Wir importierten im zweiten Quartal etwas mehr, was wir exportierten, so der Zwischenbericht.
Eine fiktive Rechnung: Wir exportieren 5.000 kWh für 5.6 ct/kWh und importieren 10.000 kWh für 2,1 ct / kWh.
Doppelt so viel importiert als exportiert! BÖHÖSE! Wait. Nein. Denn in Summe war das ein sehr gutes Geschäft. Nur die nackten Import-/Exportzahlen zu vergleichen, macht keinen Sinn. Wenn, dann muss man sehen, ob das ein wirtschaftlicher Gewinn oder Verlust war.
Hier noch etwas, was bei EE Kritikern gut als Brainfck durchgeht:
Eine Gemeinde hier in der Gegend hat eine recht große Fläche mit PV vollgestellt. Im Sommer produzieren die Überschüsse, die nach Norwegen exportiert werden und dort in einem Pumpspeicher landen. Dieser liefert im Winter dann Strom zu günstigen Konditionen zurück. In der Summe steigen zwar die Gestehungskosten des PV Stromes durch dieses Hin und Her, aber trotzdem bleibt man deutlich unter den Kosten für Gas, Kohle und auch - oder besser gerade - Atomstrom.
Real kommt der Strom der Region, den ich z.B. jetzt gerade durch die Leiterbahnen meines Rechners schicke, von allen Einspeisern der Umgebung, was primär wohl das Gaskraftwerk auf der anderen Seite der Kieler Förde sein dürfte. Aber das ist nicht der Punkt. Es gilt zu verstehen, wie Strom produziert, vermarktet und dann auch verbraucht wird.
Wenn man das einmal durchdrungen hat, dann versteht man auch, dass die Anpassung des Strommarktes und -netzes an EE gar kein wirkliches Problem darstellt. Politikern kann man ja noch blinden und realitätsfernen Aktionismus vorwerfen, aber die Energiewirtschaft hat erkannt, dass man mit EE deutlich bessere Geschäfte machen kann als mit den bisherigen Energieformen bei gleichzeitig höherer Akzeptanz der eigenen Produkte, was noch bessere Geschäfte verspricht. Weder die Produzenten noch die Transporteure sagen einem, dass das nicht geht. Das tun nur ewig Gestrige in Gesellschaft und Politik.