...Der Industriestompreis langfristig gebunden sind aber halt keine 10 cent mehr wie Jahrzehnte davor sondern auch mal das Doppelte oder Dreifache - und das reicht bereits aus, dass die Produktion obwohl zum Teil durch "kostenlosen" Eigenstrom gedeckt und ohne brutal viel verbrauchendes Elektrostahlwerk schon unrentabel wird wenn der Tonnenpreis mal 50€/to nach unten gegangen ist - weil mal wieder die nächste große Stahlbrammencharge aus Russland importiert wurde beispielsweise.
"Der Stahlpreis ist niedrig, obwohl sonst alles teuer wird"
a) Ein Problem der Energieproduktion, über die du hier herziehst?
b) Ein Problem, dass nichts mit der Stromerzeugung zu tun hat?
Das hat nichts mit Kalkulation zu tun sondern mit Physik. Viele Prozesse sind energietechnisch schon am theoretischen Minimum angekommen (es ist einfach Energiemenge X nötig um Y Kilo Stahl aufzuschmelzen
Führt vermutlich zu weit, aber: Der Energieverbrauch beim Schmelzen von Stahl liegt aus Sicht der Physik bei exakt 0. Sämtliche, Wärmeenergie, die man hineinigibt, ist erst einmal im Stahl drin und sie kann auch vollständig wieder herauskommen.
Das praktisch nutzbar anzuwenden ist sicherlich eine Herausforderung. Aber bislang habe ich in Berichten aus Stahlwerken nicht einmal Versuche eines Gegenstromverfahrens gesehen.
und bisher interessiert sich ohne äußeren Zwang auch niemand für umweltfreundlichen Stahl. Offenbar interessiert sich nicht mal jemand dafür ob der Stahl aus einem Kriegstreiberland kommt. Hauptsache 2€ billiger.
Es interessiert sich ja auch niemand, wenn Kiribati absäuft, es interessiert sich niemand dafür wenn die Ukraine erobert wird und 99% der Leute interessieren sich ehrlich gesagt auch nicht dafür, wenn eine Hütte zu macht. Aber "interessiert keinen" ist weder ein Kriterium für "muss sein" noch für "sollte sein".
Und als 2024 mit dem Bau begonnen wurde und mal nachgefragt wurde wies denn aussieht mit dem so langsam zu verlegenden beindicken Erdkabel und den Terawattstunden kam überspitzt gesagt ein überraschtes "wie ihr macht das wirklich?!" zurück. Politiker die überrascht sind, dass Industrie das tut, was Politiker fordern.
Von was für Politikern kam das, wenn ich fragen darf? Ich sehe nämlich ehrlich gesagt nur sehr, sehr wenige, die so etwas
fordern. Und dass diejenigen, die Lippenbekentnisse verbreiten, was vielleicht irgendwann mal am besten wer anders machen
sollte aber nur wenns keine Umstände macht, dass die überrascht sind, wenn sich mal was tut, überrascht mich wiederum gar nicht. Der Ausbau kommt seit 20 Jahren nicht vorran und es sieht nicht so aus, als würde sich etwas daran ändern.
Das ist aber eine andere Aussage als "man kann nichts ändern" oder "man sollte nichts ändern". Die Industrie macht Stimmung für die Politiker, die nichts ändern wollen. Die Bevölkerung wählt die Politiker, die nichts ändern wollen. Und dementsprechend ist der einzige, der was ändert, die Wolken überm Ahr- demnächst aber vielleicht auch über deinem oder meinem Tal. Dem Wasser ist es nämlich vollkommen egal, wer was will. Das macht.
Du willst mir nicht ernsthaft erzählen, dass wir dann Brücken, Pipelines, Kessel, Panzer, Bagger, Kräne, U-Boote, Hochhäuser, Windkraftfundamente und was weiß ich nicht alles aus Alu und Glasfaser bauen?

Es geht hier nicht um substituierbaren Kleinkram wie Autobleche usw.
Ich weiß nicht, was für dich "nicht substituierbar" ist. Aber wir bauen bereits Panzerfahrzeuge aus Aluminium (und andere schützen sich primär mit Uran oder Keramik), erfolgreiche U-Boote gab es ebenfalls schon (und solche aus Titan bis heute), Kräne zum Teil auch, Brücken und Häuser aus glasfaserbewährtem Beton ebenso wie welche aus Holz, für Windkraftfundamente und Leitungen gelten ähnliche Anforderungen und was bitte schön willst du in einer post-fossilen Welt mit Kesseln? Die für Dekozwecke hämmert man schon heute gerne aus Kupfer.
Also ja: Auch wenn deine Beispiele ziemlich wüst gepickt sind und ich einiges davon selbst als Bereiche sehe, wo weiterhin Stahl genutzt werden wird (die Bundeswehr zahl bereitwillig astronomische Preise), so ist in dieser Liste doch kein einziges Objekt drin, für dass man Stahl braucht. Es sind nur Dinge, für die konventioneller Stahl die günstigste Lösung ist. Wenn es aber keinen konventionellen Stahl gibt, dann wird man künftig auf die zweitgünstigste Version wechseln müssen - und ich bezweifle, dass das in der Mehrheit der Fälle grüner Stahl sein wird.
Kennste diese riesen Tiefladerfahrzeuge die manchmal hinten aus Spaß ein kleines Bobbycar mit Plüschtier drauf festgezurrt haben bei Leerfahrten? Der Tieflader mit Trump, Xiping, Modi, Putin usw. im Führerhaus fährt unbeirrt geradeaus (bzw. lebt auf planetaren Pump wie
@Tekkla es recht treffend nennt) und Deutschland glaubt ihn zu beeinflussen indem es auf dem Bobbycar sitzt und lenkt wie bescheuert.
Deutschland wiegt 4.5 Billionen USD pro Jahr, die EU 17 Billionen. China? Auch 17 Billionen. Also zeig mir jetzt mal bitte diesen riesen Tieflader, der mit 80 W (W, nicht kW) angetrieben wird, also relativ zu dem lenkenden eine angemessen Stärke hat, um als Beispiel zu dienen.
Dann zeig ich dir, wie ich den um die Kurve trage.
Dass die Länder/Herrscher, die wirklich einen Einfluss auf das Klima in 40-60 Jahren haben da irgendwie einlenken sehe ich leider beim besten Willen und Wunsch nicht kommen.
Wenn ich Merz so sehe, teile ich deine Einschätzung. Aber das heißt nicht, dass ich sowas unterstütze.