Der Energiewende Thread

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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Gut wie hoch ist jetzt nochmal der Preis für die gelungene Energiewende in Deutschland für die Privathaushalte von kW/h, also bei einem Kollegen sind es 32 cent für Kohle Strom aus Polen.
Aktuell? 29,75 ct/kWh reiner Ökotarif. Ändere ich demnächst. Warte bis 25 ct/kWh, dann wird gewechselt. Die Tendenz dafür sieht gut aus.

Eigentlich müsste man uns Menschen aus Norddeutschland den Strom in weiten Teilen schenken, weil wir Strom produzieren, der nicht eingespeist wird, weil irgendwelche Deppen in Mittel- und Süddeutschland die Leitungen für diesen Strom nicht haben wollen. Und wenn nicht schenken, dann doch knapp über dem Gestehungspreis.

Ich empfehle einfach mal über den Tellerrand zu schauen, wohin die Reise gehen wird.
 
Wir importierten im zweiten Quartal etwas mehr, was wir exportierten, so der Zwischenbericht.

Eine fiktive Rechnung: Wir exportieren 5.000 kWh für 5.6 ct/kWh und importieren 10.000 kWh für 2,1 ct / kWh.

Doppelt so viel importiert als exportiert! BÖHÖSE! Wait. Nein. Denn in Summe war das ein sehr gutes Geschäft. Nur die nackten Import-/Exportzahlen zu vergleichen, macht keinen Sinn. Wenn, dann muss man sehen, ob das ein wirtschaftlicher Gewinn oder Verlust war.

Hier noch etwas, was bei EE Kritikern gut als Brainfck durchgeht:
Eine Gemeinde hier in der Gegend hat eine recht große Fläche mit PV vollgestellt. Im Sommer produzieren die Überschüsse, die nach Norwegen exportiert werden und dort in einem Pumpspeicher landen. Dieser liefert im Winter dann Strom zu günstigen Konditionen zurück. In der Summe steigen zwar die Gestehungskosten des PV Stromes durch dieses Hin und Her, aber trotzdem bleibt man deutlich unter den Kosten für Gas, Kohle und auch - oder besser gerade - Atomstrom.

Real kommt der Strom der Region, den ich z.B. jetzt gerade durch die Leiterbahnen meines Rechners schicke, von allen Einspeisern der Umgebung, was primär wohl das Gaskraftwerk auf der anderen Seite der Kieler Förde sein dürfte. Aber das ist nicht der Punkt. Es gilt zu verstehen, wie Strom produziert, vermarktet und dann auch verbraucht wird.

Wenn man das einmal durchdrungen hat, dann versteht man auch, dass die Anpassung des Strommarktes und -netzes an EE gar kein wirkliches Problem darstellt. Politikern kann man ja noch blinden und realitätsfernen Aktionismus vorwerfen, aber die Energiewirtschaft hat erkannt, dass man mit EE deutlich bessere Geschäfte machen kann als mit den bisherigen Energieformen bei gleichzeitig höherer Akzeptanz der eigenen Produkte, was noch bessere Geschäfte verspricht. Weder die Produzenten noch die Transporteure sagen einem, dass das nicht geht. Das tun nur ewig Gestrige in Gesellschaft und Politik.
 
Eine Gemeinde hier in der Gegend hat eine recht große Fläche mit PV vollgestellt. Im Sommer produzieren die Überschüsse, die nach Norwegen exportiert werden und dort in einem Pumpspeicher landen. Dieser liefert im Winter dann Strom zu günstigen Konditionen zurück. In der Summe steigen zwar die Gestehungskosten des PV Stromes durch dieses Hin und Her, aber trotzdem bleibt man deutlich unter den Kosten für Gas, Kohle und auch - oder besser gerade - Atomstrom.
Die Energiewende muss eh europaweit ablaufen. einzelne Staaten können das nicht stemmen und das ist doch auch gut so. Dadurch ist der Strom in Europa stabil, also wenige Ausfälle und erneuerbarer Strom ist natürlich dann grundlastfähig.
 
Wie sieht die reale Verbindung zu den Norwegischen Wasserkraftwerken eigentlich aus? Also kommt wirklich physikalisch nennenswert Strom von dort zu uns und anders herum oder sind das eher Börsenrechnungen?
 
Ich denke ja, dass ein nicht gerade kleiner Teil der Atomkraftbefürworter und meist dann auch EE-Kritiker einfach eine veraltete Vorstellung davon haben wie Strom produziert und konsumiert wird. Die wirken auf mich immer so, als wenn man für Strom immer eine fette Industrieanlage bräuchte, die von jetzt auf gleich Unmengen an Strom produzieren muss. Das war schon vor EE nicht real und mit EE schon gar nicht.

Wer, was, wann, wie lange abnimmt, das ist ziemlich gut planbar. In Deutschland denken wir nur allzu gern, dass alles plötzlich vom Himmel fällt und dann hektisch darauf reagiert werden muss. Kann man so sehen, wird bei manchen Billigstromanbietern auch als Geschäftsmodell gepflegt, bildet aber in der gesamten Bandbreite nicht die Realität ab. In Wahrheit wissen die Energieversorger ziemlich genau wie viel Strom zu gewissen Zeitpunkten notwendig ist. Wäre das nicht so, das Modell mit der Strombörse würde gar nicht funktionieren. Sprich, der Beweis, dass es funktioniert, ist die Tatsache, dass es existiert und wir nichts davon mitbekommen.

Technisch interessant wird es nur, wenn innerhalb des europäischen Netzes riesige Energieproduzenten plötzlich wegfallen, wie gesehen in Frankreich die letzten Jahre, wo die Meiler reihenweise vom Netz gingen und wir mit über Gas (teuer - ökonomisch wie ökologisch) produziertem Strom aushelfen mussten, damit Franzosen mit ihren uralten und ineffizienten Stromheizungen nicht frieren mussten. Also das, was man hier als Dunkel-Kalten-Weltuntergang bei Einführung der WP in der Fläche an die Wand malt, ist in F eben wegen der Atomkraft real gewesen.
 
Wo und wie dick sind die Leitungen denn?
Die Leitung ist physisch.

Technisch interessant wird es nur, wenn innerhalb des europäischen Netzes riesige Energieproduzenten plötzlich wegfallen, wie gesehen in Frankreich die letzten Jahre, wo die Meiler reihenweise vom Netz gingen und wir mit über Gas (teuer - ökonomisch wie ökologisch) produziertem Strom aushelfen mussten, damit Franzosen mit ihren uralten und ineffizienten Stromheizungen nicht frieren mussten. Also das, was man hier als Dunkel-Kalten-Weltuntergang bei Einführung der WP in der Fläche an die Wand malt, ist in F eben wegen der Atomkraft real gewesen.
Die Franzosen haben das Pech, dass deren Atomanlagen alle veraltet sind und saniert werden müsste. Die hälfte steht ja jetzt schon still.
Sie müssten also neue Anlagen bauen und die alten abreißen. Das sind Kosten, die niemand beziffern will.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die werden beziffert. Die neuen Blöcke in Flamanville sprengen alle Budgets. EDF ist eigentlich pleite. Die gibt es nur noch, weil F die verstaatlicht und die Strompreise aus Atomkraft festgetackert hat. Gleiches werden die ganzen anderen Staaten lernen müssen, die meinen, dass man unbedingt neue Reaktoren braucht.
Ich meine, dass Frankreich 36 neue Kraftwerke bauen müsste, die die alten ersetzen werden. Ich glaube nicht, dass es dazu seriöse Zahlen zu den Kosten gibt.
Und für alle Atomstromfans: Die Reaktoren werden nicht zusätzlich mit ans Netz gehen, sondern veraltete ersetzen.
 
@Threshold Ich wollte mit Flamanville nur ein Beispiel dafür geben, dass das in der Gesamtsumme in einem wirtschaftlichen Desaster enden wird. Es ist dabei ja noch nicht einmal der Faktor Geld. Selbst wenn wir heute beginnen würden neue AKW bauen, dann würden von der Planung bis zum ersten Strom Jahrzehnte vergehen. Die Franzosen machen es uns ja vor, und die sind eine ausgesprochene Atomnation.
 
@Threshold Ich wollte mit Flamanville nur ein Beispiel dafür geben, dass das in der Gesamtsumme in einem wirtschaftlichen Desaster enden wird. Es ist dabei ja noch nicht einmal der Faktor Geld. Selbst wenn wir heute beginnen würden neue AKW bauen, dann würden von der Planung bis zum ersten Strom Jahrzehnte vergehen. Die Franzosen machen es uns ja vor, und die sind eine ausgesprochene Atomnation.
Ich bin da absolut bei dir.
Aber das begreifen deutsche Politiker nicht, wenn sie davon faseln, Atomanlagen einfach wieder an zu werfen oder gar neue zu bauen. Die Wähler, die darauf reinfallen sowieso nicht.
 
Ich würde noch schnell auswandern, bevor der Rest der Welt keine deutschen Flüchtlinge mehr aufnimmt.
Durch Wegrennen lösen wir unsere Probleme nicht.
Und unser bester Wirtschafts- ähm. Kinder- Co-Buchautorminister auch nicht.
Das was unter Merkel verpennt wurde, kann die jetzige Regierung nicht so einfach aufholen.
Dazu bedarf es ein Ziel, und dementsprechend einen Plan ...
... und nicht solch ein planloses Rumgeeier.

Bei solch einer gewaltigen Reform,
müssen auch mal richtige Profis ran ...
 
Durch Wegrennen lösen wir unsere Probleme nicht.
Ihr, also diejenigen, die glauben, dass in Deutschland alles ganz besonders schlecht läuft und man als Bürger nur abgezockt wird, würdet euer Problem damit schon lösen.
Das was unter Merkel verpennt wurde, kann die jetzige Regierung nicht so einfach aufholen.
Dazu bedarf es ein Ziel, und dementsprechend einen Plan ...
... und nicht solch ein planloses Rumgeeier.
Da bist du aber genau so Teil des Problems, wie jeder andere Bürger mit einer Meinung zu dem Thema. Es ist nun mal eine Demokratie. Mir wäre auch lieber, wenn wir weniger Rumgeeier hätten.
Bei solch einer gewaltigen Reform,
müssen auch mal richtige Profis ran ...
Vorschläge?
 
Was ja,,erst ihr in D eigentlich immer über angeblich so teuren Strom? Der is doch spottgünstig bei euch. Meine Eltern in A zahlen 36ct/kwh, ich zahle hier in der CH umgerechnet 43ct/kwh. Und ihr jammert bei unter 30 Cent für Ökostrom?
 
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