ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Aber schlechter als eine vernünftige Förderung von PV auf dem Dach von Mietwohnungen und vereinfachte rechtliche Regelungen für Mieterstrom.
Mieterstrom ist nicht nur ungerecht, sondern auch noch ein Bürokratieungetüm weil man de facto gleich ein ganze Menge verschiedener, sinnvoller Regelungen aushebelt (der Mieter verliert teilweise oder vollständig die Wahlfreiheit beim Stromanbieter, der Vermieter wird mehr oder minder zu einem solchen aber erfüllt nur ein Bruchteil von dessen Pflichten, der Netzbetreiber sieht sich de facto einem eigenen System gegenüber, dass auf der Rechnung gerne abgeschlossen sein will, physisch aber eindeutig Teil des normalen Netzes ist, etc.) um letztlich eine Form von diffuser Quersubvention zu erzwingen.
Ich bin ehrlich gesagt kein Freund davon und wäre eher dafür, dass man ein Standardisiertes Dach-Vermietungskonzept von Hausbesitzern an Energieerzeuger schafft. Nicht nur für Vermieter, sondern auch für Selbstnutzer, wo es die bisherige Zwangseinspeisung ersetzen würde. Dann können sich Profis direkt darum kümmern, dass verfügbare Flächen sinnvoll zur Energieerzeugung genutzt werden.
Ein naheliegender Mechanismus wäre z.B. neben endlich hohen CO2-Abgaben (die eine Abkehr von fossilem Strom erzwingen) auch Flächenverbrauch zu bestrafen, sodass Freiflächen-Solaranlagen so unattraktiv werden, wie sie das gemäß ihrer ökologischen Auswirkungen sein sollten und umgekehert Installationsmöglichkeiten auf vorhandenen Gebäuden zum gesuchten Gut werden. Heute dagegen ist es schlichtweg so, dass eine Dach-Solaranlage viel teurer kommt als einfach bewachsenes Freiland zu überbauen und wenn einem das Dach nicht selbst gehört, hat man auch noch ohne Ende Scherereien, die sich beide Seiten nicht antun wollen. So scheitert das technisch und klimatisch sinnvolle am organisatorischen. Mit viel Aufwand, Subventionen und Nachteilen für andere den Vermietern eine weitere Gewinnquelle zu schenken, erscheint mir keine Lösung dafür zu sein, sondern nur eine ABM-Maßnahme für Bürokraten.
Naja, tatsächlich bin ich ganz froh, dass ich über die Versorgerwahl gezielt bestimmte Energieformen fördern kann.