelines die Betonummantelung nicht nur schützende und ggf. beschwerende Funktion hat, sondern auch bei der Aufnahme der internen Kräfte eingeplant wird. Sicherlich, wie alles mit zyklischen Belastungen (Panzerstahl? Pa. Federstahl ist wichtig!), eine größere Herausforderung, aber keine unlösbare. Solange Stahl billig ist, besteht halt nur kein Anlass, teurere Alternativen zu erforschen. Genauso wie es in Zeiten billiger Energie keinen Anlass gibt, aufwendige, platzraubende Anlagen für einen Wärmeaustausch zwischen fertigen Stahlrollen mit 300 °C ? 400 °C ? (war auf alle Fälle gut dreistellig) und 10-20 °C kaltem Erz zu erreichen. Es gab sogar mal Zeiten, da war Energie so billig, dass so etwas wie ein Brennwertkessel, um dein Lieblingswort aufzugreifen, von einigen als technisch unmöglich dargestellt wurde. Und überhaupt: Wieso überhaupt mit einem Kessel heizen? Technischer Firlefanz, der sich nie durchsetzen wird, solange man auch einfach an jeder Ecke des Raums eine Esse unterhalten kann. Abends noch jeweils eine Schippe Kohle drauf und am morgen hat die Bude ihre 25 °C. "Isolation", "Niedrigtemperaturheizung", "Wärmerückgewinnung": Alles vollkommen unmöglich, sagt der Neanderthaler in mir, sonst hätte man das ja schon 1525 gemacht!
 
Gerade drüber gestolpert. Gelesen und ich denke klar ist logisch vorher auf dem Schirm hatte ich es nicht.
Gips.

Gips ist glaube ich jetzt nicht soooo selten, das man sagt, "Wir brauchen Gips, mehr Kohlekraftwerke bitte". :ugly:
 
Lies zwischen den Zeilen: BILLIGER Gips ist das Thema. Und da macht man sich tatsächlich schon seit Jahren Gedanken drüber, denn Gips wird ja schon lange als Volumensubstanz in Bereichen eingesetzt, wo früher Stein oder Ton genutzt wurde. Entsprechend groß ist der Verbrauch. Wenn man künftig wider mauern muss, wo heute nur Leichtbauwände hingestellt werden, geht das ins Geld und Holzkonstruktionen sind afaik auch teurer als Gipskartonplatten, sobald Feuchtigkeits- und Brandschutzmaßnahmen hinzukommen.
 
Es geht halt immer um billig... leider ist man dann so blöd dass man mit jeder Menge anderer Vorgaben, Vorschriften etc. am Ende jede Ersparnis kaputt macht, alles noch teurer wird und man beim Material wieder noch billiger und einfacher herstellen muss, was halt wieder auf die Umweltbilanz drückt. Aber dafür gibts 4 neue Normen und 2 Herstellerfirmen können mehr Marge drauf knallen....
 
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